07.12.2023

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Dank fĂŒr den großen Einsatz - Dreimal Silber, einmal Gold


Drei Verdienstmedaillen in Silber und eine in Gold wurden bei der DRK-Kreisversammlung in Waldkatzenbach verliehen. (Foto: DRK/Braun)

(bro) (sb) Der RĂŒckblick auf ein herausforderndes Jahr sowie Ehrungen fĂŒr besonders engagierte Rotkreuzler prĂ€gten kĂŒrzlich die Kreisversammlung des DRK-Kreisverbands Mosbach im Gemeindehaus in Waldkatzenbach.

PrĂ€sident Gerhard Lauth eröffnete die Versammlung mit GrĂŒĂŸen an die Delegierten und an zahlreiche EhrengĂ€ste, darunter die BĂŒrgermeister Thorsten Weber (Limbach), Jens Wittmann (Fahrenbach), der zugleich PrĂ€sidiumsmitglied ist, Mosbachs OB-Stellvertreter Manfred Beuchert, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Michael GenzwĂŒrker, der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des DRK-Kreisverbands Buchen, Steffen Horvath, und Priv.-Doz. Dr. Harald GenzwĂŒrker.

Der Sprecher der Leitenden NotĂ€rzte im Kreis stellte in einem kurzen Grußwort das Projekt „Mobile Retter“ vor, dem man sich im Jahr 2018 angeschlossen habe. Nach coronabedingter Zwangspause sind die mobilen Retter in diesem FrĂŒhjahr mit mehreren Informationsveranstaltungen an die Öffentlichkeit gegangen und haben zahlreiche Mitglieder dazugewonnen. 312 Retter sind es aktuell, die durch eine Mitalarmierung per App bei KreislaufstillstĂ€nden die Zeit bis zum Eintreffen der „Helfer vor Ort“, des Rettungswagens und des Notarztes ĂŒberbrĂŒcken.

Nach dem Totengedenken sprach der PrĂ€sident die großen Herausforderungen des vergangenen Jahres an, beginnend mit der Ukraine-Krise. Lauth lobte den großen Einsatz vieler Ehren- und Hauptamtlichen bei der Ankunft der ersten Busse mit GeflĂŒchteten im MĂ€rz, die zu versorgen und unterzubringen waren.

Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine habe eine weitere Herausforderung, die Energiekrise, gestanden. Steigende Kosten veranlassten den Kreisverband dazu, sĂ€mtliche Verbrauchswerte der Fahrzeuge und GebĂ€ude auf den PrĂŒfstand zu stellen. Parallel dazu habe man ein Projekt „Nachhaltigkeit“ gestartet. Im Hintergrund herrschte dabei immer noch Corona, und hier habe nach wie vor die Devise „Testen, testen, testen“ gegolten, so Lauth. Er erinnerte daran, dass man als eine der ersten Einrichtungen ĂŒberhaupt schon an Weihnachten 2020 erste Tests fĂŒr die Bevölkerung angeboten habe. In den Testzentren erst mit der Stadt Mosbach gemeinsam und dann am Standort Krankenhaus stand man bis MĂ€rz 2023 mit ĂŒber 90.000 Tests fĂŒr die Sicherheit der Bevölkerung.

Danach ging Lauth zum KerngeschĂ€ft ĂŒber und verwies auf einen Jahresumsatz von 27,4 Millionen Euro einschließlich der Seniorenheim Waldbrunn gGmbH, der von 358 BeschĂ€ftigten erwirtschaftet wurde. 41 Auszubildende hatte der Kreisverband 2022. Gerade im Rettungsdienst setze man intensiv auf die Nachwuchsarbeit. KrĂ€ftig investiert wurde in die Fahrzeuge. Nach einer Testphase mit zusĂ€tzlichen Standorten im Sommer kam man zu dem Schluss, dass im Sinne der Einhaltung der Hilfsfristen weitere Rettungswachen unvermeidlich wĂ€ren. Mit dem neuen Rettungsdienstplan sei das Thema zunĂ€chst gestoppt, werde aber wieder aufkommen, war sich Lauth sicher.

Im Schnelldurchlauf berichtete der PrĂ€sident ĂŒber das vielfĂ€ltige Angebot der Sozialen Dienste, wobei gerade im Tafel- und Kleiderladen der Zustrom der GeflĂŒchteten zu hoher Nachfrage fĂŒhrte. Die Übernachtungsmöglichkeiten fĂŒr Obdachlose werden ebenfalls stark in Anspruch genommen. Ein neuer und sehr erfolgreicher Bereich sei die Schulbegleitung, wobei man nicht nur im eigenen, sondern auch in angrenzenden Landkreisen tĂ€tig sei.

Erfreulich sei die aktuell hohe Auslastung im Roedderheim „Luise von Baden“ in Schefflenz ebenso wie im Heim in Waldbrunn. Im letzten Jahr fĂŒhrte Corona zu einigen EinbrĂŒchen, das grĂ¶ĂŸere Probleme sei jedoch dort wie auch im Ambulanten Dienst der FachkrĂ€ftemangel.

Den Bereich der Altkleidersammlung hat das DRK im FrĂŒhjahr 2023 an den Partner Texaid ĂŒbergeben. Man nehme bei der KreisgeschĂ€ftsstelle in der Sulzbacher Straße jedoch weiter gut erhaltene Kleidung entgegen, betonte Lauth. Diese werde im Kleiderladen verkauft – ĂŒber 22.000 Artikel waren es im vergangenen Jahr.

Großes Lob galt den ehrenamtlichen Rettern, die auch in Corona-Zeiten in vielen Bereichen unterwegs waren, in den Testzentren oder bei der Betreuung von GeflĂŒchteten. Die „Helfer-vor-Ort“-Gruppen waren ĂŒber 1.200-mal im Einsatz, die Rettungshundestaffel war bei 22 EinsĂ€tzen gefordert. Als die Veranstaltungen wieder begannen, waren auch verstĂ€rkt wieder SanitĂ€tsdienste zu leisten, die Jugendrotkreuzarbeit lief ebenfalls wieder an. Nicht zuletzt wurden 38 Blutspendeaktionen mit fast 5.000 Blutspendern betreut. Erst-Hilfe-Kurse waren jederzeit gefragt. Der PrĂ€sident schloss seinen Bericht mit einem großen Dankeschön an alle Ehrenamtlichen, Fördermitglieder, Sponsoren und Gönner.

Schatzmeister Michael KrÀhmer stellte die Einnahmen und Ausgaben des Kreisverbands vor und verwies auf den Gesamtertrag von 282.300 Euro. Ein kritischer Blick galt steigenden Personal-, Sach- und Energiekosten. Das Ergebnis sei aber insgesamt zufriedenstellend.

Es folgte ein kurzer, positiver Bericht der WirtschaftsprĂŒfer von OT-audit GmbH WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft, vorgestellt von Dirk MĂŒller, und auf Antrag von Thorsten Weber die einstimmige Entlastung des PrĂ€sidiums. Zuvor hatte Limbachs BĂŒrgermeister fĂŒr den Einsatz der Rotkreuzler im vergangenen, wiederum schwierigen Jahr gedankt. Seine Hoffnung war, dass es irgendwann einmal wieder „ruhiger und normaler“ werde. Gerhard Lauth dankte im Namen des PrĂ€sidiums fĂŒr das Vertrauen und betonte, es mache weiterhin Spaß, fĂŒr die große Aufgabe DRK da zu sein. In der Tagesordnung voranschreitend wurde als WirtschaftsprĂŒfer fĂŒr 2023 wiederum die OT audit vorgeschlagen und einstimmig gewĂ€hlt.

Danach bat Gerhard Lauth die zu Ehrenden nacheinander zu sich auf die BĂŒhne und ĂŒberreichte Medaillen und Urkunden, verbunden mit Worten der Anerkennung fĂŒr die jeweiligen Leistungen. Er begann mit Nadja Roos, der Leiterin der Rettungshundestaffel. Sie habe die Gruppe in unruhigen Zeiten ĂŒbernommen und stabilisiert, die im Landesverband sehr geachtet sei. Sie habe einen Mantrailer implementiert und sei aktuell beteiligt beim Aufbau des neuen Angebots einer Therapiehundegruppe. „Klasse Arbeit“, fasste Lauth zusammen und ĂŒberreichte unter dem Beifall der Zuhörer die Verdienstmedaille in Silber samt Urkunde. Jonas Barginde, stellvertretender Wachenleiter der Rettungswache Mosbach, Disponent in der Rettungsleitstelle und stellvertretender Bereitschaftsleiter im Ortsverein Mosbach erhielt ebenfalls die Medaille in Silber. Gerhard Lauth wĂŒrdigte seinen Einsatz beim Thema Funk. Barginde sei wesentliche StĂŒtze dabei, dass man auch im Ehrenamt digital funken könne, wenn die Rettungsleitstelle auf Digitalfunk umstelle. Die dritte Silbermedaille erhielt Adrian Kautzmann, ebenfalls stellvertretender Bereitschaftsleiter im Ortsverein Mosbach. Er kĂŒmmere sich unter anderem um die Besetzung und DurchfĂŒhrung von SanitĂ€tsdiensten, was einen sehr hohen Zeit- und Arbeitseinsatz bedeute. Weiter bringe er sich auf Kreisverbandsebene auch im Bevölkerungsschutz ein. Die Verdienstmedaille in Gold ĂŒberreichte Lauth an „Mister Rotkreuz“ Dieter Kautzmann. Er sei „seit mindestens 50 Jahren aktiv beim DRK“, ist seit 2006 Rotkreuzbeauftragter im Kreisverband, war stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter und ist stellvertretender Vorsitzender im Ortsverein Mosbach, so der PrĂ€sident, der unter Beifall zu der „großartigen Auszeichnung“ gratulierte. Kautzmann hat fast alle Auszeichnungen, die man im Roten Kreuz erhalten kann, vom Fluthelferorden ĂŒber die Ehrennadel bis hin zum Ehrenzeichen des DRK, der höchsten Auszeichnung des Bundesverbands. Alle jetzt Geehrten waren bereits im Mai fĂŒr ihren Einsatz in der Corona-Zeit beziehungsweise in der Ahrtal-Katastrophe ausgezeichnet worden.

Nach den Ehrungen gab es ein „kollegiales Dankeswort des PrĂ€sidiums“ von Kreisverbands-Justiziar Volker FĂŒtterer an den PrĂ€sidenten. So wie er an diesem Abend mit Begeisterung, Charme, Witz sowie Engagement durch die Versammlung gefĂŒhrt habe, so habe er in den zurĂŒckliegenden GeschĂ€ftsjahren des Verbands auch gehandelt – „erfolgreich“ gehandelt, betonte FĂŒtterer. Man hoffe, dass Lauth noch viele Jahre auf ehrenamtlicher Basis tĂ€tig sein werde. An Brigitte Lauth ĂŒberreichte der Justiziar einen Blumenstrauß.

Mit einem Dank an Volker FĂŒtterer und an den gastgebenden DRK-Ortsverein Waldbrunn, an alle Teilnehmer sowie an die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter leitete der PrĂ€sident zum gemeinsamen Abendessen und gemĂŒtlichen Beisammensein ĂŒber.

10.07.23

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