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Kleinauflage der Traditionsveranstaltung


Auch die Band "Dr. Woggle & the Radio" bereicherte das Festival. (Foto: Thomas Wilken)

(tom) Es war fast so, als wäre nichts gewesen. Mal rockig-fetzige, mal groovig-funkige Musik, mal Reggae-Töne, begeisterte Fans, die die Bands nicht von der Bühne lassen wollten, eine große tanzende Menge, der so Finkenbach-typische Geruch über dem Platz und die obligatorische Polizeikontrolle genau wegen diesem Geruch auf dem Heimweg. Das Finkenbach-Festival ist wieder auferstanden, wenn auch nur im Kleinformat. Mit Leadbelly Calls, Dr. Woggle & the Radio, Riddim Posse und als krönender Abschluss Alex Auer mit seiner neuen Band „The Big Fuzz“, Ex-Lava.

Letzterer machte dort weiter, wo er vor zwei Jahren bei seinem umjubelten Auftritt auf dem damals noch „Finki“ betitelten Festival stehengeblieben war. Nach dem Rückzug von Mani Neumeier (Guru Guru) darf diese Bezeichnung nicht mehr verwendet werden. Mit den „Detroit Blackbirds“ hatte Auer mitten in der Nacht die Bühne gestürmt und den Platz gerockt, sodass keiner schlafen wollte.

Das tat er jetzt wieder und bot zweieinhalb Stunden lang ein Best-of seines bisherigen Musikschaffens. Von Funk ĂĽber Reggae bis und Hardrock - es war wirklich alles dabei. Hut ab vor dieser Vielseitig- und Vielsaitigkeit, die Auer auf der Gitarre und am Mikro bewies.

Bei herrlichem Sommerwetter hatten die beiden Auftaktbands publikumsmäßig noch ein wenig damit zu kämpfen, dass gegen 19 Uhr Freibadwetter herrschte. Doch spätestens ab 21 Uhr füllten sich Reihen auf dem Sportplatz. Und wenn es an beiden Abenden dem Ende zuging, waren zwar die Bänke wieder leerer - aber nur weil die meisten Gäste dazwischen oder vor der Bühne abtanzten. Von ganz jung bis ganz alt – alle wollten dabei sein.

Adax Dörsam und Timo Gross huldigten musikalisch einem verkannten Bluesmusiker, Hudson „Leadbelly“ Ledbetter, und streuten dazu noch ein paar eigene Stücke ein. Von Leadbelly (1885-1949) kennt der Musikfan jedoch etliche Songs, die von den Größen der Szene gecovert wurden und in späteren Zeiten zu Weltruhm gelangten. Etwa „Cotton Fields“, dem Dörsam mit seiner Slide Guitar einen fast psychedelischen Touch gibt. Das Stück wurde 1969 durch Creedence Clearwater Revival (CCR) bekannt und auch von Udo Jürgens interpretiert.

Adax Dörsam mit seinem Faible für Saitenklänge aus aller Welt hat sich Leadbellys Stücke zur Brust genommen und ihnen ein ganz neues Klangbild verliehen. „Black Betty“, ein Klassiker bekannt durch Ram Jam, sahieht ihn auf der Coral Sitar, während der Rimbacher Gitarrist bei „Midnight Special“ die Saz auspackt. Der stimmgewaltige Bluessänger beeinflusste aber noch viele weitere Bands. „Take this Hammer“ wurde etwa von den Beatles eingespielt. „Western Plain“ gehörte zum Standardrepertoire von Rory Gallagher. „Where did you sleep last Night“ wurde 1994 von Nirvana gespielt.

Wer bei „Dr. Woggle & the Radio“ still sitzen blieb und schlechte Laune schob, war selbst schuld. Denn die Weinheimer Band ging voll ab. Als Ska, gemischt mit Rocksteady und Reggae, beschreiben die acht ihre Töne. In Finkenbach gab es eine riesige Party, die von Sänger Nikolaus Knapp immer wieder angeheizt wurde. Zusammen mit den Blechbläsern Flo Schropp und Kai Dondorf war der Weinheim-Achter immer in Bewegung. Viel junges Publikum zogen die Lokalmatadoren von der Bergstraße mit in den Odenwald.

Die karibische Musik von „Riddim Posse“ passte zum Start in den zweiten Abend. Finkenbach lag musikalisch jetzt am Südseestrand, wozu auch Temperaturen um die 30 Grad passten. Die Band ist in der Rhein-Neckar-Region mit ihrem knalligen Bläsersatz, der markanten Stimme von Wayne Dallaway, aber auch rockigen Gitarrenriffs und mehrstimmigem Gesang bereits bestens bekannt.

In „Big Fuzz“, übersetzt Riesentrara, stecken 75 Prozent „Lava“ drin: Boris Angst (Schlagzeug), Rolf Breyer (Bass) sowie Sänger und Gitarrist Alex Auer. Nach dem Tod des Perkussionisten Jesse Günther machen die drei jetzt unter neuem Namen weiter. Und haben sich um einen vierten Mann hörbar verstärkt, der etlichen Songs den Stempel aufdrückt: Keyboarder Lutz Krajenski.

Die vier boten ein Sample all dessen, was an Musikrichtungen bereits vor ihnen auf der Bühne zu hören war, und hauten noch ein paar Stile obendrauf. Musikalisch lassen sich Auer und seine Mannen in keine Schublade stecken, auch wenn immer wieder Rocker in ihm durchkommt. Aber egal, ob Funk, Reggae, Metal, Blues, „nur“ Hardrock oder am besten alles gemischt: Dominiert wurden die Stücke vom Frontmann mit seinem phänomenalen und exzessiven Gitarrenspiel und seiner großen Präsenz.

Da wurde mal Reggae mit Pink Floyd gekreuzt, gab es ein funkig angehauchtes „Whole Lotta Love“ von Led Zeppelin mit fettem Keyboard-Solo oder ein „Papa was a Rolling Stone“ mit einer Rap-Einlage, gesampelt mit „Locomotive Breath“. Die Fans waren baff vor so viel Spielfreude und machten ein Riesentrara, damit die vier nicht von der Bühne gingen. Klar, dass „The Big Fuzz“ da nachgaben und Auer nochmal ein paar Soli zum Niederknien bot.

16.08.21

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