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Nachrichten > Kultur und Bildung

Anonyme Saxophoniker begeisterten - Quiring & Friends am 5. August


(Fotos: Stefan Pahl/privat)

(bro) (as) Selbst unter corona-bedingter Zurückhaltung war die Begeisterung am vergangenen Mittwoch im Publikum zu spüren, als die vier Künstler der "Anonymen Saxophoniker" in der Klosterkirche Hirschhorn auftraten. Der Sound: unvergleichlich, die Musik: breit gefächert in Zeit und Genres.

Saxophon-Ensembles gibt viele. Die meisten haben sich für eine Richtung, ein Genre spezialisiert und spielen nur Klassik oder Jazz oder Pop. Nicht so die "Anonymen Saxophoniker". Sie haben an diesem Abend wieder gezeigt, wie breit ihr musikalisches Spektrum tatsächlich ist. So luden sie ihr Publikum in der Klosterkirche zu einer Zeitreise ein. Es ging quer durch die Epochen, Barock mit Bach und Händel, Renaissance mit Mozart und Palestrina, Zeitgenössisches mit Voxmann, südamerikanische Tangoklänge mit Gardel und schließlich die Moderne mit F. Wolf. Natürlich darf in einem solchen Spektrum der Jazz nicht fehlen, der hier mit einem Stück von Wiberny vertreten war. Der Aussage in dem Stück „Wasting my Time“ von Barlow hat das Publikum mit einem corona-gerechten, aber dennoch frenetischen Beifall widersprochen. Fasziniert und bewegt folgten sie dem ungewöhnlichen und mitreißenden Sound, wurden neugierig, wenn das Sopransaxophon verheißungsvoll die ersten Noten intonierte, um dann in Zwiesprache mit dem Baritonsaxophon zu gehen, das mit seinem tiefen warmen Klänge fast körperlich zu spüren war. Wie das gesamte Ensemble sind die beiden Brüder Florian und Felix Roh nicht nur begeisterte Saxophonisten, sondern jetzt schon echte Könner. Auch am Alt- und Tenorsaxophon bewiesen Fabian Held und Pierre Moreira, dass sie das breite Klangspektrum von Klassik, Modern bis hin zum Jazz vollkommen beherrschen. Ob Mozart, oder Bach - sie erbrachten den Beweis dafür, das das Ehrwürdige und Traditionelle der klassischen Musik mit einem Saxophon nicht nur wunderbar interpretiert, sondern noch dazu unterstrichen wurde. Das Rondo von Mozart klang wie eine Hommage an den Komponisten, eine zeitgemäße Interpretation mit berührenden Instrumenten.

Zwischen Klassik und Jazz wurde das Mundstück gewechselt. Mit Metall statt Kautschuk wurde der Sound jazziger und irgendwie frecher und auch echter dank der im Jazz üblichen zwei Altsaxophonen. Und ehrlich: Beim kleinen musikalische Ausflug nach Südamerika fuhr einigen Besuchern der Tangorhythmus auch in die Beine. Dass ein solches Konzert mit seinem Farbspektrum in einer Kirche nicht deplatziert wirkt, das haben alle im Publikum gespürt. Ehrfurcht, Würde und Freude am Leben schließen sich nicht aus. Und in Zeiten wie diesen sind sie mehr denn je gefragt.

Die Musiker spielten mit äußerster Präzision und mit einer solchen Spielfreude, dass es nicht lange dauerte, bis der Funken auf das Publikum übersprang. Als Ensemble agierten sie fein aufeinander abgestimmt - das zeugt neben aller Leidenschaft auch von einer strengen Schule. Ihr Mentor und Lehrer, Ralf Schweizer, ließ es sich nicht nehmen, an diesem Abend dabei zu sein.

Die Begeisterung im Publikum veranlasste das Quartett zu zwei Zugaben. Mit „Sax mal anders“ von Blechschaden und „Picatatella“ von Colin Cowles verabschiedeten sich die Künstler für diesen Abend. Das Abschluss-Gebet an diesem Abend sprach Stefan Pahl.

Trotz des insgesamt gelungenen Abends gab es einen Wermutstropfen für alle, die nicht direkt in der Kirche dabei waren. Die Internetverbindung, in der vergangenen Woche in Hirschhorn und Umgebung eher schon fragil, verabschiedete sich teilweise ganz und ließ an den Bildschirmen weltweit die Zuschauer ratlos zurück. Mike Müller, der die virtuelle Tontechnik sonst perfekt meisterte, blieb über sein WhatsApp-Konto mit Online-Publikum in Kontakt, um Geduld und Verständnis bittend. Die Zuhörer im Kapitelsaal des Klosters nahmen es gelassen und setzten ihren Stuhl kurzerhand vor die Klosterkirche, von wo sie dem Rest des Konzerts live folgen konnten. So reagieren echte Fans.

Ausblick auf den 5. August: Auf den Flügeln des Gesangs

Interpreten und Künstler bereits zu kennen und ihren Aufführungen zu folgen, sorgt für etwas Wesentliches: Vorfreude. So geht es vielen Musikfreunden mit dem anstehenden Ausklang-Konzert am 5. August um 20.44 Uhr in der Hirschhorner Klosterkirche. Zu diesem Abend haben sich „Quiring & Friends“ zusammengetan, um „Auf den Flügeln des Gesangs“ durch den Abend zu schweben. Es singen und spielen Dorothea Feuerstein-Metternich (Sopran), Annemarie Quiring (Mezzosopran), Agnes Heilmann (Klavier) und Hartmut Quiring (Bariton, Lektor). In der einzigartigen Akustik der Klosterkirche verspricht dies ein ganz besonderer Abend zu werden.

Zur Aufführung kommen zeitlose Werke von Mozart, Schumann und Mendelson. Es verspricht ein Abend voller Leichtigkeit und Anmut zu werden, vielleicht auch mit einer gewissen Melancholie, wie sie bei manchen von Schumanns Werken auftritt. Und einer gewissen Andacht, wie sie dem eigentlichen Geist der Ausklang-Konzerte entspricht.

Wie bei allen Ausklang-Konzerten sind die Künstler gehalten, einen den Corona-Bestimmungen entsprechenden Abstand zueinander und zum Publikum zu wahren. Diese Distanz zu überbrücken, ist eine Herausforderung, die gleichzeitig für eine besondere künstlerische Spannung sorgt. Die Abstimmung innerhalb des Ensembles erfordert noch mehr Feingefühl, das Publikum mitzunehmen noch mehr künstlerisches Können. Dass die Mozart-Arie „Tu virginum corona“ an diesem Abend auf dem Programm steht, ist sicher kein Zufall, sondern eine gewollte musikalisch inszenierte Gegenmaßnahme.

Aufgrund der Corona-Bestimmungen sind die Plätze innerhalb der Klosterkirche auf ein Drittel reduziert. Für die Vorbereitung und Planung des Organisationsteams hat sich eine elektronische Anmeldung (Link s. u.) bewährt, damit die Plätze zugewiesen werden können, und so der Raum optimal genutzt wird. Doch auch wenn in der Kirche kein Platz mehr frei ist, muss auf den musikalischen Genuss nicht verzichtet werden. Mike Müller von Ceol-Studio in Kortelshütte wird wieder für einen Livestream sorgen, der in den Kapitelsaal des Klosters übertragen wird und natürlich online im World-wide-web - so können die Musikfreunde in aller Welt dem Abend ebenfalls auf den Flügeln des Gesangs folgen.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

E-Mail-Kontakt: familie.lechner@gmx.net

27.07.20

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