02.03.2024

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Infos ĂŒber die nachtaktive Bechsteinfledermaus


(Foto: Naturpark/Heinz)

(hr) (npno) Unter dem Titel “JĂ€ger der Nacht - Die Bechsteinfledermaus” ist ab morgen, 2. Oktober, bis zum 11. Dezember eine Wanderausstellung im Naturparkzentrum in Eberbach bei freiem Eintritt zu sehen.

Die Schau im ThalheimÂŽschen Haus in der Kellereistraße greift die wichtigsten Informationen rund um die Bechsteinfledermaus und das Projekt „Die Verantwortungsart Bechsteinfledermaus“ auf und erklĂ€rt sie interaktiv – ideal fĂŒr Kinder. Neben informativen Texten gibt es fĂŒr die kleinen Besucher ein SitzwĂŒrfelpuzzle mit verschiedenen Motiven der Bechsteinfledermaus sowie eine Fotowand, bei der sich jeder schnell zu einer Bechsteinfledermaus verwandeln und sich fotografieren lassen kann. Ein Highlight der Ausstellung ist eine Vitrine zur PrĂ€sentation von FledermausprĂ€paraten. Die PrĂ€parate wurden aus gefundenen toten FledermĂ€usen in filigraner Feinarbeit zusammengesetzt. Wie eine Bechsteinfledermaus-Kolonie aussehen könnte, wird mit dem Modell der Wochenstube gezeigt, in dem gleichzeitig ein Audiomodul integriert ist. Nach Knopfdruck können die Rufe verschiedener Fledermausarten abgehört werden.
Wer die Ausstellung aufmerksam betrachtet, erfĂ€hrt ganz viel ĂŒber Lebenszyklen und Verbreitung der Bechsteinfledermaus: Mit einer FlĂŒgelspannweite von 25 bis 30 Zentimetern und einem Gewicht zwischen 7 und 12 Gramm gehört sie zu den mittelgroßen heimischen Fledermausarten. Sie ist ein ortstreuer "Waldgeist" und jagt nur bei völliger Dunkelheit. Es muss unter dem BlĂ€tterdach des Waldes schon stockfinster sein, bevor eine Bechsteinfledermaus aus ihrem Tagesschlafquartier zur nĂ€chtlichen Insektenjagd ausfliegt. Ortstreue wird der Art attestiert, da BechsteinfledermĂ€use sehr standorttreu und wenig wanderfreudig sind. Die weiteste bisher ermittelte Wanderstrecke wird mit 35 Kilometern angegeben. Im Umkehrschluss fehlt es der Art aus diesem Grund an Ausbreitungspotential. Idealer Lebensraum der Bechsteinfledermaus ist ein reich strukturierter, naturnah bewirtschafteter Laubmischwald. Als echte WaldfledermĂ€use leben sie in grĂ¶ĂŸeren oder kleineren, möglichst feuchten Eichen-BuchenwĂ€ldern, seltener werden sie in ParkwĂ€ldern oder Streuobstwiesen gefunden. Die ErklĂ€rung der Bechsteinfledermaus als "Waldzielart" in Baden-WĂŒrttemberg bewirkt, dass man ihre LebensraumansprĂŒche dort bei der Waldbewirtschaftung in besonderem Maße berĂŒcksichtigt. Auch wenn sie in Mitteleuropa vom Kaukasus bis in die PyrenĂ€en relativ weit verbreitet vorkommt, ist sie nirgendwo hĂ€ufig. GrĂ¶ĂŸere stabile Vorkommen der BechsteinfledermĂ€use finden sich in Deutschland vor allem in Nordbayern, Baden-WĂŒrttemberg und Hessen. FĂŒr eine der wenigen einheimischen Fledermausarten mit Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland tragen hier alle Akteure in Naturschutz und Forstwirtschaft eine besondere nationale Verantwortung. Dieser wird man durch den Erhalt und Ausbau naturnaher, reich strukturierter LaubwĂ€lder mit ausreichenden Schutzzonen gerecht.

Die Bechsteinfledermaus-Ausstellung ist im Naturparkzentrum in Eberbach vom 2. Oktober bis 11. Dezember zu sehen (dienstags, mittwochs, donnerstags 14 bis 16.30 Uhr, sonntags/feiertags 14 bis 17 Uhr). Eine feierliche Eröffnung und EinfĂŒhrung gibt es am 4. Oktober um 18 Uhr mit einem Vortrag von Ramona Divivier, Biogeografin und NaturparkfĂŒhrerin im Naturpark Rhein-Taunus, wo die Ausstellung ursprĂŒnglich konzipiert wurde. Der Naturpark Neckartal-Odenwald bittet dazu um Anmeldung per E-Mail (s.u.). Die Wechselausstellung wurde mit Fördermitteln des Bundesministeriums fĂŒr Umwelt und des Bundesamts fĂŒr Naturschutz im Rahmen des Programms Biologische Vielfalt realisiert. Neben individuellen Besuchen sind auch GruppenfĂŒhrungen fĂŒr Groß und Klein möglich. Anmeldungen nimmt Birgit Junker unter untenstehender Mailadresse entgegen.

E-Mail-Kontakt: buero@np-no.de

01.10.22

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