WERBUNG


Volksbank Neckartal

Gelita

Sparkasse Neckartal-Odenwald

VHS

www.EBERBACH-CHANNEL.de / OMANO.de
23.09.2021
                   WhatsApp-Kontakt
Das Wetter in: 
EBERBACH
 STARTSEITE  |  VIDEOS  |  TERMINE  |  DISKUSSION  |  ANZEIGENMARKT 

Nachrichten > Kultur und Bildung

Die musikalische Reise zu zweit begeisterte


(Foto: Christina Lechner)

(bro) (fvk) Im "AusKlang"-Konzert in der Hirschhorner Klosterkirche am ersten Septembermittwoch nahmen die beiden Violinistinnen Beatrice Calini und Elena Bonandrini ihre Zuh├Ârer mit auf eine musikalische Reise. Den Auftakt machten sie mit zwei Duetten von Reinhold Gli├Ęre, dessen Name alleine schon eine kleine Europareise mit sich bringt: Ein russischer Komponist mit deutschem Vor- und franz├Âsischem Zunamen, der sich bestens auf der Violine auskannte und unverkennbar f├╝r die Violine komponierte.

Gli├Ęre war selbst ein brillanter Geiger und studierte in Kiew, sp├Ąter vervollkommnete er seine Ausbildung durch ein Dirigentenstudium in Berlin. Er verband die nationalrussische Schule mit dem neu aufkommenden Impressionismus. Was f├╝r ein Auftakt. Die Interpretinnen, eingespielt und perfekt aufeinander abgestimmt, spielten wie aus einem Guss. Es war eine Freude, ihnen zuzuh├Âren.

Nun ging die Reise zun├Ąchst solo weiter. In einem Violinkonzert darf nat├╝rlich Johann Sebastian Bach nicht fehlen. Selbst passionierter Geiger, hat er bei seinen Sonaten eine effektreiche Klangrede komponiert, deren Verzierungen er bis auf das kleinste Detail ausf├╝hrte. Elena Bonandrini meisterte die ├Ąu├čerst anspruchsvolle Sonata Nr. 1 virtuosa, die auf- und absteigenden L├Ąufe, die zahlreichen Triller und all die Doppelgriffe hinrei├čend. Beim zweiten Satz, der Fuga, konnte man kaum glauben, dass all diese polyphonen Kl├Ąnge von einer Geige erzeugt werden. Die Zuh├Ârer dankten der fantastischen Darbietung mit einem langanhaltenden Applaus.

Beatrice Calini spielte nun zwei S├Ątze aus der Sonate Nr. 4 des belgischen Dirigenten und Geigers Eug├ęne Yasaye. Yasaye widmete jede seiner Sonaten einem ber├╝hmten Geiger, die Sonate dieses Abends war Fritz Kreisler gewidmet. Kreisler war mit sieben Jahren das j├╝ngste Wunderkind, das jemals im Wiener Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde aufgenommen wurde und galt zeit seines Lebens als genialer wie umstrittener Komponist. Er hat f├╝r die Geige eine spezielle warme Tongebung entwickelt. Ein Geniestreich des Komponisten, ihm ein St├╝ck zu widmen und sich damit auf Augenh├Âhe des Verehrten zu begeben. Auf Augenh├Âhe war auch die Interpretin, die dieses anspruchsvolle und mit schwierigen Bogen- und Handtechniken gespickte Werk scheinbar m├╝helos meisterte. Das Publikum war begeistert.

Weiter ging die musikalische Reise mit einem kroatischen Komponisten: Boris Papandopuli. In seinem Monolog verbindet er Elemente der kroatischen Volksmusik mit der Zw├Âlftonmusik und stellt dabei h├Âchste Anforderungen an die Violinisten. Kein Problem f├╝r Elena Bonandrini, sie ├╝berzeugte mit leidenschaftlichem und souver├Ąnem Spiel und zog das Publikum komplett in ihren Bann.

Dann war es so weit: Paganini. Es hie├č anschnallen und festhalten. Beatrice Calini spielte das ber├╝hmte Capriccio Nr 24, es war sozusagen die letzte Laune des ber├╝hmten Teufelsgeigers Nicolo Paganini. Dieses Werk gilt als eines der schwierigsten St├╝cke f├╝r Solovioline. Immer wenn der gespannte Zuh├Ârer dachte, es sei nun wirklich keine Steigerung mehr m├Âglich, setzt Paganinis Komposition noch eine Schwierigkeit drauf. Der Fingertechnik wird alles abverlangt, es wimmelt von parallelen Oktaven, Verschiebungen von Intervallen, Pizzicato und Doppelgriffen. Zur Freude beim Zuh├Âren gesellte sich Faszination angesichts dieser meisterhaften Darbietung. Beatrice Calini hielt die atemberaubende Geschwindigkeit und verlor dabei trotz der hohen technischen Anforderungen nie an Leichtigkeit.

Gemeinsam haben sie begonnen, gemeinsam beendeten die beiden K├╝nstlerinnen dieses au├čergew├Âhnliche und anspruchsvolle Konzert mit Bela Bartoks f├╝nf Duetten f├╝r zwei Violinen. Die Darbietung war, wie man sich das Ende einer Reise vorstellte, stimmungsvoll. Es gab Ankl├Ąnge ungarischer Volksmusik, temperamentvoll gespielt, mit geworfenen Bogen und offensichtliche Spielfreude bei den Violinistinnen. Das begeisterte Publikum entlie├č die K├╝nstlerinnen erst nach einer Zugabe und zeigte sich mit anhaltendem Applaus dankbar f├╝r einen anspruchsvollen und virtuosen Musikabend ÔÇô dem vorletzten Konzert der "AusKlang"-Reihe 2021.

13.09.21

Lesermeinungen

Lesermeinung schreiben

[zurück zur Übersicht]

© 2021 www.EBERBACH-CHANNEL.de / OMANO.de Druckansicht
eMail senden nach oben

[STARTSEITE]    [VIDEOS]    [TERMINE]    [DISKUSSION]    [ANZEIGENMARKT]
©2000-2020 maxxweb.de Internet-Dienstleistungen
[IMPRESSUM] [DATENSCHUTZERKLÄRUNG]


WERBUNG


Straßenbau Ragucci

Rechtsanwälte Dexheimer

Zahradnik

Ausbildungsplatz