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Zuhörer vom ersten bis zum letzten ausklingenden Ton gefesselt


(Fotos: privat)

(bro) (usp) Der Ausklang am 18. Juli in der Klosterkirche Hirschhorn stand im Zeichen des Violoncellos, das wegen seiner Ausdrucksmöglichkeiten von den Komponisten in der Konzertliteratur als eines der wenigen auch als Soloinstrument bedacht wurde. Gestaltet wurde er von der in Hirschhorn lebenden Konzertcellistin Alexandra Netzold, die neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit auch als Jurorin in Wettbewerben und als Dozentin für Violoncello tätig ist. Durch ihre Einspielungen in den entsprechenden Kulturkanälen ist sie im Rundfunk bekannt.

Neben ausgesuchten barocken Cellostücken gab es kleine von der Künstlerin selbst vorgetragene Gedichte u. a. von Shakespeare oder Storm zur Musik und Harmonie. Nicht nur für den Geist war an diesem Abend gesorgt, eine kleine Erfrischung nach dem Konzert, organisiert durch Ehemann Elmar Hoffmann, sorgte auch für ein leibliches Wohl.

Mit an Effekten zurückgenommener, jedoch verinnerlichter gesanglicher Intensität in Intonation und Spielweise an ihrem Instrument sorgte die Künstlerin für einen in gestalterischer und klanglicher Wirkung beeindruckenden Konzertabend, der die Zuhörer vom ersten bis zum letzten ausklingenden Ton fesselte. Die Klosterkirche, in der sich der Gesang des Instrumentes wunderbar entfalten konnte, bot hier eine ideale Ergänzung.

Mit dem Allegro und Largo in e-Moll aus der 5. Sonate für Violoncello solo von Antonio Vivaldi (1678-1741) wurde der Abend eröffnete. Ein besonderer gestalterischer Kunstgriff ergab sich dadurch, dass hier der langsame Satz erst nach dem Allegro erklingt, ist ein Kunstgriff der Interpretin, was beim Zuhörer den feierlichen Charakter der Komposition unterstrich und der architektonischen Gestaltung des Gesamtprogramms diente. Den Hauptteil des Konzerts nahm die Suite für Violoncello Solo in G-Dur BWV 1007 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) ein. G-Dur ist eine Tonart der Freude bei Bach. Diese gestaltete sich jedoch hier nicht überschießend oder virtuos, sondern erklang in beseeltem eher stillen Gesang, was die einzelnen Sätze besonders eindringlich wirken ließ. Der jeweilige Charakter jedes einzelnen Satzes der Suite (Prelude - Allemande - Courate - Sarabande - Menuet I und II – Gigue) war vollkommen herausgearbeitet, jeder einzelne Ton in Artikulation durchdacht, das gesamte Werk mit harmonischem Verständnis, angemessenem Tempo und Agogik interpretiert. Die dezent unterschiedlich angesetzte Intonation beim Spiel der Saiten diente dazu die vorhandene Polyphonie der Komposition herauszuarbeiten. Gebannt lauschte das Publikum und gab sich den Phrasen, die Alexandra Netzold spielte, Ton für Ton hin, so sehr wurden die im Kirchenschiff verweilenden Zuhörer von den Interpretationen ergriffen. Mit dem danach vorgetragenen Storm’schen Gedicht „Harmonie“ - „Mehr in der Töne Schwellen, neigt sich die Seele Dir…. Lass’ Du die Seele schwinden, sterben in Harmonie“ – wurde das Erlebte nochmals in Worte gefasst. Mit dem „Largo und Allegro für Violoncello“ aus der Sonate Nr. 6 von Antonio Vivaldi, vor allem in dem Largo mit seiner Chromatik, präsentierte sich der eigentlich zuvor erwartete „strenge und ernste Bach“ in der Musik seines Zeitgenossen. Mit der Wahl der Tempofolge Largo - Allegro gelang der Künstlerin eine gestalterische Abrundung des Programms, in dem die Vivaldi Stücke die Bach’sche Suite umrahmten.

Als Zugabe romantisch und zum eigentlichen Programm auch in der Klangfarbe des Cellos kontrastierend beendete die Solokünstlerin schließlich den Abend mit Literatur, die eigentlich für Klavier Solo geschrieben wurde. Im „Valse Sentimental“ von Peter Tschaikowski (1840 -1893) war der zwischen den Zeilen zu erahnende Walzerrhythmus - diesmal um der im Titel angekündigten Sentimentalität willen - von minimalen Verzögerungen durchdrungen, als Steigerung des musikalischen Ausdrucks. Zu guter Letzt erklang eine Transkription der Träumerei aus den Kinderszenen von Robert Schumann (1810-1856), mit der das Konzert in die Abendstimmung ausklang.

Vorschau:
„Leise flehen meine Lieder.... „ , so beginnt Franz Schuberts berühmtes „Ständchen“ in seinem letzten Liedzykus „Schwanengesang“. Einen überreichen Schatz an Liedern hat der Komponist hinterlassen, von denen einige der schönsten am Ausklang am 1. August um 20.44 Uhr in der Klosterkirche erklingen werden, darunter auch das oben genannte. Gestaltet wird der Ausklang von Annemarie und Hartmut Quiring (Gesang) und Ulrich Spiegelberg (Klavier). Während Schubert’sche Lieder Bravourarien vermissen lassen, fordert deren scheinbare Schlichtheit die Interpreten heraus: hat sich hier die Musik ganz gleichwertig in die Interpretation des Textes gestellt, und oft gelingt es ihr diesen noch zu verdeutlichen und zu steigern mit Ausdrucksmitteln, wie sie sonst kein Musiker vor und nach ihm beherrschte. Ergänzt werden die Schubert Lieder noch durch Duette von Schumann und A. Rubinstein sowie Schubert’scher Klaviermusik, so dass den Zuhörer wieder ein abwechslungsreiches Ausklangkonzert erwartet.

23.07.18

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