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Nachrichten > Politik und Gesellschaft

Gemeinderat will Privateigent√ľmer mehr in die Pflicht nehmen


(Foto: Claudia Richter)

(hr) Weil die Eberbacher Innenstadt bisweilen als ‚Äúschmuddelig‚ÄĚ angesehen wird, sollte der Gemeinderat am Montag, 23. Oktober, eigentlich einem neuen Reinigungskonzept zustimmen. Nach langer Diskussion kam es aber ganz anders.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Reinigung der st√§dtischen Fl√§chen vor allem dadurch zu intensivieren, dass eine elektrische Kehrmaschine f√ľr rund 350.000 Euro angeschafft und zus√§tzliches Reinigungspersonal mit Kosten von j√§hrlich etwa 110.000 Euro besch√§ftigt wird.
In einer gut einst√ľndigen Diskussion kamen viele im Gremium aber zu der Ansicht, dass der ungepflegte Eindruck in Eberbach gar nicht durch Schmutz auf st√§dtischen Fl√§chen und √ľberquellende Abfalleimer entstehe, sondern vor allem durch die Nachl√§ssigkeit privater Immobilieneigent√ľmer. Insbesondere B√ľrgermeister Peter Reichert vertrat die Ansicht, dass wucherndes Gr√ľn an privaten H√§usern, br√∂ckelnde Fassaden und marode Fensterl√§den der Hauptgrund daf√ľr seien, dass Eberbach in Teilen als ungepflegt erscheine.
Damit stiegen im Rat die Zweifel, ob die beantragten Investitionen von fast 500.000 Euro in die Stadtreinigung √ľberhaupt sinnvoll seien. Reichert schlug daher vor, erst gar nicht dar√ľber abzustimmen und eine neue Beschlussvorlage in die n√§chste Sitzungsrunde einzubringen. Das wurde mit gro√üer Mehrheit bef√ľrwortet.

Hauptamtsleiterin Anke Steck, die auch f√ľr das Ordnungsamt zust√§ndig ist, nahm als Meinungsbild mit, dass man verst√§rkt auf private Hauseigent√ľmer mit Priorit√§t in der Innenstadt zugehen und diese zur Pflege ihrer Anwesen auffordern solle, notfalls auch unter Androhung von Bu√ügeldern. Das wolle sie in den n√§chsten Tagen veranlassen.

25.10.23

Lesermeinungen

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Von Thomas (02.11.23):
Die Stadt sollte sich zuerst an die eigene Nase fassen.
Wenn man das Grundst√ľck in der Scheffelstra√üe sieht sagt das alles zum Thema.


Von James (30.10.23):
Wenn einer sich Realit√§tsverlust nennt oder ein andere als ein īNeue Mosbacherī herkommt, dann wohlauf.
Der tats√§chlichen īRealit√§tsverlustī geht aber als erstes an īNeue Mosbacherī, den der Eberbacher Realit√§tsverlust Vertreter wollte freundlicherweise, in Detail erkl√§ren īwenn Mann von Heidelberg kommtī (und an Eberbach vorbei f√§hrt nach Mosbach) DANN sieht Mann bei richtige Wahrnehmung ein Hochhaus. Es handelt sich um ein Wohnhaus wo meines Wissens fr√ľher ein Holzs√§ge Betrieb mal Stand. Da ich mich auskenne wei√ü ich dass die Bewohner dort Ihre Hochhaus sehr m√∂gen. Soviel sogar dass am vorletzten Jahr dass vordere Teil das Haus f√ľr bedeutende finanzielle Aufwand im aussen Fassade repariert und neu angestrichen war. Im folge Jahr dann folgte der Hintere Seite (dass w√§re dann die Seite die vom der Bundesstrasse sichtbar ist und es Praktischerweise weniger dekorativ als die St√§dtische Seite. Es gibt aber mehr zu Hochh√§user. In Eberbach Nord steht eine Hochhaus die heruntergekommen war - diente auch ein Zeitlang in 2015-16 als Fluchtlingsunterk√ľnft. Diese ist von einem Baufirma offenbar gekauft und alle Stockwerken werden jetzt renoviert sodass sp√§ter Wohnungen dort entstehen. Da Neu Mosbacher lobt dass in Mosbach Wohnungen zur Verf√ľgung stehen aber Realit√§tsverlust EBB klagt √ľber Hochh√§user in Eberbach die er angeblich nicht √§sthetisch findet. Das macht aber kein Sinn. Denn Qualit√§tswohnraum entsteht in verschieden Formen. Ich mag selbst zwar Mosbach aber in der Tat hat die Stadt weniger Bewohner in 2023 als in 2008. Eberbach hat aber zugenommen in Bev√∂lkerung. Heute sind rund 7509 Frauen und 7019 M√§nner in Eberbach zuhause. Nat√ľrlich gibt es einiges in der Altstadt zu verbessern. Leider sind diese Besserungen nicht mit Nachdruck verfolgt in den letzten Jahren. Vielleicht √§ndert sich das in der kommende Zeit. W√§re sch√∂n. Ansonsten hat Eberbach ein ziemlich gute Infrastruktur auf relativ kleinen Raum und gilt wie Mosbach als Mittelzentrum wobei Mosbach noch als Gro√üe Kreisstadt gilt. Genau vergleichen kann Mann daher nicht. Eberbach ist trotzdem ganz in Ordnung und entwickelt sich eben weiter.


Von Manfred (30.10.23):
Die Verwaltung macht einen Beschlussvorschlag unterzeichnet und unter der Leitung vom B√ľrgermeister. Anschlie√üend dreht sich in der Sitzung die Meinung mal wieder komplett um 180 grad.

Bei Investitionen in der genannten H√∂he w√ľrde ich eine sorgf√§ltigere Vorbereitung erwarten...Mit dem Geld der B√ľrger sollte umsichtig umgegangen werden.

Hier haben die Gemeinderäte gut gearbeitet und die richtigen Fragen gestellt!


Von Neu Mosbach (27.10.23):
an Realitätsverlust:
wo bitte ist auf der Fahrt von Eberbach nach Mosbach ein Hochhaus zu sehen ?
Ansonsten beschreibst du den beklagenswerten und heruntergekommenen Zustand von Eberbach aber sehr gut !
alle Leute, die das genau so sehen, kann man nur auffordern, Eberbach einfach links liegen zu lassen und direkt nach Mosbach zu kommen .
in Mosbach gibt es eine belebte Altstadt mit viel sch√∂neren H√§usern als im ekligen Eberbach sowie bessere Einkaufsm√∂glichkeiten, ein selbst√§ndiges Kreiskrankenhaus sowie genug Wohnraum f√ľr Alt und Jung, und vor allem keine verdreckten oder √ľberwucherten Privatgrundst√ľcke.


Von Klara Fall (26.10.23):
"...Insbesondere B√ľrgermeister Peter Reichert vertrat die Ansicht, dass wucherndes Gr√ľn an privaten H√§usern, br√∂ckelnde Fassaden und marode Fensterl√§den der Hauptgrund daf√ľr seien, dass Eberbach in Teilen als ungepflegt erscheine. ..."

Ich erlaube mir, dem Herrn B√ľrgermeister auf die Spr√ľnge zu helfen, bei der Frage, warum die Eigent√ľmer ihre H√§user verkommen lassen. Die Antwort - den Menschen geht langsam aber sicher das Geld aus.

Geld f√ľr den Gartendienst, das Gr√ľn im Zaum zu halten, Geld f√ľr den Schreiner, die Fensterl√§den reparieren zu lassen (falls der so etwas √ľberhaupt noch macht) oder f√ľr eine Neuanschaffung. Und erst recht fehlt das Geld, um eine "br√∂ckelnde Hausfassade" zu beseitigen. Denn mit etwas Reparaturspachtel vom Hagebau ist es nicht getan. Das Br√∂ckeln ist der Hinweis auf einen notwendigen renovierenden Neuverputz. Da sagt der Verputzer, tja, da sollte man das Haus auch gleich d√§mmen, denn darum kommt man k√ľnftig nicht herum, bei der GEG Gesetzeslage. Dann geht es in die Zehntausende, die sich hinter so einem lapidaren B√ľrgermeisterspruch verbergen.


Von Sch√∂pfung  (26.10.23):
F√ľr wen soll die Altstadt sauberer werden, ab 17 Uhr ist sowieso nichts mehr los .

Von Realit√§tsverlust (25.10.23):
Beim Lesen dieses Artikels sch√ľttelte ich mehrfach den Kopf.
Hinterher fragte ich mich warum. Die Antwort ist einfach und dennoch beinhaltet sie mehrere Punkte.
Eine Investition von 500.000 ‚ā¨ nicht leichtfertig zu t√§tigen, halte ich als B√ľrger f√ľr nachvollziehbar.
Die Subsummierung der Problematik hin zu einer Schuldfrage, in Bezug auf die vermeintliche Nachl√§ssigkeit der Privateigent√ľmer, aber als traurig.
Der Blick auf Eberbach kann unterschiedlich ausfallen. Wenn ich aus Heidelberg komme und am Neckar weiter nach Mosbach fahre, sehe ich als erstes ein großes Hochhaus was vermeintlich nicht zu den anderen am Neckar stehenden Gebäuden passen mag.
Der Blick auf ein Hochhaus ist nie einladend, schafft es aber doch auf begrenzter Fl√§che Platz zum wohnen, was bei endlicher Verf√ľgbarkeit von Grund und Boden notwendig ist. Daher w√ľrde ich nie auf die Idee kommen dieses f√ľr den nicht einladenden Blick auf Eberbach verantwortlich zu machen.
Aus Waldbrunn kommend lande ich an einer Kreuzung mit Blick auf die Tankstelle. Nach dem rechtsabbiegen fahre ich abermals an Hochhäusern, aber auch an Industrie vorbei.
Auch die Industrie ist nicht einladend, aber wichtig f√ľr den wirtschaftlichen Standort Eberbach.
Wenn ich es dann mal ins Innere geschafft habe und durch die Stadt schlendere, sehe ich neben sch√∂nen Gesch√§ften und alter Baustruktur Leerstand. Auch dies k√∂nnte als ungepflegt wahrgenommen werden, muss es doch einen st√§dtischen Grund f√ľr die Abwanderung geben.
Aber auch dies wäre zu kurz gefasst.
Wenn ich dann Richtung Krankenhaus fahre und weiter die Alte Dielbacher hoch sehe ich Sandstein, Vorgärten und Jahrzehnte alten Baubestand neben Neubauten, die nicht in das Stadtbild zu passen scheinen - liegt hier vielleicht ein Grund oder ist auch hier die Schuld nur abgewälzt.
Vielleicht kommt der ungepflegte Eindruck aber auch durch die ruckelige Fahrt √ľber Stra√üen dessen Verkehrssicherungspflicht sp√ľrbar angezweifelt werden kann oder entsteht auf der Suche nach M√ľlleimern an neuralgischen Punkten.... .

Bei Beachtung dieser weniger Punkte (den es gäbe mehr) kann man die Verantwortlichkeit unterschiedlichen Parteien zuschieben.
Aber gehen wir wieder zu den Privateigent√ľmern und dort f√§llt mir Schiller ein: ‚ÄěEs kann der Fr√∂mmste nicht in Frieden leben, wenn es dem b√∂sen Nachbarn nicht gef√§llt‚Äú.
Wann ist das wuchernde Gr√ľn ein Blickfang und nicht nur ein Bereicherung f√ľr das √∂kologische Leben, sondern auch f√ľr die Nachbarn oder B√ľrgermeister Reichert.
Wer entscheidet, außer meine eigene wirtschaftliche Situation und der aktuelle Mangel an Handwerker zu kommen, dass die Fassade meines Hauses zu viel bröckelt und die Fensterläden marode sind.

Was fehlt ist ein Gesamtkonzept. Aber ich freue mich auf die st√§dtische Entwicklung und wenn ich zu meinem perfekt renovierten nach au√üen gl√§nzenden Haus an den √ľberlaufenden M√ľlleimern vorbeifahre √ľber Stra√üen, welche ohne Allrad nicht mehr zu erreichen sind, gibt es vielleicht die Chance auf eine Ver√§nderung.


Von James (25.10.23):
Der B√ľrgermeister hat recht. Es w√§re falsch dazu Geld auf das problem zu werfen. 350.000,00‚ā¨ f√ľr so eine Maschine auszugeben. Ohnehin ist der Saugturbine der lauteste Teil von jeder Kehrmaschine und das gibt in der Elektro als auch ein Benzin/Diesel Maschine. Vielleicht ist dann die Personell Aufstockung eher bei der Ordnungsamt zu machen als bei der Reinigung, wenn dass alles kontrolliert und geandet werden soll. Es w√§re sch√∂n wenn alle Eigent√ľmer Ihre Immobilien sauber halten w√ľrde. In manchen St√§dte ist das so, denn eine Altstadt geh√∂rt gepflegt.

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