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Besonderer Abend in der Klosterkirche - Alexandra Netzold am 18. Juli


(Fotos: privat)

(bro) (usp) Der Name „AusKlang“ in Kombination mit Musikern, die hier bekannt sind und sich einen Namen gemacht haben - wie die Musikerfamilie Lechner, dazu junge Musikerinnen aus der Musikschule Hirschhorn und Musiker der Irish Folk Band "Heebie Jeebies" - dies alles führte dazu, dass die Klosterkirche am vergangenen Mittwoch schon lange vor 20:44 Uhr voll besetzt war und Stühle an den Seitenrändern aufgestellt werden mussten. Und so begrüßte Stefan Pahl im Namen des „Fördervereins Klosterkirche Hirschhorn“ mit den Worten „Unser Baby (gemeint war die seit 2013 existierende Konzertreihe „AusKlang“) ist inzwischen gewachsen."

Wie beim Ausklang üblich, wurden zwischen den Stücken immer wieder besinnliche, auch manchmal erheiternde Texte vorgelesen, hier von Marlies Flachs, die darauf aufzeigte, dass das irische Volk von tiefer Frömmigkeit und großer dichterischer Freude erfüllt ist. Das achtköpfige Ensemble, bestehend aus den Musikschülerinnen Mathilda Zipp (Gesang), Antonia Lechner (Gesang und Bratsche) und Greta Böing (Violoncello), den Instrumentalpädagoginnen Christina Lechner (Harfe, Blockflöte) und Carola Böing (Querflöte) sowie den Heebie-Jeebie-Musikern,Franz Lechner (Geige), Mike Müller (Gitarre) und Mikel (Cajon, Bow Drum, Percussion), gab zur Eröffnung ein instrumentales Air zum Besten. Der zweistimmige, meist aus Terzparallelen bestehende Klang von Geige und Bratsche wurde von einer Bassstimme des Cellos sowie Akkorden der Harfe gestützt. Im Refrain mischte sich das Cello schließlich in Form von Gegenbewegungen in das Zwiegespräch der hohen Streicher ein.

Abwechslungsreiche Musik in eigenen Arrangements sollte sich wie ein roter Faden durch den Abend ziehen, denn obwohl es sich stets um das irische Folklore handelte, klang kein Stück wie das andere. Und so wechselte die Besetzung schon zum zweiten Stück deutlich: Antonia Lechner erfüllte bei "Carrickfergus" mit ihrer schönen Stimme die gesamte Klosterkirche, begleitet von Michael „Mike“ Müller auf der halbakustischen Gitarre. Den Refrain hob diese mit einem Balladen-Beat auf der Cajon hervor - unterstützt vom Violoncello.

Mit einem ausdrucksvoll gespielten Cello-Solo über eine Hook-Line von der Harfe, von der irischen Bow-Drum begleitet, begann alsbald der "Arran Boat Song" - mitten im Stück wurde das Publikum noch von einem dazu wunderbar kontrastierenden Querflötensolo von Carola Böing überrascht.

Dass das Ensemble mit Mathilda Zipp und Antonia Lechner zwei junge, aber bereits sehr ausdrucksstarke Stimmen besitzt, wurde im bekannten "Wild Mountain Thyme" deutlich.
Während Mathilda die Strophen Solo sang, konnte im Refrain jeder hören, wie schön die beiden Stimmen zusammen harmonieren, wenn Antonia dazukam. Der entsprechend lange anhaltende Applaus zeigte, dass die beiden mit ihrem Gesang die Herzen der Gäste im Kirchenschiff zutiefst berührt hatten.

Während bei uns in Deutschland und der hier ansässigen Irish Pub Kultur vor allem irische Tanz- und Stimmungsmusik bekannt ist, legte das Ensemble für den Auftritt der Klosterkirche seinen Schwerpunkt bewusst auf besinnliche und getragene Stücke. Nichtsdestotrotz durfte am Ende von jedem der beiden Blöcke eine irische Polka mit Bow-Drum-Begleitung und voller Energie nicht fehlen. Und bei "Ballyhowra Mountains" steigerte ein Accelerando die aufgekommene Stimmung am Ende noch weiter.

Mit "Scarborough Fair" dürfte das bekannteste Stück des Abends erklungen sein - diesmal duettierten Querflöte und Geige zur den gebrochenen Akkorden auf der Harfe. Und als fast keine weitere Klangfarbe mehr vorstellbar war, trat Marlies Flachs an das Mikrophon und verlas einen irischen Segenswunsch, der sich von den allbekannten sehr unterschied. "In Give me your Hand" duettierte die Flöte mit der rechten Hand der Harfe, teilweise im Wechsel, teilweise parallel.

Im nächsten Stück trat Mathilda Zipp erneut ans Mikrophon und sang zur Harfenbegleitung die Geschichte von Matt Hyland, einem Bürger, der nach vielen Hindernissen doch noch eine Liebesheirat mit einer Adeligen eingehen konnte. Besonders geschmackvoll unterlegte Franz Lechner den Gesang an manchen Stellen mit Terz- und Sextparallelen und bewies, dass die schönsten Unterstimmen die sind, die zwischen Terzen, Sexten und Pausen abwechseln.

An diesem Mittwochabend - also dem Vorabend zum Donnerstag - wies Marlies Flachs poetisch darauf hin, dass der Donnerstag auch der Tag des heiligen Columban sei, dessen Tradition mit den „Thursday Prayers“ bis heute lebendig gehalten werde. Ohne irische Wandermissionare wie ihn wäre womöglich unser Christentum auf dem europäischen Festland bereits im Frühmittelalter der Verwässerung und Verweltlichung preisgegeben worden.

Antonia Lechner sang nun mit Harfenbegleitung ihrer Mutter hingebungsvoll "Siuil a ruin", einen Song in gälischer Sprache, die als keltische Sprache bis heute in Irland lebendig ist und eine der 24 Amtssprachen der EU geworden ist. Ein exakter und gut hörbarer Triangelschlag nach dem letzten Ton beendete ein beeindruckendes Lied.

Im Vorspiel des Instrumentalstücks "Inis Siar" entstand eine besondere Klangfarbe, als drei Instrumente, nämlich Harfe, Gitarre und Cello, die Akkordbrechungen um die Wette zupften. Weitere klangliche Effekte und Überraschungen gelangen mit dem folgenden gestrichenen Cellosolo und weitere von der Querflöte und Geige - letzteres mit Unterstützung durch die Bratsche.

Die Melancholie von "A Good Morning" spiegelte sich in der Harmonik der Violine und den Gesangsstimmen. Wieder konnte ein äußerst geschmackvoller Tonsatz aus 2-st Gesang und Violine überzeugen.

Als Marlies Flachs letztmalig am Abend an das Mikrophon trat, referierte sie über einen weiteren Bestandteil irischer Kultur, nämlich den Alkohol. „Gott hat Whisky erfunden, um die Iren abzuhalten, die Welt zu regieren“, fuhr sie fort. Aber nach aller Erörterung wurde der Whisky wohl doch von Schotten und Iren erfunden. Das Lieblingsgetränk der Iren soll jedoch der Tee sein, den viele von ihnen im Verlauf des Tages häufig trinken, während der Whisky dem Abend vorbehalten sein soll. Zum Abschluss gab es Trinksprüche wie „Wenn Gott gewollt hätte, dass wir alle nur Wasser trinken, hätte er nicht 97 Prozent davon so versalzen“, und einige erwiesen sich sogar als schwierige Zungenbrecher.

Der Konzertschluss mit der "John Ryans Polka" ließ nun keine Zuhörer mehr ruhig sitzen. Die Sopranflöte statt Harfe (C. Lechner) als Oktavparallele zur Querflöte (Carola Böing) ergab einen besonders typisch irischen Klang, der das Publikum mitriss, es zum Mitklatschen aufmunterte, so dass es zuletzt sogar die Fills im charakteristischen Rhythmusmuster der Bow Drum mit übernahm.

Als Zugabe gab es die Polka "Ballyhowra Mountains" noch einmal mitreißend gespielt. Reichlich Applaus war der Dank für diesen wundervollen Abend.

Vorschau:
Im "AusKlang"-Konzert am Mittwoch, 18. Juli, um 20.44 Uhr steht das Cello im Vordergrund. Es gehört zu den Instrumenten, die aufgrund ihrer Gesanglichkeit und Ausdrucksstärke Komponisten auch für die Konzertliteratur zu bedeutenden Solowerken inspiriert haben. Mit der in Hirschhorn lebenden Konzertcellistin Alexandra Netzold besitzt das Instrument eine außergewöhnliche Interpretin. Bei den "AusKlang"-Konzerten ist sie keine Unbekannte. In den letzen Jahren hat die Künstlerin mit internationalem Renommee immer wieder berührende und abwechslungsreiche Konzerte im inspirierenden Ambiente der Klosterkirche gestaltet. Auf dem Konzert Programm stehen berühmte Cello-Werke, darunter Kompositionen von J. S. Bach und Antonio Vivaldi. Der Eintritt ist wie immer frei, ein kleiner Beitrag für die Musikpflege und den Erhalt der Klosterkirche jedoch willkommen.

09.07.18

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