18.05.2022

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Planung ist noch kein Startschuss für den Bau


(Foto: Hubert Richter)

(hr) Einen Beschluss zur Zukunft des Eberbacher Hallenbads fasste gestern Abend der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung: Ein Neubau soll zumindest mal geplant werden.

Das Hallenbad aus dem Jahr 1973 ist bereits seit einigen Jahren wegen seines sanierungsbedürftigen Zustands in der Diskussion. Da die Unwägbarkeiten und finanziellen Risiken einer Sanierung mittlerweile mehrheitlich als zu groß angesehen werden, beauftragte der Gemeinderat nun die Verwaltung, einen “Generalplaner” für die Planung “und die Durchführung der dafür erforderlichen Baumaßnahmen” auszuwählen und das Ergebnis dann dem Gemeinderat zur Vergabeentscheidung vorzulegen. Geplant werden soll der Neubau auf dem Gelände des Bebauungsplans “Sport- und Erholungsgebiet Au”. Der genaue Standort ist aber wohl noch offen. Art und Umfang der Planung soll sich am bestehenden Hallenbad orientieren mit der Option, ein Multifunktionsbecken anbauen zu können. Ausgewählt werden soll das Planungsbüro in einem so genannten “Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb”.

Für Bürgermeister Peter Reichert bedeutet dieser Beschluss noch nicht den Startschuss für einen Hallenbad-Neubau, wie er betonte. Man wolle vor allem gerüstet sein für den Fall, dass ein Förderprogramm von Land oder Bund kommt. Denn dann müsse man möglicherweise schnell reagieren können. Außerdem müsse man bei einer Diskussion um einen Neubau auch wissen, was die Umsetzung kostet. Nach bisher eingeholten Expertenmeinungen rangieren die Neubaukosten zwischen 5 und 10 Millionen Euro.

Peter Wessely und Dr. Dietmar Polzin von der Fraktion der Freien Wähler lehnten die Neubauplanung ab. Wessely führte aus, dass die Stadt sich ein neues Hallenbad schlichtweg nicht werde leisten können. Zudem sei es ungewiss, ob die nun zu erstellende Planung, die allein rund 200.000 Euro kosten soll, zu einem möglichen Förderprogramm überhaupt passen werde. Polzin schlug vor, dass man erst einmal die finanzielle Machbarkeit einer 10-Millionen-Investition prüfen solle, bevor man das Geld für eine Planung ausgebe. Alle anderen anwesenden Ratsmitglieder - ferienbedingt war das Gremium gestern deutlich kleiner als sonst - stimmten dem Planungsvorschlag zu.

28.02.20

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