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Nachrichten > Kultur und Bildung

Fünf Bands ohne Zuschauer beim Arte-Livestream am Marbach-Stausee


(Foto: Thomas Wilken)

(tom) Es ist eine magisch-mystische Atmosphäre an diesem Abend am Marbach-Stausee. Joris begrüßt die „Sound-of-the-Forest-People“, die ihm frenetisch applaudieren. Über dem See wabert der farbige Nebel, vom anderen Ufer her spiegelt sich der Festival-Schriftzug im Wasser. Besondere Lichtinstallationen und –wesen machen die Location in Oberzent wie in den Jahren vorher zu einem der schönsten Veranstaltungsorte in Deutschland.

Mit geschlossenen Augen ist es so wie immer. Mit offenen sind in diesem Jahr wegen Corona keine Besucher dabei, sondern nur die Crew- und Vereinsmitglieder. Sie stemmen den Livestream für das Arte-Zeitgleich-Festival, bei dem jeweils fünf Bands an drei verschiedenen Orten in Deutschland auftreten. „Watt en Schlick“ (Dangast) und „Rocken am Brocken“ (Oberharz) werden ebenfalls beschallt.

Die vier Jungs von der Multi-Kulti-Truppe „Bukahara“ fühlen sich drei Jahre in der Zeit zurückversetzt, als sie ebenfalls bei Sound of the Forest (SOTF) auftreten. Sie haben einige der wenigen Möglichkeiten in diesem Jahr, Material aus ihrer neuen CD „Canaries in a Coal Mine“ zu präsentieren. Mal eine Mandoline, dort die Posaune, hier das Susaphon: Es macht tierisch Laune, was die vier bieten.

Für die SOTF-Macher war die zweite Absage innerhalb von drei Jahren ein harter Brocken. Immerhin ließ sich durch den Arte-Livestream zumindest so etwas wie Festival-Feeling schaffen, wenn auch nur virtuell. 300 Vereinsmitglieder klotzen jedes Jahr ehrenamtlich ran, erzählt Jo Megow vom Orga-Team. Für die war es ein bewegender Moment, als nach fünf Tagen harter Vorarbeit „Klan“ den Auftakt im Odenwald macht, gefolgt von „Black Sea Dahu“ und „Ätna“. „Bei den ersten Tönen sind wir dagestanden mit Wasser in den Augen“, gibt Megow offen und ehrlich zu.

„Die Arbeit hat sich gelohnt“, bilanziert er gegen Ende. Gleichzeitig ist er aber „sehr wehmütig, dass wir die Forest-Family nicht sehen können“. Denn obwohl jedes Jahr inzwischen um die 5000 Besucher an den Stausee kommen, ist alles sehr familiär. Genau das wissen alle zu schätzen. Denn es packen alle mit an, macht Megow deutlich mit Blick auf seinen Vater, der am Bühnenaufbau beteiligt ist, oder auf seine Freundin, die ihn bei der PR unterstützt.

Auch wenn alles nahtlos klappt – die Macher sind durch elf Jahre Arbeit bestens eingespielt -, vermisst er die „lächelnden Gesichter“ der Fans. Die sind immer der Lohn für ein Jahr ehrenamtliche Arbeit, die kurz vor knapp meist rund um die Uhr stattfindet. „Bei der Bühne haben wir uns dieses Mal selbst übertroffen“, darf es auch ein bisschen Eigenlob sein. Der aufgebaute Holzhirsch ist zu einer Art Kultobjekt geworden. Die Künstler bieten sogar dafür, ihn mitnehmen zu dürfen. „Joris will den unbedingt“, lacht Megow.

Ein Festival zu organisieren ist schon viel Arbeit, aber drei als Livestream zu koordinieren „haben wir echt unterschätzt“, gibt er zu. Aber es funktioniert alles. Initiator Markus Blanke von Rocken am Brocken und Till Krägeloh (Watt en Schlick) „wurden richtig gute Freunde“, sagt Megow. Die erlebte Solidarität „ist einfach toll“.

Dass Joris wie auch im vergangenen Jahr dabei ist und den Abend beschließt, freut Megow besonders. „Der hat eine tolle Show gemacht“ – und ist nebenbei auch einer der größten Unterstützer des Festivals. Davon gibt’s viele, wird an dem Abend spür- und hörbar. Des Öfteren ertönt von der gegenüberliegenden Bundesstraße ein Hupen über den See. „Das sind unsere Fans“, weiß der Orga-Mann. Die zeigen damit ihre Solidarität.

Ein Blickfang sind auch die Feenfiguren von ArtArtistica während seines Auftritts. Joris mit seiner einprägsamen Stimmen und angenehmen Songs wird groß gefeiert. Natürlich bedauert Megow die SOTF-Absage. Aber „es ist richtig, dass es nicht stattfindet“. Bei 5000 Besuchern ließe sich die Gesundheit nicht gewährleisten. Allerdings war es schon schwer, nach 2018 wieder zu verzichten. „Das musst du mental auch erst einmal schaffen“, meint er.

Die Bands sind froh, sich mal wieder live präsentieren zu dürfen. Die meisten haben in diesem Jahr gar keine bis wenige Auftritte. Und natürlich zählt auch die Solidarität. „Die kommen größtenteils nur für Fahrtkostenerstattung“, erzählt Jo Megow. Sie wissen eben, dass sie auf Profis treffen. Denn die Zahnräder greifen nahtlos ineinander, beschreibt er die professionelle Arbeit.

Eine Fernsehproduktion ist etwas anderes als ein Festival, erläutert der Festival-Profi. Da wird eine ganz andere Bildersprache benötigt. Deshalb vermischen die Organisationen Elemente aus zehn Jahren SOTF miteinander. Megow kommt gar nicht aus dem Schwärmen für die „wunderschöne Bühne“ heraus, wie man auch sonst merkt, wie er für das Festival brennt – auch wenn er nach fünf Tagen Nonstop-Orga kaum noch aus den Augen schauen kann.

Lichtkünstler Valentin Lüdicke von der Halle 02 in Heidelberg kümmert sich um die Leuchtbäume, für die große Drähte genommen und daraus entsprechende Konstruktionen geformt werden. Auch der ist schon seit zehn Jahren mit an Bord und stellt für diesen Abend alles kostenlos zur Verfügung. „Die Liebe zum Detail macht uns aus“, weiß Megow – und wird auch überall wertgeschätzt. „Da sitzt jede Lampe, jede Glühbirne und jedes Aststück“, lächelt er.

„Festival, Feeling, Odenwald“: Die drei Schlagworte wollen die SOTF-Enthusiasten weiter verbreiten und freuen sich, dafür mit Arte ein solch „tolles Medium“ gefunden zu haben. Im September soll es die Konzerte dann in einer regulären Sendung zu sehen geben. Schon jetzt „bekommen wir ein riesiges Feedback“, freut sich Megow. Über die sozialen Medien trudeln im Sekundentakt die Kommentare ein. Außerdem gab es im Vorfeld ein „gigantisches Interesse“ an der Produktion. „Musik begeistert eben alle Generationen“, hebt er hervor.

02.08.20

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