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Oh, dusche´ is´ schee


Die sieben Damen der „NoNames“ zusammen mit Gitarrist Robert Bittner zu Gast beim Hospizverein in der Galerie Artgerecht am Welthospiztag. (Foto: privat)

(bro) (maw) Sieben Frauen unterschiedlichen Alters, einmal im Oma-Tanten-Outfit mit Mantel und Hut, dann im neckisch-gestreiften Look der Matrosen-Badeanzüge der zwanziger Jahre. Und schließlich noch mit einem Hauch von verruchter Eleganz in Oberteilen mit Leopardenfellmuster und schwarzen Hotpants. Aber nicht nur dem Auge war am 14. Oktober einiges geboten, auch die Ohren wurden an diesem Abend in der Galerie Artgerecht mit Musikkabarett vom Feinsten verwöhnt.

Der Hospizverein Eberbach-Schönbrunn hatte als krönenden Abschluss des Welthospiztages die Frauenformation „NoNames“ aus Bammental eingeladen. Vorausgegangen war der Gottesdienst mit der Aussendung der neuen Hospizbegleitenden in der Michaelskirche. Danach wurden alle noch eingeladen in die Galerie Artgerecht, um bei kulinarischen Köstlichkeiten zu feiern und die Zeit bis zum Auftritt der „NoNames“ zu verkürzen.

Das Konzept der „NoNames“, bekannte Lieder mit neuen witzigen und oft auch scharfzüngigen Texten zu versehen und zum Besten zu geben, ging bei den zahlreich anwesenden Besucher/innen voll auf. Die Texte stammen dabei von Irmela Müller-Wulff, die die Gruppe vor 20 Jahren gegründet hat. Begleitet wurden die Damen von Robert Bittner an der Gitarre, dem einzigen Herren an diesem Abend.

Denn wer kommt schon auf die Idee, zur Melodie des bekannten französischen Chansons „Les Champs-Élysées“ von Joe Dassin „Oh, dusche´ is´ schee“ zu singen? Die „NoNames“ reden und singen nämlich konsequent im heimischen Kurpfälzer Dialekt. Wer diesen kann oder wenigstens versteht, war also eindeutig im Vorteil an diesem Abend.

Es geht einmal um die alltäglichen und menschlichen Themen in den vorgetragenen Liedern, die alle immer auch humorvoll moderiert werden. Etwa um die Schwierigkeiten, sich Zahlen, Pinnummern, Passwörter und ähnliches zu merken, beim Lied „IBAN, die Schreckliche“ auf die Melodie des russischen Volkslieds „Kalinka“. Und aus den „sieben Brücken“, über die man gehen muss beim bekannten Song von Karat, wurden an diesem Abend die „sieben Treppen“. Diese und viele Probleme mehr muss man nämlich oft erst bewältigen bei der Deutschen Bahn an ihren Bahnhöfen, damit es am Ende dann heißt beim Fahrkartenautomaten: „Aber glaub`nur net, du kriegst en` Schein!“. Die Damen wussten natürlich auch, dass der Schienenersatzverkehr den Menschen in Eberbach und im Neckartal das Zugfahren gerade ziemlich verleidet. Was viele Lacher, auch hörbar verzweifelte, zur Folge hatte.

Die Damen sangen von Problem wie dem Älterwerden in „Isch such` mei Brill`“ (The Lion Sleeps Tonight) und der damit oft einhergehenden Vergesslichkeit in „Alles top, doch der Flop is` mein Kopp“ (Wonderful World von Sam Cooke). Und von der Tatsache, dass Kommunikation bei vielen heutzutage in erster Linie nur noch über das Smartphone läuft, in „Ihr braucht e` Phone, um zu kommuniziere`“ („What`s Up“ der 4 Non Blondes).

Bei einer Frauenformation wie den „NoNames“ war es natürlich klar, dass auch die Männer ihr Fett abkriegen würden an diesem Abend. In „Wir Männerkenner“ (Ein Bett im Kornfeld) zeigten die Damen aber auch durchaus Verständnis für das Problem des heutigen Mannes, den Spagat zwischen althergebrachtem Männerbild und dem des neuen, modernen Mannes hinzubekommen.

Und politisch wurde es auch noch: „Beschränkt ihr Horizont, weil ma` dort net weiter denke konn`“ (Islands In The Sun) spielte darauf an, dass viele Menschen ihre Wählerstimmen Parteien geben, die vermeintlich einfache Lösungen anbieten. Doch die „NoNames“ wissen: „Vom Wiederhole` werde` die Parole a net bessa, beschränkt bleibt ihr Horizont.“
Und eben auch besagtes „Dusche` is schee“, ein Lied zum Wasser- und Energiesparen angesichts der Klima- und Energiekrise. So schön, wie das Duschen auch sein mag, am Ende heißt es für die „NoNames“ „Drum bleib isch dreckisch un` rett` die Welt“.

Eins war am Ende jedenfalls klar: Die Frauen können alle singen - und wie. Sie haben gute Stimmen, benutzen diese oft auch mehrstimmig und sind dabei wunderbar witzig und authentisch. Was sie an diesem Abend vor dem begeisterten Publikum ganz fabelhaft unter Beweis stellten. Und noch eins wurde klar an diesem Abend. Dass nämlich das eigentlich eher „ernste“ Thema Hospiz und das Thema Humor sehr gut zusammenpassen und beide sich nicht ausschließen.

21.11.23

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