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Damit die Jugendarbeit bei den Imkern brummt


(Foto: Thomas Wilken)

(tom) Wenn Dieter Berg über die Leistung des Imkervereins Beerfelder Land auf dessen Bienenplatz oberhalb der Kompostieranlage spricht, hört man den Stolz in der Stimme des ehemaligen Vorsitzenden heraus. Was die Mitglieder in viel Kleinarbeit geleistet haben, ist auch aller Ehren wert. Der neu gestaltete Bienen- und Wildlehrpfad wurde nun mit einem kleinen Fest der Öffentlichkeit vorgestellt. Gleichzeitig erhielt der rührige Verein von der Stiftung Jugend-Förderpreis für Beerfelder Vereine einen Preis von 2.500 Euro zur Unterstützung der Jugendarbeit.

Vor zwei Jahren starteten die Arbeiten zur Einrichtung des Lehrpfads, erläuterte der frühere Vorsitzende Dieter Berg. Nach vielen Arbeiten im vergangenen Jahr wurde er jetzt vollendet. Natürlich finden sich dort viele bienenfreundliche Pflanzen wie der Faulbaum, dessen kleine Blüten den Bienen bis in den Herbst hinein Nahrung geben. „Das ist eine gute Trachtquelle“, betonte Berg. Aber auch blühende Him- und Brombeeren liefern Nachschub.
Neben Wissenswertem über die Bienen finden sich auf den Schautafeln Infos über Fuchs, Dachs, Hase, Reh und Hirsch sowie Ameisen, erläuterte Berg bei einem kleinen Rundgang. 2.500 Quadratmeter unterhalb der Freileitung haben sich die Vereinsmitglieder „zur Brust genommen“, um hier ein wild wachsendes Biotop zu schaffen, auf dem es ständig brummt und summt. Dazu tragen natürlich auch die 25 Völker bei, die hier ihre Heimat haben. Die labten sich an den 50 wilden Kirschbäumen, deren Blüte im Frühjahr „eine tolle Nektarquelle war“.

Früher wurde auf dem Gelände von der Stromgesellschaft großräumig gemäht, „heute machen wir es so, wie es der Verein will“, lachte Berg. So entstand ein naturbelassenes Grundstück, auf dem alles blühen darf. Die Honigernte ist dieses Jahr sehr unterschiedlich. „Wenn die Völker nach dem Winter fit waren, wurde sogar zweimal geschleudert“, verdeutlichte Berg die große Menge. Bei anderen wiederum konnte überhaupt kein Honig gewonnen werden. „Der Frühling kam sehr schnell“, meinte er.

Insgesamt kümmern sich die 80 Mitglieder, davon sechs Jugendliche, um etwa 350 Völker, so Berg. Wie es in einem Bienenstock zugeht, zeigte er zusammen mit dem neuen Vorsitzenden Meinolf Mester an einem Schaukasten. Bis zu 2.000 Eier legt die Königin am Tag, war dabei zu erfahren. Die wird im Schnitt drei Jahre alt, ergänzte die Odenwälder Honigkönigin Pia Mester - kann aber bis zu fünf Jahre erreichen. Eine Arbeiterin schlüpft nach 21 Tagen, eine Königin schon nach 16: „3, 5, 8, Königin ist gemacht“, lautet der Imker-Spruch. Die Zahlen beziehen sich auf drei Tage Ei, fünf Tage Made und acht Tage Puppe.
Um die 50.000 Bienen zählt ein Volk im Sommer, weiß die Honigkönigin. Wenn es gut läuft, produziert es 25 bis 30 Kilo Honig im Jahr. Oder sogar mehr: „Wir hatten 2017 bei unseren 16 Völkern 500 Kilo“, erzählt sie. „Das war ein sehr gutes Jahr“. Vor allem die späte Waldblüte trug dazu bei. Das Frühjahr war wegen des späten Frosts mehr oder weniger ausgefallen.
Wer etwas leistet, verdient auch Unterstützung. Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann war mit dem Umschlag der Stiftung Jugend-Förderpreis zum Vereinsgelände gekommen, um diesen an Dieter Berg zu überreichen. Mit der Summe soll die Jugendarbeit der Imker gefördert werden. Marlon Ihrig, Silas Daum, Maren Röglin, Nils Schneider, Marek Beysel und Marlo Georg heißen die sechs Jugendlichen, die sich ihre Bienensporen verdienen.
Sie werden „in Theorie und Praxis mit einbezogen“, wies Scheuermann auf die seit 2014 laufenden Aktivitäten am Lehrpfad hin. Die Heranwachsenden lernen dadurch die Bedeutung der Natur kennen, erfahren den Hintergrund der Imkerarbeit. Das Geld soll dazu beitragen, die Zukunft des Vereins zu sichern, sagte der Bürgermeister.
Scheuermann freute sich, als eine seiner letzten Aufgaben als Staatsbeauftragter den Zuschuss überreichen zu dürfen. Die Arbeit des Imkervereins spiegle die vielen Aktivitäten der Vereine in Oberzent wieder. Der Stiftungsvorstand habe die Entscheidung zugunsten des Imkervereins einstimmig getroffen. Er lobte die umfangreiche Bearbeitung im Vorfeld der Bewerbung. Mit der Flasche Oberzent-Sekt sollten die Mitstreiter gemeinsam anstoßen.
Über die Aktivitäten des Imkervereins nicht nur auf dem Vereinsgelände informierte Berg. So wurden zwei Blühstreifen an der Birkenhöhe und an der Turnhalle angelegt, die erst im Spätjahr blühen. Sie bieten dann den Insekten eine Nahrungsquelle in einer sonst ärmeren Jahreszeit. Berg lobte die beiden „Workoholiker“ Marlon Ihrig und Silas Daum. „Die gehen erst nach Hause, wenn sie müde sind“, sagte er. Die Arbeit auf dem Gelände „ist was für Leute mit Herzblut“.
1964 wurde das alte Bienenhaus gebaut, erläuterte er. Das ging 2015 durch einen Unfall in Flammen auf. Durch eine 5000-Euro-Spende konnte ein neues errichtet werden. Gemeinsam mit der Stadt wurde eine Bodenplatte eingezogen. „Es gibt immer viel zu tun“, betonte Berg. Denn der Farn ist eine Lebensaufgabe. „Der überrollt uns“, meinte er.

Dieter Berg bietet Interessierten Führungen auf dem Bienen- und Wildlehrpfad an. Anmeldung unter Telefon 06068 3903.

25.06.18

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