18.05.2022

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Naherholungsgebiet mitten in der Stadt soll weiterentwickelt werden


Unten der Verlauf des von der Stadtförsterei vorgestellten Fußpfads mit Sichtschneise ins Neckartal. (Fotos/Repro: Claudia Richter)

(cr) Mit der Weiterentwicklung des Ohrsbergs als grüne Insel mitten in Eberbach beschäftigte sich am Donnerstag, 26. November, der Eberbacher Gemeinderat in öffentlicher Sitzung.

Der ehemalige Umlaufberg des Neckars, um den herum sich die Stadt in den letzten 100 Jahren ausgedehnt hat, stellt nicht nur eine geologische und landschaftsgeschichtliche Besonderheit Eberbachs dar, sondern er wird auch seit vielen Jahrzehnten für die Naherholung der Eberbacher und ihrer Gäste genutzt - mit unterschiedlicher Intensität. Im Jahr 1970 - also vor 50 Jahren - wurde auf dem Gipfel des Ohrsbergs der seither beliebte Aussichtsturm gebaut, fast ein heimliches Wahrzeichen Eberbachs.

Im Jahr 2018 wurde das Planungsbüro Plessing aus Heidelberg mit der Erarbeitung eines Grünrahmenplans für den Ohrsberg beauftragt. Klemens Bernecker vom städtischen Umweltamt stellte den Entwurf des Grünrahmenplans im Gemeinderat vor, der auf 61 Seiten eine Fülle von Maßnahmenvorschlägen enthält (u.a. Spiel- und Infostationen, Kunst im Wald, Sitzmöglichkeiten, Waldrefugium). Ziel der Planung sei es, die Attraktivität des Ohrsbergs aufzuwerten, ohne seine ökologische Wertigkeit zu vernachlässigen, so die Stadtverwaltung. Der Biotopwert des Ohrsbergs solle gesichert und entwickelt werden. Außerdem sollen die vorhandene Infrastruktur verbessert und ein Rundweg zur Freizeiterschließung hergestellt werden. Bernecker legte zu dem Planwerk eine eigene Stellungnahme mit 46 Seiten vor.
Eine weitere Stellungnahme stammt von der Stadtförsterei und betrifft den im Plangebiet gelegenen Waldbereich auf dem Ohrsberg. Der zuständige Revierförster Hubert Richter erläuterte, dass ein für die Pflege und Bewirtschaftung hilfreicher Rundweg im oberen Waldbereich des Ohrsbergs an den zersplitterten Besitzverhältnissen scheitere. Alternativ stellte er aber als machbare “Minimallösung” einen rund 500 Meter langen Fußpfad vom Panoramaweg oberhalb “Wolfsacker” hinauf auf den Grat des Ohrsbergs und von dort weiter bis zum Turm vor. Der Pfad sei auf städtischen Waldflächen bereits provisorisch angelegt worden und durchgängig begehbar, allerdings nicht barrierefrei. An dem Pfad gibt es ein kleines Plateau zum Ausruhen mit einer Sichtschneise nach Westen ins Neckartal (Bild unten rechts). Nachdem das Einverständnis angrenzender Privatbesitzer schon abgefragt worden sei, könnte dieser Pfad nun offiziell ausgewiesen werden, so Richter. Damit sei nun erstmals eine Erschließung im südwestlichen Bereich des Ohrsbergs erreicht, als Ergänzung zum Panoramaweg mit seinen Zugängen von der Güterbahnhofstraße, vom Friedhof, vom Neuen Weg und vom Jahnplatz/Kerfenwiesen.

Der Gemeinderat stimmte einhellig dem Entwurf des Grünrahmenplans und den beiden Stellungnahmen zu und beschloss zu Fortführung des Verfahrens die öffentliche Auslegung der drei Dokumente mit Beteiligung der Öffentlichkeit, Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange.

05.12.20

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