WERBUNG


Volksbank Neckartal

Gelita

Sparkasse Neckartal-Odenwald

KSR Kuebler

Werben im EBERBACH-CHANNEL

www.EBERBACH-CHANNEL.de / OMANO.de
Mittwoch, 22. November 2017
              
Das Wetter in: 
EBERBACH
 STARTSEITE  |  VIDEOS  |  TERMINE  |  FORUM  |  ANZEIGENMARKT 

Diskussionsforum

Hinweise
Übersicht   |  Antworten   |  Neues Thema
Betreff: Windkraft in Eberbach
Autor: Tonio Kröger (13.03.2015 21:39)

Eberbach ist schon ein Phänomen, hier gruppieren sich die Windkraft-Befürworter und nicht die Windkraft-Gegner.

Wahrscheinlich geht man davon aus, dass die Mehrheit der Bevölkerung GEGEN die Windkraft in Eberbach ist?

Interessant ist schon, dass die AGL, allen voran der Vorsitzende, in ihrem Wahlprogramm auf Transparenz gepocht und sich selber
vorne 'rum immer auf den Standort Hebert festlegt hat und die IWE nun als Türöffner für die gesamte Gemarkung Eberbach dient! Die IWE bzw. die AGL hält sich hier jetzt doch alle Windkraft-Standorte offen. Interessant. Vereppelung der Wähler?

Was ist hier überhaupt noch grün? Da ist ja selbst die Eberbacher CDU grüner, die bauen wenigstens Insektenhotels!

Interessant ist, dass der IWE die Wirtschaftlichkeit, laut Artikel in der Eberbacher Zeitung, auch egal ist. Spätestens jetzt sollte jeder Eberbacher stutzig werden! Hier werden Wälder abgeholzt, wird Lebensraum zerstört für was bitte? Dass sich die AGL bzw. die IWE zu Lebzeiten ein Denkmal setzen kann?

Liebe Eberbacher, macht doch bitte die Augen auf! Hier will auch die Energieberaterin der AGL ihr Geld verdienen. Hier geht es nicht um Eberbach, hier will die AGL auf Teufel komm 'raus die ach so grüne Landespolitik durchsetzen.

Gemeinderatssitzung vor einigen Wochen, gab Herr Emig von der Stadtverwaltung, die Windhöffigkeit für den Hebert preis. Fazit: Wirtschaftlichkeit ausgeschlossen!

Liebe IWE, den Kreditgebenden Banken ist die Wirtschaftlichkeit nicht egal! Die wollen Fakten! In welchem Wolkenkuckucksheim leben Sie eigentlich?

Ich lache mich schlapp, wenn im Artikel davon die Rede ist, dass der BUND ebenso bei der Gründung der IWE verteten war... Das hat wohl Alibi-Charakter, denn die angebliche BUND-Vertretung ist AGL-Mitglied und eine der letzten BUND -Mitglieder in Eberbach!

Das ist alles so fadenscheinig und definitiv nicht ernst zu nehmen. Liebe Eberbacher seid vorsichtig, auch bei der bevorstehenden Bürgerbefragung zum Thema Windkraft auf dem Hebert.

Ist das überhaupt Rechtens? Welches politische Mandat kommt hier zum Tragen? Wie können Manipulationen der Fragebögen ausgeschlossen werden?

 
Antwort von Andreas Krauch (14.03.2015 22:34)

Hallo Tonio ...

....und ich dachte schon , dass mit den Windrädern geht sang und klanglos über die Bühne , in Eberbach.
Sehr treffend Ihre Bemerkungen auch über die , an diesem Abend zurecht geforderten Windhöffigkeit Messungen zur Wirtschaftlichkeit dieser Windräder an den geplanten Standorten.
Wir - die Nachbarn von Eberbach achten mit Argus Augen darauf was bei Euch passiert - und wir helfen gerne wenn " moderner Ablasshandel " über Vernunft droht zu dominieren.
www.Gegenwind-Beerfelden.Rothenberg.de

Antwort von Peter Grambitter AGL (15.03.2015 14:17)

Sehr geehrter Tonio Kröger (netter Nick übrigens),

aus Sicht der AGL werfen Sie da einiges durcheinander:

- Die IWE hat sich auf Ihrer Gründungsversammlung unabhängig von den Wahlaussagen der AGL ein eigenes Statut gegeben. Dieses wurde von den Gründungsmitgliedern verabschiedet. Dass AGL-Mitglieder zu dieser Initiative gestoßen sind, ist nur konsequent und natürlich, im Übrigen jedoch jedem selbst überlassen.
Die Mitgliedschaft der IWE setzt sich aus Bürgerinnen und Bürgern zusammen, die aus verschiedenen Parteien kommen oder völlig neutral sind.

- Die Ziele der IWE sind keine gremienpolitischen, im Gegensatz zu denen der AGL. Sie definiert ihre Ziele in eigener Freiheit und sieht offenbar laut ihres Statuts die Fragen von Standort und Wirtschaftlichkeit nicht im Fokus ihrer Aktivitäten, welche vielmehr auf eine neutrale unvoreingenommene Information der Bürgerinnen und Bürger mit dem Ziel der Akzeptanz abheben.
Von daher kann auch keine Rede davon sein, dass Wahlaussagen der AGL verletzt oder verraten wurden. Die AGL hat andere Ziele, die sich an der Machbarkeit und Durchsetzung in den Gremien orientiert. Dazu gehören freilich Aussagen zu Standort und Wirtschaftlichkeit.

- Der Vorwurf bezüglich der beruflichen Tätigkeit von Frau (....) ist einfach nur infam im Lichte dieser getrennten Aktivitäten und ist darüber hinaus nicht weiter kommentierbar.

Die IWE ist im Gegensatz zur AGL keine politische Gruppierung, sondern wie der Name schon sagt eine Initiative, die sich als Gruppierung von Bürgerinnen und Bürgern für den Bau von Windenergieanlagen auf Eberbacher Gemarkung und für eine umfassende Information darüber einsetzt.

Setzen Sie also bitte nicht die AGL mit der IWE gleich. Ihre alles vermischende und verwischende Argumentation ist deutlich zu kurz gegriffen - trop court quasi.

Antwort von Peter Steiner (15.03.2015 19:38)

nun beginnt einmal ein Thread mit ohne Pseudonyme. Sehr gut. Hierzu meinen Dank und auch meine Hochachtung.

Auch bei uns kommt der Strom aus der Steckdose. Nun aber interessiert es mich schon, wie dieser Strom produziert wird und auch, wer die Kohle damit verdient.

Zunächst ist es mir lieber, das Geld meiner Stromzahlung geht in regionale Unternehmen und nicht in irgendwelche internationale Konzerne. Am schönsten wäre es, diese Einkünfte aus der Stromlieferung gingen nach Eberbach.

Das Allertollste wäre, mein Stromverbrauch würde aus regenerativer Energieerzeugung bestehen, dessen Vergütung nach Eberbach fließen würde.

Mein Wunsch ist also: dezentrale Energieversorgung mittels ökologisch erzeugtem Strom.

Sicherlich sollte eine Wirtschaftlichkeit mit zur Grundlage gemacht werden. Soweit ich recherchieren konnte, wurde diese Berechnung noch nicht abgeschlossen. Bevor ich mir diesbezüglich ein Urteil erlaube, übe ich mich also sinnvollerweise in Geduld. Sicher gibt es auf beiden Seiten, Befürworter und Gegner, sehr kluge Menschen, die auch ohne eine unabhängige Bewertung schon im Voraus alles wissen. Jedoch sind diese Fachleute für mich nicht relevant.

Die Entscheidung hin zu einer "Energiewende" ist nicht von den Grünen oder gar AGL politisch durchgesetzt worden, sondern von Frau Bundeskanzlerin Merkel höchstpersönlich (ich könnte hierfür knutschen). Insofern sind diesbezügliche Angriffe auf die AGL völlig unsinnig.

Insofern freue ich mich auf weitere Schritte zur Erkundung und hoffe auf entsprechende Informationen mit klaren Ergebnissen und vielleicht eine Umsetzung hin zur Dezentralisierung durch regenerative Energie.

Antwort von Buerger (15.03.2015 19:43)

Eine Anmerkung:

Der BUND hat durchaus auch wirtschaftliche Interessen an Windkraft, dazu gibt es viele Zeitungsartikel.

Frage:

Wenn die Wirtschaftlichkeit nicht erreicht wird, warum dann Windkraft in Eberbach? Mit belastbarem Konzept wären sicherlich fast alle Eberbacher dabei.

Antwort von Michael Hahl (15.03.2015 20:52)

"... Aktivitäten, welche vielmehr auf eine neutrale unvoreingenommene Information der Bürgerinnen und Bürger mit dem Ziel der Akzeptanz abheben ..." - Das verstehe ich jetzt nicht. Auf dem Poster zur Gründungsveranstaltung der IWE heißt es: "Bürger sind für Windenergie in Eberbach mit Bürgerbeteiligung ... Sie auch? ... Kommen Sie zur ersten öffentlichen Versammlung" Wie passt diese Anrede, die sich nach meinem Leseverständnis eindeutig an Befürworter der WE wendet mit der Aussage zusammen, man wolle eine "neutrale unvoreingenommene Information der Bprgerinnen und Bürger"? Wie soll denn mit diesem vorgegebenen Ziel "Neutralität" gewährleistet werden?

Des Weiteren finde ich es ebenfalls nicht wirklich nachvollziehbar, den Wirtschaftlichkeitsaspekt außen vor zu lassen, wenn es darum gehen soll, MItbewohner im Rahmen einer Bürgerenergiegenossenschaft für angedachte Eberbacher WEA zu gewinnen. Nun, das muss aber nicht mein Problem sein, sondern wäre dann wohl eines der potenziellen eG`ler.

Antwort von Kenner (15.03.2015 21:34)

Willkommen in Eberbach!
Und ich dachte schon, hier gibt es keine von Großkonzernen gesteuerten Auswärtige, die sich zwar nicht auskennen aber unter schlechten Pseudonymen ihre Unwissenheit hinter Möchtegernwissens-Parolen verstecken. Sie sind sogar hier in Eberbach angekommen.
Schade, dass ihre schlichten, unqualifizierten Standardhetzparolen, die sie in allen Städten verbreiten (dürfen) nicht gelöscht werden. Aber egal, hier in Eberbach gibt es viele klug denkende Menschen.

Antwort von Befürworter (15.03.2015 21:42)

@Tonio Kröger
Was ist daran so verwunderlich, dass es in Eberbach eine Bürgerinitiative pro Windenergie gibt. Die IWE will die Bevölkerung sachlich über die Windenergienutzung informieren und keineswegs Windkraftgegnern das Informationsmonopol überlassen, insbesondere dann nicht, wenn das so haltlos, emotional und diffamieren wie in Ihrem Beitrag geschieht.
Windenergie ist eine Energiequelle, die im Gegensatz zu Kohlekraftwerken auf umweltfreundliche Art Energie erzeugt, ohne Schadstoffe und das klimaschädliche CO2. Auch sollten Sie sich mal im Rheinland bzw. in Thüringen und Sachsenanhalt den Braunkohleabbau ansehen. Dort werden ganze Landstriche inklusive der dort befindlichen Dörfer umgegraben. Die Steinkohle beziehen wir aus Ländern, in denen es in den Kohlegruben unzureichende Sicherheitsstandards gibt und jährlich Bergleute umkommen, wie gerade vor wenigen Tagen in der Ukraine. Auf die Kernenergie mit ihrem hohen Risiko der Verstrahlung und der ungeklärten Endlagerung brauche ich nicht näher eingehen. Diese Energieträger müssen durch regenerative Energien, und dazu gehört die Windenergie, abgelöst werden.
Auch werden für die Windräder keine „Wälder abgeholzt“, wie Sie behaupten. Fahren Sie z.B. zum Windpark „Großer Wald“ bei Buchen oder ins Mossautal. Die Fläche, die ein Windrad benötigt, sind ca. 25 x 25 Meter. Von „Abholzen der Wälder“ bzw. „der Zerstörung des Lebensraums“ kann also keine Rede sein.
Auch Ihr Fazit in Bezug auf die Windhöffigkeit auf dem Hebert ist völlig falsch. Die dort ein halbes Jahr gemessene Windstärke beträgt im Mittel 6,7 m/sec. Je nach dem örtlich verschiedenen Investitionsbedarf kann mit einer Rentabilität ab 5,6m/sec gerechnet werden. Der Standort Hebert ist, was die Investitionen betrifft, günstig, da dort Straßen und Wege für den Anlieferung bereits existieren und eine Überlandleitung zur Einspeisung genutzt werden könnte.
Völlig haltlos und eine Unverschämtheit ist Ihre Unterstellung, dass die AGL-Stadträtin und Energieberaterin an einem Windpark verdiene. Es ist sehr bedauerlich, dass Sie in die unterste Schublade greifen müssen und völlig haltlose Diffamierungen erfinden um die Windkraft zu diskreditieren.


Antwort von Öko (16.03.2015 09:14)

@ Michael Hahl
Wirtschaftlichkeit von Atom- und Kohlekraftwerken wird durch unzählige Milliarden an Steuergeldern auch noch Jahrzehnte nach Abschaltung dieser sichergestellt. Dies wird Ihnen nur nicht verraten.
Bei gleicher Förderung der Windenergie müsste sich ein Windrad 1x im Jahr kurz mal drehen, um damit bereits gigantische Gewinne einzubringen.

Und zudem: Ich sehe schon, es ist für Sie völlig unvorstellbar, dass es Bürger in Eberbach gibt, die die Vernichtung der Umwelt auch in Eberbach verlangsamen möchten ... und dies als primäres Ziel haben, auch wenn sie damit vielleicht zunächst keine Milliarden verdienen.
Ihnen ist vielleicht nicht bewusst: Geld können Sie und ihre Kinder/Enkel nicht trinken, essen und atmen.

Antwort von MichaelHahl (16.03.2015 09:53)

Dann bleiben wir doch einfach SACHLICH bzw, geben uns Mühe, ab jetzt rein sachlich zu argumentieren!

Mich persönlich würde nun wiederum interessieren, warum man - wenn ich diese Angaben richtig verstehe - für den Hebert eine nur halbjährige Messreihe angibt (trifft das so zu?), die einen schon etwas erstaunlichen Wert von 6,7 m/s ergeben soll. Man kalkuliert üblicherweise mit JAHRES-Durchschnittswerten, zumal es bekanntlich windreichere und windärmere Monate bzw. Jahreszeiten gibt. Daher meine sachliche Frage: Welches ist denn nun der gemessene JAHRES-Durchschnittswert für den Standort Hebert? Oder gibt es noch gar keinen Jahreswert?

Es ist weiterhin in meinen Augen NICHT SACHLICH und fachlich unzutreffend, wenn es in diesem aktuellen Beitrag (von "Befürworter") heißt, es könne bei WEA keine Rede sein von einem "... „Abholzen der Wälder“ bzw. „der Zerstörung des Lebensraums“ ...". - Natürlich sind bei EIngriffen in Waldökosysteme auch Lebensräume und darin lebende Arten betroffen, hier sind vor allem "windkraftrelevante" EU-Vogelarten aufzuführen (bspw. Rot- und Schwarzmilan, Wespenbussard, Schwarzstorch etc.; vom leider weniger geschützten Mäusebussard, dem Schlagopfer No. 1, einmal abgesehen) sowie alle (streng geschützten) Fledermausarten. Durch "Windparks" kann es selbstverständlich zur zerstörung von Lebensräumen = Habitaten kommen; das steht außer Frage. Fraglich ist lediglich, ob und wie man ggf. die Eingriffe in Maßen halten kann - oder nicht kann. Darüber gibt es verschiedene Ansichten und entschieden wird dies bei den naturschutzachlichen Genehmigungsbehörden. Entscheidend dafür sind perfekte naturschutzfachliche Gutachten (die leider in der Realität keineswegs immer so perfekt ausfallen), die insbesondere auch die Flugbahnen betroffener Arten analysieren müssen.

Was die Wälder angeht, da kann man zwar argumentieren, es werden ja "nur" kleine Flächen gerodet. Aber das sollte man sich einmal genauer anschauen: Es werden nicht "nur" die Freiflächen rund um WEA-Standorte benötigt, sondern auch breite Zufahrtstrassen (ja, man schaue sich diese bspw. mal in Mossautal an!). Vor allem aber ist es ja mit den nach Baumaßnahme verbleibenden Freiflächen rund um die einzelnen WEA nicht getan, sondern da, wo "Windparks" in Wäldern entstehen, wird ein Waldökosystem aufgebrochen (fragmentiert) und partiell in eine "Industrielandschaft" umgewandelt (man spricht rein sachlich von "Windenenergie-Industrie", von daher ist dieser Begriff vollkommen gerechtfertigt). Ein "Lebensraum Wald" hört zudem keineswegs über den Wipfeln der Bäume auf, vielmehr wird der unmittelbare Luftraum über Wald von teils streng geschützten Vögeln genutzt.

Im Falle des Projekts "Windpark Markgrafenwald" (mit der Eberbacher Gemarkung Augstel im NW) musste erst ein gemeinnütziger Verein (die Bügereinitiative IHO) den Nachweis erbringen, dass dieser Lebensraum von mehreren EU-Vogelarten intensiv genutzt wird; vier Schwarzstorch-Revierpaare und sieben Wespenbussard-Revierpaare wurden durch das vom Verein in Auftrag gegebene Gutachten nachgewiesen.

Bleiben wir also bitteschön SACHLICH! Dann sollte weder polemisiert noch verharmlost werden! Dann gehören solche Fragen und Informationen wie die hier angerissenen eben auch auf den Tisch. - Eine sachliche Diskussion, die unterschiedliche Themenaspekte aus verschiedenen Blickwinkeln durchleuchtet, und zwar auf ausreichend hohem fachlichem Level, ist immer gut.

Antwort von Peter Stumpf (16.03.2015 10:15)

Sehr geehrter „Tonio Kröger“,
es ist schon eine böswillige Unterstellung, wenn Sie der AGL „Vereppelung der Wähler“ vorwerfen und die versprochene Transparenz anmahnen. Die AGL hat sich als einzige der für den Eberbacher Gemeinderat kandidierenden Parteien vor einem Jahr eindeutig für die Windenergienutzung auf Eberbacher Gemarkung ausgesprochen und ganz im Sinne von mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung einen Bürgerentscheid zum Standort Hebert gefordert. Die AGL hat Wort gehalten und den Bürgerentscheid über den Bau eines Windparks auf dem Hebert im Dezember beantragt. Dass unser Antrag nicht mehrheitsfähig war und daraus entgegen unserer Überzeugung lediglich eine für den Gemeinderat nicht bindende Bürgerbefragung wurde, haben wir nicht zu verantworten. Die Bevölkerung sollte aber die Chance der Bürgerbefragung nutzen um ihre Meinung zu einem Windpark auf dem Hebert zum Ausdruck zu bringen.
Auch kann ich Sie beruhigen, die IWE ist nicht ein Ableger der AGL, sondern ist überparteilich und wenn Sie sich die Mitgliederliste ansehen, arbeiten dort viele parteilose Bürgerinnen und Bürger aber auch Mitglieder aller im GR vertretenen Parteien mit. Näheres dazu hat der AGL-Vorsitzende Peter Grambitter bereits ausgeführt.
Ihre Frage, was da überhaupt noch grün sei (gemeint ist wohl für die Windenergienutzung auf Eberbacher Gemarkung einzutreten), beantworte ich gerne. Die Windenergie ist eine „grüne“ Energie, da sie zu den regenerativen Energien gehört, die unsere hochriskanten Kernkraftwerke und die durch ihren CO2 – Ausstoß für die Erderwärmung mitverantwortlichen Kohlekraftwerke ersetzen sollen. Ihre auf Stimmungsmache angelegten Äußerungen über das Abholzen der Wälder und die Zerstörung des Lebensraums wurden bereits hinreichend kommentiert. Die Energiewende wurde übrigens unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel und allen Parteien im Bundestag beschlossen und von der deutlichen Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen.
Was Ihre Ausführungen zum Thema Wirtschaftlichkeit betrifft, so hat die AGL in ihrem Wahlprogramm zur Kommunalwahl das Kriterium der Wirtschaftlichkeit eines Windparks klar formuliert. Ohne Wirtschaftlichkeit würde sich ohnehin kein Investor für einen Windpark finden und das wurde auf der IWE- Gründungsversammlung auch genauso gesagt. Offensichtlich waren Sie nicht auf der IWE- Mitgliederversammlung, sonst wüssten Sie, dass dort lediglich beschlossen wurde, dass das Kriterium der Wirtschaftlichkeit von Windanlagen nicht in das Statut der IWE aufgenommen werden soll, weil die Wirtschaftlichkeit immer von Rahmenbedingungen, wie z.B. Strompreisen oder gesetzlichen Anforderungen abhängig ist, die sich schnell ändern können. Außerdem seien weitere Kriterien, wie z.B. die Belange des Artenschutzes mindestens so wichtig wie die Frage der Wirtschaftlichkeit.
Im Übrigen ist auch die sogenannte Wirtschaftlichkeit von Kernkraftwerken zu hinterfragen. Es wird immer deutlicher, dass der Abbau der Kernkraftwerke und die Lagerung des hochradioaktiven Materials zum größten Teil vom Steuerzahler bezahlt werden wird. Die dafür gebildeten Rücklagen der 4 AKW Betreiber in Deutschland werden bei Weitem nicht ausreichen und die Konzerne verabschieden sich durch Auslagerung der zukünftigen Gewinnbranchen zunehmend aus der finanziellen Verantwortung.
Ihre völlig haltlosen und frei erfundenen Unterstellungen gegenüber der AGL-Stadträtin sind der Gipfel Ihrer Hetzkampagne gegen die Windenergie und deren Befürworter. Ich wünsche mir eine sachliche Diskussion und keine Schlammschlacht zu diesem Thema.
Peter Stumpf, Fraktionsvorsitzender der AGL

Antwort von Thomas Müller (16.03.2015 21:05)

Das betreffende Windgutachten für die Gemarkung Hebert kann man eigentlich in die Tonne kloppen. Soweit ich mich erinnern kann, wurde dieses Gutachten von der Firma Anemos - Jacob erstellt. Der Messaufbau war in der Tat maximal ein halbes Jahr direkt unter der Hochspannungsleitung der Rockenauer Staustufe auf dem Hebert aufgebaut. Gemessen wurde im Winterhalbjahr ( da waren die Werte sicherlich besser als im Sommer ). Um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen, müsste ein Gutachten erstellt werden, das einen Zeitraum von mindestens einem Jahr abdeckt. Die Werte müssten in der tatsächlichen Höhe der WKA abgenommen werden, und nicht 4 Meter über dem Boden.......
Wie die bei diesem Aufbau angeblich auf einen Wert von 6,7 Metern kommen, ist mir auch ein Rätsel.

Antwort von Jens Thomson (16.03.2015 21:48)

Mein Name ist Jens Thomson. Ich bin der Sprecher der letzte Woche neu gegründeten Initiative Windenergie für Eberbach IWE.

Da wir hier angegriffen wurden, möchten wir uns kurz vorstellen.

Viele interessierte Bürger Eberbachs haben spontan die IWE gegründet, zunächst einmal mit dem Ziel, in den nächsten Wochen und Monaten über Windenergie zu informieren ... und zwar sachlich und fachlich über das Thema Windenergie an sich und über Windenergie in der Umgebung von Eberbach speziell.

Wir wissen, dass sich einige Bürger unsicher über Windenergie sind, vor allem wegen der bisher spärlichen Informationen in Eberbach.

Wir werden deshalb mehrere Informationsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themengebieten anbieten. Wir wollen dabei keine Meinungen beeinflussen, sondern wir wollen sachlich und korrekt über die aktuelle Faktenlage informieren.
Also kompetent informieren.
Wir werden u.a. Spezialisten einladen, die Windräder in ähnlichen Gemeinden wie Eberbach mit Bürgerbeteiligung erfolgreich geplant und errichtet haben, sich also mit dem Thema auskennen und dabei vieles erlebt haben. Diese Spezialisten haben, um nur ein Beispiel zu nennen, z. B. jahrzehntelange Erfahrung mit Windrädern, mit Beteiligung der Bürger, in unserer direkten Umgebung.
Diese Erfahrungen sollten wir in Eberbach kennen, vielleicht können wir davon profitieren.

Wir von der IWE sind erst am Anfang unserer Initiative, haben aber schon viele positive Rückmeldungen aus unterschiedlichen Richtungen erhalten. Vielen Dank dafür, das tut gut, das weiß jeder, der etwas ehrenamtlich tut.

Wir würden uns sehr wünschen und uns sehr darüber freuen, wenn viele Bürger Eberbachs unser interessantes breitgefächertes Informations-Angebot annehmen, nutzen oder einfach mal neugierig zu einer der Veranstaltungen in den nächsten Wochen vorbeikommen.

Bei Fragen und Ideen sprechen Sie uns gerne auch direkt an.

Jens Thomson
Sprecher der IWE
Erste Infos im Internet: IW-Eberbach.de

Antwort von hoschpes (18.03.2015 16:38)

Ich muss dem Eingangsposting von Tonio Kröger recht geben – Eberbach scheint zumindest umweltpolitisch ein besonderes Pflaster zu sein. Die immer offensichtlicher auftretenden Widersprüche der von oben verordneten Energiewende finden bundesweit ihren Ausdruck in Bürgerinitiativen GEGEN den Ausbau der Windkraft, und in Eberbach gehen die Uhren der Erkenntnis anders herum. Anscheinend praktiziert diese „Initiative Windenergie für Eberbach“ (IWE) im Kleinen das, was die Bundesregierung im Weltmaßstab vertritt: Am deutschen (Energie-) Wesen soll die Welt genesen. Nur ist es mal so, dass der Rest der Welt es partout nicht einsehen will, dass die Deutschen die energiepolitische Weisheit mit dem Löffel gegessen haben sollen und baut unbeeindruckt weiterhin Kraftwerke der verschiedensten Art. Einfach nur ein Mangel an Information? Ein Missstand, den die IWE mit Veranstaltungen begegnen will. „Information“- klingt wertfrei nach Neutralität. Dürfen bei diesen Veranstaltungen denn auch Gegner der Windenergieanlagen (WEA) vortragen? Es sei die Frage erlaubt: Was ist eine „Information“ wert, wenn der Informierende eine eindeutige Haltung zum Objekt der Information hat? – Hm, mal drüber nachdenken, empfehle ich den Eberbacher Bürgern, wenn es dann zur Befragung kommt.

In den bisherigen postings geht es vor allem um die Wirtschaftlichkeit von WEAn. Dazu fällt mir spontan die Vorhersage des GRÜNEN-Funktionärs JürgenTrittin ein, dass die Energiewende dem Bürger ungefähr den Gegenwert einer Eiskugel kosten wird. Wie groß die Eiskugel inzwischen ist, kann jeder an seiner Stromrechnung ablesen. Aber unbestritten – es gibt ein paar wenige, die sich jetzt dank EEG-Subventionswahn ganz ganz große Eiskugeln leisten können. Für diese Investoren ist die „Wirtschaftlichkeit“ voll aufgegangen. Auch wenn die IWE den Köder einer (finanziellen) Bürgerbeteiligung an den geplanten WEAn auslegt… – beteiligen kann sich nur derjenige, der den einen oder anderen oder noch ganz viel andere Tausender übrig hat. Investieren können wenige – bezahlen müssen alle. Das nennt man Umverteilung von unten nach oben. - Aber das nur nebenbei.

Es geht mir hier nicht um Wirtschaftlichkeit, nicht um geschredderte Vögel, nicht um Infraschall, nicht um geplatzte Lungen von Fledermäusen, und nicht um die 800 Tonnen Beton und Stahl, die pro Windrad in den Waldboden gepumpt werden müssen. Es geht mir hier um den Missbrauch einer Landschaft, um die Verschandelung einer Topographie, um die Natur als Selbstbedienungsladen. Es geht mir um den Ausverkauf unserer Heimat für wirtschaftliche Interessen. Das gilt für die geplanten Windräder auf dem Hebert, genauso wie für das Greiner Eck oder Planungen in Beerfelden/Rothenberg. Es gilt für den gesamten Odenwald, der langfristig voll verspargelt werden soll.

Bevor beim Stichwort „Heimat“ aus einer leicht akademisch gespeisten intellektuellen Überheblichkeit heraus Schablonen hervorgeholt werden, auf denen “Spießer“, „Vaterland“, „Stammtischniveau“ und „Blasmusik“ stehen, sei denen gesagt, die es betrifft, dass es auch ein Spießbildungsbürgertum gibt. Was dem einen der „Röhrende Hirsch“ über der Couchgarnitur, ist dem anderen der Jade-Buddah auf der Kommode direkt neben dem manufactum-Katalog. Kein Grund überheblich zu werden. (....) Das alleine kann man ja zuhause mit den Ureinwohnern des Odenwaldes machen. Frei nach dem Motto: Zweihundert Jahre Industrialisierung und Durchökonomisierung der Umwelt haben nicht ausgereicht, die Landschaft vollkommen zu verhunzen. Da kommt es jetzt auf 200 m hohe monströse Stahlspargel auch nicht mehr an.

Für den modernen kosmopolitischen Arbeitsnomaden, der mal ein paar Jahre dort, wieder ein paar Jahre woanders lebt und arbeitet, mag es schwer nachvollziehbar sein. Aber es gibt Menschen, die hier geboren werden, hier bleiben, hier ihr Leben verbringen und hier sterben. Ich behaupte mal, es ist weit die Mehrheit in Eberbach oder auch Hirschhorn. Für diese Menschen sind die Berge, Täler, Wälder und Gewässer ein Teil ihrer persönlichen Identität. Es ist „ihr Land“, ganz egal, wer im Katasteramt als Eigentümer eingetragen ist. Vielen ist dies nicht bewusst und wird erst deutlich, wenn sie lange, zu lange, im Urlaub waren und zurückkommen. Vielen ist es bewusst, sie haben einen Lieblingsort, einen Lieblingsausblick in die Landschaft, vielleicht einen vertrauten Baum seit ihrer Kindheit. Es ist ihre Heimat, vertraut wie ihr Wohnzimmer. – Was würde ein Befürworter der WEAn sagen, wenn fremde Menschen kämen und in ihrem Wohnzimmer ein hässliches Stahlobjekt installieren, zusammen mit der Ansage: „Damit lebst du ab jetzt!“.

Wenn da keine Wut aufkäme. Keine Ahnung, wer der Investor der Anlagen auf dem Hebert sein wird, aber auf dem Greiner Eck sind als Investoren gemeldet: Stadtwerke Viernheim und Bad Vilbel. Ich formuliere es mal so wie der einfache Mann oder Frau am -Achtung – Stammtisch es tun würde: „Was erlauben sich diese Kerle überhaupt? Leben über hundert Kilometer entfernt, fahren mit dem Finger über die Landkarte, gucken, wo es einigermaßen bläst, stellen uns die Dinger vor die Nase – und machen sich dann wieder vom Acker.“ – Und tatsächlich, tagtäglich leben mit diesem Anblick, das können „wir“. Denn keiner der Investoren, Planer, Entscheider oder wer auch immer alles mit der Erstellung und Vermarktung der WAEn befasst ist, würde freiwillig in die Nähe dieser Anlagen wohnen wollen, dort ein Haus bauen oder gar dort Urlaub machen. Kleine Nebenbemerkung: wenn der Odenwald erst einmal vollflächig verspargelt ist, dann war es das mit dem Tourismusgebiet Odenwald. Schade um die ganzen Tourismuskonzepte Neckartal-Odenwald. Denn wenn ich einen Nachthimmel voll mit rot blinkenden Warnlichtern mag, kann ich auch in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens Urlaub machen.

Um mal etwas Positives zur IWE zu sagen – sie verstecken sich nicht, sie zeigen Flagge, man kann sie ansprechen. Ähnliches würde ich auch zum Beispiel gerne von den Mitgliedern der Hirschhorner Stadtverordnetenversammlung sehen wollen, quer durch alle Fraktionen. Jeder einzelne sollte öffentlich die „Hand zum Schwur“ heben, mit der Ansage: „Ich bin Hirschhorner und befürworte die Errichtung von Windkraftanlagen in meiner Heimat (Greiner Eck), oder eben nicht!“

Die „Politik“ sollte sich überlegen, ob sie mit dieser Fremdbestimmung über persönlichste Lebensbereiche nicht das Wutbürgertum befördert. Das ist nämlich nicht reserviert für ein einziges gesellschaftliches Lager, das kurioserweise auf die Straße geht, wenn in einer verbauten Großstadt ein paar Bäume für einen Bahnhofsneubau gefällt werden sollen, aber gleichzeitig einen kapitalen landschaftlichen, optischen und ideellen Flurschaden in Kauf nimmt, um Stahlungetüme in die oft noch unberührte Natur zu stellen.

Und ja, ich weiß, der Strom kommt nicht aus der Steckdose. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Antwort von Überzeugter (18.03.2015 21:45)

Sehr geehrter Herr Hahl,
auch mir ist an einer sachlichen Diskussion gelegen und mein Beitrag vom 15.3. war sachlich.
Sie haben Recht, Windanlagen sind zweifelsohne Eingriffe in die Natur, übrigens unabhängig davon, ob sie im Wald oder auf dem Feld in Norddeutschland oder in Süddeutschland stehen. Aber es sind mit Sicherheit geringere Eingriffe als z.B. der Abbau von Braunkohle oder der Betrieb eines Kohlekraftwerks. Es müssen, wie Sie völlig richtig schreiben, naturschutzrechtliche Gutachten erstellt werden. Das ist gesetzlich geregelt und gilt natürlich auch für den möglichen Standort Hebert.
Allerdings bleibe ich dabei, dass von einem „Abholzen“ der Wälder nicht die Rede sein kann. Abholzen der Wälder klingt so, als ob ein Kahlschlag erfolgt, dem ist wie auch Sie einräumen nicht so. Im Gegensatz zu Ihrer Auffassung, im Mossautal seien „Zufahrtstrassen“ in die Wälder geschlagen worden, habe ich mich selbst davon überzeugen können, dass zur Anlieferung der Masten und Rotoren weitgehend die vorhandenen Wege genutzt und diese lediglich etwas verbreitert wurden. Auch auf dem Hebert könnten zum Antransport die Landstraße und vorhandene Waldwege genutzt werden.
Auch der Begriff „Zerstörung des Lebensraums“ ist viel zu allgemein und klingt martialisch. Wie Sie richtig ausführen sind es Eingriffe in den Lebensraum einiger Arten – das klingt ganz anders - und dies muss gutachterlich untersucht werden. Noch stärker als die Begriffe „Abholzen der Wälder“ und „Zerstörung des Lebensraums“ emotionalisiert der von Ihnen in Bezug auf die Erstellung von Windrädern verwendete Begriff, der Wald werde partiell zur “Industrielandschaft“. Mit diesem Wort werden beim Leser Assoziationen zu großen Industrieanlagen z.B. zur Industrielandschaft des Ruhrgebiets in den 60iger und 70iger Jahren ausgelöst. Über Kilometer versiegelte Fläche, rauchende Schlote und Lärm. All dies trifft auf die Windräder aber nicht zu. All die diesbezüglich Zweifel haben, sollten sich z.B. den Windpark oberhalb des Mossautals ansehen.
Sehr geehrter Herr Hahl, wenn Sie Sachlichkeit einfordern, dann bin ich bei Ihnen, aber versuchen Sie dann auch nicht durch Ihre Wortverwendung gegen die Windenergie zu emotionalisieren. Leider wir diese Strategie von Windkraftgegnern immer wieder eingesetzt.

@ Thomas Müller
Noch eine kurze Anmerkung zu Thomas Müller.
Ich habe nicht von einem Windgutachten gesprochen, sondern von Messwerten über ½ Jahr. Diese Messung erfolgte in 140 Meter Höhe per Schall und nicht wie Sie behaupten auf 4 Meter Höhe.

Antwort von Michael Hahl (19.03.2015 12:02)

Sehr geehrter "Überzeugter",
Danke für Ihre Antwort!

Der Begriff "Windenergie-Industrie" ist ein vollkommen übliches Wort für diesen Wirtschaftszweig. Sie finden ihn in Branchenanalysen, Beiträgen zu Unternehmensstrukturen u.v.m. Anders gefragt: Als was möchten Sie denn 200 m hohe Großwindkraftanlagen mit Rotoren, die einen Durchmesser von ca. 120 m Durchmesser haben und sich an den Blattspitzen mit zeitweise weit über 200 km/h drehen, bezeichnet haben?

Es gibt meinerseits keine "Verdrehung" und keine "Emotionalisierung". Ich gebe Fakten wieder. Allerdings sehen wir ja im Windkraft-Diskurs immer wieder, dass Fakten individuell unterschiedlich gewertet werden. Beim "Werten" spielen "Emotionen" sicher auch eine Rolle, zumal wir glücklicherweise nicht allein rationale Wesen sind. Aber von "Emotionalisierung" oder gar "Verdrehung" kann in meinen Beiträgen keine Rede sein.

Bsp. Mossautal: Die Sicht der Dinge ist hier offenkundig kontrovers. Ich persönlich fand das Windkraft-industrialisierte Waldgebiet, das ich zuvor schon gut kannte, erschreckend. Bei mäßigem Wind habe ich die kolossalen Anlagen optisch, akustisch (technisch-industrieller Lärm!) und ökologisch als Fremdkörper im Waldkomplex empfunden. Sie offenbar nicht - in Ordnung.

Nebenbei gefragt: Halten Sie es eigentlich nicth selbst für "emotionalisierend", wenn den kritikern der Windkraft (an inakzeptablen Standorten) immer wieder die vermeintliche Polarität Kohle(Atomkraft vs. Windenergie vorgehalten wird? Oder wenn der nicht minder schlimme Braunkohletagebau herangezogen wird, um die Windenergie in ein schönes Licht zu stellen, weil hier angeblich doch alles viel harmloser sei? Und die Imagekommunikation der Windenergie-Wirtschaftsbranche, die uns immer wieder süße kleine Kinderwindrädchen auf netten Fotos zeigt, die dann quasi kuschelige Symbole für 200 Meter hohe lärmende Stahlkolosse in Wäldern sein sollen - aha, das ist dann als nicht "emotionalisierend"? Auch die Wörtchen "Öko-Strom" und "umweltverträgliche Windkraft" beinhalten keinerlei "emotionalisierende Assoziationen? - Schauen Sie doch einfach mal ein bisschen objektiver hin, ehe Sie Vorwürfe wie "Verdrehung" an mich richten.

Was die Zerstöung der Lebensräume angeht, kommt man nicht drum herum, sich mit tatsächlichen Zahlen von Schlagopfern unter Vögeln (bspw. Autor J. Bellebaum et al. 2014 zum Rotmilan) und vor allem Barotrauma-Opfern unter Fledermäusen (bspw. C. Voigt et al. 2015) auseinanderzusetzen. - Die üblichen naturschutzfachlichen Gutachten (die in vielen Fällen unmittelbar im Auftrag von WEA-Projektierern durchgeführt werden) sind nicht immer ausreichend und manchmal gar nicht belastbar; die Ursachen dafür sind facettenreich; nicht selten spiegeln sie auch einfach eine "Erosion der Artexperten" wieder, oder anders gesagt: Nicht jeder Gutachter beherrscht jede von ihm begutachtete windkraftrelevante Art, auch wenn alle Arten in seinem Leistungsprofil stehen. - Mir jedenfalls wurde 2013/2014 durch diverse Fachrecherchen und Beobachtungen erst intensiv vor Augen geführt, welche Schwachpunkte es gerade auch im Kontext der WE-Planung geben und wie belastend sich das ökologisch auswirken kann. Ich will jetzt n i c h t emotionalisieren, aber ich finde aus der Perspektive des Naturschutzes und einer gesunden Mensch-Umwelt-Beziehung hierbei so manches geradezu schockierend.

Weiter zu Lebensräumen und Landschaftszerstörung: Immerhin gibt es seit den 90er Jahren auch etliche empirische Befragungen, die ermitteln, was wir Menschen (ermittelt über Fragebogen usw., dann statistisch ausgewertet) in jenen Wäldern und Mittelgebirgen suchen, die wir bspw. zum Wandern betreten. Ganz oben auf der Liste stehen: Stille, naturnahe Landschaften usw. Technische Großanlagen werden als negativ empfunden, sie wirken sich als Störelemente in der Landschaftswahrnehmung aus. Auf dieser Basis (bspw. R. Brämer u.v.m.) richtete man seit 20 Jahren bspw. zertifizierte "Premium- oder Qualitätswege" im Wandertourismus ein. Aktuell umgibt die "Erneuerbaren", wozu unter anderem die Windkraft gehört, eine Art Mythos, der sicher durch Fukushima im prinzip zurecht) und durch Klimawandelszenarien genährt wird. Für viele sieht die Sache aber viel zu schlicht aus und stellt sich meiner Einschätzung nach etwas zu naiv dar: Wir wollen keine AKW und keine Kohle, also brauchen wir die Windenergie - das ist eine verbreitete Formel, die aber zu einfach ist und teils erhebliche Schwächen ausblendet. Dass man sich nämlich mit den drzeitigen WE-Ausbauzielen 2020, 2030, 2050 ... gerade bei der Landschaft und Natur stark verbrauchenden Windkraft wiederum ganz neue Probleme schafft, die in kommenden Jahren und Jahrzehnten geradezu katastrophale Folgen für die naturnahen Mittelgebirgslandschaften (sowie für Artenschutz und auch dür menschliche Rekreationsbedürfnisse) haben kann, das wird massiv unterschätzt. - Meine Position dazu: Energiewende ja, aber so nicht! Zwischen den vermeintlichen Polen AKW/Kohle vs. Windenergie müssen bessere Konzepte mit einer Gewichtung anderer regenerativer Energieträger her, die weniger Ressourcen verbrauchen bzw. zerstören als die Windenergie.

Hier gibt es immenss Potenzial für einen Schulterschluss ökologisch denkender Menschen. Die Aufspaltung "grün" gesinnter Denker in Windenergie-Fanaten (das war jetzt "emotionalisierend", Verzeihung!) und Windkraft-Kritiker ist ein bedenklicher Schritt; weitaus besser und zukunftsfähiger wäre es, gemeinsam an wirklich vernünftigen und tatsächlich umwelt- wie naturverträglichen Lösungen zu arbeiten!

So weit mal - viele Grüße!

Antwort von Heimatverbundener (19.03.2015 18:18)

@ hoschpes
Können Sie mal in Ihre philosophischen Überlegungen zum Thema Heimat einbeziehen, ob zur Heimat nicht auch das Erzeugen der in dieser Heimat benötigten Energie gehört. Denn anderswo ist Heimat für die dort lebenden Menschen, warum soll in deren Heimat unsere Energie und noch dazu durch schadstoffemittierende Kohlekraftwerke erzeugt werden? Solche Schadstoffe schädigen in Form des sauren Regens auch unsere heimatlichen Wälder. Ihnen ist sicher der Begriff Waldsterben bekannt. Vor den von Ihnen genannten 200 Jahren haben die Menschen im Odenwald die Energie auch schon aus den eigenen Wäldern entnommen. Damals haben sie damit wesentlich mehr Schäden in den Wäldern angerichtet als das Windräder heute tun.

Antwort von Christina Kunze (19.03.2015 20:49)

Ich frage mich, ehrlich gesagt auch, inwieweit von der "IWE" SACHLICH und NEUTRAL informiert werden soll, wenn es sich um eine PRO-Windkraft-Initiative handelt? Und die Beteiligung am Eberbacher Faschingszug setzte ja schon Zeichen... Windräder am liebsten überall, weil sie so klein, bunt und niedlich sind...

Antwort von Buerger (20.03.2015 09:36)

In jedem Fall muss die Stadt zwei Dinge sicherstellen, wenn Windkraft in Ihrem Einflussbereich rentabel ist: Die Ausschreibung muss den maximalen Ertrag für die Stadt sicher stellen, am Besten durch die Stadtwerke als Betreiber.

Bis dahin ist es natürlich noch ein weiter Weg, wobei man ein paar Windräder am Greiner Eck, am Hebert und einer anderen Stelle noch nicht als geplante Verspargelung des Odenwalds sehen kann. Es bleiben aber viele unklare Fragen, zur Belastung von Mensch und Natur durch Windkraft.

Antwort von hoschpes (20.03.2015 12:27)

@Bürger
Nach Ansage des Hessischen Wirtschaftsministers Al Wazir (GRUENE) ist die Vorgabe für Hessen bis zum Jahr 2050 sage und schreibe 2300 (in Worten: Zweitausenddreihundert) Windräder. Wieviel Hundert davon auf den Odenwald (der zum Großteil hessisch ist) entfallen, darf jeder für sich schon mal schätzen. - Das nenne ich "großflächig".

Antwort von Buerger (20.03.2015 13:57)

Eine interssante Sichtweise, auch um wirtschaftlichen Ertrag der Windkraft und ihrer Anbieter findet man im Internet, wenn man sich nach Enoch zu Guttenberg umschaut. Er ist einer der Gründer des BUND, er fasste das Thema 2012 sehr gut lesbar zusammen. Wo die genaue Wahrheit für Eberbach liegt, müssen wir herausfinden.

Antwort von Oli H (20.03.2015 16:04)

@hoschpes und @Heimatverbundener

Ich finde den Beitrag von hoschpes ausserordentlich gut gelungen und die angeführten Bedenken und Argumente sehr bedenkenswert.
Das Argument von Heimatverbundener dagegen erscheint mir nur vordergründig stichhaltig. Wenn diese Art von Argumentation stichhaltig wäre, dann müsste jeder selber für seine Energieerzeugung sorgen, d.h. jeder müsste z.B. im eigenen Garten ein Windrad oder ein Kleinkraftwerk akzeptieren.

Es geht mir mit meinem Beitrag nicht darum, ob jetzt Windräder in den Odenwald sollen oder nicht. Es geht mir darum, einmal deutlich zu machen, dass diese Art der Argumentation unlauter ist, aber oft nicht als solches erkannt wird.

Beispiele (auch aus anderen Themenbereichen):
"Jeder will saubere Energie nutzen, aber die Windräder sollen lieber weit weg bei den Anderen stehen."
"Wenn die Leute Geschäfte in der Innenstadt wollen, dann sollen Sie auch dort einkaufen und nicht im Internet"
"Wer am Gemeinderat etwas auszusetzen hat, soll zu den öffentlichen Sitzungen gehen und direkt mit den Leuten reden"
usw.

Das alles sind Totschlagargumente, die nur darauf ausgerichtet sind, den Gegenüber Mundtot zu machen. Derjenige, der sich solcher Argumente bedient, will nur erreichen, dass die Kritiker still sind und sich nicht mit der Kritik auseinandersetzen.

Zurück zum Thema Windkraft.

Wenn jemand auf die Idee käme, den Wald um uns herum gewinnbringend zu verkaufen und abzuholzen, wäre der Aufschrei wohl gigantisch und sicherlich würde sofort vehement mit dem verschwindenden Tourismus argumentiert werden. Jeder würde das einsehen, weshalb die Vorstellung den Wald abzuholzen den Allermeisten recht absurd vorkäme, sicherlich auch wegen vieler anderer Gründe. Der Beitrag von hoschpes führt genau diese Argumente gegen die Windkraftanlagen an und liegt damit, meiner Meinung nach, nicht so falsch.

Die Eberbacher und alle umliegenden Gemeinden müssen sich, denke ich, entscheiden, ob sie Energieerzeuger werden oder ob sie Erholungsgebiet für viele Besucher sein wollen. Beides geht wohl nicht.

Antwort von Überzeugte (20.03.2015 20:36)

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass wir nicht unsere Landschaft hier, so schön sie auch ist, über andere Landschaften in Deutschland stellen sollten. Vielleicht sollte manche, die hier schreiben, mal einen Besuch in Schleswig-Holstein machen, wo überall Windräder stehen. Die Landschaft dort ist auch Heimat für die Leute, die dort leben. Und einige Windparks im Odenwald kann man wohl nicht als Verspargelung der Landschaft bezeichnen.
Wir haben richtigerweise beschlossen, auf erneuerbare Energien zu setzen, dann müssen wir bereit sein, auch hier Windräder als das kleinere Übel zu akzeptieren und uns nicht den STrom aus anderen Regionen, wo Windräder stehen, liefern lassen.
Das erinnert sonst an früher: da wurden aus Atomkraftbefürwortern auch ganz schnell Atomkraftgegner, wenn vor der eigenen Tür ein AKW gebaut werden sollte.

Antwort von Michael Hahl (20.03.2015 21:06)

@ Bürger: Es geht doch nicht nur um "ein paar Windräder am Greiner Eck, am Hebert und einer anderen Stelle". Was reden Sie da? Hier bspw. ein aktueller Überblick: http://rettet-den-odenwald.de/was-ist-geplant/
Für Kommunen lohnt sich das Betreiben in etlichen Fällen nicht (bspw. Michelstadt/Hainhaus, Calw, Mainz ...). Diesbzgl. hat etwa der BM von Weisenheim/Berg eine lesenswerte Broschüre veröffentlichen lassen: http://propfaelzerwald.de/wp-content/uploads/2014/02/Kommunale-Windparks_W-a-B_1-020.pdf - Wohl in den meisten Fällen würde es sich allenfalls dann für Kommunen "lohnen", wenn sie ihre Flächen an WEA-Betreiber verpachten und hohe Pachteinnahmen einnehmen könnten.

@ Überzeugter: Ich hatte Ihnen eine freundliche Antwort gesendet, aber - trotz normaler Bestätigung - ist sie nicht hier erschienen. Was das "Emotionalisieren" oder gar "Verdrehen" angeht, muss erst mal der Spiegel vorgehalten werden: Begriffe wie "Windpark" oder "Öko-Strom" emotionalisieren ihrerseits und beschönigen, während die Imagekommunikation der die "Kinderwindrädchen"-Fotos viel zu sehr verniedlichen. Dagegen ist der Begriff "Windenergie-Industrie" eine übliche Bezeichnung aus der WE-Branche und trifft meines Erachtens für 200 m hohe Stahlkolosse und Rotoren mit 120 m Durchmesser und Blattspitzen-Geschwindigkeiten über 200 km/h durchaus zu. Auch die permanente Polarisierung Atomkraft/Kohle versus Windenergie ist nicht sachlich, weil dies suggeriert, es würde keine alternativen und besser verträglichen Lösungen für eine tatsächlich effektive Energiewende geben. Genau hier - bei alternativen und akzeptableren Lösungen - sollten umweltbewusste Menschen aber ansetzen. Am besten gemeinsam, statt sich immer noch weiter aufzuspalten!

Antwort von Lothar Moll (21.03.2015 08:31)

Bekannt ist
- dass mit Windkraft mehr CO2 erzeugt wird als mit konventionellen Kraftwerken:
Die Berechnungen und Ergebnisse des Umweltbundesamtes wurden am 10.3.2015 unter anderem von der Wirtschaftswoche veröffentlicht:
http://green.wiwo.de/co2-ausstoss-steigt-die-traurige-klimabilanz-der-energiewende/
-> IWF fokussiert mit Windkraft Industrieanlagen einen Beitrag zum Klimaschutz

- dass Windkraft mehr Land als jede andere Industrie zerstört: Ganze Regionen, die früher Natur-Landschaft waren sind heute großflächige Industriegebiete, selbst Naturschutzgebiete wurden in Industriegebiete umgewandelt. http://www.welt.de/debatte/kolumnen/unterwegs/article138101608/Windkraft-zerstoert-das-Land-mehr-als-jede-Industrie.html
-> IWE befürwortet, dass der Eberbacher Großraum zu einem Industriegebiet wird, auch die Naturschutzgebiete, wie FFH und Natura 2000

- dass es einen Unterschied gibt von den Windkraft- Industriegebieten zu den „konventionellen“ Industriegebieten:
Über Tag: Die konventionellen Industrieanlagen „stehen“, d.h. sie „bewegen sich nicht“. Dadurch sind sie für das Auge statisch. Bewegende Teile wie Rotoren binden die Aufmerksamkeit der Augen permanent. Die Wahrnehmung kommt nicht zur Ruhe, sie ist gereizt.

Über Nacht: Die roten Warnblinklichter, wie man sie von hohen Gebäuden kennt, erhellen km-weit die Peripherie, wie z.B. beim Großkraftwerk Mannheim. Zum Höhenvergleich:
„Die beiden Kamine der Blöcke 7 und 8 sind mit 200 Metern Höhe das zweithöchste Bauwerk in Mannheim, nach dem Mannheimer Fernmeldeturm“ (letzteres ist 213 m hoch)
http://de.wikipedia.org/wiki/Grosskraftwerk_Mannheim.

Die geplanten Windkraft Industrieanlagen mit einer Narbenhöhe von ca. 150 m und einem Rotordurchmesser von 115 m http://www.enercon.de/de-de/2312.htm liegen von der Höhe her zwischen den beiden markanten Mannheimer Hochgebäuden – und sind dennoch doppelt so hoch, da sie nicht in der Ebene stehen, sondern auf dem Berg – und bewegen sich – und blinken nachts in roter Warnbeleuchtung.
→ IWE befürwortet die Erhöhung des „Unruhespiegels“ für die Bewohner von Eberbach

- dass Windkraft Industrieanlagen, wie sie um Eberbach geplant sind, Infraschall erzeugen. Dieser ist gesundheitsschädlich. Da Infraschall unter der Wahrnehmungsschwelle liegt, kann man ihn nicht hören. Das führt zu zum Teil bizarren Aussagen, dass Infraschall deswegen unschädlich sei. (wie die atomare Strahlung ??) Studien und Erfahrungen von 10 Tausenden von Menschen und Tieren zeugen von der Schädigung und Belastung
www.welt.de/wirtschaft/energie/article137970641/Macht-der-Infraschall-von-Windkraftanlagen-krank.html
Es sind aber nicht nur die direkt wahrnehmbaren Symptome, sondern vor allem indirekte und indifferente Symptome,u.a. durch die Einwirkung auf Organe, Nervensysteme, das Vegetativum, etc. Mediziner warnen. Infraschall von Windkraft Industrie Anlagen sind auch über 10 km weit messbar: Es gibt keine Möglichkeiten der Schalldämmung. Man kann sich nicht schützen. Wissenschaftliche Quellen und Kommentare: www.windwahn.de → und hier die Unterrubrik Krankheit.
→ in der IWE arbeitet zumindest ein Arzt mit, d.h. die Gesundheitsgefahren sind bekannt, aber die IWE ignoriert sie ???
→ In Dänemark ist der Windanlagenbau wegen dieser Thematik auf Land zum Erliegen gekommen man weicht hier auf das Meer aus.

- dass Windkraftanlagen einen hohen hörbaren Schallpegel haben. Man wohnt dann, wenn sich die Rotoren drehen, wie an einer Autobahn.
-> für die IWE scheint das Lärmthema für die Bevölkerung untergeordnet zu sein ???

- Naturschutz: Tiere, vor allem Vögel und Fledermäuse, werden von Windkraft Industrieanlagen getötet. Bei Fledermäusen sind das 250.000 pro Jahr http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/deutschland-250-000-fledermaeuse-von-windraedern-getoetet-a-1017886.html
Aber auch beiGreifvögel sind das ca. 100.000 pro Jahr:
www.focus.de/wissen/klima/tid-14230/mythos-windkraftanlagen-toeten-massenweise-voegel_aid_398163.html
→ IWE nimmt die Tötung von Fledermäusen und Vögeln billigend in Kauf ???

Was treibt den IWE? Ist es das, was als die Umverteilung von arm nach reich diskutiert wird, dass das Vermögen über den Strom von vielen (Armen) zu wenigen (Reiche) umverteilt wird? Oder ist es Dogmatismus – denn Realismus kann es bei den bekannten Fakten nicht sein.

TV Tipp am Dienstag, den 23. März 2015 um 22:00 (übermorgen): "Windiges Geld"
Dokumentation von Carsten Rau und Hauke Wendler - Pier 53 - Aus der Reihe 45 Minuten im NDR

http://www.windwahn.de/index.php/aktuell/tv/achtung-tv-termin-vormerken

Merken Sie sich die Menschen, die sich für die Windkraft entscheiden, Bürger, wie auch Politiker. Wenn Windkraft Industrieanlagen im Raum Eberbach gebaut werden sollten und es dann zu den Gesundheitsproblemen kommt, dann wissen Sie, wen Sie ansprechen können. Politiker können für falsche Entscheidungen auch haftbar gemacht werden.

Hoffen wir, dass die Vernunft siegt – für uns alle

Antwort von Befürworter (21.03.2015 11:39)

@ Lothar Moll
Herr Moll Ihre Aussage, dass Windräder mehr CO2 erzeugen als Kohlekraftwerke ist barer Unsinn. Im laufenden Betrieb produzieren Windräder keinerlei CO2. Den Artikel aus der Wirtschaftswoche, den Sie anführen (http://green.wiwo.de/co2-ausstoss-steigt-die-traurige-klimabilanz-der-energiewende/) behauptet dies auch in keiner Weise. Dort wird lediglich ausgeführt, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix deutlich gesteigert werden konnte, diese aber vor allem die Kernkraftwerke ersetzen, während der Anteil der Kohle nahezu konstant blieb. Das wird in besagtem Artikel mit der verfehlten Politik erklärt und keineswegs damit, dass Windräder CO2 abgeben, wie Sie behaupten. Mit derartigen Aussagen betreiben Sie eine gezielte Falschinformation. Auch Ihre Aussage, Windkraft zerstöre mehr Land als jede andere Industrie, selbst Naturschutzgebiete würden in Industrielandschaft (gemeint ist das Aufstellen von Windrädern) umgewandelt, ist genauso falsch und demagogisch wie die erste Aussage. Schaut man die von Ihnen zitierte Quelle aus der“ Welt“ an, so handelt es sich dabei um die „Meinung“ eines Einzelnen, der rein subjektiv und emotional seinen Unmut über die Windenergie äußert ohne das an Fakten festzumachen. Und selbst dort wird nicht behauptet, dass Naturschutzgebiete zu Windparks umgewandelt würden.
Von ähnlicher Qualität ist Ihre Behauptung dass Windkraftanlagen einen hohen hörbaren Schallpegel hätten, man wohne wie an einer Autobahn. Unabhängig davon, dass der Lärm eines Windrads wesentlich geringer ist als der einer befahrenen Autobahn, muss der Abstand eines Windrads zur besiedelten Fläche ca. 900 Meter Luftlinie sein. In diesem Abstand ist das Windrad überhaupt nicht mehr zu hören.
Solch irrwitzigen Behauptungen gehören nicht zu einer ernsthaften Debatte und können auch nicht im Interesse der Kritiker sein, die sachlich auf Risiken und Probleme dieser Energieform hinweisen.

Antwort von heinrich (21.03.2015 13:51)

Was eine sch..... Diskusion. Von mir aus können die den ganzen Berg voll pflastern.

Diskutiert lieber mal darüber das sich jemand Kinderpornografie runterlädt und dafür nur 5000 Euro Strafe bezahlen muss.

Ihr habt echt Probleme!!! Der Strom kommt ja aus der Steckdose!!!!!

Antwort von O. Vietz (21.03.2015 20:05)

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich muss hier einmal sehr böse werden:
Die Verschachtelung des Odenwaldes schreitet in ungeahnten Ausmaßen fort: nur weil es in Eberbach soviel Wald gibt, hier bisher nicht.
Aber das wollen die Befürworter sicher auch noch ändern !
Gibt es bereits Abholzungspläne zum Schaden des Waldes, um Freiplätze für solche häßlichen Windrotoren auch in Eberbach zu schaffen ?
Wieso reißen wir nicht gleich den Ohrsbergturm und die Burgruine ab und pflanzen dort Windrotoren hin ?
Auf jeden Eberbacher Gipfel oben 10 weiße Windrotoren !!!!
WEHRET DEN ANFÄNGEN !!!!
Eberbach lebt vom Wald und der Grünen Umgebung des reinen Odenwaldes !

Antwort von Buerger (22.03.2015 00:25)

Und wieder sind wir gefangen in verschiedenen Positionen, die oft dogmatisch erscheinen. Wir benötigen gute Lösungen für Eberbach und unseren Teil des Odenwalds.

@Hopsches: Vieles gut, aber nicht ganz ernst gemeint: Ein ehemaliger Kanzler hat sogar mal "nur" blühende Landschaften versprochen, nicht mal das wurde umgesetzt. Es fließt noch viel Wasser den Rhein herunter, bevor die vielen Fragen geklärt und alle Pläne umgesetzt sind.

In jedem Fall ist dezentrale Energieerzeugung sehr wünschenswert, vielleicht kommen Wasserkraft und andere Techniken auch noch auf hohe Wirkungsgrade.

Antwort von Rainer Kunze (22.03.2015 05:53)

Ich hab da mal ein paar Zahlen gegoogled...
In Deutschland waren 2014 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von 34 Gigawatt installiert.
Die können eine Energiemenge von 297,84 TWh erzeugen.
Laut Frauenhofer-Institut wurden 2014 mit Windkraft 51,4 TWh erzeugt.
Das sind 17,23% der möglichen Menge!

Oder etwas plastischer dargestellt: Ihr Autohändler verkauft Ihnen ein Auto, das es auf 150 Km/h bringen soll. Es schafft aber nur knapp 26 Km/h.
Sowas würde ich mir nicht kaufen.

Bei Windkraftanlagen wird uns das aber als effektiv angedreht...

Antwort von Christina Kunze (22.03.2015 08:26)

@Befürworter

Es ist Fakt, dass mit Windkraftnutzung mehr CO2 erzeugt wird. Denn hinter jeder Windkraftanlage steht ein Schattenkraftwerk (Gas- oder Kohlekraftwerk), dass den Betrieb dann aufnimmt, wenn kein Wind weht. Die Kraftwerke fahren im Stotterbetrieb, weil der Wind nicht konstant weht und dieses permanente "AN" "AUS" produziert vermehrt CO2.

Antwort von aqua (22.03.2015 10:28)

Das es immer wieder Leute gibt die sich über alles aufregen. Bei Wasserkraftwerken würden sie sich wahrscheinlich darüber aufregen, das Fische dabei sterben und das Wasser nicht mehr natürlich fliesen kann. Bei Erdwärme waren es wohl die regenwürmer die bei Bohrungen enthauptet erden. Bei Photovoltaikanlagen wird den siebenschläfer die sich unter dem Dach aufhalten Wärme geklaut.
Ach übrigens, habe jetzt schon paar mal tote Greifvögel auf Autobahnen gesehen. Ich wäre dafür den Verkehr sofort einzustellen.

Antwort von Bullauge (22.03.2015 13:13)

Baut endlich wieder Kernkraftwerke und Kohlenkraftwerke, dann wissen wir was wir haben.
Diese Kraftwerke haben uns in Eberbach jnie geschadet. Vielleicht können wir ja erreichen, dass in Eberbach ein Kohlekraftwerk gebaut wird, dann brauchen wir keine Solar- oder Windkraftanlagen mehr.
Wir können dann endlich ohne Sorgen in den Wald gehen und Schwarzstörche beobachten.

Antwort von ratlos (22.03.2015 14:52)

Sicher ist es sinnvoll, Windkraftanlagen nur dort zu planen, wo eine ausreichende Windhöffigkeit - vielleicht auch für kleinere Anlagen - nachgewiesen ist. Dennoch stehe ich der Frage ratlos gegenüber: Was ist die Alternative? Müssen wir nicht mehrgleisig fahren und überall Windkraft und alle sonstigen gebotenen alternativen Energiequellen mit einer positiven Grundeinstellung auf ihre Machbarkeit prüfen?
Also bevor ich meinen Kinder noch mehr Atommüll zumute, nehme ich persönlich lieber weniger Landschaft in Kauf.

Antwort von Befürworter (22.03.2015 18:35)

Sehr geehrte Frau Kunze,
Ihre Aussage, dass durch Windkraftnutzung mehr CO2 erzeugt wird, ist unrichtig und widerspricht der Faktenlage. Betrug der Anteil der Kohlekraftwerke (Stein- und Braunkohle zusammen)vor 20 Jahren noch 56% und der Anteil der erneuerbaren Energien lediglich 5 % , so ist der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung im Jahr 2014 auf 26 % gestiegen während der Strom aus Kohlekraftwerken auf 44% gefallen ist. Die erneuerbaren Energieträger, bei denen der Wind eine wesentliche Rolle spielt, haben bisher vor allem die Kernenergie ersetzt aber immerhin ist auch der Anteil der Kohle bei der Stromerzeugung um 12 % gesunken (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen). Davon zu sprechen, dass damit der Bau von Windrädern zu mehr CO2 wegen der Schattenkraftwerke führe, ist schlichtweg falsch.
Schattenkraftwerke sind dazu da z.B. wetterbedingte Schwankungen bei der Erzeugung von Strom durch Sonne und Wind auszugleichen. D.h. sie befinden sich auf „Standbybetrieb“ und werden bei Bedarf hochgefahren. Besonders geeignet sind dafür flexibel einsetzbare und hocheffiziente Gaskraftwerke. Diese Gaskraftwerke produzieren lediglich die Hälfte des CO2 von Kohlekraftwerken bei gleicher Leistung. Neben den Gaskraftwerken sind Wasserkraftwerke besonders gut geeignet Stromschwankungen und das ohne CO2 Produktion abzufangen. Dagegen sind Kohlekraftwerke eher ungeeignet als Schattenkraftwerke zu dienen, da diese wesentlich längere Zeit benötigen um hoch- bzw. herunter gefahren zu werden. Dennoch werden heute Kohlekraftwerke zu diesem Zweck eingesetzt, da mit diesen z.T. abgeschriebenen Kraftwerken und den niedrigen Preisen für Importkohle (die unsicheren Kohlegruben in vielen Ländern sind bekannt) mehr Geld verdient werden kann als durch moderne Gaskraftwerke. Wenn der Ausstoß von CO2, das für den Klimawandel verantwortlich ist, endlich begrenzt würde bzw. Geld dafür bezahlt werden müsste (CO2 Zertifikate), würden die Betreiber sehr schnell die deutlich CO2 ärmeren Gaskraftwerke als Schattenkraftwerke nutzen, anstatt sie abzuschalten, wie gerade in Bayern angekündigt.
Ich bleibe dabei, dass durch falsche politische Entscheidungen ( und nicht wegen der Windräder) viel zu viel Strom aus Kohlekraftwerken produziert wird als für eine sichere Stromversorgung nötig ist. Der Anteil der Kohle an der Stromproduktion und damit auch der CO2 Ausstoß könnte deutlich geringer sein, wenn die Bundespolitik ihre energiepolitischen Ziele konsequenter umsetzen würde.

Antwort von Auto (22.03.2015 20:02)

@Kunze
Leider hinkt ihr Vergleich. Die Windräder könne ja voll laufen.
Ihr Auto steht ja auch von 24 Stunden am Tag im Schnitt 23 Stunden auf einem Parkplatz. Und dabei fährt es 23 Stunden lang 0 km/h.
Ganz schön langsam ihr Auto....
Also: schlechter Vergleich.

Antwort von Rainer Kunze (23.03.2015 22:31)

@von Auto
Sie haben recht. Die Windräder könnten laufen.
Aber eben nur, wenn der Wind auch weht.
Und das tut er hier leider nicht so, wie uns viele Glauben machen wollen.

Um beim Autovergleich zu bleiben...
Ihr Autohändler behauptet, mit einer Tankfüllung kommen Sie 365 Kilometer weit. Ihr Auto bleibt dann aber nach knapp 63 Km mit leerem Tank stehen (das entspricht den oben erwähnten 17.23%). Is nich so toll...
Bei einer Windkraftanlage ist das aber natürlich was ganz anderes!!

OK! Auto kann ich schieben.
Bei der Windkraft ist das etwas schwieriger.
Aber Sie können dann ja auch pusten, wenn Sie Strom brauchen ;-)
Also: Vergleich doch nicht ganz so schlecht.

In diesem Sinne, noch einen schönen Abend.

Antwort von Marc (24.03.2015 09:57)

Hat jmd. gestern die interessante NDR-Doku "Windiges Geld" gesehen?

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/Windiges-Geld,sendung347846.html

Das mit der "sauberen Öko-Energie" von geldgierigen Investoren so ein Schindluder getrieben, welches von der Politik nicht nur geduldet sondern auch noch gefördert wird, ist echt erschreckend.

Antwort von Auto (24.03.2015 15:12)

@ Herr Kunze
Oh je, was für ein schrecklicher Vergleich.
Ein Auto verpestet die Umwelt, es stinkt und verbraucht wertvolle, begrenzte und giftige Rohstoffe, die mühsam aus unserer Erde herausgefördert und danach umweltschädlich in riesigen Raffinerien gekrackt werden müssen. Dann werden diese Stoffe über Tausende von Kilometern umweltschädlich zu uns transportiert.
Das Windrad steht friedlich da und verbraucht im Betrieb 20-30 Jahre (oder viel länger) keinen einzigen Rohstoff. Es dreht sich, sobald kostenloser Wind weht.
Was ist also besser - ein stinkendes, lärmendes Auto (das auch noch Menschen und Tiere umbringen kann) und das umweltteuer zu produzieren ist und zu Millionen rumfährt oder ein Windrad, das keine Energie verbraucht und sogar noch Energie erzeugt.

Antwort von hoschpes (25.03.2015 12:56)

@Marc
Was man nicht sehen WILL - das schaut man sich auch nicht an. Es ist auch nicht angenehm, mit einer unbequemen Wahrheit konfrontiert zu werden.

@Herrn Auto
Wenn Sie sich schon über Rohstoffe aus fernen Ländern aufregen, dann sei Ihnen beispielhaft gesagt, dass zur Herstellung von modernen Windrädern Neodym (u.a. Seltene Erden) benötigt wird. Das kommt nahezu ausschließlich in China vor. Der Abbau dort hinterläßt eine zerstörte Landschaft, das ein deutsches Braunkohletageabbaugebiet dagegen lieblich wie Disneyland erscheinen läßt. Von dem (vorsichtig ausgedrückt) "Verschleiß" an Menschenleben dort nicht zu reden. - Nur, damit hier der umwelt-moralisch vermeintlich bessere Mensch sich ein grünes Mäntelchen umhängen kann.

Antwort von Michael Hahl (26.03.2015 18:05)

@ Befürworter
Lesen Sie zum derzeit ansteigenden CO2-Ausstoß und der wieder erhöhten Bedeutung der Kohlekraftwerke bspw. einmal, was Patrick Graichen, der Leiter des Thinktanks Agora Energiewende, dazu zu sagen weiß: http://www.zeit.de/2014/50/schmutziger-irrtum-energiewende-klimawandel

Dass die CO2-Emissionen seit 2009 wieder ansteigen - trotz mittlerweile knapp 25.000 WEA in Dtl. - können Sie bspw. aus dieser (noch sehr moderaten) Statistik des Umweltbundesamtes ersehen:
http://www.umweltbundesamt.de/daten/klimawandel/treibhausgas-emissionen-in-deutschland

Im letztjährigen IPCC-Bericht (Weltklimarat) heißt es zudem, die Energiewende - also das spezifische politische und auf einer Einspeisevergütung beruhende Programm - sei nicht förderlich für den Klimaschutz. Der CO2-Handel müsse wieder in Schwung kommen. Der ebenfalls letztjährige UN-Klimaschutzbericht bezeichnet die deutsche Energiewende als eine teure und für den Klimaschutz sinnlose Maßnahme. Bspw. hier nachzulesen: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bundesregierung-interpretiert-klimabericht-um-12967222-p2.html?printPagedArticle=true#Drucken

Nur drei von etlichen empfehlenswerten Quellen zum Thema.

Andere Frage, aber definitiv nur eine rhetorische, die nicht beantwortet werden muss, weil man damit nur vom Thema abkommen würde - dennoch verstehe ich es wirklich nicht: Wenn man "Befürworter" der WE und "Überzeugter" ist, warum bringt man dann nicht die Konsequenz auf, hier in diesem Forum mit korrektem Namen aufzutreten?

Antwort von Bullauge (27.03.2015 10:16)

@Michael hahl

Also wie schon gesagt, bauen wir neue Kernkraftwerke und neue Kohlenkraftwerke, dann ist ja alles in Butter.

Antwort von Jürgen Creß (27.03.2015 13:32)

Hallo,

ich habe das Gefühl, dass hier Befürworter, wie Gegner der Windkraft einiges miteinander vermischen und dem jeweils anderen Engstirnigkeit vorwerfen.
Ich versuche mal das Ganze etwas aufzubröseln.
Kritikpunkt: Wirtschaftlichkeit
Ein oder mehrere Windräder hinzustellen könnte sich Eberbach gar nicht leisten, also müssen Investoren her. Dieser Personenkreis zieht seine Hosen und Röcke ja auch nicht gerade mit der Kneifzange an, also gehe ich davon aus, dass, wenn die Investoren bereit sind Gelder locker zu machen, dann haben sie sich vor schlau gemacht und untersuchen lassen, ob sich die Geldanlage auch lohnt.
Deshalb stellt sich für mich die Frage der Wirtschaftlichkeit erst einmal gar nicht, solange Eberbach und wir Bürger nicht zum Geldbeutel greifen MÜSSEN. Es bietet sich aber die Gelegenheit, wenn ich andere Bürgerwindparks als "Vorbild" heranziehe, dass der Einzelne eigenes Geld hergibt und am Gewinn (aber natürlich auch an einem evtl. Verlust) beteiligt wird.
Für alle, die sich über die Investitionskosten Gedanken machen: Vor ca. einem Jahr gab es im WDR eine Sendung, da wurde die Energieherstellung miteinander verglichen. Kohlekraftwerke, Gaskraftwerke, Windräder, Photovoltaikanlagen, Wasserkraftwerke, AKW. Die Windräder schnitten mit deutlichem Abstand am Besten ab. Leider weiß ich den Titel der Sendung nicht mehr.
Die Frage, die sich auch stellt ist, darf man einen Beitrag so unter den Aspekt Wirtschaftlichkeit stellen, der ganz klar der Schonung der Umwelt dient?
Kritikpunkt: Landschaftszerstörung/Umweltschutz
Zugegeben, es gibt schöneres, als so einen riesigen Betonkasten, aber ein Kraftwerk sieht auch nicht besser aus und zerstört schlimmstenfalls ganze Landstriche auf unbestimmte Zeit.
Wenn man mit Förstern, Betreibern und Gegnern spricht, gibt es in der Nähe von Windrädern keine signifikant erhöhte Todesfallrate von Tieren, insb. Vögeln, Fledermäusen etc. Die weiter oben in den Raum geworfene Zahl halte ich persönlich für maßlos übertrieben. Und jeder der mir einen bringt, der sich von dem Geräusch der Windräder gestört fühlt, dem bringe ich einen der sagt, die stören überhaupt nicht.
Im Gegenzug sparen Windräder aber CO2 ein. Denn es gibt ja auf der internationalen Ebene die Möglichkeit sein eingespartes Co2 zu verkaufen und es ermöglicht somit den Betreibern im Ausland weiter mit ihren Dreckschleudern Geld zu verdienen. Hinzu kommt, dass bei einem Windrad keine schädlichen Abfälle anfallen, wie z. B. bei einem AKW. Auch ein Funktionsausfall, oder gar eine Zerstörung dürfte nach meinem Ermessen nicht so schlimm ausfallen, wie bei einigen anderen energieproduzierenden Anlagen. Mit einem eigenen Windpark, würde Eberbach dafür sorgen (wenn auch nur in kleinem Maße, aber Kleinvieh macht auch Mist), dass die Großkonzerne ihr Co2 Kontingent zurückschrauben müssen und nicht so viel davon verkaufen könnten. Ein Stück Unabhängigkeit für die Eberbacher, es gibt schlimmere Szenarien, die ich mir vorstellen könnte.
Kritikpunkt: Co2 Einsparung
Siehe den vorherigen Punkt.
Kritikpunkt: Energieeinsparung
Jeder von uns ist sicherlich mit mir einer Meinung, das Beste wäre es, wenn wir Energie einsparen würden. Für mich aber ganz klar Utopia. Wann werden denn Großgeräte (Kühlschrank, Herd, Spülmaschine, etc.) ausgetauscht? In den meisten Fällen doch dann, wenn sie kaputt sind, oder den eigenen Ansprüchen nicht mehr genügen. Es ist schön, wenn sich jemand ein neues Gerät anschafft, weil es umweltfreundlicher ist, aber das geht doch an der Realität vorbei. Erstens können es sich die Wenigsten leisten und zweitens verursachen die Altgeräte auch wieder Müll und damit eine Umweltbelastung. Und wer schon mal gesehen hat, unter welchen Bedingungen Menschen in der dritten Welt unseren Schrott entsorgen, der zweifelt an dieser Maßnahme.
Irgendwann ist auch mal das Ende der Fahnenstange erreicht und jegliche Energieeinsparung ist kontraproduktiv.
Kritikpunkt: Alternativen
Hier mögen doch bitte die Gegner der Windkraft einmal aufführen welche Alternativen wir haben. Private Anlage, die in 20 Jahren aufwendig als Sondermüll entsorgt werden müssen sind wohl keine ernst zu nehmende Option, zumal diese in der Kosten-Nutzen Rechnung sehr schlecht abschneiden. Kraftwerke jeglicher Art, wie sie von den Großkonzernen betrieben werden? Jeder kann in der Presse lesen, dass die vier Großen (EnBw, EON, RWE und Vattenvall) Milliardenverluste machen, was glaubt ihr, wer dann für die Rückbaukosten aufkommen muss? Genau.....
Dies ist meine subjektive Meinung zum Thema und vielleicht bringt ja meine bescheidene Meinung den einen oder anderen zum Nachdenken.

Antwort von Andreas Krauch (27.03.2015 15:59)

Vielleicht ist das ein Spruch den die meisten der sogenannten " Grünen " oder " Ökos " besser verstehen. Der Satz passt zwar besser in die Diskussion ob Hanfanbau oder ob nicht. Trotzdem , wenn es um den Mangel an Hintergrundwissen bei der Diskussion um ' vernünftige Energiewende und ' schwachwindiger Windräderausbau ' in der Gemarkung Eberbach geht , muss ich folgendes zitieren :" Herr lass Gras wachsen - die Zahl der Rindviecher nimmt ständig zu "

Antwort von Jens Thomson IWE-Sprecher (28.03.2015 07:54)

Bei unserer 1. IWE-Infoveranstaltung war der Saal überfüllt. Da nicht alle Eberbacher da sein konnten und es Fragen zur Finanzierung von Windrädern geben könnte, hier kurz skizziert:

Die Finanzierung der Windräder sollte möglichst durch Eberbacher Bürger z. B. als Bürgergenossenschaft oder als GmbH&Co.KG erreicht werden.

Kurz das Bsp. GmbH&Co.KG:
Zunächst werden die Eberbacher Bürger gefragt, ob sie als Kommanditisten (also stimmberechtigte Kapitalgeber) mitmachen möchten, z.B. evtl. ab 2500€ pro Anteil. Gleiches gilt für die Stadtwerke Eberbach.
Wenn dabei nicht genügend Geld zusammen kommen sollte, werden die Bürger rund um Eberbach gefragt, ob sie mitmachen möchten, usw. Falls das noch nicht reicht, stehen 500 Interssenten aus dem Rhein-Neckar-Raum, die sich unbedingt beteiligen möchten, aber bisher nicht durften, auf der Warteliste.

Gleiches gilt für eine Bürgergenossenschaft. Die entstehenden Zinsgewinne gehen an die Bürger, die sich beteiligt hatten (da sehr vorsichtig weit unter den Gutachterzahlen geplant wird, klappt das auch, allerdings keine 10 %, aber immer noch wesentlich mehr, als momentan bankenüblich) und zusätzlich werden in windigeren Jahren entstehende Gewinne verteilt.

Zur weiteren Finanzerung wird Geld von den lokalen Eberbacher Banken geliehen (Verfahren ähnlich wie beim Hausbau). Das ist gut für die Eberbacher Banken.
Und die klamme Stadtkasse Eberbachs (Eigentümer des Grundstücks ist Eberbach) profitiert von Pachtzahlungen.
Beispiele, dass das so klappt, gibt es im Umkreis von 50 km genügend.

So kommt über Jahre die Wertschöpfung (das Geld) nicht nur direkt Eberbachs interessierten Bürgern sondern auch Eberbach zugute (denken Sie z. B. an die Sport- und Kulturförderung der Banken).

Infos zur IWE: www.IW-Eberbach.de

Antwort von Befürworter (28.03.2015 17:31)

@ Michael Hahl
Ihre Aussage, dass die CO2 Emissionen seit 2009 wieder ansteigen ist leider richtig, aber das liegt doch nicht an den Windkraftanlagen, sondern daran, dass eben der CO2 Handel wegen zu hoher Freigrenzen bezüglich des CO2 Ausstoßes völlig zum Erliegen gekommen ist. Sie sagen selbst bezugnehmend auf den Weltklimarat, der CO2 Handel müsse wieder in Schwung kommen. Das ist aber offensichtlich von der Politik beeinflusst durch die Lobbyisten der Energiekonzerne und anderer CO2 Emittenten nicht gewollt. Insofern ist für diesen Anstieg nicht die Windenergie verantwortlich, sondern die, wie ich ausgeführt habe, verfehlte Politik.
@ Andreas Krauch
Warum vergiften Sie mit Ihrem Beitrag die Diskussion. Haben Sie außer Beleidigungen nichts zur Sache beizutragen? Ist das die Argumentation der Initiative Gegenwind-Beerfelden.Rothenberg.de? Solche Beiträge benötigt die Eberbacher Bevölkerung nicht um sich eine Meinung zu bilden.

Antwort von Lothar Moll (29.03.2015 01:36)

Hallo Jürgen Creß

da haben Sie aber leider mehr zusammenschüttet als getrennt oder mit anderen Worten, Sie haben ordentlich Nebel drauf geflutet …..

zur Wirtschaftlichkeit:
zu dem, was dahintersteht: Umschichtung des Geldes des kleinen Mannes (der Geringer-Verdiener) an den Großen Mann (den Hoch-Verdiener):
Sehr gut beschrieben hier:
Gut-Sein hat seinen Preis – für andere: Wie erneuerbare Energien soziale Ungleichheit verschärfen
http://sciencefiles.org/2015/03/16/gut-sein-hat-seinen-preis-fur-andere-wie-erneuerbare-energien-soziale-ungleichheit-verscharfen/

Das steht doch im direkten Gegensatz zu dem, was in der Parteibüchern und den Statuten der SPD, CDU, Grünen und der Linken steht und für das, für was sie vorgeben einzutreten. Nur die FDP, bei der der soziale Gedanke wohl weniger stark im Vordergrund steht, stellt sich gegen die unsoziale Förderung des EEG und der Windkraftindustrie und ist damit auf einmal die sozialste Partei (weil die anderen so unsozial geworden sind – das wird den großen Parteien bei den nächsten Wahlen noch heftig auf die Füße fallen, wenn die Main Stream Medien das mal beleuchten)

Interessant dazu der Film im NDR – hier zum Nach-Schauen:
http://www.ardmediathek.de/tv/45-Min/Windiges-Geld/NDR-Fernsehen/Video?documentId=27235110&bcastId=12772246

Windkraft rechnet sich, ja … in windreichen Regionen sicherlich … wegen der immensen Förderung. Hier im Odenwald ist das ein Verlustgeschäft, wegen dem wenigen Wind.
http://fact-in-deutschland.de/index.php?id=178&tx_ttnews[tt_news]=58900&tx_ttnews[backPid]=173&cHash=446fc15616

Dass auch Unternehmer dumme Entscheidungen treffen können, das kann man täglich in der Presse erkennen, wenn man seinen gesunden Menschenverstand einschaltet, das kann man im Bereich von den Windkraft- Industrieanlagen betreibern auch sagen:
Prokon – das viertgrößte Insolvenzverfahren in der Geschichte:
http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/recht/prokon-pleite-glaeubiger-muessen-sich-entscheiden/11399150.html
Juwi – wurde von der MVV aufgekauft:
http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/vom-winde-verwehtgruenes-vorzeiguntenehmen-juwi-in-existentiellen-noetenmt-energie-faulgasanlagenhersteller-meldet-insolvenz-an/
Die MVV (Juwi) zieht sich aus zumindest einem Gebiet im Odenwald zurück.
usw...


zum Naturschutz
Sie treten alle ehrenamtlich engagierten Menschen mit Füßen, die sich in den Naturschutzverbänden organisieren. Deren Landesverbände sind mittlerweile aber dem Geld der Windkraftlobby erlegen -
http://www.rhein-zeitung.de/region_artikel,-Nach-Ruecktritt-Wie-unabhaengig-ist-der-Umweltverband-BUND-_arid,1245913.html#.VRcjjeFvWJI
Wie viele Menschen haben sich für die FFH und Natura 2000 Gebiete eingesetzt, und auch die EU ist hier engagierter, als die wirtschaftlich ausgerichteten Deutschen.
Der Spiegel aktuell:
Die Bundesrepublik tut nach Ansicht der EU-Kommission zu wenig für die Ausweisung und den Erhalt von Naturschutzgebieten. Deshalb droht Brüssel Deutschland nun mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/naturschutzgebiete-in-deutschland-eu-sieht-versaeumnisse-a-1025401.html

Dass bei einer Windkraft Industrieanlage kein Umweltmüll gibt, das ist ein Kurz-Sicht- Mythos. Schauen Sie sich mal die einzelnen Komponenten an, wie Sie die entsorgen können (Rotoren, etc.). Sie sollten zudem sich ansehen, was im Vorfeld passiert. Hier ein Film bei Panorama:
Neodym - Das schmutzige Geheimnis sauberer Windräder (dauert nur 6 Minuten)
https://www.youtube.com/watch?v=gcP2Afp7xnE


Energie der Zukunft:

Richtig, die Energieeinsparung ist die beste Alternative – aber sinnvoll und nicht fanatisch und dogmatisch, denn dann entfernt man sich sehr schnell von den Realitäten.

Energieerzeugung wird weiter propagiert in Form von Großindustrieanlagen und die erzeugt bei der Windkraft:
- Lärm
- Infraschall
- Naturschädigung
- Umweltschädigung
- keine CO2 Reduzierung
Hier schon aus 2010 eine perfekte Zusammenfassung in RTL-SpiegelTV:
Das Märchen von der sauberen Windkraft - Teil 1
https://www.youtube.com/watch?v=ek_2Ewo9F88 Dauer: 7 Minuten
und Teil 2:
https://www.youtube.com/watch?v=9qPI7ebdaMU Dauer: 5 Minuten
Das sollten Sie ansehen, bevor Sie weiter diskutieren.

Wenn ich bei den Windkraft Anlagen, dann doch lieber vertikale Windräder, die (10 mal) mehr Energie realisieren. Sie bringen
- keinen Lärm
- keinen Infraschall
- keine Naturschädigung
- keine Umweltschädigung
- eine CO2 Reduzierung
https://www.youtube.com/watch?v=T5VnoWJzuZ4
Windrad ohne Lärmbelästigung
https://www.youtube.com/watch?v=x1ClgZHcxnI
oder Kleinwindkraftanlagen (z.B. auf dem Flughafen in Köln-Bonn)
https://www.youtube.com/watch?v=sdBonRBv19I

Aber die Schattenkraftwerke bleiben – und damit eine schlechte CO2 Energiebilanz.

Konventionell sollten lieber die hochmodernen Gaskraftwerke einsetzen – dann erzeugen wir weniger CO2 als mit der Windkraft – aber die sind wegen dem EEG ineffektiv und sind teilweise schon billig in den Osten verkauft oder werden.
http://www.echo-online.de/nachrichten/wirtschaft/wirtschaftsuedhessen/Gaskraftwerk-Irsching-macht-Darmstaedter-HSE-zu-schaffen;art1155,5988868



Der König der Lösungen ist aber der Dual Fluid Reaktor:
http://dual-fluid-reaktor.de/
der sogar in der Lage sein soll, alten, Hunderttausende von Jahren zu lagerndem Nuklearmüll zu verbrennen.

Aber es braucht 10 Mrd. € zur Entwicklung des Dual- Fluid Reaktors – und bei 22 Mrd. Subventionen pro Jahr für das EEG – 20 Jahre lang (mehr als 400 Mrd. €) fehlt das Geld für solche und andere Forschungen und Entwicklungen

Antwort von hoschpes (29.03.2015 07:32)

Danke Herr Thomson,
wer es jetzt noch nicht kapiert hat, was hinter dem angeblich ökologischen Bestreben steckt, die Welt vor CO2 zu retten... - "Kohle machen", Subventionen abgreifen. - Sehr subtil auch der Wink mit dem Zaunpfahl (siehe Bericht), dass jede Verzögerung des Baus Renditeverlust bringt. Also, Eberbacher, schön brav mit PRO abstimmen!

Antwort von Andreas Krauch (29.03.2015 14:01)

Hallo Befürworter ...
...und alle die Ihren Namen in einer so wichtigen Diskussion nicht preisgeben wollen oder können.
Die Gegenwind-Beerfelden-Rothenberg hat alle wichtigen Informationen zusammengetragen und zum Nachlesen ins Internet gestellt . Da kann jeder seine Meinung bilden ...auch Sie.
Wir haben schon viele Bürger zu der Einsicht gebracht , das es mehr bedarf als einfach nur Prospekte von Windenergieanlagen Projektierern durchzulesen oder Parteiprogramme zu zitieren um sich eine Meinung zu bilden für ein Pro oder Contra. Nutzen Sie die Gelegenheit ...es ist umfassender als Sie glauben.

Antwort von Buerger (29.03.2015 19:14)

Eine Netto-Rechnung, also ohne Fördergelder, wäre mal interessant... die werden ja weiter sinken. Damit kann man doch recht schnell feststellen, ob sich das regional lohnt.

Antwort von Peter Stumpf (30.03.2015 10:26)

@ Bürger
Ihre Frage, was die Nettokosten für Windstrom, also die Kosten ohne Subventionen, sind, ist interessant, aber nur dann aussagekräftig, wenn man auch die Nettokosten der konventionellen Energieträger errechnet und mit den Kosten der Windenergie vergleicht. Dazu habe ich eine interessante Studie von Greenpeace aus dem Jahr 2012 gefunden, die errechnet, was Strom der verschiedensten Energieträger wirklich kostet.
Ich zitiere aus dem Vorwort dieser Studie:
„Was Strom wirklich kostet, ist eine entscheidende Frage in der Debatte
um die Zukunft der Energieversorgung. Die Antwort steht nur zum Teil auf
der Stromrechnung. Zwar findet sich hier die Förderung der erneuerbaren
Energien in Form der EEG-Umlage wieder. Wesentliche Kosten für die konventionellen
Energien werden jedoch nicht auf der Stromrechnung abgebildet.
Kosten, die bislang meist unbeachtet blieben – für die die Gesellschaft aber
gleichwohl aufkommen muss. Würde man die Kosten auch auf den Strompreis
umlegen, würde diese „Konventionelle-Energien-Umlage“ die EEG Umlage
bei weitem übersteigen. Dies belegt unsere Studie eindrucksvoll
und auf wissenschaftlich abgesicherter Faktenbasis.
Damit fällt das letzte Argument, dass die Befürworter konventioneller
Energien so gerne ins Feld führen. Unterm Strich sind Atom und Kohle eben
nicht nur gefährlich und schmutzig – sondern darüber hinaus auch teurer
als Wasser und Wind. Preisvorteil Erneuerbare: Dies ist von nun an die Basis
für die Debatte um die Energie der Zukunft.“
Weiter heißt es in der Zusammenfassung:
„Im Ergebnis trägt die Gesellschaft im Jahr 2012 bei einer Kilowattstunde Windstrom umgerechnet Kosten von 8,1 Cent und bei Wasserstrom 7,6 Cent. Die Gesamtkosten für Strom aus Braun- und Steinkohlekraftwerken summieren sich hingegen auf 15,6 bzw. 14,8 Cent und für Atomenergie sogar auf mindestens 16,4 Cent je Kilowattstunde. Die Kosten für Erdgasstrom liegen bei 9,0 Cent.
Quelle: http://www.greenpeace-energy.de/uploads/media/Stromkostenstudie_Greenpeace_Energy_BWE.pdf

Antwort von Energielobby (30.03.2015 11:51)

@Krauth @Moll
Jetzt überschwemmen Sie nicht nur den ganzen Odenwald sondern seit neuestem auch noch unser schönes Eberbach mit ihren (....) Halbwahrheiten und mit den von der Kohle- und Atomlobby unterstützten halbwahren "Werbefilmchen".
Bisher ohne Erfolg.
Und auch hier in Eberbach wohnen viele Menschen mit mehr Wissen und mit einem ökologischeren Gewissen (....).

Antwort von MichaelHahl (30.03.2015 19:00)

Ohne "Subventionen" lohnt sich bei der Windernergie im Odenwald im Grunde gar nichts - oder anders gesagt: Projektierer, Planungs- und Gutachterbüros, Produktionsfirmen usw. können daran gut verdienen (sofern man nicht immer blindlings weiter investiert, auch wenn bspw. Artenschutzrecht oder realistische Windmessungen längst gegen eine Genehmigung oder gegen Rentabilität sprechen). Und wem es am Ende gelingen sollte, Pacht einzunehmen - durch Verpachtung der projektierten Anlagenstandorte an einen Großkonzern (wie MVV usw.) -, der kann schön reich dabei werden: Je nach Standort 30.000 € aufwärts, ohne Weiteres auch 50.000 und mehr pro Jahr und pro einzelne (!) Windenergieanlage. (Man nehme etwa das Beispiel Augstel/Markgrafenwald mit zwölf projektierten WE-Anlagen und multipliziere ...)

Was die Wirtschaftlichkeit von WEA angeht, müsste man realistisch betrachtet der fluktuativen (= schwankenden) Windenergie auch die Kosten für die erforderlichen Speicher gegenüberstellen - oder aber die Kosten für die notwendigen Schattenkraftwerke (also derzeit, aufgrund von simplen Marktgesetzen sowie technisch bedingt: die Kosten für den Energieträger Kohle als "Schattenkraftwerk"!). (Und nun komme man nicht zum x-ten Mal mit dem Argument, dass bei den AAKW ja noch weit größere Summen anfallen, denn es geht nicht um den Gegensatz Windenergie contra Atomkraft, sondern es geht um eine Energiewende, die auch in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit belastbar ist.)

Damit liegt der Vorteil von grundlastfähigen, also nicht-schwankenden Energieträgern natürlich auf der Hand. Ein grundlastfähiger erneuerbarer Energieträger ist beispielsweise die Geothermie (in ihren beiden Varianten als oberflächennahe GT, eher zur Direktversorgung von Einzelhaushalten geeignet, und als Tiefen-GT, mit der ganze Kommunen versorgt werden können). Bei der Geothermie wird also - im Gegensatz zur Windkraft - keine zusätzliche Speichertechnologie bzw. kein Schattenkraftwerk benötigt.

Wenn man sich dann noch überlegt, das die Windenergie ohnehin lediglich eine "Stromwende" initiieren kann, aber keine Wärmeenergie erzeugt, dann müsste doch eigentlich jedem klar werden, dass diese derzeitige Form einer vermeintlichen "Energiewende" (also einer "Stromwende") mit dieser völlig überzogenen Windenergie-Favorisierung völlig konzeptlos ist - und dass es in keinem Verhältnis steht, diese "Wende-Version" trotz erheblichen Landschafts- und Naturverbrauchs und trotz ungeklärter Infraschall-Risiken sowie erheblicher Lärmbelastung für die Bevölkerung dennoch mit aller Macht herbeizuführen.

Diese "Stromwende" geht am eigentlichen Ziel vorbei: Wind zur Stromgewinnung reicht nicht für eine Begrenzung des CO2-Ausstoßes, weil damit bei derzeit 25.000 WEA lediglich 2,1 % des Endenergieverbrauchs Deutschlands erzeugt werden können (Quelle: Bundeswirtschaftsministerium, 2014). Da hilft es auch nicht weiter, wenn manche Lobbyisten auf die Idee kommen, Windstrom in Wärmenergie umwandeln zu wollen, was thermodynamisch unsinnig ist (im Gegensatz übrigens zur Solarthermie, wo Wärme-Kraft-Kopplung thermodynamisch Sinn macht).

Bei dieser Diskussion kann vieles lediglich gestreift werden. Vielleicht ist es bisher wenigstens ein bisschen gelungen, die Schwächen und Stärken gegenüberzustellen. Es fehlt vielen definitiv an umfassender Information, und - um den Faden aufzugreifen - eine nicht-neutrale IWE schafft hierbei auch lediglich den Blick aus der einen Richtung. Hier im Forum wurde oder wird nun wenigstens Pro und Contra dargestellt. Auf diese Weise, möglichst sachlich und faktenbezogen, kann der Diskurs hier möglicherweise noch weiter gehen. - Von meiner Seite wurde mittlerweile genug geschrieben. Meine Beiträge schließe ich daher mit den Worten eines Buchtitels von Harald Welzer, die als Aufforderung verstanden werden können: "Selbst denken!" - Auch und gerade zur Energiewende Deutschlands!

Antwort von Rainer Kunze (31.03.2015 00:12)

@ von Buerger:
da die Windkraftanlagen bis zu 20 Jahre (und damit praktisch über die gesamte Laufzeit) subventioniert werden, wird sich kaum jemand von Netto-Preisen überzeugen lassen :-(

Aber hier mal wieder ein paar Zahlen:
Die Hersteller von Windkraftanlagen werben gerne mit der Nennleistung ihrer Windmühlen.
Dass diese Nennleistungen aber erst teilweise weit jenseits einer Windgeschwindigkeit von 10 m/s erreicht werden findet man nur im Kleingedruckten.
So hat beispielsweise eine Nordex N117, wie sie im Windpark Bayerischer Odenwald steht, eine Nennleistung von 2400 KW. Bei den für Eberbach prognostizierten Windgeschwindigkeiten um die 6 m/s käme die Anlage dann nur noch auf knapp 650 KW. Und die erzeugte Energie läge dann statt bei 21 Mio. KWh nur bei etwa 5,6 Mio. KWh jährlich.

Zudem werden die Erträge auch noch schön gerechnet.
Hier wieder das Beispiel Bayerischer Odenwald.
Dort haben Gutachten eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von 5,75 m/s ergeben. Bei dieser Windgeschwindigkeit hat das Windrad noch eine Leistung von ca. 550 KW.
Ich komme damit für die fünf Anlagen, die dort stehen, nur auf etwa 24 Mio. KWh, statt der auf der Webseite angegebenen rund 30 Mio. Kilowattstunden jährlich.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

P.S.: Der Windpark Bayerischer Odenwald (mit fünf Windkraftanlagen) hatte ein Gesamtinvestitionsvolumen von 26,7 Mio. Euro.

Antwort von O. Vietz (31.03.2015 11:29)

Wenn Eberbach sich wie gehabt wieder einmal hinter(oden)wäldlerisch gegen eine Innovation entscheidet und für das Verharren in der Vergangenheit, so kann man sich in Eberbach bereits heute auf gewaltige Energieversorgungsprobleme in der Zukunft einstellen: Wer glaubt, dass dann noch EIN sonst immer ach so herbeigesehnter Tourist sich in ein Hotel oder ein sonst so vermisster Einkäufer in ein Geschäft im Einzelhandel von außen sich nach Eberbach verirrt, der täuscht sich. Welcher Hotelgast will schon in seinem Zimmer selbst das Holz oder die Kohle zum Feuern in den Ofen werfen ? Durch die Ablehnung der Windkraft auf den eigenen Stadtgebiet ist Eberbach wiedermal dabei, den Anschluss an die neuesten Entwicklungen zu verlieren und sich zum Gespötte des Rhein Neckar Kreises sowie des ganzen Rhein Main Neckar Gebietes zu machen. Und das obwohl der Herr Reichert ja EIGENTLICH versprochen hatte, die Bedeutung der Stadt als Mittelzentrum zu stärken und zu VERHINDERN dass Eberbach NOCH WEITER ABGEHÄNGT wird !!!!
Diese Panikmache der ewig Gestrigen gegen die Windkraft schadet der Eberbacher Wirtschaft.

Antwort von Befürworter (31.03.2015 14:23)

@ Michael Hahl,
Sie jonglieren in Ihrem Beitrag zwischen Stromerzeugung und Gesamtenergieerzeugung, wobei die Windenergie lediglich zur Stromerzeugung beitragen könne. Deshalb möchte ich hier folgende Fakten ergänzen.
1. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch betrug in 2014 über ¼, nämlich 27,2%. Die Windenergie mit einem Anteil von 8,6 % am Gesamtstromverbrauch war der wichtigste regenerative Energieträger. Die Geothermie spielte bei der Stromerzeugung 2014 noch überhaupt keine Rolle. Quelle: http://www.unendlich-viel-energie.de/strommix-deutschland-2014
2. Sie vergessen die Elektromobilität, die allein schon wegen der schwindenden Rohölressourcen unsere konventionellen Benzin- und Dieselmotoren ersetzen wird. Der Anteil des Stroms an der Gesamtenergie wird also weiter steigen. Um diesen Strom zu erzeugen, wird man ein breites Spektrum an Energieträgern (Wind, Wasser, Sonne, Biomasse, Geothermie) benötigen.
3. Die von Ihnen als Lösung empfohlene Oberflächengeothermie ist sehr sinnvoll, liefert aber ausschließlich Wärme. Die Tiefengeothermie ist geeignet, Wärme zu liefern und Strom zu erzeugen und ist eine interessante Technologie, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne sehr gut ergänzen könnte und damit CO2 produzierende Kohlekraftwerke völlig überflüssig macht. Doch diese Technologie wird den Strombedarf der Zukunft alleine nicht decken können. Auch diese Technologie kann bisher nicht wirtschaftlich betrieben werden, sondern bedarf staatlicher Subventionen. Auch gegen die Tiefengeotherme gibt es Bürgerproteste.

Antwort von Befürworter (31.03.2015 14:44)

@ Reiner Kunze,
Ihre Argumentation, dass Windkraftanlagen bis zu Ihrem Lebensende subventioniert würden gilt für die allermeisten Anlagen der Stromerzeugung, nur dass bei der Kernenergie und den Kohlekraftwerken die Subvention nicht auf der Stromrechnung (EEG) ausgewiesen ist, sondern über das Steueraufkommen finanziert wird und das z.T. noch weit über die Lebensdauer hinaus. (z.B. Endlagerung des Atommülls, Rückbau der AKW, gesellschaftliche Kosten des CO2 Ausstoßens von Kohlkraftwerken…). Würde man diese Kosten auf den Strompreis umlegen, dann wären Windanlagen ohne jede Umlage mit hoher Rendite zu betreiben.
Ihre Ausführungen, dass Windräder ihre Nennleistung nicht erreichen und z.B. auf dem Standort Hebert mit den dort gemessenen Windgeschwindigkeiten nur 1/4 bis 1/5 der Nennleistung erreichen können, ist eine Banalität und kein Argument gegen den Bau von Windenergieanlagen im Odenwald. Nennleistung heißt, dass das die maximale Leistung ist, die ein Windrad erbringen kann. Um auch Windstärken von 10- 12m/sec. nutzen zu können, muss das Windrad eine Nennleistung haben, die auf diese Stärken ausgelegt ist. Um Ihren Vergleich mit dem Auto heranzuziehen: Wenn die maximale Leistung Ihres Autos 150 KW beträgt, so können Sie diese 150 KW im Stadtverkehr und auf Landstraßen auch nicht einsetzen, da dort maximal 50 bzw. 100km/h erlaubt sind. Da diese hohen Windstärken aber nicht immer vorliegen, wird der Ertrag eines Windrads nicht an der Nennleistung festgemacht (das wird weder im hessischen Odenwald noch bei Buchen getan). Deshalb beziehen sich die Rentabilitätsrechnungen nicht auf die Nennleistung sondern auf den Jahresertrag. Ihre Rechnung bezüglich des Hebert, mit ca. 6 m/sec Windgeschwindigkeit ergäbe dann die von Ihnen prognostizierten 5,6 Mio KWh pro Jahr und Windrad, bei 8 Windrädern, die auf dem Hebert nach Aussagen von Herrn Simon bei der IWE- Veranstaltung möglich seien, wären das 44 Mio KWh jährlich. Damit könnte der Strombedarf Eberbachs abgedeckt werden. Warum Sie ein solches Ergebnis negativ bewerten bleibt völlig unklar.

Antwort von Buerger (31.03.2015 22:36)

@alle: Danke für die vielen Reaktionen, ich schätze den Diskurs.
@Peter Stumpf: Ihren Beitrag schätze ich sehr, allerdings zweifle ich Greenpeace als unvoreingenommene Quelle ebenso an, wie den BUND. Wahrscheinlich werden Berechnungen aber ähnlich ausfallen, vom generellen Trend.

Allerdings berücksichtigt keine der Betrachtungen die Leistungsfähigkeit einer Anlage bei durchschnittlicher Jahreskapazität - d.h. die Kosten pro KW/h sind nur im Grundsatz aussagekräftig. Was nützt eine günstige Stromerzeugung, wenn die Anlage nur wenig effektiv ist - womit wir wieder bei notwendiger Windhöffigkeit und der Grundlast - Problematik sind.

Vermutlich ist es wie im wahren Leben:

1) Der Mix macht's
2) Die Wahrheit liegt nicht im Extrem
3) Fast jede Form von (dauerhafter) Subvention "ist Mist"

Antwort von Whistleblower (31.03.2015 23:01)

Wie die Initiative Windenergie für Eberbach gerade bekannt gibt, können wir uns alle diese hitzige Diskussion sparen.
Anscheinend hat die IWE bisher geheime Informationen zugesteckt bekommen, die eine andere Vorgehensweise der Stadt Eberbach andeuten.

siehe http://www.iw-eberbach.de/sensation.html

Antwort von hoschpes (01.04.2015 08:24)

@Edward Snowdon
Danke. Die erste Energiewende, die man mit dem Begriff "intelligent" in Zusammenhang bringen kann. Wenigstens einen Tag lang.

Antwort von Scherzkeks (01.04.2015 09:21)

Naja, wenn man einen Aprilscherz machen will, dann sollte man das nicht schon am 31. März tun.......

Antwort von Buerger (01.04.2015 20:48)

... und den Scherz rechtzeitig aufklären.

Antwort von Tonio Kröger (01.04.2015 23:42)

Bezug zum Leserbrief in der Rhein Neckar Zeitung vom 30.3.15: "Gedient wird der Windenergie-Lobby". Heute kam die Antwort des Vorsitzenden der AGL, auch in Form eines Leserbriefes. Zunächst einmal Herr Stumpf scheinen Sie sich selbst nicht so gut auszukennen, denn Sie schreiben "Beim Hebert findet zunächst der Bürgerentscheid statt, erst danach kann bei positivem Ausgang alles Weitere in die Wege geleitet werden." Es gibt aber (leider) keinen Bürgerentscheid, das wäre ja mal ein Zeichen gewesen, sondern diese unsägliche Bürgerbefragung, die nicht bindend ist und wohl eher für die Katz! Also was soll die Scheinheiligkeit? Die Windindustrieanlage wird kommen und wenn nicht als Bürgerwindindustrieanlage (Park ist ja wohl ein Euphemismus!), dann als "Großinvestoren-Projekt", obwohl es Schwachwindgebiet ist, aber das interessiert ja niemanden hier.
Sie fragen, wo soll der Strom herkommen? Ich frage, warum läuft die Schleuse in Rockenau als Kleinkraftwerk? Damit von der EnBW Fördergelder abgegriffen werden können? Die Schleuse produziert Strom auf Sparflamme, da wären weitere Kapazitäten!

Achso und wegen Lobbyismus... Wen es interessiert, es gibt bereits die Initiative Windenergie im Odenwald (IWO), die sich als Windkraftlobby bezeichnet! Aus der IWO gehen Mitglieder (Lobbyisten!) in die IWE und dann wird allen Ernstes noch behauptet, hier würde neutral aufgeklärt? Gedient wird eben doch der Windenergie-Lobby! Vorauseilender Gehorsam inklusive.....

So dreist wie die IWE hier im Forum wirbt, wird sie mit Sicherheit auch bei der Infoveranstaltung der Stadt am 28.4.15 in der Stadthalle vertreten sein, obwohl es sich um eine Veranstaltung der Stadt Eberbach handelt... aber da kennt ja auch die AGL nix, die waren ja auch letztes Jahr mit einem PRO-Windkraft-Stand vertreten in der Stadthalle, obwohl es sich um Bürgerinfoveranstaltung seitens der Stadt gehandelt hat. Alle sind gleich, nur manche sind eben gleicher.....

Antwort von hoschpes (02.04.2015 07:00)

Weil es die letzten Tage gerade so schön "geblasen" hat... - hat jemand eine Statistik bereit, wieviel Ökostrom wg. Überkapazität ins Ausland regelrecht verschleudert wurde? - Oh! Schweigen im Walde. Bauen wir einfach weiter diese Dinger, Geld kommt ja so oder so rein.

Antwort von Jürgen Creß (02.04.2015 08:47)

Sehr geehrter Tonio Kröger

Bevor Sie anderen Scheinheiligkeit und Unaufrichtigkeit vorwerfen, sollten Sie selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Währenddessen sich die die AGL eindeutig positioniert, wozu nur wenige Ratsmitglieder der anderen Parteien bereit sind, und ganz klar für die Windkraft plädiert, kommen von Ihrer Seite häufig nur unhaltbare Anschuldigungen, die teilweise in Verleumdungen übergehen, Egal, ob Peter Stumpf, Peter Grambitter, Jens Thomson oder ich, wir bekennen uns ganz klar zur Windkraft, während Sie sich nur hinter einem Pseudonym verstecken. Wer ist den da der Scheinheilige und Unaufrichtige?

Antwort von Peter Stumpf (02.04.2015 14:06)

@ Tonio Kröger
Dass die AGL für einen Bürgerentscheid im Gemeinderat eingetreten ist, dürfte auch Ihnen mittlerweile bekannt geworden sein. Die Mehrheit des Gemeinderats hat die Bürgerbefragung gewünscht, die nun ab Ende April stattfindet und an der hoffentlich viele Bürgerinnen und Bürger teilnehmen um zu einem aussagekräftigen Votum zu kommen. Unterstellen Sie doch nicht den Gemeinderäten (unabhängig welcher Fraktion), dass sie gegen den eindeutigen Wunsch der Bürgerschaft etwas durchsetzen werden und Großinvestoren zum Zuge kämen. Woher nehmen Sie diese völlig haltlosen Behauptungen?
Dass Sie jetzt schon eine lokale Bürgerinitiative als Lobbyismus abtun, heißt, dass alle Antiwindkraftinitiativen auch Lobbyisten sind, und von denen gibt es in unserer Region einige. Anscheinend ist es in Ihren Augen selbstverständlich gegen Windkraft aktiv zu werden, aber wenn Bürgerinnen und Bürger sich pro Windkraft organisieren, werden sie von Ihnen als Windkraftlobbyisten abgetan. Auf derartige Diffamierungen wird die Eberbacher Bevölkerung nicht hereinfallen.
Was Ihre Ausführungen zu einem Stand bei der letzten städtischen Infoveranstaltung betrifft, so hatten alle Gemeinderatsfraktionen diese Möglichkeit, weil es selbstverständlich ist, dass nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Gemeinderäte als gewählte Vertreter der Eberbacher Bevölkerung mit den Bürgern ins Gespräch kommen sollten. Häufig wird Bürgernähe vermisst, wenn sie praktiziert wird, passt Ihnen das auch wieder nicht. Bei der Bürgerversammlung am 28. April können Sie ja einen Stand z.B. als „Eberbacher Gegenwindlobby“ beantragen. Ach so, dazu müsste man aber seine Anonymität aufgeben und Eberbacher Bürger/in sein.

Antwort von Oli H (02.04.2015 16:29)

Leider hat die Diskussion hier ihren Informationsgehalt verloren, es scheint nur noch um gegenseitige Vorwürfe zu gehen.

Mich würde aber noch interessieren, worin den die Vor- und Nachteil der Windkrafterzeugung in Eberbach und Umgebung liegen.


Also, in anderen Worten, die Frage an alle Beführworter der Windkraft im Allgemeinen:
Warum sollten wir Windkraftanlagen IN EBERBACH UND/ODER UMGEBUNG installieren?

Und die Frage an alle Gegner der Windkraft (oder Gegner der Windkraftlobby, usw.):
Warum sollten wir keine Windkraftanlagen IN DER UMGEBUNG VON EBERBACH installieren?


Also der konkrete Bezug der Fragen auf Eberbach sollte klar sein. Entsprechende Antworten werde ich sammeln und später hier zusammenfassen. Wichtig ist mir der Bezug zu Eberbach.

Oli

Antwort von Peter Grambitter (02.04.2015 17:56)

@Oli H

Dann kommen Sie doch auf die Veranstaltungen der IWE, da werden Sie auch Windenergiegegner antreffen, die sich zu Wort melden.

Oder gehen Sie auf die Website der IWE iw-eberbach.de, die wird stückweise mit Argumenten pro Windenergie bestückt werden.

Auf der facebook-Seite der IWE finden Sie ebenfalls Informationen und einen Bereich für kommentierbare Gästebeiträge, da finden Sie auch Windenergiegegner, die ihre Argumente beitragen.

Die Informationsdichte ist (leider) noch ein wenig gering, die IWE hat erst angefangen, alle ehrenamtlich arbeitenden IWE-Leute bemühen sich Material, Argumente und Links zusammenzutragen.

Jetzt geht's aber erst mal zum Ostereiersuchen - verbunden mit dem Wunsch nach schönem Wetter. Der Wind braucht auch nicht übrermäßig zu blasen, es steht ja noch keine Anlage *lach.

In diesem Sinne

Antwort von Rainer Kunze (02.04.2015 18:49)

@ Oli H:
Generell habe ich so meine Zweifel an der Wirtschaftlichkeit von Windrädern im Odenwald und damit auch in Eberbach.
Die Gemeinde Mossautal nimmt ihre Option auf eine Beteiligung am Windpark Geisberg GmbH aus Zweifeln an der Wirtschaftlichkeit nicht wahr, die Gemeinde Lützelbach hat mit ihrem kommunalen Windrad im Windpark Hainhaus seit 2012 ein Minus von 390.000 Euro erwirtschaftet.
Warum sollte es dann in Eberbach besser laufen?

Die einzigen, die sicher zu ihrer Rendite kommen, sind die Hersteller der Windkraftanlagen, die Projektierer und vielleicht noch die Verpächter der Standorte.
Das finanzielle Risiko liegt aber allein bei den Betreibern und somit in Eberbach bei den potentiellen Teilhabern an einem Bürgerwindpark!!

@Peter Stumpf:
Dass die AGL für einen Bürgerentscheid zum Thema Windkraft eingetreten ist, ist ja sehr löblich und es ist bedauerlich, dass daraus nur eine, für den Gemeindrat in keinster Weise bindende, Bürgerbefragung geworden ist.
Schade nur, dass Sie in Ihrem Leserbrief in der Rhein Neckar Zeitung weiter von einem Bürgerentscheid schreiben und damit den Eindruck erwecken, das Ergebnis sei verbindlich.

Antwort von Oli H (04.04.2015 01:05)

@Peter Grambitter
Meine Fragen werden auf ihrer Webseite iw-eberbach.de leider in keinster Weise beantwortet. Ich möchte nicht wissen, warum Windkraft ökologisch ist, das ist mir im wesentlich schon klar. Auch die Wirtschaftlichkeit interessiert mich nicht wirklich, da ich kaum zu den Nutzniessern einer wie auch immer gearteten Wirtschaftlichkeit gehören werde. Infraschall? Auch nicht entscheidend für mich. Und, Nein, ich möchte nicht zu einer ihrer Veranstaltungen kommen. Ich möchte auch nicht zu einer Veranstaltung der Gegner gehen. Ich kann leider nicht auf allen Parties tanzen, obwohl es viele wichtige gäbe, zu denen man gehen könnte. Ich bin berufstätig, vollzeit, muss pendeln, habe Kinder, will noch etwas Sport machen, mache noch dies und das, und stelle fest, irgendwann sind 24h verbraucht.

Nein, nochmal die Fragen, ganz egoistisch gestellt:

Was haben wir Eberbacher von einigen Windkraftanlagen in unserer direkten Umgebung? Welchen Vorteil haben wir dadurch? Was gewinnen wir?

Und an die Gegner:

Was ist der Nachteil für uns hier in Eberbach und Umgebung,wenn Windkraftanlagen aufgestellt werden? Was ist der Vorteil, wenn wir uns dagegen entscheiden und sie nicht gebaut werden.

Diese Fragen sollten doch von beiden Seiten recht einfach beantwortet werden können. Wer für Windräder am Hebert ist, der kann mir erklären, was für die betroffenen Eberbacher und Rockenauer dadurch besser wird. Wer so vehement dagegen ist, der kann mir doch klar sagen, was mein Nachteil als Eberbacher dadurch ist. Zum Verständniss: Nur weil ein Projektierer und ein Grundbesitzer einen riesen Reibach machen, muss das doch nicht schlecht für mich sein, nein, es kann mir erstmal egal sein, oder ich freue mich für sie. Ich gründe doch auch keine Initiative gegen Lottospielen, nur weil mein Nachbar gewonnen hat und nicht ich. Naja, vielleicht, bekomme ich ja meine Antworten noch, obwohl ich schon ein schlechtes Gewissen habe, überhaupt diese Fragen gestellt zu haben.

Oli Heil

Antwort von Befürworter (04.04.2015 12:57)

@ Oli H
Sehr geehrter Oli H.,
Ihre Frage, was wir Eberbacher von Windkraftanlagen in unserer Umgebung haben, ist nicht losgelöst von der Energiewende und damit weg von der Kernenergie und dem umweltschädlichen Kohlestrom zu sehen. Ein Windpark auf dem Hebert ist ein Beitrag zur regenerativen Energieerzeugung und das ist für mich der wichtigste Grund. Die Frage warum Windenergie in unserer Region, kann nicht losgelöst von dem allgemeinen Ziel einer umweltfreundlicheren und CO2 freien Stromerzeugung betrachtet werden. Neben diesen übergeordneten Argumenten gibt es aber auch Argumente, die für Standorte in unserer Region z.B. dem Hebert sprechen.
Ein wichtiges Argument für mich ist, dass mit einem Windpark auf dem Hebert der gesamt Strombedarf Eberbachs erzeugt werden könnte. Wir Eberbacher könnten uns dadurch mit regenerativem Strom versorgen und würden nicht mehr zum Umpflügen ganzer Landstriche durch Braunkohleabbau, dem klimaschädlichen CO2 Ausstoß durch Kohlekraftwerke usw. beitragen.
Auch könnten wir mit einen Bürgerwindpark dafür sorgen, dass die Gewinne nicht den Großkonzernen zu Gute kämen, sondern vor Ort bleiben und darüber hinaus über Pacht und Gewerbesteuer zu einer Verbesserung der städtischen Einnahmen beigetragen würde. Nur so viel als Randnotiz, die Schließung des Hallenbades aus Kostengründen wird zur Zeit diskutiert, eine Einnahmeverbesserung in nicht unerheblicher Höhe könnte hier Abhilfe schaffen.
Auch erscheint der Hebert nach jetzigen Erkenntnissen wegen der Windhöffigkeit und der vorhandenen Infrastruktur (Straße, Wege, Stromleitung) als geeigneter Standort. Weitere Untersuchungen müssen hier Klarheit bringen.

Antwort von Buerger (04.04.2015 14:56)

Kann mich OliH in einigen Punkten anschließen.

Die Folgen für Eberbach sind einfach nicht klar.

Antwort von Michael Hahl (04.04.2015 23:18)

Facettenreiche Gründe, Herr Heil, wie schon oben angemerkt. - Einer der wichtigsten vielleicht: Weil wir die Natur - und damit den Wald und die naturnahe, nicht-technisierte Landschaft, gerade auch vor unseren eigenen Haustüren - für unser eigenes inneres Wohlbefinden brauchen. Und weil schon viel zu viel davon zerstört und zerstückelt wurde. - Schöne Ostertage!

Antwort von Pro Strom (05.04.2015 19:24)

@ Oli H

Ob "ein Projektierer und ein Grundbesitzer einen riesen Reibach machen", auch wenn sich die Anlage im Endeffekt als unwirtschaftlich herausstellt, kann Ihnen eben nicht egal sein. Weil mit ziemlicher Sicherheit der Steuerzahler dafür aufkommen muss, damit auch Sie persönlich.

Antwort von Peter Grambitter (05.04.2015 21:21)

@ Oli H.

noch mal nachschauen: iw-eberbach.de/faq.html

Antwort von hoschpes (06.04.2015 10:02)

@Oli H.
Wenn Sie dafür stimmen, wird sich weder Ihre Stromrechnung verringern, noch leisten Sie einen nennenswerten Beitrag zum CO2 Abbau. Selbst wenn die gesamte verbrauchte Elektrizität der Bundesrepublik durch Windräder erzeugt werden würde… - im Weltmaßstab wäre die CO2-Verringerung so marginal, dass sie nicht zu messen wäre. Der Eberbacher Anteil hätte daran eine Bedeutung wie ein Mäusepups im Weltall, und das ist noch eine optimistische Schätzung.

Wenn Sie nach den konkreten Auswirkungen für die Eberbacher fragen, dann ist es nun mal so, dass jeder Mensch individuell andere Schwerpunkte setzt. Dem einen macht es etwas aus, in einem zerstörten Landschaftsbild zu leben, dem anderen nicht. Dem einen ist es piepegal, ob die Tourismusbranche hops geht, der andere hätte vielleicht gerne, dass mal sein Kind eine Lehrstelle in dieser Branche bekommt. Der eine verträgt die gesundheitlichen Auswirkungen von WEAn, der andere nicht. Der eine hat ein Eigenheim in Sichtweite und verkraftet einen Wertverlust, der andere nicht. – Eines sollte aber klar sein: die WEA am Hebert (die kommen wird, das ist sicher wie das Amen in der Kirche) ist „der Fuß in der Tür“ der lokalen Windkraftlobbyisten. Wie aus den Berichten aus dem Gemeinderat hier im EbCH zu lesen war, geht ein AGL-Funktionär schon voran und bringt einen zusätzlichen Windmühlen-Standort ins Spiel.

Gefährlicher und konkreter wird es für Sie, Herr Olli H., als Eberbacher in einem Bereich, der Sie nicht interessiert – dem finanziellen/wirtschaftlichen Aspekt. Es sollte Sie aber interessieren. – Vorweg sei Ihnen gesagt, dass Ihr Vergleich mit dem „Lottospielen“ hinkt. Denn der Lottomillionär wird „bezahlt“ von den teilnehmenden Lottospielern, nicht von der Allgemeinheit. Jedem bleibt freigestellt, ob er bei diesem Spiel teilnimmt oder nicht. Das ist bei dem Spiel „Erneuerbare Energieabgabe“ nicht möglich. Dem können Sie nur entkommen, wenn Sie so wenig Strom wie möglich konsumieren. Ganz entkommen können Sie nicht, wenn Sie nicht gerade unter der Brücke leben wollen. Bei diesem „Subventions-Spiel“ können nur wenige gewinnen, einzahlen müssen aber alle. Das ist kein Neid, das ist eine Gerechtigkeitsfrage. Ungerechter ist nur noch die GEZ, die Sie selbst dann noch bezahlen müssen, wenn Sie null Medien konsumieren.

Es ist bezeichnend, dass diese Gerechtigkeitslücke hier in den Beiträgen der Befürworter von WEAn mit keinem Ton thematisiert wird. Bei der IWE ist das verständlich und legitim. Bei der AGL aber, die doch allen Eberbacher Bürgern verpflichtet sein sollte, zeugt es schon von einer gehörigen Portion Chuzpe , von „Bürgerwindpark“ und „Bürgerbeteiligung“ zu sprechen. Wohlwissend, dass ca. 95 % der Eberbacher Bürger mangels finanzieller Mittel davon ausgeschlossen werden. Noch pikanter wird es, wenn man bedenkt, dass zu den Existenzgrundlagen grün-alternativer Politik neben dem Umweltschutz auch ein kapitalismuskritischer Standpunkt gehört. Und man jetzt bundesweit und lokal vor Ort, wie hier in Eberbach, gemeinsame Sache mit Subventionsrittern macht.

Nun bleibt es jedem freigestellt, bei Entscheidungen seiner privaten Vermögensanlage auf den Rat von Oberstudienräten und Kulturschaffenden zu vertrauen. Anders wird es, wenn es um die Beteiligung der Stadt Eberbach bei diesen WEAn geht. Die Liste der missratenen Eberbacher kommunalen Großprojekte ist lang. Man kann hier im Forum gerne die Threads nachlesen… - Schmeißer Stift… Umbau HSG…. Neugestaltung Neuer Markt… Stadtmarketing…., und der nächste „Klops“ ist schon in Arbeit, Stichwort „Schotterparkplatz“. Allen gemein ist diesen Projekten der (....), in Planung, Beschlussfassung und Durchführung. Was nicht zuletzt dazu geführt hat, dass Eberbach das Image einer „dahinsiechenden Stadt“ bekommen hat, oder, wie es an andrer Stelle in diesem Forum genannt wird: die „Lachnummer des Kreises“ ist. - Woher nach dieser Pleiten-Pech-und Pannen-Serie jetzt das Vertrauen kommt, dass ausgerechnet das Multimillionenprojekt „WEA Hebert“ der große Wurf für die Eberbacher Finanzen sein wird, das müssen Sie, Herr Oli H., und alle Eberbacher für sich selbst beantworten. Die zweifelhafte Wirtschaftlichkeit dieses Projekts ist hier schon zu genüge angesprochen worden.

Wenn demnächst die IWE die Exkursion zur der WEA Mossautal veranstaltet, dann kann man ja mal nachfragen, warum die Gemeinden Erbach und Mossautal die Beteiligung an den dortigen WEAn abgelehnt haben und dies auch ihren Bürgern empfiehlen. – Wenn die WEA „Hebert“ in den Sand (stein) gesetzt wird, dann wird das Auswirkungen auf Sie, Herrn Oli H., und auf alle Eberbacher Bürger haben. Das würde ein weiterer ganz ganz dicker finanzieller Sargnagel für Eberbach werden mit Folgen für kommunale Leistungen und andere anstehenden Infrastrukturaufgaben. Beim Schließen des Hallenbades wird es dann nicht bleiben.

Antwort von Realist (06.04.2015 11:25)

Es ist mir ehrlich gesagt egal, ob auf dem Hebert WA gebaut werden oder nicht.
Man sollte aber jedem klarmachen, dass mit jeder Windkraftanlage bzw. Photovoltaikanlage,
welche gebaut wird, die EEG-Abgabe und somit der Strompreis steigt.
Mit der EEG-Abgabe wird der Bau von WA und PVA gefördert und finanziert.
Wer ist der Hauptlieferant solcher Anlagen ?..... Genau die Chinesen.

Und das für eine Technologie, welche weder Atomkraftwerke noch Kohlekraftwerke ersetzen kann.
Wenn man oben liest, dass durch die WA auf dem Hebert, der gesamte Strom für Eberbach erzeugt werden kann, dann sieht man, dass es hier noch an Verständnis mangelt.

Das wichtigste Kriterium für eine sinnvolle Stromerzeugung ist der "zeitliche Verlauf". Was bringt es mir, wenn ich bei starkem Wind viel Strom erzeuge und bei Windstille keinen ?

Soll die Industrie in Eberbach bei Windstille und nachts, wenn keine Sonne scheint, die Produktion einstellen ?
Strom muss dann produziert werden, wenn er gebraucht wird. Da bringt es nichts, wenn wir unseren Öko-Strom ins Ausland verkaufen müssen, und im Gegenzug aus Frankreich und Tschechien von deren veralteten und unsicheren Atomkraftwerken Strom beziehen müssen !

Ich bin ein absoluter Gegner von Atomkraft. Solange es jedoch keine sinnvollen Alternativen gibt, wird es ohne diese Art von Stromerzeugung, keine zuverlässige Stromversorgung geben.

Es ist egal, ob der Atomstrom in Deutschland oder nach Abschaltung unserer Kraftwerke im Ausland erzeugt wird.
Die Strahlung bei einem Unfall macht keinen Halt an Staatsgrenzen.

Somit unterstützen wir mit unserer EEG-Abgabe nicht nur chinesische Firmen, sondern fördern gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der alten und maroden Kernkraftwerke unserer Nachbarn.


Antwort von Pro Wind (06.04.2015 16:02)

@Club aller Gegner
1. Die Landschaft wird durch Windstrom gegenüber allen anderen nicht regenerativen Stromerzeugungen extrem geschont.
2. Trotzdem: Für jeden Wind-Eingriff in die Natur müssen Ausgleichsflächen geschaffen werden. Das verschweigen die Gegner immer.
3. Eberbach kann seinen Strom hier selbst erzeugen. Das hilft der Stadtkasse, das hilft den Stadtwerken und das hilft den Bürgern, die ein Umweltgewissen haben und sich für die nächste Generation interessieren.
4. Wem das noch immer nicht reicht, der möge beim nächsten Einschalten des Lichtes immer an die vielen Toten denken, die für seinen Strom gestorben sind und noch sterben werden.
5. Wenn Windstrom in gleichem Maß wier andere Stromarten gefördert werden würde, würden die Windräder nichts mehr kosten. Leider wird aber von jedem Steuerzahler, ob er will oder nicht, durchgehend bis über die nächsten Generationen Atom und Kohlestrom teuerst bezahlt. Das machen die Windgegner alle voller Freude! Und sagen auch noch, ohne mit der Wimper zu zucken, dass Windstrom teuer wäre. Pfui.
Fazit: Eberbach, deren Familien und deren nächste Generationen haben nur Vorteile duch Windräder. Die Energiegroßkonzerne und deren Werbemaschinerie (Prof. Dr.) sind natürlich dagegen. Denn jeder vor Ort erzeugte Strom schmälert deren Gewinn und mcht die umweldschädliche Stromerzeugung unrentabler.

Antwort von Peter (19.04.2015 18:20)

Ob Rentabilität Naturschutz oder Energiekosten für und wider pro und contra ob CO2 woran der Anteil von der Menschheit verursacht gesamt 1,2% Global betrifft? Ich wohne hier in Rockenau in einem nicht eingepackten Haus mit funktionierender Thermik etc. Luftaustausch was man als Maler auch gelernt hat, dass Wände atmen können mussen zur Miete und die Heizkosten sind auch mehr als in den eingepackten Häusern. Gerade weil mir meine Gesundheit ( und ich habe nur diese Eine ) sehr am Herzen liegt ist es mir eigentlich egal wenn hier WKA`s gebaut werden. Es gibt ja noch mehr Flecken auf dieser Erde und evtl. Städte in Europa denen die Gesundheit der Bürger wichtiger als Profit einzelner ist. In England dürfen z.B. wegen dem Infraschall WKA`s nur mit einer Distanz von mindestens 3000 Metern vom ersten Haus entfernt aufgestellt werden. Für mich persönlich gibt es keine Richtwerte irgenwelcher belastenden Stoffe Wellen Strahlungen etc. für mich sind die Grenzwerte die Empfindungen meines Körpers. Also auf ein gutes weiters Zusammenleben oder darauf viele Eberbacher kennen gelernt zu haben! Wer sich menschlich verhalten will zieht zuerst mal alle Informationen heran bevor Er sich vor einen Karren spannen lässt, wie man es zu früherer Zeit mit Ochsen getan hat! Gemeinderäte Anzeigen wegen der Gesundheitsschädigung muss ich dann auch nicht weil ich vorher schon gehen werde! Alles von mir hier erwähnte steht auch irgendwo im Internet Googeln könnt Ihr ja selbst!

Antwort von hoschpes (20.04.2015 09:23)

@Peter
Von Eberbach wegziehen, das ist auch eine Lösung. Das kann nur nicht jeder und will auch nicht jeder. Mit dem Thema "Gesundheit und WKA" wird sowieso ziemlich großzügig umgegangen. Nach dem bekannten Motto: "Was der Körper nicht bewußt spürt, kann auch nicht schädlich für ihn sein." - Seltsam, die gleichen Leute die heute Infraschall verharmlosen, haben vor zwanzig Jahren die Strahlung angeprangert, die von den installierten Handymasten ausgehen sollte. Man hängt eben sein Mäntelchen immer nach dem Wind.

Eine Steigerung ist nur noch möglich, wenn die Mitglieder der IWE und AGL behaupten würden, WKAn seien gesundheitsfördernd. Es wird ja auch immer wieder verharmlosend von "WindPARK" gesprochen. Wohlwissend, dass man mit der Bezeichnung "Park" Erholung, Natur, Ruhe verbindet. Es kann ja sein, dass die IWE und AGL - Leute zui ihren Familien sagen "Heute machen wir einen Ausflug in den Park" und sich diese Familie glückstrahlend auf der Picknickdecke direkt unter Windmühlenflügeln wiederfindet. Dann trifft der Begriff "Park" zu. Für alle anderen Menschen sollte es jedoch klar sein, was eine WKA ist: Ein Industrieobjekt mitten im Wald.

Antwort von Windrad ist gut (20.04.2015 10:15)

@Peter
Dass Infraschall für den Menschen völlig unschädlich ist, sollte sich mittlerweile auch bis zu Ihnen rumgesprochen haben. Ein falscher, gegenteiliger Verweis auf ältere oder unsinnige Internetseiten bringt Ihnen da schon seit Jahren nichts mehr, Infraschall ist halt völlig ungefährlich, selbst in 1 Meter Entfernung!
Und falls Sie nach England umziehen möchten, dies ist mit Sicherheit tausendfach schlimmer als jedes in der Gegend stehende und sich einfach so drehende Windrad.
Beispiel: Kraftwerke Drax mit Luftverseuchung und dafür notwendigen Steinhohlebergbau - recherchieren Sie gerne mal und viel Spaß beim Lüften in ihrer neuen Wohnung.
Lecker.
Dann doch lieber ein Windrad ansehen - dürfen!

Antwort von Peter (20.04.2015 20:16)

@ Windrad ist gut, Ich habe in Waldbrunn im Forschungskreis für Geobiologie 1992 die Beraterprüfung abgelegt. Dort habe ich sehr viel gelernt was auf einen Menschen Wirkung hat und jeder Mensch ist nochmal um vieles mehr empfindlicher wenn er nachts sich erholen will und alle Körperfunktionen runterfährt. Nur weil Sie sagen dass Infraschall gesund ist glaube ich das sofort und bin daraufhin totaler Befürworter dieser windigen Geschäftsidee.
@ Hoschpes, das mit der Handystrahlung und den digital gepulsten Frequenzen, da haben schon Kapazitäten um 1990 in den Vorträgen vom Forschungskreis in der Stadthalle um 1990 rum gewarnt. Wie gut dass ich nicht nach dem Slogan leben muss: wessen Brot ich ess dessen Lied ich sing. Man könnte dann aber vielleicht die Stadt bitten einen kleinen Festplatz dort zu errichten um direkt vor Ort den so gesunden Infraschall sich in voller Dröhnung reinziehen zu können.

Antwort von hoschpes (20.04.2015 20:51)

@Windrad ist gut
Glückwunsch zur gelungenen Satire.

Antwort von Peter Grambitter (21.04.2015 14:06)

@Peter,
wenn ich lese, dass Sie Ihre Weisheit von den Waldbrunner Geobiologen haben, wird mir ein bisschen schwindelig.
Ich war auch mal interessehalber auf der Tagung in der Stadthalle, bin aber ziemlich verstört wieder gegangen, wie derartige Spökenkiekerei mit einem solchen überzeugten heiligen Ernst zelebriert wird.
Das hat meiner Meinung nach wirklich nichts zu suchen in einer ernsthaften Diskussion, die sich um Fakten und belegbare Erkenntnisse dreht.
Noch eine kleine Anmerkung: Niemand hat hier behauptet, dass Infraschall gesund sei. Er ist bloß nachweislich völlig unschädlich, also gesundheitlich indifferent. Körperlich - geistig und psychisch ist das was anderes. Es gibt Menschen, die tatsächlich krank werden von allem möglichen - baer weniger ursächlich deswegen, sondern wegen ihrer irrationalen Angst davor.

Lasst uns sauber bleiben im Diskurs.

Antwort von Michael Hahl (21.04.2015 16:13)

Tja, so kann man allerdings auch argumentieren: Alles, was nicht ins eigene, vermeintlich wissenschaftliche Denken passt, ist "irrational" und nicht "sauber". Ich will hier nicht allzu deutlich werden müssen, aber das erinnert mich mehr an das Qualitätslevel der heiligen römischen Inquisition statt an einen ausgewogenen Diskurs.

Antwort von hoschpes (21.04.2015 17:53)

Es gibt Studien pro und contra schädlicher Infraschallwirkung. Damit kann man sich auseinandersetzen... - oder es sich ganz einfach machen und per Selbstermächtigung sich zum Besitzer der alleinigen Wahrheit ausrufen. Fehlt nur noch ein "Basta!" hinterher.

Antwort von Mist, ich bin ein Deutscher (21.04.2015 20:08)

@hoschpes
Wir haben alle verstanden, dass Sie nicht nur ein ein Ausländer-(siehe anderer Blog) sondern auch ein Windrad-Feind sind (Anm: vielleicht sind Sie ein Alles-Feind?).
Beides ist jedenfallsim 21. Jhd. nicht mehr aktuell. Sie hinken also der Zeit hinterher, nicht nur mit ihren Argumenten, sondern auch mit ihren Ansichten.

Zum Infraschall:
Infraschall hört sich gut an, gell, so geheimnisvoll.

Es ist allerdings tatsächlich wissenschaftlich bei Windrädern bereits seit langem widerlegt, dass es für den Menschen irgendwie schädlich ist, da muss ich meinen Vorrednern Recht geben.
Wieso es deshalb gleichzeitig gesund sein muss, verstehe ich nicht... , ungesund ist es jedenfalls nicht.

Antwort von Peter (21.04.2015 20:27)

Hallo Herr Grambitter, dann sind also auch tausende neugeborene Nerze in Dänemark auch an der irrationalen Angst gestorben. Außerhalb Eberbach gibt es doch noch das www und alles was da behauptet wird über Infraschall ist erstunken und erlogen.
Nicht alles was da in Waldbrunn zelebriert wurde war Humbug. Wenn ich dabei nur gelernt habe vieles erst mal von mehreren Seiten zu betrachten und alle Informationen pro und Contra heran zu ziehen bevor ich mich entscheide, war es das für mich mit 34 Jahren damals wert.Außerdem kann Ich auch, wenn die Distanz zu den Windrädern weit genug von meiner Wohnung entfernt ist, durchaus solche Bauwerke positiv finden weil Ich dann sowieso nichts abbekomme.

Antwort von hoschpes (22.04.2015 08:59)

@von Mist, ich bin ein Deutscher

Sie dürfen mich gerne "Windrad-Feind" nennen, obwohl ich lieber den etwas zivilisierteren Ausdruck "Windrad-Gegner" hören würde. Wenn Sie mich aber "Ausländer-Feind" nennen, dann hört der Spaß auf. Weil so ziemlich das Gegenteil der Fall ist. Aber es ist ja eine bewährte Methode aus einer bestimmten Ecke, mit ehrabschneidenden Unterstellungen jede Diskussion abzuwürgen. - Wie auch immer, vor allem bin ich aber ein "Freund" ... - ein Freund des unabhängigen freien Denkes, in jeglicher Hinsicht. Und wenn Sie leicht ironische Überzeichnungen in meinen Beiträgen nicht verstehen, - hm, tja... was soill man dazu sagen....

Antwort von Jens Thomson, IWE (22.04.2015 09:03)

Bevor hier weiter diskutiert wird, ob durch nicht hörbare Geräusche (= Infraschall) der Windräder die Menschen in Deutschland (oder die Nerze in Dänemark) gestört werden könnten, schlage ich den Beteiligten hier vor:

Kommen Sie morgen, Do., 23.04.2015, 19.30 Uhr ins Restaurant Am Leopoldsplatz, Eberbach, zur
2. IWE-Infoveranstaltung mit dem Schwerpunkt "Windräder und Natur"
mit Spezialisten von Naturschutz- und Umweltschutzverbänden.
Dort erhalten Sie die Möglichkeit, sachliche Informationen direkt aus 1. Hand zu erhalten und zu diskutieren.

Antwort von Peter (22.04.2015 14:49)

Hallo Herr Thomson, ich erwäge es eher darüber zu diskutieren wenn die Stadthalle von Eberbach gefüllt ist, da werden sich noch mehr zu Wort melden so wie ich das heute schon aus meinem näheren Umfeld schließen kann. Es gibt da auch einige für die nicht unbedingt der Infraschall masgebend ist für Ihr Contra.

Antwort von Windkraft (22.04.2015 17:55)

warum wird um Windräder soviel "Geschiss" gemacht, wenn sich viele Häuser Photovoltaik-Platten auf´s Dach pappen und sich dann wundern warum sie auf einmal nicht mehr schlafen können wenn die Leitungen übers Dach und durch die Wände gehen?

Eine Windrad habe ich weder auf dem Dach noch im Vorgarten. Worum soll das in der Nordsee stehen dürfen wenn nicht hier auf´m Berg?

Antwort von hoschpes (23.04.2015 05:54)

@windkraft
Wie diese Anlagen bei uns im Mittelgebirge "auf dem Berg" aussehen, bitte hier betrachten...
https://www.youtube.com/watch?v=TxCTQFDVjng
Von der Topographie erinnert dieses Dorf im Hunsrück fatal an Langental - und wie es dort aussehen wird, wenn die Anlagen auf dem Greiner Eck stehen werden.

Antwort von Wind (23.04.2015 08:21)

Mich stören nur die Biker die im ersten oder zweiten Gang mitten in der Nacht durch die Straßen donnern die sollte man verhindern da klirren die Fenster.
Wenn Wind ist, ist es eh laut durch Wind. Wenn kein Wind ist, ist es laut durch die Kirchturmuhr. Wer das nicht hört, hört nichts.

Antwort von Michael Hahl (23.04.2015 10:36)

Oje, das driftet jetzt aber nun wirklich in eine Diskussion ab, die sich bald jenseits jeder Sachlichkeit bewegt, wenn es so weiter geht. Schade eigentlich. - Hier noch kurz ergänzend von mir:

@ Infraschall: Wer einen einigermaßen wissenschaftlichen Anspruch hat, muss sich meines Erachtens aufgrund des bisher bekannten Faktenstands objektiv und kritisch mit dem Thema "WEA-generierter Inraschall u. tieffrequenter Schall" und der Frage seiner gesundheitlichen Auswirkungen befassen. (Das gehört übrigens auch zum Umweltschutz-Gedanken!) Alles andere wäre in meinen Augen ethisch nicht vertretbar. - Einen guten aktuellen Überblick gibt es meines Erachtens hier: http://www.hoher-odenwald.de/wp-content/uploads/2014/11/Gesundheitsrisiken-ILFN-WEA-Drs-M-u-D-Fuckert-2014.pdf

@ Jens Thomson, IWE
Was mich betrifft, ich kann es zeitlich nicht einrichten, heute Abend zu Ihrer Veranstaltung zu kommen. Allerdings hat das Thema der Vortragendenden wiederum nichts mit "Infraschall" zu tun, wie es in Ihrem Beitrag anklingt. (Für ads NIfraschall-Thema müssten andere Redner eingeladen werden.) Es geht ja heute explizit um das Konfliktfeld "Naturschutz und Windenergie" und nicht um Schall, Akustik, Umweltmedizin, TA Lärm usw. - Die beiden Referenten schätze ich übrigens persönlich sehr, keine Frage. Für eine ausgewogene Diskussion wäre es jedoch erforderlich, nicht nur Verterter von BUND und NABU einzuladen, sondern ergänzend jemanden, der hinsichtlich "Natur- und Landschaftschutz contra Windkraft" kritischer aufgestellt ist. Die Naturschutz-bezogenen Zielkonflikte sind bei der Windenergie nicht mehr so leicht zuzuordnen, wie dies vor einigen Jahren noch der Fall war; das Lager der "Naturschützer" ist bei diesem Thema in höchstem Maße gespalten. - Ich wünsche dennoch allen Zuhörern einen interessanten Abend mit einem möglichst faktisch ausgewogenen und kritisch hinterfragenden Diskurs.

@ hoschpes: Verbundene Grüße an einen "Freund des unabhängigen freien Denkes, in jeglicher Hinsicht" - genau so muss es sein!

Antwort von Buerger (23.04.2015 15:32)

Was man nicht früher, im Bereich von Atomkraft oder anderer Strahlung für völlig ungefährlich gehalten hat. Und heute besser weiß.

So ist es doch bei Schall auch, es handelt sich um eine Welle, die wir zwar nicht hören - aber dennoch wahrnehmen, die uns beeinflusst. Daher sollte das alles noch etwas genauer betrachtet werden und mit entsprechendem Sicherheitsbereich geplant sein.

Ich war auch am Wochenende mal wieder im Eberbacher Stadtwald, tief in der Natur. Wenn jemand anders seinen Wald nicht mehr braucht - okay, ich denke, wir brauchen unseren noch.

Antwort von Oli H (24.04.2015 17:55)


Windkraft in Eberbacher Umgebung

Wie versprochen versuche ich nun mal die Argumente zusammenzufassen, die hier teilweise sehr ausführlich und facettenreich diskutiert werden. Das ist nicht ganz einfach und besonders schwierig, wenn man versucht neutral zu bleiben. Um halbwegs fokusieren zu können, habe ich versucht, den Bezug zu Eberbach und Umgebung nicht aus den Augen zu verlieren, also nicht einer zu sehr verallgemeinernden Argumentation zuviel Raum zu geben. Der Beitrag hat dehalb zwei Teil. Der erste Teil ist so neutral und vollständig wie es mir möglich war und stellt lediglich eine Auflistung dar. Die Argumente selbst sind nicht vertieft, da dass ja hier im Forum bereits geschehen und für jeden nachzulesen ist. Der zweite Teil ist subjektiv und gibt meine persönliche Einstellung zu den genannten Argumenten wieder.
Quelle ist dieses Forum, www.iw-eberbach.de, www.gegenwind-beerfelden-rothenberg.de und diverse von dort verlinkte Videos.

Erster Teil

Pro Windkraft in Eberbach gibt es 4 Hauptargumente. Wenn es notwendig erschien, ist zu jedem der Argumente eingerückt ein paar Anmerkungen oder Beispiele um das Argument zu konkretisieren oder den Bezug klar zu machen.
Contra konnte ich ebenfalls 4 Argument-Kategorieen ausmachen.
Die Reihenfolge bzw. die Anzahl hat keine Bedeutung für die Gewichtung der Argumentation.

Pro:
1) Umweltfreundliche lokale Energieerzeugung für Eberbach
- Versorgung der ganzen Stadt mit Elektrizität
2) Unser Beitrag zur regenerativen Energieerzeugung, zur Energiewende, zum Ende des Klimawandels
3) Der wirtschaftliche Gewinn:
- Eberbacher Stadt profitiert von Pachtzahlung und Gewerbesteuereinahmen
- mögliche lokale Finanzierung (Bürger, Eberbacher Banken) mit Beteiligung an den Gewinnen
4) Ohne Windkraft wird Eberbach weiter zurückfallen
- "Anschluss an die neuesten Entwicklungen zu verlieren"
- "zum Gespötte des Rhein Neckar Kreises sowie des ganzen Rhein Main Neckar Gebietes"

Contra:
1) Eingriff bzw. Zerstörung der Natur
- Gefährdung von Vögeln, Fledermäusen,...
2) Verschandelung der Landschaft
- WKAs als negativer optischer Reiz
3) mögliche Gesundheitsgefährdung durch Infraschall
4) Das wirtschaftliche Risiko:
- Wirtschaftlichkeit fraglich oder ausgeschlossen
- Gewinner sind Hersteller+Projektierer+Verpächter, aber Risiko tragen Teilhaber/Betreiber
- Steuerzahler (damit wir,ich) müssen für diese subventionierte Misswirtschaft aufkommen
* Anstieg der EEG-Abgabe und damit des Strompreises
- Wertverlust von Immobilien
- negative Auswirkung auf Tourismus
- Landflucht bzw. Abwanderung

Zweiter Teil

Hier gebe ich meine persönliche Meinung zu den genannten Argumenten wieder und das Resultat davon ist, dass im wesentlichen sowohl auf der Pro-Seite als auch auf der Contra-Seite lediglich jeweils ein Argument übrig bleibt, welches jeweils auch keine klare Entscheidung dafür oder dagegen erlaubt. So vehement wie die Diskussion hier zuweilen geführt wird, so inhaltsleer ist sie letztlich bezüglich der Frage, soll ich dafür oder dagegen sein, dass in Eberbacher Umgebung Windkraftanlagen gebaut werden. Letztlich ist es also ein Glaubensstreit, der nicht durch Sachargumente entschieden werden kann (was nicht heisst, dass man nicht sachlich bleiben sollte, im Gegensatz zu persönlich werden).

zu Pro 1): der elektrische Strom wird wie fast überall in das öffentliche Netz eingespeisst und steht nicht gesondert für die Versorgung Eberbachs zur Verfügung. Lokal dabei sind einzig manche Einnahmen, also lediglich finanzielle Seiten sind lokal und das hat nichts mit Windkraftanlagen oder Ökologie zu tun, sondern ist rein politisch motiviert um einen Anreiz für den Bau von WKA zu schaffen. Ist also kein eigenständiges Argument sondern gehört zum Teil zu 3) und zum Teil zu 2)

zu Pro 2): sicherlich unbestritten sind WKAs eine der umweltfreundlichsten Arten der Stromerzeugung. Daraus abzuleiten, dass deshalb überall WKAs aufgebaut werden sollten, um quasi einen persönlichen Beitrag zur Rettung unserer Umwelt zu leisten, ist aber trotzdem falsch. Durch die EEG und die steuerlichen Subventionen leisten wir alle, jeder, bereits einen nicht unerheblichen Beitrag zur Energiewende. Weiterhin zielt diese Argumentation direkt auf das persönliches Gewissen ab, man soll ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn man gegen WKAs in unserer Nähe ist. Letztendlich ist das also überhaupt kein allgemeingültiges oder beweisbares Argument, sondern lediglich etwas, das jeder mit sich selber ausmachen muss. Ist es mir wichtiger, die "unberührte" Natur zu geniesen oder bringe ich das Opfer der gestörten Aussicht für eine sauberere Umwelt bzw. CO2-Reduktion. So wie jeder für sich entscheidet, ob er die kurze Strecke mit dem Auto fährt oder zu Fuss geht. Es bleibt eine persönliche, private Entscheidung, wo man die Prioritäten setzt.

zu Pro 3): Die Stadt Eberbach wird aus WKAs auf Eberbacher Gebiet Einnahmen generieren können, die sich mehr oder weniger leicht beziffern lassen. Diese Einnahmen sind sicher, zumindest über einen bestimmten Zeitraum. Unsicher bleibt, wieviele Einnahmen der Stadt dadurch entgehen, siehe Contra Argumente zum wirtschaftlichen Risiko.

zu Pro 4): Diese Art der Argumente sind einfach nur lächerlich und nur der vollständigkeithalber hier aufgeführt. Dazu gehört auch das öfters gehörte "Hauptsache dagegen sein"-Scheinargument.

zu Contra 1): Sicherlich faktisch richtig: WKAs schaden einzelnen Tieren. Jedoch glaube ich, dass eine Gefährdung von ganzen Tierarten eher ausgeschlossen ist. Wie verbrauchen zuviel Energie, wir sparen zuwenig. Daraus folgt, wir müssen die Energie erzeugen. Insgesamt muss der Gegner hier die Alternative anbieten: wie kann ich die gleiche Energie noch umweltfreundlicher erzeugen? Das führt letztendlich zu einer so allgemeinen Diskussion, die eigentlich dann nur noch von Energieexperten geführt werden kann und hier nicht mehr hilfreich ist, bei der Frage, WKAs in Eberbach.

zu Contra 2): Unbestritten, das Neckartal wird nicht schöner durch WKAs, aber auch persönlicher Geschmack und private Priorität, siehe Pro 2)

zu Contra 3): Alles beeinflusst alles. Das jemand in Eberbach durch den Infraschall der Windräder am Hebert krank wird, halte ich für Humbug. Das es diese Ängste gibt, halte ich für die Realität und das muss berücksichtigt werden. Widersprüchlich? Nein, denn wenn ich etwas durchsetzen möchte gegen Widerstände, dann muss ich auch die vermeintlich absurden Ängste adressieren und diejenigen, welche diese Sorgen haben, ernst nehmen und versuchen diese zu überzeugen und die Ängste zu nehmen. Ansonsten erzeuge ich noch mehr Widerstand.

zu Contra 4): es gibt immer wirtschaftliche Risiken und viele dieser Risiken tragen die Steuerzahler oder ungerechterweise andere. Diese Diskussion geht soweit von Eberbach weg und ins Prinzip, dass es hier völlig unangebracht ist. An den Eberbacher Windrädern festzumachen, dass die ganze Subventionspolitik der BRD falsch ist, führt zu nichts und ist nicht mehr als gemütliches Aufregen ohne Wirkung vom Sofa aus. Die Projektierer und Landbesitzer profitieren und die armen Steuerzahler zahlen die Zeche. Genau, so ist das. Wenn ich mir ein Haus in ein Hochwassergebiet baue, dann profitiert der Maurer und der Architekt und ich trage das Risiko. Wenn der Architekt mir das blaue vom Himmel verspricht, dass es noch nie ein grösseres Hochwasser gegeben hat, na, dann weiss ich doch von wem es kommt. Das ist hier auch nicht anders. Wer davon profitiert wird es tendenziell befürworten. Das weiß jeder und völlig normal. Dieses Argument anzuführen heißt nur, dass man alle anderen für dumm hält.

Persönliches Fazit:

Es bleiben für mich zwei Argumente übrig und abzuwägen, ob ich bei der aktuellen Umfrage dafür oder dagegen stimme:

A) Glaube ich, dass unter dem Strich die WKAs einen positiven und nennenswerten Saldo für das Stadtsäckel erzeugen ?

Und wenn ich glaube, dass Eberbach langfristig ein Plus auf dem Gesamt-Konto erzeugen kann, ist mir das

B) die optische Verschandelung des Neckartals wert ?

Tja, so kurz und so enttäuschend fällt mein Ergebnis aus. Das wird nun weder den Gegner noch den Befürwortern gefallen, aber das macht mir nichts, denn ich muss ja nur für mich entscheiden, was ich will. Viel schwieriger wird es für diejenigen, die diese WKA-Projekte wirklich beginnen oder eben nicht. In deren Haut möchte ich nicht stecken, und hätte mir den Rücken durch eine verbindliche Befragung freigehalten.

Vielen Dank fürs Lesen, ich weiss, es ist zu lang,

Oli Heil



Antwort von Prof.Dr. - Peinlich (27.04.2015 09:27)

Heute wird in einem Leserbrief in der Zeitung ziemlich unqualifiziert der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) angegriffen:
"Die Vorgehensweise des BUND solle bedeuten, dass in der Umgebung der Windräder die vorhandene Vegetation beseitigt und die Böden versiegelt werden müssen."
Das stimmt natürlich in keiner Weise.
Vielmehr bedeutet in Wirklichkeit die Vorgehensweise des BUND exakt das Gegenteil und so wird es auch gemacht, auch in Eberbach!

Wie die geplante spezielle nachhaltige Anpflanzung von heimischen Gewächsen und Gehölzen rund um die Windräder die Versiegelung der Böden (betonieren) bedeuten soll, wissen nur einige wenige spezielle Windgegner.

Antwort von hoschpes (27.04.2015 17:01)

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Peinlich,

laut Aussagen des BUND-Vertreters müsse man die Umgebung der Windräder "unattraktiv" gestalten, um die heimische Tierwelt davon fern zu halten (Und DAS von einem BUND-Vertreter!). Interessant wäre es, zu erfahren, welches Flächenausmaß/Windrad "unattraktiv" gestaltet werden müßte, und auf welche Weise dies geschieht. Flächendeckendes Nagelbett, Monokulturschattenrasen... oder doch betonieren und Kieselsteine drauf? Jedenfalls geschieht es garantiert nicht, in dem man "heimische Gehölze und Gewächse " anpflanzt. Denn das wäre doch glatt kontraproduktiv, oder Herr Professor? - Willkommen in Absurdistan!

Antwort von Peter Grambitter (28.04.2015 15:23)

Sehr geehrter hoschpes,

Wenn Sie zugehört hätten, geht es genau nicht darum, z.B. einen Rasen anzulegen, da dieser eine Freifläche bildet, auf der sehr attraktive Mäuse gut sichtbar für Raubvögel aller Art(en) ihr kurzes Dasein fristen.
Im Gegenteil wird angestrebt die verbleibenden Fläche außerhalb des befestigten Zufahrtwegs und der Freifläche um ein Windrad herum mit niedrigem Dauerbestand zu besetzen, was nebenbei wiederum Nistmöglichkeiten bieten würde für Kleinvögel.
Diese Flächen müssen von hochwüchsigen Pflanzen (Bäumen) freigehalten werden, um die Aufstellung eines Krans für Arbeiten am Windrad oder dessen Rückbau zu ermöglichen.
Schauen Sie sich das Beispiel Buchen-Hettingen (großer Wald) an, wie so etwas dann aussehen kann.
Die IWE bietet ja bereits eine kostenlose Exkursion dorthin an, am 20.Mai.
Vielleicht sieht man sich ja.

Antwort von hoschpes (28.04.2015 17:48)

Sehr geehrter Herr Grambitter,
ich habe schon mal vorab eine kleine digitale sightseeingtour in Hettingen gemacht:
http://www.windpark-grosser-wald.de/vor_ort/vor_ort.html
Da kann jeder sich ein Bild davon machen, welch ein Flurschaden angerichtet wird... - und was an Stahlbeton diskret "versteckt" wird. - Mich schmerzt das schon beim Anschauen, aber ich gestehe Ihnen zu, dass jeder Mensch eine andere Schmerzgrenze hat. Nur dann bitte nicht jammern, wenn in der Arktis die Fördertürme aufgebaut werden.
Einen Schönen Gruß

Antwort von Waldschrat (28.04.2015 21:31)

Ich tue mir bei der Befragung wirklich schwer für mich richtig zu entscheiden.

Aber ich sehe es so langsam auch so wie einer meiner hier sehr ausführlichen Vorschreiber und es konzentriert sich auf die Frage:
"Lohnen sich die Windräder auf dem Hebert für den Betreiber? Ja oder nein?"

Kann das jemand vernünftig beantworten?

Antwort von hoschpes (29.04.2015 08:38)

@waldschrat
Wenn Sie sich auf die reine Wirtschaftlichkeit beschränken wollen, so muss man sagen, dass es für Außenstehende unglaublich schwer ist, sich in diese Materie einzuarbeiten. Dieser ganjze Wust an Leistungsdaten, Windhöffigkeit, Kennziffern, Rentabilitätstabellen... usw..., alles aufgearbeitet in schönen bunten Diagrammen, das erschlägt einen fast. Damit sind die Profis, deren tagtägliches Geschäft die Erstellung von Windspargeln ist, eindeutig im Vorteil. Die knallen dem überforderten Bürger die powerpoint Präsentation "vor den Latz", dass dieser erst gar nicht wagt nachzufragen... - man könnte sich ja blamieren.

Erstaunlich, welche Vorstellungen dann im Kopf entstehen können, z.B. auch in Leserbriefen an die rnz. Es denken doch wirklich manche, dass oben am Hebert zum Nulltarif der Jahres(verlaufs)strom für ganz Eberbach produziert wird, der dann direkt via Stadtwerke ins Eberbacher Stromnetz gespeist wird, und das vielleicht noch zu einem reduzierten Eberbachervorzugspreis, dazu mit einer kleinen risikolosen Rendite für einen selbst, wenn man sich privat an der WKA beteiligt.

Es sollte vielleicht jeder zu seinem eigenen Entschluß kommen, unter Zuhilfename seines gesunden Menschenverstands, und nicht mit einem Computerprogramm. Hilfestellung:

Der Odenwald ist eine windschwache Gegend
Es gab keine Windmessung in Nabenhöhe über einen Zeitraum von mind. einem Jahr
Wind bläst im Schnitt in drei von zwölf Monaten. Woher kommt in den neun Monaten der Eberbacher Strom?
Es gibt keine Speichermöglichkeit
Die Planer sind längst über alle Berge, aber das wirtschaftliche Risiko bleibt bei den Eberbachern hängen (bei einer Beteiligung)

... und jetzt einfach mal wie die berühmte Schwäbische Hausfrau überlegen. Wenn Sie dann sagen: "Klingt wirklich verlockend", dann entscheiden Sie entsprechend.


Antwort von Peter Grambitter (29.04.2015 11:02)

Nein, das kann man nicht sagen. Das werden erst weitere Gutachten im Vorfeld des Genehmigungsverfahrens ergeben. Kein Investor wird sich die Finger verbrennen wollen, ob das die Stadt, eine Bürgergenossenschaft oder ein Privater ist.

Bei der Bürgerbefragung geht es nicht um die Beurteilung der dieser Wirtschaftlichkeit, sondern um eine Befürwortung Ja/Nein, ein solches Projekt weiterzuverfolgen, d.h. die entsprechende Planung anzugehen incl. einer Wirtschaftlichkeitsanalyse.

Außerdem geht es um die sehr wichtige Frage,ob unter geeigneten Prämissen (dazu gehört dann die festzustellende Wirtschaflichkeit) eine investierende Beteiligung der Bürger gewünscht wäre. Das wäre dann bei allen positiv gegebenen Voraussetzungen der Start einer Bürgergenossenschaft oder Ähnlichem.

Antwort von Peter Grambitter (29.04.2015 11:10)

Sehr geehrter hoschpes,

Die Bilder sind eindrucksvoll, zeigen jedoch hauptsächlich die Baustelle und den Fortgang der Baumaßnahmen.

Ich würde Ihnen wirklich empfehlen, sich den Standort heute anzusehen, um ihren Eindruck möglicherweise zu korrigieren.

Was haben Ihrer Ansicht nach Fördertürme (wofür eigentlich?) in der Arktis mit der Windenergie in Mitteleuropa vor Ort zu tun?

Antwort von hoschpes (29.04.2015 15:19)

Sehr geehrter Herr Grambitter,

ich habe das Arktis-Fördertürme-Bild gewählt als Methapher für den hemmungslosen Umgang der Menschen mit der Natur. Vielleicht hätte ich lieber "fracking" anführen sollen... - das Sie bestimmt ablehnen (unterstelle ich Ihnen einfach mal so). Diese Technik findet z.Zt. vor allem weit weit weg von Deutschland statt - aber das "grüne Lager" empört sich hier. Das heißt: Man sieht den Splitter im Auge des anderen, aber nicht den Balken (WKA) vor dem eigenen Kopf.

P.S. Nur zur Info: Fördertürme in der Arktis für Öl, Gas, Erze... Die Nationen vor Ort stecken schon ihre Claims ab.

Schöne Grüße

Antwort von Buerger (29.04.2015 22:22)

Also, ich habe dank der Veranstaltung der IWE gelernt: Der Herbert ist ein Landschaftsschutz-Gebiet. Und warum diskutieren wir dann noch weiter? Das wäre ja noch schlimmer, bald ist ja nichts mehr "heilig"... und dafür treten Mitglieder der Grünen/ALG und des BUND ein? Das ist ein Verrat an unserem Erbe, was sollen unsere Kinder da mal sagen?

Antwort von Affe (30.04.2015 03:12)

Sehr geehrte Damen und Herren,
Darf ich zur Versachlichung der Diskussion aufrufen?
Wie sich z.b. ein hoschpes und ein Grambitter hier angiften, ist doch unschön.
Die Sicherstellung der Energie auch in künftigen Jahren ist ein hochwertiges Gut genau wie der Erhalt der Odenwald-Idylle.
Ich habe daher einen Kompromissvorschlag:
Wann baut man diese Windräder statt in landschaftlich wertvollen Gegenden nicht in sowieso schon verschandelten Industriegebieten ?
Ich verweise hier auf manche heruntergekommene Vorstadt- Gegend von Mannheim. Auch selbst das touristische Heidelberg bietet mit der außerhalb an einer Autobahn gelegenen ehemaligen Amerikaner-Siedlung Patrick-Heinrichs-Dorf (Patrick Henry Village) einen geradezu idealen Standort für solch einen Windräder-Park. Auch die Straße nach Eppelheim (Eppelheimer Straße) ist bereits mit Supermärkten und Industrie derart in ihrem Landschaftsbild zerstört, dass einige zusätzliche Windräder hier keinen stören mögen !
Ich hoffe meine Anregungen tragen zur Versachlichung bei und bedanke mich, dass Sie mich lasen.

Antwort von Befürworter (30.04.2015 07:46)

@Bürger
Landschaftsschutzgebiet ist eben kein Naturschutzgebiet und auch kein Habitatgebiet nach EU Richtlinien und deshalb ist das auch kein Ausschlusskriterium für Windräder, wohl gerade deshalb nicht, weil Windräder weder Landschaft noch Natur so schädigen, dass sie nicht errichtet werden dürfen. Auch die beiden großen Nautrschutzverbände BUND und NABU sehen den Hebert als grundsätzlich geeigneten Standort, wie man auf der Veranstaltung der IWE erfahren konnte. Im Übrigen ist fast der gesamte Odenwald sowohl im RNK, in Neckar-Odenwaldkreis im Hessischen und bayrischen Teil Landschaftsschutzgebiet und dennoch wurden Windräder im Neckar-Odenwald Kreis und im Hessischen erreichtet und das durchaus naturverträglich.

@ Affe
Dass Windräder nicht direkt in Siedlungsgebieten stehen dürfen ist Ihnen wohl klar, Abstand mindestens 700 Meter. Auch scheidet der genannte Bereich allein schon deshalb aus, weil dort laut Windatlas BW deutlich zu wenig Wind weht, während auf dem Hebert mit einem Mittel von 6,7 m/sec laut Windmessung (Info von städt. Veranstaltung) genügend Wind für einen rentablen Betrieb weht.

Antwort von hoschpes (30.04.2015 08:27)

@affe
Natürlich erscheint es erst mal landschaftsverträglicher, wenn man Windräder in etwas "konturloseren" Topographien (wie z.B. Rheinebene Worms - Alzey) reinpflanzt als in einer charakteristischen Landschaft wie den Odenwald.

Aber das würde das St.Florians-Prinzip bedeuten: Andere Menschen müssen es "ausbaden". Das wäre die selbe Verhaltensweise wie von den grünen Vordenkern, die in den Rotweingürteln der Großstädte beheimatet sind und finden: Die Energiewende soll bitte "da draußen", in der Provinz stattfinden.

In schon verschandelten urbanen gegenden die Dinger aufstellenh, das geht ja auch nicht. z.B. wg. des Mindestabstands zu Wohnbebauung, unter anderem wg. der Infraschallauswirkung. Die ja wiederum vollkommen unschädlich ist, wie wir hier mehrfach bestätigt bekommen haben. Aber diesen Widerspruch müssen andere aufklären.

P.S. Finde nicht, dass sich hoschpes und Grambitter angiften.

Antwort von Andreas Persch (30.04.2015 09:46)

@Buerger:

Hat der Verat nicht längst stattgefunden? Was fragen denn die Kinder in Saarland oder im Ruhrpott ihre Eltern und Grosseltern, wenn mal wieder ganze Stadtviertel oder nen Strassenzug kurz vorm Einsturz stehen, weil unter Tage ein Stollensystem einstürzt. Was ist mit den Kindern in den Braukohleregionen: Warum lebt denn der Wald nicht mehr, wieso ist der Grundwasserspiegel soweit gesunken? Was fragen die Kinder in Weissrussland an der Grenze zu der Ukraine ihre Eltern, warum man wohl in diesem schönen Wald nicht spazieren gehen darf und die Pilzrezepte aus Omas
Kochbuch nicht mehr benutzt werden können. Was fragen die kleinen Japaners Ihre Sippschaft, wenn Sie die Ruine in Fukushima sehen?

Mich fragen meine Kinder jetzt schon jedes Jahr, warum der Hubschrauber Staub überm Wald auskippt? Irgenwann werden Sie mich fragen, warum wir das Entsorgungsproblem nicht gelöst haben, bevor wir in großem Stil in die Plutomium- und Poloniumproduktion eingestiegen sind. Und irgendwann fragen sie mich dann auch, warum wir denn einen der wichtigsten Rohstoffe für die Produktion von beispielsweise lebenswichtigen Medikamenten im großen Stil einfach verbrannt haben.

Hier möchte ich eine wenig entgegenwirken und bin dafür allgemein für den Einsatz regenerativer Energien und im Rahmen dessen natürlich auch für die Nutzung der Windenergie.

@Affe:
Steinkohleförderung, da wo Steinkohle ist,
Braukohleabbau, da wo Braukohle ist,
Ölförderung da, wo Öl ist,
Sonnenenergie da, wo wohl viel Sonne ist,
Ernten von Windenergie, logischerweise, wohl auch da, wo der Wind weht.
Gibt es den die Messwerte für die von Ihnen genannten idealen Standorte?
Versachlichung find ich ja nicht schlecht, aber dann brauchst da mal die Zahlen, die z.B. für den Hebert ja schon einigermaßen bekannt sind.

Viele Grüße
Andreas

PS: Wer hier Rechtschreibfehler findet darf sie behalten ...

Antwort von Rettung der Kinder (30.04.2015 12:32)

@buerger
1. Das THW ist auch im Landschaftsschutzgebiet gebaut ...
2. Windräder werden 1x gebaut und dann zerstören sie keine Landschaft mehr, so wie u. a. die Abgase der Kohlekraftwerke Mannheim den ganzen Odenwald und den Wald in Eberbach zerstören.
3. Die Vorschriften sind so streng, dass es einfacher ist, ein neues Kohlekraftwerk zu bauen, als ein Windrad. Alle ihre Bedenken werden berücksichtigt und angewendet.
4. Viele Bäume auf dem Hebert sind ja bereits gefällt (Google) und sicher teuer verkauft, wenn noch was gefällt werden muss, wird es bestimmt auch teuer verkauft und wieder aufgeforstet.

@Affe
Hier brauchen wir den Strom, hier können wir ihn direkt verbrauchen - ohne kilometerweiten Transport, hier können wir damit Gutes für die Umwelt tun.
Und: Hier ist viel Wind, viel mehr Wind als z. B. in Mannheim.

Zudem: Windräder und Industriegebiete passen nicht zusammen. Windräder sind regenerativ und ökologisch sehr gut, verschmutzen nichts, verbrauchen jahrzehntelang keine Rohstoffe, stehen nur einfach da und drehen sich bei Wind. Und Wind wird es auch noch in hundert Jahren geben.

Antwort von Aufklärer (30.04.2015 12:35)

Also nach der heute in der RNZ erschienenen Fotomontage, wie die Windräder dann einmal am Horizont von Neckarwimmersbach zu sehen sein sollen, bin ich mir mit meiner Entscheidung gegen den Windpark am Hebert nun endgültig sicher. Ich hatte ja geglaubt, die Gemarkung Hebert läge tief genug in dem Waldabschnitt, sodass auch die Anlagen kaum zu sehen sein werden. Leider ist dem nicht so.

Übrigens sticht eines bei dieser Endlos-Diskussion von Befürwortern und Gegnern massiv ins Auge: Wirft man einmal den Blick auf der Metaebene auf diese Diskussion, fällt auf, dass es keine herausragenden Pro-Argumente für diesen Windpark gibt, denn ansonsten wäre die Diskussion doch längst zugunsten der Befürworter entschieden.
Für den Außenstehenden ergibt sich ein Bild eines diffusen Herumlavieren.
Die wichtigsten Pro-Argumente sollten wohl die Wirtschaftlichkeit und die Windausbeute der Windanlagen sein. Offensichtlich kann man mit diesen, die Sache entscheidenden Argumenten, jedoch nicht aufwarten. Wären Wirtschaftlichkeit und Windausbeute klar entschiedene Faktoren, würden die WKA-Befürworter diese doch massiv anführen. Stattdessen wird uns ein endloses Rumgeiere zugemutet.

Daraus kann man also nur den Schluss ziehen, dass die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben sein wird. Ich werde daher das Projekt ablehnen.

Antwort von Peter (30.04.2015 14:39)

Auch wenn es vielleicht hier niemand mehr lesen will, greife ich das mit dem Infraschall nochmal auf. Das Erschlagungsargument, dass beim Autofahren der Infraschall millionenfach stärker ist! Nun Der Mensch wird letzten Endes das Maß aller Dinge sein. Menschen haben schon wegen ganz anderen augenscheinlich harmlosen Gegebenheiten die Flucht ergriffen. Etwas positives kann man aber dann Dieser Gegebenheit abgewinnen, der Strom wird dann für die paar Eberbacher ausreichen wenn die Bestimmungen für Mindestabstand dann auf 2.5 Kilometer geändert sind. Darüber hinaus ist es schon sehr seltsam dass es die Hauptsache ist dass der UHU und der rote Milan fliegen kann. Da nützt es auch nichts wenn man mal sich vor diese Anlage stellt und alles anschaut ob da was brummt oder Lärm macht. Die Akustik hier im Neckartal ist dann wiederum mal eine Andere als oben auf den Bergen in Buchen - Hettingen. Bei Tag ist das nochmal eine andere Hausnummer als Nachts wenn der Mensch sich erholen will und seine Körperaktivität auf ein Minnimum reduziert hat. Sehr positiv empfand ich auch den Standpunkt, dass es kein Entscheidungskriterium darstell was durch die Umfrage rauskommt.

Antwort von Karola Fendler (30.04.2015 16:44)

@ alle, die hier nur mit Pseudonamen schreiben.
Wenn ich schon die Namen "hoschpes, Auto, Bürger, Affe usw. sehe, muss ich mich fragen,
ob es diesen Personen nur um Stimmungsmache geht und ob hier vielleicht Windkraftgegner aus
anderen Regionen ( wie bei der Veranstaltung der Stadt Eberbach) aktiv sind.
Da hier schon wieder der BUND erwähnt wurde, hier nochmal die Info:
Die Regionalverbände des NABU und BUND haben zum Thema Windenergie eine gemeinsame
Stellungnahme herausgegeben. Hier kann jeder nachlesen, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, damit Windräder (die wir als sehr wichtigen Beitrag zur Energiewende brauchen)
gebaut werden dürfen.
Da ich hier im Channel und auch aus den Leserbriefen der Tageszeitungen entnehme, dass es
sehr viele Menschen gibt, denen das Wohl der Natur und der Tiere am Herzen liegt, dies betonen die meisten immer, kann ich nur dazu auffordern, sich beim Natur- und Umweltschutz, Tierschutz Menschenschutz (Weltladen Eberbach) zu engagieren. Wie wäre es z.B. mit einer Bürgerinitiative gegen den zunehmenden Freizeitverkehr, zum reinen Vergnügen, durch Motorräder, Quads, Trike, Cabrioclubs, Oldtimerclubs, Sportflugzeuge usw. Hier wir unsinng die Natur- und Umwelt geschädigt, Lärm verursacht. Das alles schadet auch den Menschen und den Tieren.
Im Tierschutz können Sie sich gegenn Massentierhaltung und vernachläsigte Tiere einsetzen. Der Verein Fair u. Mehr mit seinem Weltladen setzt sich für Meschen ein , die durch Großkonzerne ausgebeutet werden und daher Ihren Kindern keine Zukunft bieten können.
Im NABU und beim BUND geht es um Amphibien, Vögel, Streuobstwiesen, Müllvermeidung, Energieeinsparung, Einkaufsverhalten usw. Treffen, an denen man die einzelnenGruppen kennen
lernen kann können gerne erfragt werden.
Unsere nachfolgenden Generationen werden uns eher etwas vorwerfen, wenn wir nichts gegen den Klimawandel und die zunehmende Umweltzerstörung tun.

Karola Fendler
BUND Eberbach und Umgebung

Antwort von Realist (30.04.2015 17:54)

Wenn man hier verschiedene Beiträge liest, erkennt man sofort, dass bei Vielen noch Aufklärungsbedarf vorhanden ist.
Nur noch mal die wichtigsten Infos:
- durch den Bau von WEA wird, wenn überhaupt, die Kohleförderung sich nur geringfügig reduzieren.
- der Uranabbau wird sich nicht reduzieren, weil unsere Nachbarländer mehr Kernenergie erzeugen
müssen, da wir diese ja brauchen. Ansonsten gehen bei uns die Lichter aus.

Irgendwo habe ich gelesen, was eine WEA kostet. Da wurde mir deutlich, warum einige Personen den Bau vorantreiben wollen (Planungskosten, Vertrieb, Provision usw.)
Vor ein paar Tagen musste ich hinter dem älteren Mercedes eines Mitbegründers der IWE herfahren.
Bei jedem Schaltvorgang musste ich einer schwarzen Wolke ausweichen.
Wenn ich dann höre, dass er die WEA bauen will um den Klimawandel zu stoppen, treibt es mir das breite Grinsen ins Gesicht.
Wie in meinem ersten Beitrag erwähnt ist es mir egal, ob die WEA gebaut werden oder nicht.
Jedem, der hier auch nur einen Euro investiert sei aber gesagt, dass Geld nicht verloren geht,.......... es wird nur anders verteilt.
Ich wünsche allen einen schönen Maifeiertag. Vielleicht sollte man nochmal zum Hebert wandern,
um ein Vorher-Nachher Photo zu machen. Denn die Anlage wird gebaut werden.
Ob sinnvoll oder nicht.

Antwort von hoschpes (01.05.2015 07:13)

@Aufklärer
Gut, dass Sie die Fotomontage in der RNZ erwähnen. Angeblich gibt es noch mehrere davon, erstellt von der Stadt Eberbach. - Warum werden diese Bilder nicht im Internet veröffentlicht? (fast) Geheime Verschlußsache, nur exclusiv für 150 Besucher der Infoveranstaltung? - Warum veröffentlicht nicht zumindest die IWE diese Fotomontagen? Diese Gruppierung hat sich doch zur "Neutralität" verpflichtet.

Ich denke, jeder kann sich die Antwort selbst geben: der Schock über die Monströsität der Anlagen und den Eingriff in das Landschafts/Stadtbild wäre zu groß.

Egal, ob diese Anlagen "im Rücken" der Häuser sich befinden werden oder man einen "Ausblick" auf die Windkraftspargel haben wird - den Immobilienbesitzern sollte klar sein, dass ihr Wohneigentum nicht mehr im Wert steigen wird. Im Gegenteil. Bei sämtlichen WKAs in Deutschland ist es so, dass der Wert massiv gefallen ist bis hin zur Unverkäuflichkeit. Denn wie sagt jeder Immobilienmakler: Entscheidend für den Wert eines Hauses sind drei Dinge: 1. Lage, 2. Lage, 3. Lage.

Diese Seite der "Wirtschaftlichkeit" von WKAn wird -auch hier- vollkommen verschwiegen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Im Übrigen wären auch die "Nachtversionen" dieser Fotomontagen interessant. Da leuchten dann nicht nur die Sterne über Eberbach, sondern blinken auch die roten Warnfeuer der WKAn. - Da setzt man sich doch gerne an einem lauen Sommerabend auf den Balkon und genießt die Großraumdisco "Odenwald".

Antwort von Anwohnerin (01.05.2015 12:09)

Eine Fotomontage habe ich gerade zufällig hier gefunden:
http://www.eberbach.de/pb/,Lde/260252_260461_260509_309748_770824_770800.html

Diese Fotomontage zeigt allerdings meiner Ansicht nach eine geschönte Version der Realität falls auf dem Berg wenn dort Windräder gebaut werden. Bürgerinnen und Bürger der Stadt Eberbach, lest doch mal die Webseite der Gegner aus Beerfelden! Da steht, wie viel Holz einem dieser Windräder weichen muss. Jeder kann sich ausrechnen, dass nach dem Bau kein Baum mehr auf dem Hügel stehen wird. Die Fotomontage ist also insofern falsch, da sie suggeriert, dort würde nach dem Bau noch Wald vorhanden sein, wie er heute dort steht. Stellen Sie sich die Spargel auf dem Hügel ohne Bäume außen herum vor! Denn die ja wurden abgeholzt, für den Bau der Dinger und den Bau der Zufahrtsstraßen.

Wie kann eine Stadt ihr wichtigstes Gut, die Umgebung so lässig zerstören? Verstehe das nicht. Wer Stahl und Beton dem Wald vorzieht, kann in die Großstadt ziehen. Und selbst jede Großstadt würde niemals ihre Grünflächen für Bebauung opfern. Ganz stolz verkündet die Stadt Eberbach auf ihrer Webseite, der Neckarsteig wurde als „Deutschlands schönster Wanderweg“ nominiert. Scheint also doch irgendwie für die Stadt interessant zu sein, dass die Umgebung schön aussieht und Erholung und Natur bietet. Vom Neckarsteig sind die Spargels sicher gut sichtbar. Da können sich die mühsam herbei gelockten Wanderer schon mal auf eine echt klasse Aussicht freuen!

Ich fahre jedes Wochenende zur Erholung von der anstrengenden Großstadt in den grünen Odenwald. Wie viel Erholung bleibt bitte ohne Wald? Überlegen Sie doch mal, was die Stadt zu bieten hat, ohne Bäume, Wald, grüne Umgebung, guter Luft, Natur, Wanderwegen! Ein schlecht besuchtes Frühlingsfest?

Ist den Bürgerinnen und Bürgern eigentlich klar, dass die Windräder 3x so hoch sind, wie ein Riesenrad? Und damit meine ich nicht, das auf dem Kuckucksmarkt, sondern ein richtiges Riesenrad vom Oktoberfest. Und oben dreht sich die ganze Zeit ein Rotorblatt. Wenn man sich die Höhe der Räder vor Augen hält, braucht man auch nicht mehr über Infraschall zu diskutieren. Wer schon mal an der Nordsee war, weiß, dass die Dinger sehr wohl sehr gut hörbaren Schall erzeugen und das nicht zu knapp. Wenn ich mir also die Spargels auf den Hügel hinter mein Häuschen stelle, habe ich zu den Diskolichtern auch gleich noch den passenden monotonen Ton dazu. Und das vielleicht in der ganzen Stadt. Oder weht der Schall wie durch ein Wunde über Eberbach hinweg? Landet er dann vielleicht in Schwanheim, Schönbrunn oder Neunkirchen. Wer weiß das schon so genau.

@alle Befürworter: suchen Sie bitte nach wirklich ökologischer Energiegewinnung. Eine Energie, die die hier bereits mehrfach aufgeführte Masse an Material benötigt, für den ein ganzer Wald im Landschaftsschutzgebiet sterben muss inklusive der darin enthaltenen und daran angrenzenden Biotope, inklusive dem hundert Jahre alten Kirchel, den Wanderwegen, der Loipe, dem Fitnesspfad, den Pilzen, die die Eberbacher so gern da suchen, den Füchsen, Hasen, Wildkatzen, Wildschweinen, Insekten, Rehen, Kröten, Vögeln. Ja, es gibt auch noch andere Vögel als Rotmilane und Fledermäuse in dem Wald. Auch die verlieren ihre Heimat. Und ja, es gibt auch Milane auf dem Hügel. Ich sehe die doch jedes Wochenende. Das kann auch kein Gutachten wegdiskutieren.

Ich verstehe auch nicht, warum seit Jahrzehnten ein Aufschrei durch das ganze Land geht, bei jedem alten Schuppen der abgerissen oder zugemauert wird. Da könnten ja die wertvollen Fledermäuse nicht mehr genug Unterschlupf finden. Wie bitte? Und jetzt sollen diese so wertvollen Fledermäuse an den Windrädern verenden? Wenn Sie die Dinger nachts abschalten wollen, damit die Fledermäuse nicht dagegen fliegen, was machen Sie dann tagsüber, damit keine andern Vögel sterben? Haben Sie mal die toten Vögel gezählt, die erschlagen auf der Straße liegen, neben jedem größeren neu gebauten Haus? Die Vögel haben auch ihre Flugrouten. Die kommen nicht damit zurecht, wenn plötzlich 10 Meter dicke Stangen im Weg stehen.

Wenn Sie die Räder nachts wegen der Fledermäuse abstellen, lohnt sich dann der Betrieb noch weniger? Hat das mal einer ausgerechnet? Oder unterstellen die Berechnungen doch Dauerbetrieb? Wären die Fledermäuse dann wieder egal? Ich habe das mal kurz recherchiert hier im Internet. Es gibt in Eberbach zwei Arten von Fledermäusen: Das Große Mausohr und die Bechsteinfeldermaus: http://de.wikipedia.org/wiki/Bechsteinfledermaus

Das Große Mausohr ist nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt. http://de.wikipedia.org/wiki/Großes_Mausohr
Hier gibt es vom NABU übrigens eine sehr schöne Webseite. https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/arten/01334.html

Es sind aber nicht nur heimische Vögel und Fledermäuse bedroht.
Der NABU fordert: „Windräder als Todesfalle entschärfen: Windräder werden immer wieder zur Todesfalle für Fledermäuse. ... die in Deutschland verunglückten Arten teils von weit her kommen. Bei der Standortwahl von Windkraftanlagen muss auch der Fledermauszug berücksichtigt werden. ...“
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/wissen/15018.html
Verstehe nicht, warum dem NABU Eberbach das so völlig egal zu sein scheint.

@alle Befürworter: bitte beenden Sie Ihre einseitige Informationspolitik. Ihre sogenannten Informationskampagnen haben mit Neutralität nicht das Geringste zu tun. Sie beschönigen, verharmlosen, versuchen die Gegenargumente ins lächerliche zu ziehen und Sie trampeln auf der Meinung und den Gefühlen der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt herum. Und die machen sich obendrein noch drüber lustig.

Liebe Bürgerinnen und Büger der Stadt Eberbach: Lasst euch doch nicht völlig verkohlen und verhöhnen. Nur allein dafür, dass einige wenig sich dum und dämlich verdienen. Und damit meine ich nicht die paar Leute, die ihr mühsam Erspartes in einen Anteilsschein stecken.

Dieses Stück Odenwald ist auch meine Heimat und ich kann und werde es niemals einsehen, dass diese Heimat für nichts, absolut gar nichts und völlig sinnlos zerstört werden soll. Denn das hat die Diskussion hier ja unfreiwillig ans Licht gebracht, einen Vorteil von den Stangen gibt es für die Stadt und die Bürger nicht.

Bitte hören Sie auf, den Menschen weismachen zu wollen, dass die vorhandenen Straßen und Wege für den Aufbau genutzt werden könnten. Wie soll das gehen? Ich kenne die Straßen und Wege zufällig sehr gut und ich kann Ihnen sagen, die sind sehr kurvenreich. Hat schon mal jemand ausgemessen, um wie viel die Straße verbreitert werden muss und auf welcher Strecke? Was für ein Aufwand! Für nichts, rein gar nichts!

@alle Befürworter: bitte hören Sie mit den Verallgemeinerungen auf, wenn Ihnen die Argumente ausgehen. Nein, wir sind nicht im Ruhrgebiet und auch nicht im Kohleabbau-Gebiet. Dort sind die Leute übrigens schlauer, die renaturieren schon wieder. Und nein, dort hat niemand etwas davon, wenn wir zusätzlich zu der Natur dort auch noch unsere Natur zerstören. Für nichts, rein gar nichts. Wir wohnen auch nicht an der Autobahn, nutzen sie aber trotzdem und wir haben auch keinen Fluglärm, fliegen aber trotzdem. Vielleicht bieten wir dem Flughafen Frankfurt an, die Einflugschneise nach Eberbach zu verlagern. Offenbar sind hier Menschen der Meinung wir hätten hier zu viel unberührte Natur übrig, die zu sehr der Erholung dient und seinen zu wenig von Umwelteinflüssen beeinträchtigt.

Ich bin sehr froh, dass es sehr viele intelligente Eberbacher Bürgerinnen und Bürger zu geben scheint, die sich nicht so leicht hinters Licht führen lassen und die sich ihre Umgebung nicht völlig sinnlos zerstören lassen. Das gibt mir Hoffnung. Und ich spreche hier nicht nur für mich. Und jetzt gehe ich in den Wald, laufe über den weichen Waldboden, atme die reine Luft, stehe im Schatten der Bäume und höre dem Gesang der Vögel zu.

Antwort von Beobachter (01.05.2015 12:24)


@hoschpes

Eine sachliche Diskussion und glaubwürdige Argumente zum Thema "Windenergie" kann ich bei Ihnen am besten Willen nicht erkennen! Ihnen geht es hier doch hauptsächlich um Stimmungsmache bzw. das Them emotionell " hochzukochen", was in einem anonymen Forum ja auch leichtfällt. Es wird z.T hier ein Stuss geschrieben, der auf fehlendem Hintergrundwissen basiert.
Mir persönlich sind Windräder tausendmal lieber als hochsubventionierte AKW´s mit strahlendem Müll für Jahrzehnte. Die Energiewende muß jetzt erfolgen, das sind wir auch künftigen Generationen schuildig! Nur im badischen Odenwald scheint man stehengeblieben zu sein....

Antwort von Hoschpes ade (01.05.2015 17:19)

@hoschpes
... und dabei atmen Sie tief ein und haben die Schwermetalle und das Quecksilber aus den Großkraftwerken Mannheim etc. in der Lunge, das lagert sich dann schön in ihrem Körper an.

Das Licht des Windrades hingegen nicht. Das überleben Sie noch lange!

PS: Wo waren Sie eigentlich bei den Infoveranstaltungen. Dort wäre es Ihnen richtig erkärt worden. Oder waren Sie da und haben etwa geschlafen?

Antwort von Buerger (01.05.2015 19:32)

Also, ich bin von hier - und ich lasse mich auf diese Diskussion in dem Ton auch nur deswegen ein.

Ich denke, wir sollten alle mal am Kirchl Wandern gehen und die Feuerstelle dort nutzen. Dann wird uns klar werden, was zerstört wird.

Was hier völlig außen vor bleibt: Es gibt genug andere Orte, wo man keine Schutzgebiete zerstören muss um Windkraft zu nutzen. Oder Wasserkraft. Wir dürfen unsere Heimat nicht zerstören lassen, der Nachweis für den Regionalen Nutzen und die volkswirtschaftliche Rentabilität sind bis dato nicht erbracht. Windkraft, so nah an einer dicht besiedelten Gegend im Landschaftschutz-Gebiet, ist einfach nur ein schlechter Witz - hoffentlich wird unser Gemeinderat seiner Verantwortung gerecht.

Antwort von Abstand zum Wohngebiet (01.05.2015 20:09)

Auf der Fotomontage kann man sehr schön erkennen, dass der Abstand der Windräder zu dem Wohngebiet in Neckarwimmersbach deutlich zu gering ausfällt. Das hat auch zur Folge, dass die Windräder so bedrohlich über den Wald hinausragen.
Ich empfinde solche Planungen als eine echte Frechheit. 2 km sollten m.E. Mindestabstand zu einer Siedlung sein. Das kann nicht zu viel verlangt sein für 200 Meter hohe Windräder.
Hier wurde vielfach der Artenschutz bestimmter Tiere angesprochen. Umwelt- und Tierschutzverbände denken offensichtlich an jede Art, bloß nicht an den Menschen.

Antwort von Peter Grambitter (01.05.2015 20:11)

Sehr geehrte Anwohnerin,

Ich bin auch Anwohner, trete deshalb oder trotzdem mit meinem richtigen Namen auf.

Sie haben sehr lange geschrieben und sich sehr ausführlich ausgelassen zum Thema.
Auch mir fällt es schwer, in der Antwort darauf die wünschenswerte nötige Kürze zu finden.
Ich fand es notwendig, ein wenig Ordnung in Ihre geballte Suada gegen die Windenergie zu bringen.

Sie beschwören gegen Ende zu Recht die Intelligenz der Eberbacher Bürger.
Zu Recht, weil die sich nämlich nicht durch Ihre haltlose Argumentation von einer richtigen Entscheidung abbringen lassen werden.

Wären Sie auf der ersten Veranstaltung der Initiative Windenergie für Eberbach (IWE) gewesen, hätten Sie was ganz anderes erfahren über den tatsächlichen Abholzbedarf, als Sie mit Ihrem Höllenbild hier zu zeichnen versuchen. An die Hölle glauben eh die wenigsten, mal so angemerkt, sie soll nur Angst verbreiten.
Wenn Sie das Gegenteil dessen sehen wollen, was Sie an die Wand malen, dann nehmen Sie am 20. Mai an der von der IWE kostenlos angebotenen Fahrt zum Windpark Buchen-Hettingen im Großen Wald teil. Sie werden es nicht glauben, bevor Sie es in der Wirklichkeit sehen, aber der Wald steht noch. die gerodeten erforderlichen Flächen dürfen Sie dort aus nächster Nähe besichtigen und sie ins Verhältnis zur Gesamtfläche Wald setzen.

Beim Thema Schall ziehen Sie einen Vergleich zu Rate, der nicht funktioniert.
Die Windräder an der Nordsee sind ganz anders konzipiert - nämlich für den Starkwind.
Die hier zum Einsatz kommenden Räder sind gebaut für unsre leichten Winde.
Auch hier kann Ihnen eine Mitfahrt am 20. Mai vielleicht helfen, den "Lärm" der Anlage in Ohrenschein zu nehmen. Hoffen wir mal, dass auch ein ordentlicher Wind geht an diesem Tag. Den werden Sie dann hören in den Bäumen ringsherum, wie er auch jetzt bei Wind auf dem Hebert ohne Windräder zu hören ist.

Zur Artenschutzfrage hat Herr Simon auf der städtischen Veranstaltung nun wirklich sehr ausführlich und minutiös die Ergebnisse der ersten Gutachten vorgestellt.

Was den NABU und dessen Haltung zur Windenergie auf dem Hebert angeht, verweise ich auf die jüngste aller Quellen, nämlich auf den Vortrag des NABU-vertreters am vorvergangenen Mittwoch auf der zweiten Info-Veranstaltung der IWE. Nachzulesen als RNZ-Link auf der IWE-Website (www.iw-eberbach.de).

Zum dritten Male: Wenn Sie am 20.Mai mit nach Buchen fahren, werden Sie sich davon überzeugen können, dass die von ihnen heimischen Tierarten nicht verschwunden sind. Was die sogenannten "windkraftrelevanten" Arten angeht, gab und gibt es auch dort Gutachten und ständige Beobachtung, um das Vorhandensein dieser arten und deren Verhalten zu erfassen. Die Anlagen verfügen über die erwähnten Abschaltalgorithmen bzgl. des Fledermausschutzes.
Ihr Vergleich mit abgestürzten Vögeln an "jedem größeren neu gebauten Haus" hinkt gewaltig, weil es sich um vergleichsweise niedrige Bebauung handelt, dazu ein einer Konzentration ohne nennenswerten Freiraum herum.
Ein Windrat hat seinen Rotor weit oberhalb der von Ihnen herangezogenen Vergleichsbauten.
Der Schaft ist gerade mal ein paar Meter im Durchmesser. Dafür steht der Schaft frei in der Umgebung, ist nicht verglast (eine der Hauptunfallsgründe für Vögel an Gebäuden). Der Abstand zum nächsten Windrad ist vergleichsweise gewaltig, da er notwendig ist, um sich nicht gegenseitig den Wind "abzugraben" und Verwirbelungen zu vermeiden, die die Statik des Nachbarrades beeinträchtigen könnte.

Wenn Sie was zu diesem von Ihnen erzählten Märchen lesen wollen, empfehle ich Ihnen folgenden Link. Dem Focus kann kaum vorgeworfen werden, zur Windkraftbefürworterlobby zu gehören.
http://www.focus.de/wissen/klima/tid-14230/mythos-windkraftanlagen-toeten-massenweise-voegel_aid_398163.html

Sie argumentieren emotional, was gut ist. Die Befürworter tun das in Maßen auch, weil sie die Notwendigkeit der Energiewende und des Einsatzes von Windenergie abwägen gegen die von Ihnen eingebrachten emotionalen Argumente.
Es gibt keine Energie, die völlig kostenlos ist.

Bitte rechnen Sie nicht damit, dass sich die Intelligenz der Eberbacher Bürger, die sich sehr wohl über das Thema mit Fakten versorgen, von Ihren reißerischen Wandmalereien beeindrucken lässt.

Antwort von hoschpes (02.05.2015 08:16)

Sehr geehrte Frau Fendler,

Sie sind nicht die/der erste und werden auch nicht die/der letzte sein, die versucht, den INHALT eines postings mit dem Verweis auf die FORM (Verwendung v.Pseudonym) abzuqualifizieren.

Deswegen für Sie und für alle, die es betrifft, soviel nur zur Anonymität:

1. Das Forum im EbCh ist ein moderiertes Forum, es kann also nicht zu einem shitstorm und anderen zu recht oft beklagten Auswüchsen kommen, die die Anonymität im Internet ermöglicht. - Ich unterstelle Ihnen und allen anderen, die hier die anonymen postings beklagen, keinesfalls, dass Sie absichtlich und unterschwellig dieses Schmuddelimage auf die Pseudonymverfasser übertragen wollen. Vielleicht liege ich damit aber auch falsch.

2. Eberbach ist eine kleine Stadt. Die Gruppierungen und Personen, die Pro Windkraftanlagen agieren (AGL, IWE, BUND, NABU, Bürgermeister, Gemeinderat u.a.) bilden ein mächtiges Netzwerk. Letztendlich werden diese Kräfte die WKA auch durchdrücken, wenn die Bürgerbefragung nicht gerade ein 90% Contra Ergebnis hervorbringt. Da darf man sich keinen Illusionen hingeben. - Sie können sich vorstellen, dass in diesem Netzwerk eine Menge Fallstricke verborgen sind, in der sich ein Einzelner, der sich gegen den politischen mainstream stellt, verheddern kann. Die Anonymität bietet eine Möglichkeit, seine Meinung zu äußern und trotzdem öffentlich nicht angeschwärzt zu werden, z.B. um seine Kinder zu schützen. - Wie schnell man in diesen Strudel gerät, das können Sie etwas weiter oben sehen, in einem posting, in dem der (anonyme) Windkraftfreund mich in eine unappetitliche politische rechte Ecke drängen wollte.

3. Die Meinung eines Menschen zählt, nicht sein Name, Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Religion, akademischer Grad, Politische Funktion und Amt.usw. - Ich vergleiche ein anonymes posting hier im Forum mit der Teilnahme an einer Demonstration, die auch öffentlich ist, aber bei der man kein Namensschildchen am Revers tragen muss. Obwohl von grün-alternativer Seite immer wieder so ein Namensschildchen ins Spiel gebracht wird... - bei Polizisten wohlgemerkt, natürlich nicht bei der eigenen Klientel.

Zu dem, was Sie, Frau Fendler, zu den "auswärtigen" Windkraftgegnern sagen, sei nur bemerkt:

Sie listen eine ganze Reihe von umweltpolitischen Themen, denen man sich annehmen sollte. Ich gehe doch mal stark davon aus, dass diese Vorschläge nicht exclusiv für die Eberbacher gedacht sind, sondern auch für "den Rest der Welt". Dieser "Rest der Welt" soll aber Ihrer Meinung nach seine Einstellung zu Windkraftanlagen gefälligst am Ortsschild aufhängen, wenn er die Stadtgrenze zu Eberbach übertritt und beim Verlassen wieder mitnehmen. Das nenne ich Meinungsdiktatur auf lokaler Ebene. Aber das ist ja ein Kennzeichen, wenn eine (ehrbare) Grundhaltung sich mit Missionarismus paart und daraus eine Ideologie entsteht.

Schöne Grüße
hoschpes

Antwort von Jürgen Creß (02.05.2015 09:23)

@ beobachter

100% Zustimmung

Antwort von hoschpes (02.05.2015 09:40)

@Beobachter
Was haben Sie denn gegen Emotionen? Ist es Ihnen lieber, kalte Technokraten übernehmen unsere Heimat?

Warum antworten Sie nicht konkret auf einen meiner Einwände gegen die WKA? Damit Sie nicht all meine postings durchstöbern müssen, nehmen Sie eines der letzten - der flächendeckende Vermögenschaden für Hausbesitzer im Umkreis von WKA.

WER hat WANN, auf WELCHEM Forum/homepage/Infoveranstaltung der WKA-Befürworter jemals dazu Stellung genommen? (Ich hoffe, diese Frage war konkret genug und nicht nur "Stimmungsmache".)

Ich warte gespannt auf eine Antwort.

Antwort von Peter Grambitter (03.05.2015 14:54)

sehr geehrter hoschpes,

Zu Ihrem Plädoyer für Ihre Anonymität und Ihrer einigermaßen verwunderlichen Paranoia vor dem "mächtigen Netzwerk" der Windkraftbefürworter, die sie sogar aufzählen, mag ich nichts weiter sagen. Es klingt ein wenig nach einer neuen verschrobenen Verschwörungstheorie, von denen ich im Allgemeinen nicht viel halte.

Wichtiger erscheint mir Ihre Aufforderung Stellung zu nehmen zum "flächendeckenden Vermögenschaden für Hausbesitzer im Umkreis von WKA" bzw. Ihr Klagen, darüber bisher nichts gehört zu haben.

Sie erwarten doch nicht im Ernst windige Prognosen über einen der Marktpsychologie unterworfenen Mechanismus von Befürwortern UND von Gegnern, oder?
Hilfreicher wäre es, wenn Sie das Thema relevant und beachtenswert finden, belegte(!!!) und belastbare Zahlen zu liefern über derartige Verluste im Immobiliengeschäft in vergleichbaren Situationen der Vergangenheit (das erspart uns geratene oder empfundene Prognosen).

Bitte aber keine einzelnen Selbstauskünfte der Art "Ich habe den Eindruck, bzw. bin mir sicher, dass meine Immobilie unverkäuflich geworden ist". Falls so etwas in der Tat geschehen ist, schlägt sich das in den Statistiken der Makler, Käufer und Verkäufer nieder.
Haben Sie so etwas, worüber man dann gerne diskutieren sollte?

einen schönen Sonntag noch.

Antwort von Peter Grambitter (03.05.2015 15:24)

PRAGMATISCHER VORSCHLAG AN ALLE HIER:

Das ist mit Sicherheit einer der längsten und kontroversesten Threads ever hier im Channel. Es ist aufschlussreich, ihn zu verfolgen und sich daran zu beteiligen.

Das Problem: er bewirkt kaum etwas!

Allenfalls eine (vielleicht zu vernachlässigende) Stimmungsbeeinflussung im Zuge der laufenden BürgerBEFRAGUNG, weil die meisten Bürger sich sehr wohl über die Fakten informieren werden oder sich längst entschieden haben. Wir hörten ja, dass bereits 4 Urnen im Rathaus gefüllt sind mit Rückläufen.

Wie wir alle wissen und wie es immer wieder, so auch auf der städtischen Info-Veranstaltung, betont wird, hat diese Befragung KEINE BINDENDE Wirkung für die endgültige Entscheidung des Gemeinderates, stellt aber ein erwünschtes Stimmungsbild dar, dem sich das eine oder andere Ratsmitglied persönlich und freiwillig unterwerfen mag.

Anders wäre das, wenn der Antrag der AGL auf einen BürgerENTSCHEID angenommen worden wäre. Der wäre VERBINDLICH gewesen. Das war aber nicht der Fall.

Sehen wir den Tatsachen ins Auge.
Am Ende wird der Gemeinderat mit seinen 22 Stimmen über das Fortkommen des Projekts entscheiden. Evtl. mit der zusätzlichen Stimme des Bürgermeisters.

Ich darf Ihnen meine Überzeugung aussprechen, dass alle Ratsmitglieder und der Bürgermeister genauso wie die Verwaltung diese Diskussion hier aufmerksam verfolgen, auch wenn sie sich hier bedeckt halten und sich nicht beteiligen.

Was liegt also näher für den einzelnen Bürger, als sich an diese Personen zu wenden, um ihnen die eigenen Vorbehalte oder Zustimmungen im persönlichen Gespräch mitzuteilen und im Gespräch möglicherweise Argumente, Sachfakten etc. auszutauschen. Wenn jemand für eine erwünschte Entscheidung zu gewinnen wäre bei der Situation, wie sie jetzt nun mal ist, dann sind es die Ratsmitglieder.

Sie finden alle Namen auf der Website der Stadt. Sie sind Ihnen möglicherweise sogar persönlich bekannt.

Suchen Sie dort bei den Entscheidern das persönliche Gespräch, das wäre zielführend im Sinne eines jeden hier, ob Befürworter oder Gegner, erfordert allerdings die Aufgabe der Anonymität (kleine Spitze meinerseits).

Was Sie jedoch auf gar keinen Fall daran hindern sollte, hier munter und kontrovers weiter zu diskutieren.

Antwort von Karola Fendler (03.05.2015 18:47)

Sehr geehrter Herr hoschpes,
es ist natürlich sehr einfach, wenn man sich hinter einem Pseudonym versteckt. So kann man
andere angreifen und Tatsachen verdrehen, ohne dass man privat, beruflich oder im Verein ansprochen werden kann. Zeugt nicht gerade von Charakterstärke.
Übrigens: Wenn ich zu einer Demonstration gehe, bin ich nicht vermumt oder verkleidet.
Man kann mir ins Gesicht schauen, fotografieren oder auch persönlich ansprechen. Hat also nichts mit Anonymität zu tun.
Ich bin auch sehr verwundert über den Satz: Sind die Vorschläge nur für Eberbach oder auch
für "den Rest der Welt". Ich denke, jeder hat inzwischen vom KLIMAWANDEL gehört und jeder
weis inzwischen wie schlimm es in der Massentierhaltung weltweit zugeht und auch, wie viele Menschen ausgebeutet werden, damit wir hier im Wohlstand leben können.
Da es in vielen Vereinen wenig aktive Mitglieder gibt, war meine Aufforderung ganz Aufrichtig ge-
meint, da doch viele immer wieder den Naturschutz- Umwelt- u. Tierschutz in den Vordergrund
ihrer Argumentationen gestellt hatten. Da Windenergie nur ein Teil der erneuerbaren Energien ist,
gibt es noch viele Themen, die angegangen werden müssen/können.

In diesem Sinne eine gute Woche

Antwort von Buerger (03.05.2015 20:11)

Nicht, dass ich jede Wortmeldung von Hopsches nun stützen will, aber nicht unrecht ist, das viele Argumente gewissermaßen "pseudo-wissenschaftlich" ausgeräumt werden sollen.

Es gibt tatsächlich immer noch keine belastbaren Antworten, in welcher Weise die Stadt Eberbach und die umliegenden Gemeinden profitieren (Einnahmen?). Es gibt immer noch keine Aussagen zu den kritischen Themen: Gesundheitsgefährdung, Wertverlust von Immobilien, Tier- und Umweltschutz. In meinen Augen werden alle Fragen nur weg-gewischt, es gibt keinen Dialog... nur aufeinander herum-gehacke.

Antwort von Anwohnerin (04.05.2015 00:51)

Ich male keine Horrorszenarien, das machen Sie schon selbst. Ich beschreibe nur, was ich auf dem Bild sehe. Wie viel Beton und Stahl und Plastik für die Spargels in den Wald gepumpt wird, steht auf der Internetseite der Gegner aus Beerfelden. Das habe ich nicht erfunden, sondern dort nachgelesen. Darauf hatte ich hingewiesen. Ich bin kein Experte und will auch nicht vorgeben, einer zu sein. Aber ich kann lesen und rechnen. Das hat man mir in der Dr.-Weiß-Grundschule beigebracht.

Es ist doch auch ganz logisch, wenn die Dinger 150m hoch sein sollen, dass die ein ordentliches Fundament brauchen. Die müssen ja auch den angeblich so kräftigen Winden, die da oben wehen, standhalten. Sonst müsste man sie doch gar nicht hinstellen? Oder verstehe ich da was falsch? Sie müssen doch den Leuten endlich mal sagen, auf was sie sich da einlassen sollen und wie riesig die Dinger sind. Stehen Sie doch dazu, dass Wald abgeholzt wird und dass das Freizeit- und Erholungsgebiet nachher einfach keins mehr sein wird. Sie wollen doch diese Energie. Da müssen Sie doch auch wissen, was die Schäden sind und die Leute aufklären. Aber dass Sie nicht neutral informieren, hatten wir ja schon festgestellt. Halten Sie die Leute doch nicht für dumm. Ihr Wald war den Eberbachern immer heilig. Der wurde und wird gehegt und gepflegt. Eine Katastrophe, wenn es da mal brennt! Und Sie wollen ein ganzes Gebiet mit Windrädern zupflastern und tun so, als wäre das kein markanter Eingriff in den Wald und das Landschaftsbild und in den Lebensraum der dort lebenden Menschen und Tiere.
Zitat aus der Stadtgeschichte: "… Mit seinem Waldanteil von beinahe 80 % der Gemarkungsfläche gehört Eberbach zu den waldreichsten Gemeinden in Baden-Württemberg. Der Wald besitzt als großräumiges Ökosystem mit vielfältigen Funktionen eine große Bedeutung, daneben wird er als Wirtschaftsgut (Holzgewinnung) genutzt. Eberbach profitiert noch in einer anderen Weise von seinen Wäldern: Die Stadt verfügt über eigene Trinkwasserquellen, aus denen Wasser bester Güte sprudelt. …"
Das kann auf der Webseite der Stadt Eberbach nachgelesen werden. Vielleicht denken ja mal welche darüber nach.

Bevor Sie nach Buchen fahren, könnten Sie ja mal den Artikel in der RNZ lesen:
http://www.rnz.de/nachrichten/buchen_artikel,-Buchen-Starker-Gegenwind-im-Gemeinderat-fuer-neue-Windenergieanlagen-_arid,8249.html
Die Stadträte in Buchen haben offenbar erkannt, dass die Windräder landschaftsverändernd sind und dass dafür abgeholzt werden muss. Leider erst nachdem die Dinger aufgestellt wurden. Außerdem scheint es dort auch ein Problem zu geben, weil sich die Räder nicht immer drehen. Also muss doch wieder der dreckige Strom aus Mannheim herbeigeschafft werden.

Ich hätte ja noch gar nicht mal was gegen die Windräder, wenn sie nicht im Namen einer angeblich grünen Revolution einen ganzen Wald samt Erholungsfunktion und ein ganzes Landschaftsbild zerstören würden und die Leute durch Lärm und blinkende Lichter belästigen würde. Und das völlig überflüssig. Wieso überlegen Sie nicht endlich was wirklich ökologisches?

Auf der Webseite des Buchen-Windparks Großer Wald ist sehr schön mit Bildern dokumentiert, wie viel Fläche eins dieser Räder benötigt. Vielleicht sollten sich die Reisenden das erst mal anschauen und dann überlegen, ob dafür immer noch kein Wald abgeholzt werden muss. Auf der Webseite kann man auch nachlesen, dass in 5 von 12 Monaten in 2014 unter dem Monats-Soll Strom erzeugt wurde. Das sollte man auch mal vorher wissen.
Vielleicht nutzen Sie die Fahrt ja und fragen auch mal nach den Nachteilen und Problemen. Die sollte man einfach kennen.

@Thema Abstand: Wer den Abstand der geplanten Anlagen zu Eberbach für einen Witz hält, kann ja mal die Einwohner in Schwanheim befragen. Ach ja, da wohnen ja auch noch Menschen. Aber der Mensch zählt ja nicht, wenn es um die ganz große Sache geht.

@Thema Vogel- und Artenschutz: Sind eigentlich alle Befürworter Ornithologen? Gibt es denn jetzt schon das Gutachten? Ist der Rotmilan, der da in der Nähe wohnt nicht schützenswert, wenn es der erholungssuchende oder zumindest der lebende Mensch schon nicht ist?

@NABU/BUND: Was sagen Sie den Kindern, die Sie immer wenn Krötenwanderung ist, so plakativ an den Straßenrand stellen und Krötenzäune aufbauen lassen? Ach Kinder, die Kröten, die dort oben auf dem Hügel leben, die interessieren uns nicht, die müssen wir nicht publikumswirksam über die Straße heben. Die haben jetzt halt kein Zuhause mehr, weil alles zubetoniert ist. Aber wenigstens sind sie für die ganz große Sache gestorben …

Antwort von Peter Stumpf (04.05.2015 07:46)

Zur Versachlichung der Diskussion zur Windenergienutzung auf dem Hebert möchte ich folgende Fakten zum Thema Abholzung (s. Beitrag Anwohnerin „ Hügel ohne Bäume“) und Entfernung zur Wohnbebauung (s. Beitrag Abstand zu Wohngebiet ) aufführen:
1. Waldverbrauch
Pro Windrad inklusive Verbreiterung der Zuwegung für die Anlieferung müssen ca. 0,4 ha Wald gerodet werden. Das sind bei 8 Windrädern ca. 3,2 ha. Von diesen 3,2 ha werden lediglich ca. 0,4 ha für die Fundamente versiegelt, die restlichen 2,8 ha bleiben unversiegelt und können teilweise (Montagefläche) wieder mit heimischen Gehölzen begrünt werden. Zum Vergleich: Die Größe des Eberbacher Stadtwaldes beträgt 3575 ha, die für die Windkraft zu rodende Fläche wäre weniger als 1/1000 ( 0,09%). Wenn man bedenkt, dass die gesamte Waldfläche auf der Gemarkung Eberbachs über 6000 ha (Stadtwald und Privatwald) beträgt, dann würde der Waldverbrauch bei ca. 0,05% liegen, also kein Grund zur Panikmache, auch auf dem Hebert bleiben die allermeisten Bäume stehen und der Wald wird, davon habe ich mich durch Besuche in 2 Windparks überzeugen können, nach wie vor seine Erholungsfunktion behalten.

2. Abstand zum Wohngebiet
Der Abstand von Windrädern zur Siedlungsfläche ist gesetzlich mit mindestens 700 Metern festgelegt. Das wird selbstverständlich in Eberbach nicht unterschritten. Im Gegenteil, der Abstand des am nächsten gelegenen Windrads auf dem Hebert beträgt mindestens 1 km Luftlinie zur Bebauung. Die ohnehin geringen Geräusche (deutlich weniger als Autoverkehr) sind in dieser Entfernung nicht mehr zu hören. Die in der RNZ veröffentlichte Fotomonatage ( RNZ vom 30.4.) ist vom Balkon des Rathauses und nicht von Neckarwimmersbach aus erstellt worden. Bedingt durch unser bergiges Gelände wird man in der Hanglage Neckarwimmersbachs und Rockenaus die Windräder weitaus weniger z.T. überhaupt nicht sehen als von der Stadt aus.

Antwort von hoschpes (04.05.2015 08:54)

Sehr geehrter Herr Grambitter,

ich benutze den Ausdruck "Netzwerk" neutral. Wenn ich ihn verschwörungstechnisch gemeint hätte, dann hätte ich gleich den Ausdruck "Windkraftmafia" benutzt (den es oft genug im Internet gibt) und den ich ausdrücklich NICHT für die Eberbacher Verhältnisse anwende. Weil es so schön passt, will ich die Auswirkung des Netzwerks es am Beispiel des Wertverlustes bei Immobilien verdeutlichen:

Wenn Sie recherchieren werden Sie auf viele Hausbesitzer stoßen, die psychisch und physisch "am Ende" sind. Sehr oft ältere Menschen, die ihr Haus als Altersvorsorge betrachteten und nun, mit dem Windrad vor der Nase, gefangen sind in diesem Haus. Sie sind nicht mehr mobil, wegziehen können sie nicht, weil das Haus unverkäuflich ist. - Es ist nun mal so, dass egal, ob Windrad, AKW, Autobahn, u.a., ja manchmal sogar ein Kindergarten sich negativ auf den Wert der Immobilie auswirken. Ich weiß das, Sie wissen das, und ich weiß, dass Sie das wissen.

In Eberbach gibt es auch ein paar Immobilienmakler. Wäre wirklich interessant, ihre Stellungname dazu zu hören. Sie werden es nicht tun. Aus Gründen, die ich nachvollziehen kann. Denn vielleicht möchten diese Makler auch weiterhin Windkraftfreunde unter ihren potenziellen Kunden haben. Das ist nicht opportunistisch, das ist nur menschlich.

Schöne Grüße

Antwort von hoschpes (04.05.2015 09:57)

...ach ja, ganz vergessen, zu erwähnen, wg. " belegte und belastbare Zahlen" zum Thema "Wertverlust von Immobilien im Umkreis zu WKA". Es sei da die Untersuchung von Prof. Jürgen Hasse /Universität Frankfurt erwähnt. Kann mann sich runterladen, und viel Spaß beim Erkenntnisgewinn. (Aber bitte nicht argumentieren, der gute Mann sei von der Atomindustrie gekauft o.ä. ..)..

Antwort von Karola Fendler (04.05.2015 20:16)

@ Bürger
Sie fragen, wie die Naturschutzverbände den Kindern gegenüber agumentieren. Wir haben Agumente, da sehr viele von uns schon vor Jahrzehnten angefangen haben sich gegen Atomkraftwerke und fossile Energiegewinnung zu engagiieren. Wie wollen Sie Ihre Haltung den nachfolgenden Generationen erklären?
@ hoschpes
Ich wohne an einer beliebten Motorradstrecke, der Wohnwert hat sich hier bereits vor vielen
Jahren stark veringert, inzwischen sind unsere Häuser fast unverkäuflich ( Aussage eines
Eberbacher Maklers). Hier wollen noch nicht einmal Motorradfahrer wohnen.(Aussage von
vielen meiner Kollegen, die hier zwar herumfahren, aber nicht hier wohnen wollten; wäre ihnen zu laut). Ich tausche gerne den Motorenlärm und Gestank gegen ein paar Windräder:-)

Antwort von Anwohnerin (05.05.2015 00:35)

Mann o Mann, ich mach mir echt Sorgen um Eberbach. Es ist hoffentlich ein schlechter Scherz, wenn Sie schreiben, Sie wüssten heute schon, dass "der Gemeinderat mit seinen 22 Stimmen über das Fortkommen des Projekts entscheiden" wird? Das System, das Sie hier beschreiben: alle stimmen ab aber das Ergebnis ist schon vorher bekannt, nennt man üblicherweise Bananenrepublik. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Sie sich unglücklich ausgedrückt haben. Sonst verliere ich noch den Glauben an die Demokratie.

Was ich schon etwas seltsam finde, ist, dass sich ihre Partei bereits seit mindestens Februar 2013 für den Standort Hebert einsetzt - fast eineinhalb Jahre vor der ersten Informationsveranstaltung zur Windkraft für die Bürger. Und damals wurden vier Gebiete als geeignet ausgewiesen. Wie kommt denn das? Und was ist mit den drei anderen Flächen, die in Frage kommen? Wieso werden die gar nie mehr erwähnt? Schauen Sie sich doch die Flächenpotenzialanalyse mal genau an. Bei mindestens zwei der Flächen ist mehr dunkleres rot zu erkennen, als auf dem Hebert. Wieso wollen Sie denn die Räder in ein Gebiet bauen, in dem nachweislich weniger starker Wind weht? Es ist ja auch nicht so, dass die Dinger irgendwann wieder abgebaut werden können, wenn man merkt, die bringen nichts. Sie haben schon auch gesehen, dass der größte Teil auf dem Hügel nicht rot, sondern gelb eingezeichnet ist? Gelb = weniger Wind.

@Waldverbrauch: Sie haben immer noch nicht verstanden, dass jeder Baum, der gefällt wird, einer zuviel ist für eine Energie, die damit nicht mehr ökologisch ist. Und Sie haben noch immer nicht verstanden, dass es Ihre Aufgabe ist, eine Energie zu finden, die ökologisch ist, statt stur Ihre fragwürdigen Parteiziele verfolgen zu wollen.

Wie interessant auch, dass ich jetzt doch noch erfahren darf, wie viel Wald gerodet wird. Leider habe ich inzwischen was anderes ausgerechnet. Die gerodete Fläche mit dem gesamten Stadtwald ins Verhältnis zu setzen, ist m.E. auch ziemlich sinnlos. Die Windräder sollen ja auch nicht im gesamten Stadtwald verteilt werden. Da muss ich schon die Fläche nehmen, die vorgesehen ist: 137 ha laut einer der Präsentationen (wobei wie erwähnt nur ein Teil davon rot ist). Bereits bei einer kleineren, als der von Ihnen vorgesehenen Anlage müssen 0,7 ha Wald pro Anlage gerodet werden, nicht 0,4. Das sind übrigens 7.000 qm pro Anlage, also ein ganzes Fußballfeld (Fifa-Standard). Das kann man hier nachlesen: http://www.prowindkraft-niedernhausen.de/niedernhausen/platzbedarf/
Ein Teil kann wieder aufgeforstet werden. Doch erst mal ist der Wald weg und bis er nachwächst, dauert es bekanntlich ein paar Jahre.

Also 8xFußballfeld, sind 8x0,7=5,6 ha Wald auf eine Fläche von 137ha = 4% des eingezeichneten Gebietes sind einfach schon mal weg nur für den Aufbau der Räder. Nicht falsch verstehen. Ich will nur nicht, dass es nachher, wenn alles zubetonniert ist, heißt: 'Ups, da haben wir uns verrechnet'. Soll ja schon das ein oder andere Mal vorgekommen sein. Vielleicht vorher einfach noch mal nachrechnen. Zu den 4% kommt noch der Weg dazu. Der muss im Übrigen auch nicht nur geringfügig verbreitert werden. Sie brauchen einen Weg, der 5,5 Meter breit ist, also so breit wie eine Landstraße inkl. Gegenverkehr. Also noch eine kleine Landstraße als Schneise in den Wald geschlagen. Ob die auch wieder aufgeforstet werden kann? Glaube ich fast nicht, weil die Räder ja auch mal gewartet werden müssen. Wo kommen wir dann insgesamt raus? Bei Auslegermontage kommen noch mal 130 (eher mehr, weil das Ding ja 150m lang sein soll) x 15m hinzu, also noch mal ca. 2000 qm pro Anlage. Insgesamt noch mal 16.000 qm. Ist doch ganz schön viel Holz. Man sollte auch berücksichtigen, dass kleine Inseln raus geschlagen werden, nicht wie bei der Ernte lediglich ausgedünnt wird. Also 8 Fußballfeld große Löcher plus 5,5m breiter Schneise plus eventuell Platz für Auslegermontage. Hektarweise Lebensraum Wald einfach mal so weg entschieden.

Nochmal Stadtrat oder wer auch immer hier entscheidet: informiert die Bürger offen und ehrlich. Wenn ich jetzt hier lese, die Windräder geben sehr wohl Lärm von sich, wo doch weiter oben steht, es sei nur der Wind zu hören in Buchen, wird mir schon wieder schwindlig. Was von der vagen Information soll man nur glauben? Was sind denn geringe Geräusche, weniger als Autoverkehr? Autoverkehr auf der Landstraße oder auf der Autobahn. Das müsste man wissen. Das ist ein Unterschied. Und dann setzen Sie den Leuten die Dinger 1000m vor die Haustür? Menschen in Schwanheim, wehrt euch! und nicht nur die. Schall trägt sehr weit. Wer weiß, wo das monotone Geräusch später zu hören ist. Sie müssen auch mal bedenken, dass dieser Autoverkehrslärm nie endet. Das ist nicht wie auf der Straße, wo mal viel, mal wenige Autos fahren. Nein, das ist ein wahnsinnig machendes monotones immer gleichbleibendes sich ständig wiederholendes Geräusch. Zu den Gesundheitsgefährdungen siehe auch hier:

http://www.pronaturraum.de/2012/11/26/gesundheitsgefahren-durch-schalleinwirkungen-von-windenergieanlagen/

Wenn euch schon Flora und Fauna und Erholungsgebiet nicht interessiert und auch das Landschaftsschutzgebiet egal ist, könnt ihr ja mal über eure Gesundheit nachdenken, und die eurer Kinder. Vielleicht möchte das ein oder andere ja gerne hier bleiben.

Antwort von Buerger (05.05.2015 09:09)

@Frau Fendler: Es freut mich, dass Sie sich beteiligen - allerdings nehme ich keine Position gegen die Windenergie oder Pro-Atom oder fossiler Energieträger ein, bitte vermischen Sie das nicht. Wir dürfen im Gegenteil, nicht wie bei den Atomentscheidungen, auf Grundlage unklarer Sachlage Fakten schaffen.

Wir müssen doch nicht ein anderes Übel schaffen: Wald erhalten (es gibt doch genug "brach liegende Flächen" die sogar von der EU entsprechend subventioniert werden - sind die geprüft?) und nicht blind auf die deutschen Regeln für die Mindestabstände zur Wohnbebauung vertrauen... in anderen europäischen Ländern, sind diese Abstände größer - die Regeln praktikabler.

Manchmal denke ich - obwohl ich sehr liberal bin - dass Deutschland in Sachen Umweltschutz vom Rest der EU abgehängt wird, wofür es viele Beispiele gibt. Mittlerweile fehlt jegliche erkennbare Strategie oder Richtung.

Noch mal kurz: Landschafts- und Bewohnerschutz vor Energieerzeugung.

Motorradfahrer und ihr Lärm gehören definitiv in einen anderen Themenbereich, finde ich.

Antwort von Peter Grambitter (05.05.2015 12:05)

@Anwohnerin
Seien Sie realistisch! Die Entscheidung wird letztendlich der Gemeinderat treffen, so wie die Dinge jetzt stehen. Der Antrag der AGL auf einen verbindlichen BürgerENTSCHEID wurde nicht angenommen zugunsten einer rechtlich nicht verbindlichen BürgerBEFRAGUNG.
Wir bedauern das auch. "Bananenrepublik" ist unterste Schublade, wenn nix mehr hilft. ("Wenn der Regisseur nicht weiter weiß, greift er gern zu Trockeneis" - fiel mir so ein grade zu der Nebelkerzenrhetorik)
Drum wirkllich die Bitte: wenden Sie sich an die Ratsmitglieder persönlich mit Ihren Sorgen und Bedenken.

@hoschpes
Der von Ihnen zitierte Artikel von Prof. Hasse stammt aus dem Jahre 2003 und beruft sich auf Quellen, die bis in die 80er Jahre zurückgehen. Der Mann ist Geograph, der rechtliche und gesellschaftliche Rahmen hat sich geändert in der Zwischenzeit
Hier was zum Lesen neueren Datums von Dr. Günter Vornholz, Prof. für Immobilienökonomie EBZ Business School aus dem Jahre 2014:
http://www.rohmert-medien.de/wp-content/uploads/2014/05/Der-Immobilienbrief-Nr-321.pdf
Seite 22
Ergänzend ein Interview mit ihm, ebenfalls aus dem Jahre 2014 - nicht zufällig auf einer Befürworterseite:
http://www.windwaerts.de/de/blog/detail/panikmache-fehl-am-platz-windparks-beeinflussen-immobilienpreise-nicht-negativ.html

Antwort von Windy (05.05.2015 13:30)

Windreich ist es bekanntlich "auf der Höhe". Aber dort hat sich der Kurort Waldbrunn bereits erfolgreich gegen einen solchen Windpark und Eingriff ins Landschaftsbild zur Wehr gesetzt.

Antwort von Anwohnerin (05.05.2015 23:54)

@von Bürger: Stimme Ihnen voll und ganz zu.

@alle Diskussionsteilnehmer: Ich bin nicht grundsätzlich gegen Windenergie aber gegen Ideologie.

@an alle, die auf meine Nachrichten antworten: Sie können das gerne bleiben lassen, wenn es Sie nervt. Auf Ihre anderen Ablenkungsmanöver reagiere ich nicht, darüber kann sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Antwort von Anwohnerin (06.05.2015 01:32)

Eigentlich hatte ich gehofft, hier kämen ein paar Informationen zusammen, anhand derer sich die Einwohner Eberbachs eine eigene fundierte Meinung bilden könnten. Deshalb hier der Versuch, einige Erkenntnisse zusammen zu fassen. Das hat dankenswerterweise weiter oben schon mal ein Diskussionsteilnehmer getan. Eventuell hilft auch dessen Liste.

1) Geringer Abstand zu Wohnsiedlungen nach Schwanheim und evenuell auch nach Neckarwimmersbach*
Belästigung der Einwohner durch Schall und Positionslichter**
3) Das angedachte Gebiet "Hebert" für die Windkraftanlagen liegt im Landschaftschutzgebiet „Neckartal II-Eberbach“
4) Das angedachte Gebiet "Hebert" liegt im Naturpark Neckartal-Odenwald.
5) Das angedachte Gebiet "Hebert" ist ein beliebtes Freizeit- und Erholungsgebiet mit (meiner Meinung nach) sehr hohem Erholungswert
6) Beeinträchtigungen artenschutzfachlicher Belange können nicht ausgeschlossen werden, heißt, Vögeln und anderen Tiere wird Teile ihres Lebensraums entzogen. Der Bau der Anlagen wird Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt haben
7) In dem angedachten Gebiet liegt ein Biotop „Tümpel im Fronwald N Schwanheim“ (<0,1ha)
8) 113,6ha des angedachten Gebietes liegen im Wasserschutzgebiet Zone III - was das bedeutet, kann ich nicht beurteilen
9) Der Bau der Anlagen wird das Landschaftsbild für Generationen erheblich verändern
10) Für den Bau der Anlagen wird Wald abgeholzt werden müssen: ca. 5,6ha für Aufbau und Stellfläche von 8 Anlangen, weitere Flächen für die 5,5m breiten Zufahrtsstraßen. Insgesamt vielleicht 7 bis 8 ha. das ist aber wirklich nur grob geschätzt. 8ha sind ca. 11 Fußballfelder.

*Erläuterung zum Abstand: Diese Information habe ich bei der Metropolregeion Rhein-Neckar-Kreis gefunden. Dort geht es um den Ausweis von Vorrangflächen für Windenergie: Das Gebiet "… hält das weiche Tabukriterium „Geschlossene Wohnsiedlungen in einem Abstand von 750 m bis 1000 m“ nicht ein (ca. 750m Abstand zu Neckarwimmersbach)." Das würde bedeuten, dass die Anlagen theoretisch mit einem Abstand von 750m nach Neckarwimmersbach gebaut werden könnten.

**Erläuterung zu der Größe/Lichter: Die geplanten Windkraftanlagen sind ca. 150m hoch und ragen damit weit über die Baumwipfel hinaus. Jeweils ein Teil wird zumindest von Rockenau, Pleutersbach, Schwanheim, Eberbach aus zu sehen sein. Nachts die Positionslichter. Wer gerne wissen möchte, wie sowas aussehen könnte, kann ja mal hier nachschauen: http://www.windkraft-braunfels.de/index5.html

Trotz mehrfachem Nachfragen vieler Diskussionsteilnehmer wurden von Seiten der Befürworter keine Vorteile benannt. Vorteile könnten sein:
Windkraft gilt als ökologisch
Die Stadt könnte Einnahmen durch die Verpachtung der Waldflächen erzielen.
Finanzielle Vorteile z.B. für Kreditgeber, Projektplaner und Anlagenbauer

Die Informationspolitik der Stadt hat meiner Ansicht nach komplett versagt. Leute, lasst euch nicht abhalten trotzdem eure Stimme abzugeben.

Antwort von hoschpes (06.05.2015 06:28)

@Frau Fendler
danke erst einmal dafür, wie Sie eindrucksvoll bestätigen, dass äußere Faktoren Einfluß auf den Immobilienwert haben. Bei der Wahl zwischen Pest (Motorrad) und Cholera (Windrad) würden Sie Cholera wählen. Das ist Ihre persönliche Präferenz. Wie Sie allerdings daraus ableiten, dass Menschen, die gar kein "Leiden" haben, sich gefälligst mit Cholera zu infizieren haben... - das sollen die bewerten, die es betrifft.

@Herr Grambitter
Wir können uns die Expertisen hin und her "um die Ohren hauen". Am einfachsten ist es so dass sich jeder für selbst die Frage beantwortet: Würde ich mit meiner Familie in ein Haus in unmittelbarer Nähe zu einer WKA ziehen, bzw. es kaufen? Würde ich auch nur zwei Wochen dort eine Ferienwohnung belegen, um mich zu erholen? - Ich denke, die Antwort ist eindeutig, auch bei Ihnen.

Antwort von Peter (06.05.2015 12:56)

Obwohl ich den schönen freien Blick in Rockenau auf den Neckar vermissen werde ist es nur zu gut Mieter zu sein, denn ich kann wenn es erforderlich ist leichter flüchten als ein Eigentümer. Es gibt da bestimmt auch verschiedene Herangehensweisen sich evtl. für zukünftige Streitigkeiten mit den entscheidenden Verantwortlichen seine Rechte vorab zu sichern. Ich bin ja kein Juris, ob man vorher sein Veto mit seinen Bedenken als beglaubigtes Schriftstück dem Gemeinderat übergeben sollte etc.! Wie geschrieben ich bin nur Mieter und jeder weitere Satz hier wird am Ende an Entscheidungen nicht viel ändern? Nun wenn man mit seiner Freizeit nichts anderes an zufangen weiss?

Antwort von Wimmersbacher (06.05.2015 17:48)

Sehr geehrte Anwohnerin,

wie Sie selbst schreiben wohnen Sie nicht in Eberbach, deshalb verschonen Sie uns mit Ihrem Unwahrheiten bezüglich Abholzung, Lärm, Abstand zu Schwanheim bzw. Neckarwimmersbach, usw. Der Abstand zur Siedlungsfläche in Neckarwimmersbach beträgt eben ca 1000 Meter, zu Rockenau bzw. Schwanheim ist der Abstand größer. Die Geräusche beim Drehen der Windräder sind eben deutlich geringer als der Lärm eines PKW auf der Landstraße nach Schwanheim bei Tempo 80 und im Abstand von 1000 Meter eben nicht mehr hörbar. Infraschall hat, wie vom Fraunhoferinstitut nachgewiesen, eben keine gesundheitsschädliche Wirkung und tritt in viel größerem Maße z.B. beim Auto auf. Der Hebert wird eben nicht vollständig abgeholzt, das ist wesentlich weniger als der jährliche Holzeinschlag der Stadt Eberbach. Der Hebert ist eben kein Naturschutzgebiet sondern Landschaftsschutzgebiet, in dem Windanlagen möglich sind. usw....
Auch wenn Sie zum 10. Mal das Gegenteil behaupten, es wird dadurch nicht wahrer.

Antwort von Anwohnerin (07.05.2015 02:05)

Alle, die sich noch keine umfassende Meinung gebildet haben, empfehle ich, sich das Bild auf diesem Dokument hier anzuschauen, um sich eine Vorstellung der unfassbaren Dimensionen der Windkraftanlagen zu machen. Das sind keine kleinen Rädchen.
https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/erneuerbareenergien/bfn_position_wea_ueber_wald.pdf

Das Papier ist das Positionspapier des Bundesamtes für Naturschutz. Auf dem Bild kann man sehr schön erkennen, wie riesig diese Windkraftanlagen tatsächlich sind. Eine Buche kann zwischen 20 und 30m hoch werden. Die Höhe der Windkraftanlagen ist 150m, inklusive Rotorblatt mehr als 200m. Das sind 6-10 Buchen der Länge nach übereinander gestapelt. Kann man sich das vorstellen? Für mich ist es nicht begreiflich, dass 8 von diesen Monstern oben im Wald stehen sollen. Trotz meiner persönlichen Ablehnung gegen die Windkraftanlagen unterschätze ich immer noch die Größe und Massivität dieser Windräder. Man kann sich das einfach nicht vorstellen.

Auch das Ausmaß der Zerstörung im Wald ist nicht vorstellbar. Ich habe mir heute aus ca. 20m Höhe einen Fußballplatz angeschaut. So ein Fußballfeld ist schon ziemlich groß. Wenn man sich dann überlegt, dass pro Anlage Wald in der Größe eines ganzes Fußballfeldes vernichtet wird, wundert es schon nicht mehr, wenn von der Zerstückelung des Waldes gesprochen wird. Bei so viel Löchern im Wald, bleibt ja kaum Wald übrig. Vielleicht ein paar vereinzelte Baumgruppen. Bei allen versuchen, das herunterspielen oder schön reden zu wollen, der Wald ist nach dem Bau der Windkraftanlagen zerstört und damit auch der Lebensraum der Tier- und Pflanzenwelt.

Jetzt, da ich mir die Dimensionen tatsächlich vor Augen halte, verstehe ich auch die Diskussion um die Immobilienpreise. Die Dinger sind nicht landschaftsverändernd, die zerstören die Landschaft komplett und alles darum herum. Von den Geräuschen, dem Schattenwurf und den Positionslichtern mal ganz abgesehen. Ich habe inzwischen auch gelernt, dass die Positionslichter nicht nur ganz oben angebracht sind, sondern über die gesamte Länge verteilt. Und da die Anlagen ganz oben auf dem Berg stehen sollen, sind sie nicht nur tagsüber sondern und nachts durch die Lichter schön in der ganzen Gegend zu sehen. Das mit dem Schatten habe ich mir auch nicht so schlimm vorgestellt, da man ja annimmt, die Anlagen seinen recht schlank. Das stimmt aber erstens nicht, die wirken nur so, weil sie so lang sind und zweitens wird der Schattenwurf hauptsächlich durch das sich drehende Rotorblatt verursacht. Der Schatten ist also so groß wie der komplett Durchmesser des rotierenden Blattes.

Wenn ich mir die vielen Einfamilienhäuser in Eberbach anschaue, schätze ich, dass die meisten oder zumindest ein Großteil der Bürger Hausbesitzer sind. Außerdem gehe ich davon aus, dass die Eberbacher nicht alle so wohlhabend sind, um ihr Häuschen aus der Portokasse bezahlen zu können. Das Haus ist geerbt oder gekauft und über Jahre renoviert und modernisiert mit vielen Arbeitsstunden am Wochenende und nach Feierabend. Kredite müssen abbezahlt werden. Und das soll jetzt alles wertlos sein? Der Mensch, der Wald, Natur und Umwelt zählen bei diesem Projekt nicht. Sonst hätten die Verantwortlichen längst einen Mensch- und Umweltverträglicheren Standort gesucht oder andere ökologisch und lebensverträglichere Energien vorgeschlagen.

Es ist schon schlimm, wenn eine Stadt nicht in der Lage ist, seine Bürger adäquat über solch massiven Auswirkungen auf die Lebensqualität zu informieren. Die paar spärlichen Informationen, die ich in der Zeitung gelesen habe, beziehen sich überwiegend auf die sogenannten Infoveranstaltungen. Dort sprechen allerdings fast ausschließlich Befürworter der Windenergie bzw. Personen, die von der Planung und dem Betrieb von Windenergieanlagen leben. Ob die jetzt die richtigen Ansprechpartner sind, um den Einwohnern alle negativen Auswirkungen der Anlagen bis ins Detail zu erläutern? Ich glaube es fast nicht.

Antwort von hoschpes (07.05.2015 09:25)

@wimmersbacher
Die Eberbacher werden wenigstens befragt. Ob man sich an das Ergebnis dann auch hält, sei mal dahingestellt. Die Bürger der ebenfalls betroffenen Gemeinden rundherum dürfen einfach abnicken und sollen den Mund halten. Das finden Sie in Ordnung?

@Anwohnerin
Die von Ihnen aufgezählten Nachteile haben alle einen "Fehler": Sie können nicht konkret mit GELD bewertet werden. (Allenfalls mal im Rückblick, nach einem Vierteljahrhundert oder so)

Zu der optischen Beeinträchtigung hier noch eine WKA-"Nachtversion", die deutlich macht, dass man diesen Dingern nicht mal nachts entkommen kann. https://www.youtube.com/watch?v=5ILvdUIPRcQ

Wenn man genau hinhört, kann man die "Geräuschkulisse" wahrnehmen, die von den Rädern ausgehen und mit ihrer Permanenz an die Chinesische Wasserfolter erinnert.

Zu diesen milchmädchenhaften bzw. oberlehrerhaften Relativierungsrechnungen (...0, 0 xxx % Prozent des Stadtwaldes werden verbraucht; ... ) sei gesagt:
Wenn sich ein japanischer AKW Manager hinstellen und vorrechnen würde, dass die radioaktive Soße, die permanent aus Fukushima ins Meer läuft etwa 0, 0000000000......00000037 % des weltweiten Meerwassers beträgt und man deswegen sich nicht aufregen soll... - na da möchte ich mal den Aufschrei hier hören. Aber: es ist dieselbe argumentative Grundhaltung, um nicht gleich von Geisteshaltung zu sprechen. Deswegen sollte man sich an absolute Zahlen halten, wie Anwohnerin sie präsentiert.

Antwort von Peter Grambitter (07.05.2015 15:44)

@Anwohnerin und auch @hoschpes

Ihr Link ist super, beinhaltet er doch im Text viele der Punkte die aus naturschützerischer Seite bereits öffentlich präsentiert wurden hier in Eberbach zur Errichtung von Windenergie im Wald.
Ihnen kam's aber nur aufs Bild an.

Sie beklagen mehrmals, dass sie sich gewisse Dimensionen und Begleiterscheinungen "gar nicht vorstellen können".
Trotzdem verschonen Sie uns nicht mit den immmerselben Angstgefühlen die sie wegen dieser "Unvorstellbarkeit" befallen.
Sie steigen sogar auf erhöhte Aussichtspunkte, um sich die Größe eines Fußballfeldes in etwa zu vergegenwärtigen.

Dabei wäre alles so einfach:

Fahren Sie nach Buchen Hettingen, mit der IWE oder alleine, aber fahren sie dorthin!
Da können Sie Ihrer Vorstellungskraft wertvolle Hilfe leisten, indem sie sich das mal anschauen.
Sprechen Sie mit den Anwohnern, bleiben Sie am besten bis nachts, begeben Sie sich auf ein Feld und beurteilen Sie selbst das Geräusch und die Befeuerung der Anlagen.

Alles live - wie im richtigen Leben - ganz ohne Vorstellungsdefizite und Youtube-Videos.

Kostet auch fast nix - außer vielleicht die Fahrt, falls Sie sie auf eigene Kappe unternehmen.
Wenn Sie Getränkeauslagen zwischendurch haben (es wird warm draußen), ich könnte mir denken, die IWE erstattet Ihnen die Ausgaben gegen Vorlage einer Quittung.

Antwort von Karola Fendler (08.05.2015 20:10)

@hoschpes
Vielleicht ist es Ihnen ja entgangen, aber Windräder haben nichts mit Colera zu tun, sonst
hätten wir an vielen Stellen in Deutschland ansteckungsgefahr! Leider machen Sie Ihrem Pseudonym
alle Ehre mit Ihren Kommentaren. Ich kann nur hoffen, dass die Menschen, denen wirklich etwas
an der Energiewende liegt den Unterschied zwischen Pest (Atomkraft) und Colera (Kohlekraftwerke)
kennen bzw. sich darüber informieren. Leider kommt von keinem der Gegner der Windenergie
ein vernüftiger Vorschlag wie wir "kurzfristig" gerade Atomenergie ersetzen können.

Antwort von Anwohnerin (09.05.2015 02:23)

Ich find‘s klasse, dass meine Beiträge so aufmerksam gelesen werden. Diejenigen, die sie kritisieren sollten doch bitte noch mal genauer hinschauen und meine Aussagen nicht mit denen anderer Diskussionsteilnehmer vermischen und beachten, dass die von mir genannten Fakten, soweit es geht, mit Quellenangaben versehen sind. Diese Quellen sind übrigens nicht nur von Windkraftgegnern sondern auch von Befürwortern oder neutralen Stellen. Sie können auch gerne noch x-mal mit dem Fuß aufstampfen und sich vor der Realität verschließen. Das ist Ihr Problem.

Kann schon sein, dass die für die Windkraft zu schlagenden Bäume, nicht mehr sind, als die gesamten im Jahr geschlagenen Bäume im Stadtwald. Doch letztere verteilen sich auf eine sehr sehr viel größere Fläche. Dort werden vereinzelt Bäume entnommen und nicht Fußballfeld-große Flächen gerodet. Wie bereits erwähnt, kann ein Teil der Fläche wieder aufgeforstet werden. Bis so ein Baum auf 20 Meter wächst, dauert‘s halt und solange ist da eine Lücke. Das ist nun mal so und die Frage ist auch, ob das in dem Konzept der Betreiber überhaupt vorgesehen ist. Und wer glaubt, vorhandenen Wege könnten genutzt werden, der sollte sich mal diese Webseite genau durchlesen. Ist etwas schwierig zu lesen. http://butzbach.gegenwind-im-taunus.de/?page_id=385
hier einige Zitate aus „Erfahrung eines Jagdpächters bei der Errichtung von Windkraftanlagen im Wald“ (die Quelle ist anonym):
„... Kerzengerade, 10m breite Schneisen der Verwüstung quer durch den Wald sind die Folge. ... Wildtiere gibt es schon lange nicht mehr dort …
... Jetzt sieht man, warum die Zulieferwege so breit und kerzengerade gemacht wurden: die Transporter sind riesengroß und können natürlich am Standort nicht drehen. Also musste der Zulieferweg nicht nur zum Windrad hin, sondern auch geradeaus weiter, vom Windrad weg gebaut werden. ...
... Es sieht nun dauerhaft so aus, dass rund um jedes Windrad eine große Schotterfläche zurückbleibt. Die Wege, die ja nun nicht mehr in dieser Dimension benötigt werden, bleiben natürlich auch. ... Die Geräusche der WKAs sind für jeden Naturliebhaber störend. Der Schatten der Rotoren auch. Das Wild meidet den Bereich.
... Merke: wo erst mal eine WKA steht, kommen immer noch weitere hinzu!!“

Ganz prima finde ich übrigens, dass Ihnen das Positionspapier des Bundesamtes für Naturschutz so gut gefällt. Und ich finde es auch ganz super, dass Sie viele der Punkte schon präsentiert haben! Ja, das will ich doch wohl hoffen. Auch will ich hoffen, Sie kannten das Papier schon. Alles andere wäre echt erschreckend. Glauben Sie mir, wenn es mir hier nur um das Bild gegangen wäre ... Und da Sie es ja schon so aufmerksam gelesen haben, ist Ihnen sicher aufgefallen, dass dort drin steht „... Aus Naturschutzsicht kommen für die Windenergienutzung im Wald nur intensiv forstwirtschaftlich genutzte Wälder in Frage. Insbesondere intensiv forstwirtschaftlich genutzte Fichten- und Kiefernforste könnten geeignet sein. ...“

Das liegt daran, dass Laubwälder mehr CO2 speichern. eine Buche mit der gleichen Höhe und dem gleichen Durchmesser hat fast eine Tonne mehr CO2 gespeichert als eine Fichte, weil die Holzdichte bei der Buche höher ist. http://www.wald.de/wie-viel-kohlendioxid-co2-speichert-der-wald-bzw-ein-baum/
Blöd ist nur, dass der Eberbacher Stadtwald Mischwald ist, der auch nicht intensiv, sondern nachhaltig bewirtschaftet wird.

Wenn jemandem meine Beiträge Angst machen, dann tut mir das leid. Vielleicht einfach zwischendurch mal in den schönen kühlen Wald gehen, kräftig durchatmen und sich freuen, dass da noch alles in Ordnung ist. Das soll helfen.

Antwort von hoschpes (09.05.2015 07:44)

Liebe Frau Fendler,
ich bin jetzt auch nicht gerade ein großer Fan von Atomkraftwerken. Aber selbst wenn Sie Deutschland mit Windrädern zupflastern, brauchen Sie Strom aus AKWs und Kohle/Gaskraftwerken. Nur stehen die im Ausland und sind Schrottmühlen (Fessenheim, Temelin...) oder CO2 Schleuder. - Mal sehen, wann sich die Erkenntnis durchsetzt, dass der Windkraftwahn die beste Überlebensgarantie für solche AKWs und Kohlekraftwerke ist.

Antwort von Buerger (09.05.2015 08:15)

@Frau Fendler: Stichworte aus diesem Blog... Wasserkraft, Neckarkraftwerke nicht ausgelastet, Windkraft ok - nicht auf dem Hebert,... Es geht nicht Kontra Windkraft allgemein oder Pro-Atom... !

Es geht um die Frage: Warum Windkraft auf dem Hebert, im Landschaftsschutzgebiet?! Das Fragen sich übrigens nicht nur die Eberbacher, sondern auch die Schwanheimer - mit noch klarerem Denkansatz. Wir können doch nicht alle so falsch liegen.

und nochmal: Kein Dogmatismus, es geht nicht um Pro-Atom oder Kohle. Es geht um sinnvolle Regionale Lösungen.

Antwort von Karola Fendler (09.05.2015 18:19)

@hoschpes
Machen Sie doch mal vernüftige Vorschläge als immer nur anderen Aktionismus vorzuwerfen.
Es gibt Menschen, die sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich im Natur- Umweltschutz- Tierschutz
usw. engagieren und dass nicht im Eigeninteresse sondern für unsere nachfolgenden Generationen. Wir können nur auf andere einwirken, wenn wir es schaffen z.B. Atomenergie durch neue ungefählichere Energien zu ersetzen. Erst dann können wir andere Länder dazu auffordern ebenfalls umzustellen (Vorbildfunktion). Leider herscht aber bei vielen Menschen
das St.Floriansprinzip.
@Bürger
Aus dem DUDEN: Dogmatismus: starres, unkritisches Festhalten an Anschauungen, Lehrmeinungen o.&#8192;Ä.
Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.
Wenn Sie sinnvolle reginale Lösungen wollen (bin ich ganz bei Ihnen), dann engagieren Sie sich doch. Natur- und Umweltschutzgruppen sind zwar auch für Windkraft (wenn bestimmte Voraus- setzungen erfüllt sind), setzen sich aber auch für andere Lösungen ein, wie ich weiter oben schon mal ausgeführt habe.Wichtig ist, dass wir so schnell wie nur möglich auf Atomenergie verzichten können, denn wir wissen nach über 50 Jahren immer noch nicht, wo wir den Atom-
müll entgültig entsorgen können.
Da Energie einsparen ein wichtiger Beitrag zum Klima ist ( weniger CO² ausstoß), gehört dazu aber auch das Thema Freizeitverhalten. Ich glaube dass dies auch der Grund ist, warum sich viele nicht engagieren, sie müssten evtl. bei sich selbst anfangen etwas zu ändern (Glaubwürdigkeit).

Antwort von Peter (10.05.2015 11:26)

Ich hab da noch ein weiteres Veto ausgegraben stand jetzt in der RNZ. 1 Liter Öl kann 1 000 000 Liter Wasser verschmutzen. Der Lutfraum über Eberbach auch über dem Hebert wurde seit geraumer Zeit auch für Flugmanöver von Kampfjets genutzt und die sind teilweise so tief geflogen da konnte man fast sehen ob der Pilot frisch rasiert war. 400 Liter Öl sind in so einem Getriebe von einem Windrad dieser Größenordnung drin. Wasseradern die teilweise nur 14 Meter tief verlaufen auf dem Hebert. Wasseradern können ihren Verlauf schon durch Erschütterungen der Baumaßnahmen verändern und diese sind warscheinlich enorm. Wie wird eigentlich Vorsorge durch eine evtl. Havarie durch auslaufendes Öl und das in 140 Metern Höhe getroffen um das Wasser ( es stellt ein elementares Recht für jeden Menschen dar ) vor Verschmutzung zu schützen. Sicher brauchen wir Strom und den Verbrauch kann man auch reduzieren, aber wenn ich nachts um 2 innerhalb meines Wohnbereiches teilweise 14 W Lan Netze vorfinde? Router brauchen auch Strom. Es sollten die Router bei Erstinbetriebnahme ohne alle Funknetze eingeschaltet werden und nur wers braucht sollte es für diese Zeit aktivieren. Dass Greifvögel und Fledermäuse etc. fliegen können ist oberste Priorität, aber wenn der Mensch in 15 - 20 Jahren verseuchte chemische Brühe aus dem Wasserhahn bekommt das kann man getrost ignorieren, weil es ja die Firma (....) gibt die uns dann mit klarem Wasser versorgt.Die Spezies Mensch ist die einzige auf unserem Planeten die sich selbst vernichtet!

Antwort von Buerger (10.05.2015 15:28)

@Frau Fendler: Ich bin sehr sprachlos, über ihre letzte Wortmeldung. Ich benötige keine Hinweise auf den Duden oder die Aufforderung zu (noch mehr) Engagement. Ich bitte Sie, ihr Verhalten und den letzten Beitrag zu überdenken.

Um es noch mal ganz klar zu schreiben: Ich werde mich sehr intensiv gegen Windkraft am Hebert einsetzen und tue das bereits jetzt, mit dem Methoden die ich von den "alternativen Parteien und Organisationen" gelernt habe. Es geht dabei auch darum, dass in der Gesellschaft das persönliche Verhalten und Demokratieverständnis auch hinterfragt wird - das sinnvoller Dialog und langfristiges Denken sich durchsetzen kann.

Wenn am Ende des gesamten Ablaufes, auf der Grundlage demokratischer Entscheidungen und zum messbaren, volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen für Eberbach dann Windräder am Hebert stehen, bitte. Bis dahin wird es aber ein interessanter Weg, auf dem zumindest ich viel lerne. Ich hoffe, andere auch.

Antwort von Michael Hahl (10.05.2015 18:25)

Merkwürdig - neben vielen anderen Merkwürdigkeiten -, dass manche meinen, durch eine Fahrt zum "Windpark" Großer Wald bei Buchen sei man dann schließlich doch plötzlich positiv gegenüber der Windenergie-Industrialisierung von Waldökosystemen eingestellt und verspüre auch noch große Lust, den Abend mit frischen Getränken im betreffenden Waldstück zu verbringen ... Zwar ist keineswegs der eine Waldstandort für Großwindkraftanlagen mit jedem anderen Waldstandort vergleichbar, der Windpark Großer Wald beispielsweise nicht einmal annähernd mit einem weiträumigen Wald-Bach-Ökosystem wie dem Raum "Markgrafenwald/Augstel" (Gemarkungen Waldbrunn/Eberbach). Somit kann man an dem ein oder anderen WEA-Standort unter Umständen auch eine größere Toleranz aufbringen als an anderen, weit sensibleren Lokalitäten. Auch kommt am Standort Großer Wald ein erfreulicherweise relativ großer Abstand zu den Siedlungsrändern hinzu (der im Vergleich der Windpark-Standorte IWE-seitig nicht kommuniziert wird). Aber wie allein der Besuch dieses mutmaßlichen Buchener Vorzeige-Bürgerwindparks die WE-Kritiker mit ihrer nicht unerheblichen Fülle facettenreicher Argumente zur ideologischen Umkehr bewegen soll, entzieht sich dann doch meiner Kenntnis. - Wer sich auf dem Wege eines Lesespaziergangs mal vergleichsweise einen kleinen Eindruck von den WEA im Mossautaler Wald machen möchte, bitte hier entlang: http://geoforum-energie-landschaft.blogspot.de/2014/03/windenergie-landschaft-mossautal-eine.html

Antwort von hoschpes (11.05.2015 10:01)

Zitat aus Ebch/Bericht über Infoveranstaltung: ...."Umweltplaner Walter Simon aus Mosbach stellte die bisher im Auftrag der Stadtwerke Eberbach erstellten Gutachten aus den Jahren 2011/2012 zu Vogelvorkommen und Fledermäusen auf dem Hebert vor. Demnach wurden auf dem Hebert selbst keine windkraftempfindlichen Vogelarten festgestellt."...

War mal am Wochenende unterwegs. Nahezu jedes Dorf von Moosbrunn bis Aglasterhausen hat "seinen" Rotmilan. Da kann man nur hoffen, dass die sich nicht auf den Hebert verfliegen.

Antwort von Eberbach oh je (11.05.2015 11:45)

@ Frau Fendler
Ihre Forderungen sind naheliegend, aber völlig undenkbar.
Die meisten, die hier über irgendetwas schimpfen, vorher oder im Nachhinein, werden Sie nicht motivieren können, in irgendeiner Arbeitsgruppe oder in ehrenamtlichen Tätigkeiten sinnvolles für die Allgemeinheit zu überlegen.

Sie sitzen einfach am PC und schreiben, sonst nichts.

Antwort von Realist (11.05.2015 16:30)

Und wieder zeigt uns der Beitrag von "Eberbach oh je", dass von Seiten der Befürworter kein sinnvolles Argument für den Bau der WEA geliefert werden kann.
Es werden nur sinnlose Kommentare von den Befürwortern abgegeben. Oft werden Forumsteilnehmer direkt angegriffen. Dies ist immer wieder ein Zeichen von der eigenen Unfähigkeit etwas sinnvolles zum Thema beizutragen.

Aus den Kommentaren der Gegner kann man dagegen erkennen, dass hier keinesfalls Laien am Werk sind.
Keines der von den Gegnern aufgestellten Argumente konnte bisher mit sachlichen Argumenten widerlegt werden.
Ich habe mir schon mal überlegt, nach Buchen mitzufahren, um dort die richtigen Fragen stellen zu können. Denn kein Betreiber wird öffentlich und ohne Hinterfragung erzählen, dass es ein Fehler war seine eigene Anlage zu bauen.

Wie bereits erwähnt ist es mir egal, ob die WEA gebaut werden. Ich lege nur Wert auf eine sachliche Darstellung der Vor- und Nachteile.
Falls ich jedoch in die WEA investieren sollte, dann müsste mir der Errichter einen Gewinn von mindestens 3-4 % garantieren.

Antwort von Karola Fendler (12.05.2015 21:31)

@ Bürger
Schön, dass Sie keinen Duden brauchen. Es ging ja auch nur darum, Ihnen zu zeigen, dass Sie anderen nicht dass vorwerfen können, was Sie selbst ja auch machen.
Mein Aufruf sich zu engagieren ist aus meiner Sicht keine Beleidigung, aber auf Grund Ihrer Antwort schließe ich daraus, dass Sie sich angegriffen fühlen. Dass Sie sich gegen Windkraft auf
dem Hebert aussprechen, kann ich sehr wohl tollerieren und werde deshalb nicht zum "FEIND".
Ich finde jedoch, dass es wichtig ist, dass sich mehr Bürger engagieren für Lösungen, die ja vielleicht auch Windenergie ersetzen oder unnötig machen. Die BUND-Gruppe in Eberbach würde
sich über Zuwachs sehr freuen und auch andere Gruppen, wie ich schon geschrieben habe
brauchen Menschen, die nicht nur "schreiben" sondern auch handeln.
Da mich dieses hin- u. her mit Menschen die ich nicht kenne, weil Sie sich hinter einem Pseudonamen verstecken traurig macht, werde ich nun nichts mehr zu dem Thema beitragen.
Mein Moto ist: Global denken, lokal handeln und dass habe ich in diesem Jahr schon wieder
sehr viel gemacht und es stehen weitere Aufgaben an.

Antwort von Buerger (12.05.2015 23:58)

Ich nehme den Ansatz von Patrick Geddes, dem man das Motto "Think global, act local" im allgemeinen zuschreibt, in dem Zusammenhang auch gerne mal auf. Es steht letztlich für eine klare Bestandsaufnahme und Analyse vor der kontrollierten Umsetzung im Hinblick auf definierte Ziele - im Städtebau. Ich würde mich freuen, dass von den Fraktionen in Eberbach mal zu sehen.

Lasst uns eine Bestandsaufnahme machen, Ziele definieren wo wir als Eberbacher hinwollen und dann Maßnahmen einleiten, mit denen wir unsere Identität erhalten können. In meiner Vorstellung ist die Forstwirtschaft, wie sie seit Jahrzehnten in Eberbach betrieben wird, ein Teil dieser Identität. Für mich widersprechen Windräder am Hebert einer Zieldefinition bei deren Erreichen unsere Identität keine Schäden erleidet. Windkraft selbst, Atomausstieg und anderes sind sicher mit "dem eberbacher Lebensmodell" vereinbar.

Und wenn wir das Risiko dieser lokalen Schäden und des Ende des Landschaftsschutzes in Kauf nehmen, dann quantifizieren wir bitte den entstehenden Nutzen am Hebert/für die Gemeinde und unsere eberbacher Identität. Mit quantifizieren spreche ich aber nicht von neuen Studien, die den Nutzen letztlich schmälern, sondern klaren und einfachen Modellen die unser Gemeinderat versteht und öffentlich vertreten kann.

@Frau Fendler: Wie schon an anderer Stelle geschrieben, gibt es immer wieder im Leben Situtuationen, wo Anonymität ein akzeptables Mittel ist. Zum Beispiel, wenn man aufgrund seiner begründeten und sachlichen Meinungsäußerung fürchten müsste berufliche Nachteile zu erfahren - oder wenn sich die Reaktion auf Meinungsäußerrung sogar auf Dritte auswirken könnte... die eigene Familie zum Beispiel auf dem Schulhof dafür leidet. Ich gratuliere jedem, der sowas alles riskieren kann oder nicht muss, weil er alles miteinander vereinbaren kann. Die ewige Diskussion über Anonymität in einem Forum wie diesem empfinde ich als "kleingeistig".

Thema: Act local... wenn schon jemand unseren Wald nutzt und dort Ergebnisse und Ertrag erzielt, dann bitte wenigstens unsere Stadtwerke oder der Städtische Forst. Wenn man dafür Investoren braucht, prima - wenn das Modell wirklich gut ist, klappt das auch. Wenn das Modell heute noch nicht gut genug ist, muss es entwickelt oder aufgegeben werden.

Antwort von Kritiker (13.05.2015 09:16)

Ein Blick in die Gesellschafterliste der Windpark KG Buchen lohnt sich! - von wegen alles Bürger aus Buchen! Buchen hat ca. 18.000 Einwohner. Es haben sich weniger als 1% an der KG beteiligt. Anders formuliert 99 % haben sich nicht beteiligt! Aber darüber fällt niemand ein Wort "Bürgerwindpark" ist also Auslegungssache...

Antwort von Peter Grambitter (13.05.2015 13:30)

@Kritiker

Das ist ein wirklich interessanter Beitrag.
Könnten Sie freundlicherweise die Quelle Ihrer Recherche offen legen?

Antwort von Kritiker (13.05.2015 16:47)

Das Handelsregister ist öffentlich. Gem. § 9 HGB ist jedem die Einsichtnahme zu Informationszwecken gestattet. Jeder kann sich für 4,50 € den Auszug downloaden (www.handelsregister.de).

Antwort von hoschpes (14.05.2015 09:03)

@kritiker
vgl. auch mein posting vom 6.04. ; "Bürgerwindpark" ist eine Formulierung mit der Funktion einer Nebelkerze, in der Hoffnung "es wird schon keiner merken".

Wie so oft wird bei den WKA-Befürwortern gerne mit Worten jongliert. Mein absolutes sprachliches Highlight bleibt aber (bezogen auf die Tatsache dass der Hebert Naturschutzgebiet ist): "... dafür gibt es Lösungen". Ich glaube sogar, das kam vom Bürgermeister höchstpersönlich.

Antwort von Wolfgang Court (14.05.2015 20:58)

An alle die die Windkraftanlagen auf dem Hebert nahezu bedingungslos unterstützen:
Vorab möchte ich betonen, daß ich die Windkraft als solche unterstütze , sofern die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen ist, und zwar mit belastbaren Daten, die nur mittels einer Messung über den Zeitraum eines Jahres ermittelt wurden.
Alles Andere ist Lesen im Kaffeesatz.
An alle diejenigen, die WKA "Großer Wald" in Buchen als Paradebeispiel für die Wirtschaftlichkeit einer WKA ansehen:
Bei einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema "Windkraft" in Buchen im letzten Jahr, hat der Geschätsfüherr dieser WKA, Herr Uwe Streiff, zu Beginn der Veranstaltung folgende Aussage gemacht:
"Meine Damen und Herrn, ich möchte betonen, daß unter den aktuellen Vorraussetzungen des geänderten EEG, die WKA "Großer Wald" aus wirtschaftlichen Gründen nicht existieren würde"

Hintergrund dieser Aussage von Herrn Streiff war, daß kurz vor dieser Veranstaltung das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) dahin gehend geändert wurde, daß die Subvetionen für Onshore-Anlagen in Schwachwind-Gebieten, wie der Hebert, um ca. 6% pro kWh gesenkt wurden.
Da man beim Projekt "Großer Wald" in Buchen mit einer Rendite von 3% rechnet ist diese Aussage sehr leicht nachvollziehbar.
Bei dieser Veranstaltung war unter anderem auch Herr Rainer Olbert, Mitglied des Organisationsteams der IWE, anwesend.
Auch anderen, führenden Mitgliedern der IWE ist diese Aussage bekannt. Da sie anscheinend nicht in das Konzept der IWE passt, wird wohl darüber geschwiegen.
Vor diesem Hintergrund verstehe ich die große Aufregung um eine WKA auf dem Hebert überhaupt nicht und gehe davon aus, daß eine solche Anlage aus wirtschaftlichen Gründen dort niemals stehen wird.
Auf deutsch: "Viel Geschwätz um garnichts"
Den Besuchern, die in Kürze die WKA "Großer Wald" in Buchen zsammen mit der IWE besuchen werden, was übrigens hochinteressant ist, empfehle ich, sich diese Aussage von Herrn Streiff bestätigen zu lassen

Antwort von Jens Thomson (15.05.2015 17:21)

@Kritiker
Ein Bürgerwindpark wird den Bürgern so angeboten:
1.) Bürgern aus dem Ort direkt.
2.) Bürgern aus den umgebenden Gemeinden.
3.) Bürgern aus dem Umland.
1)...3) reicht in jedem Fall, weil es jede Menge ökologisch interessierte Bürger gibt.

Antwort von Hans Hansen (15.05.2015 22:30)

Auch wenn die Mitglieder der IWE ihre Äußerungen gebetsmühlenhaft wiederholen, werden sie dadurch nicht besser...
So habe ich mich doch über den Leserbrief von Frau Thomson in der Eberbacher Zeitung vom 6. Mai gewundert.
Dort geht sie zunächst auf die ökologische und die ökonomische Wirtschaftlichkeit von WKAs ein.
Bei der ökologischen Bilanz sollte man sich aber nicht nur auf den Energieverbrauch für die Herstellung einer Windkraftanlage beschränken. Dieser lässt sich vielleicht mit einer WKA wieder zurückgewinnen. Welche Auswirkungen zum Beispiel der Abbau von seltenen Erden, die in WKAs verwendet werden, auf die Umwelt hat, gehört meiner Ansicht nach auch in die Bewertung der ökologischen Bilanz. Oder kann uns das egal sein, da diese Metalle (Stichwort: Neodym) zu 97% in China abgebaut werden?
Die ökonomische Bilanz von Windkraftanlagen in Mittelgebirgen wurde hier und in zahlreichen Leserbriefen schon hinreichend diskutiert.
Dass Frau Thomson im Bezug auf die Windhöffigkeit auf dem Hebert auf den Windatlas und SODAR-Messungen verweist ist deshalb etwas befremdlich. Jeder, der sich mit Windenergie in Baden-Württemberg beschäftigt, weiß dass der Windatlas kein Ersatz für ein Windgutachten ist und nur sehr grobe Anhaltspunkte für die Windgeschwindigkeit liefert. Das SODAR-Messverfahren ist ebenfalls nicht für eine zerklüftete Mittelgebirgslandschaft geeignet, da hier die Messergebnisse durch Turbulenzen verfälscht werden können.
Und wie man von den Windverhältnissen des Windindustriegebiets "Großer Wald" auf die Verhältnisse auf dem Hebert schließen kann, grenzt schon fast an Kaffeesatzleserei.

Antwort von Anwohnerin (15.05.2015 23:27)

@hoschpes: Danke für den erhellenden Beitrag zum Vorkommen von Rotmilanen. Dazu standen vor kurzem auch interessante Aussagen des ehemaligen Bürgermeisters von Schönbrunn in der Eberbacher Zeitung. Er sagte unter anderem, dass Schönbrunn nicht nur ein eigenes Rotmilan-Paar hat, sondern drei Brutpaare und ein Paar Wespenbussarde. Hier noch mal zum Nachlesen.
http://www.rnz.de/nachrichten/eberbach_artikel,-Schoenbrunner-Gemeinderat-kritisiert-Windenergie-Debatte-_arid,95652.html

Ich bin sicher, wenn ein unabhängiger Experte (und damit meine ich einen Ornithologen und keinen Projektplaner) mal ernsthaft nachschaut, findet er auch noch ganz andere Vorkommen an Tag- und Nacht-aktiven Vögeln. Der Regionalkoordinator der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württemberg hat der Metropolregion Rhein-Neckar mitgeteilt, dass für das Umfeld des Vorranggebiets Hebert mehrere Beobachtungen von Schwarzstorch, Graureiher, Rotmilan, Schwarzmilan, Wanderfalke, Baumfalke, Uhu und Wespenbussard vorliegen. Das kann im Teilregionalplan Windenergie nachgelesen werden.

Der Abstand zum nächstgelegenen Brutvorkommen des Rotmilans beträgt nach Untersuchungen der LUBW übrigens 1.900m. Soweit ich die Vorgaben der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg verstehe, sind nicht nur die Standorten der Horste relevant, sondern auch die Flugbewegungen zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten.

Vor dem Hintergrund all dieser Erkenntnisse ist mir die Aussage des NABU der Standort sei „naturschutzfachlich nach derzeitigem Kenntnisstand unproblematisch“ noch unverständlicher als zuvor. Ich kann nur hoffen, dass sich die Meinung des NABU seit 2012, als die Stellungnahme verfasst wurde, inzwischen geändert hat.

Antwort von Anwohnerin (15.05.2015 23:58)

Klasse, der Einschub zur Definition eines Bürgerwindparks. Das heißt dann also, wenn sich nicht genug Bürger aus dem Ort, den umliegenden Gemeinden und dem Umland finden, investieren irgendwelche Bürger, ganz egal von woher? Das ist super, führt es doch den BÜRGERWindpark ad absurdum. Das würde ja bedeuten, die Bürger einer Ortschaft verschandeln ihre Landschaft und zerstören ihre Umwelt, Natur und Tierwelt dafür, dass sich Bürger, die die Anlagen nicht vor der eigenen Haustür ertragen müssen, beteiligen können. Da hätten wir wieder das St. Florians Prinzip.

Antwort von hoschpes (16.05.2015 06:20)

@Herr Thomson

...."1)...3) reicht in jedem Fall, weil es jede Menge ökologisch interessierte Bürger gibt. ...." -

(....)

Antwort von Jens Thomson (17.05.2015 07:20)

@Anwohnerin
Mir geht es darum, dass durch die bisherige Stromerzeugung nicht immer weiter Menschen getötet werden und zudem die Natur für die nächste Generation nicht großflächig vernichtet wird, wie z. B. der Odenwald durch die Großkraftwerke in Mannheim.
Dazu gibt es hier in Eberbach die Möglichkeit, auf einem ideal dafür geeigneten und gut erschlossenen und vorbereiteten Gebiet, dem Hebert, Windräder zu erstellen, bei denen bei Interesse jeder Bürger einen kleinen Teil dazu beitragen kann.
Ich finde das sehr gut und ich stehe auch dazu.

Antwort von Buerger (17.05.2015 20:29)

@Herr Thompson: Behauptungen dieser Art sollte man beweisen, bei der Formulierung. Hier wäre es dann mal interessant ans "Eingemachte" zu gehen, insbesondere im Vergleich der neueren Blöcke des GKM (welches doch recht hohe Ansprüche) erfüllen sollte. Ich freue mich auf diesen Beitrag zur Diskussion.

Ihre Darstellung des "idealen und vorbereiteten Geländes" würde ich so nicht teilen, auch im Bezug auf den Wohnraum von Menschen und deren Gesundheit. Nicht zu sprechen, dass der Bereich nach wie vor Landschaftschutzgebiet ist. Wie passt das im Detail zu ihrer Wortmeldung?

Antwort von hoschpes (18.05.2015 07:13)

Sehr geehrter Herr Thompson,

wie/wo/womit "tötet" unsere bisherige Art der Stromerzeugung Menschenleben? Bitte ein konkretes Beispiel mit entsprechender Kausalkette anführen. Wie/womit "vernichtet" das Großkraftwerk Mannhein großflächig den Odenwald. Bitte ein Beispiel anführen. Ich möchte mal dorthin fahren und die Vernichtung begutachten.

Danke.

Antwort von Michael Hahl (18.05.2015 18:41)

Ich bin ja wirklich kein Freund großgewerblicher Kohleverbrennung, aber statt hier eine "Vernichtung des Odenwaldes" durch Mannheimer Kraftwerke ins Feld zu führen, wäre ein tieferes Schürfen nach dem Nutzen der Windenergie zielführend. So könnte man etwa mal diskutieren, was die derzeit 25.000 WEA tatsächlich zum Endenergieverbrauch in Deutschland beitragen: 2 % nämlich. Wer`s nicht glaubt, kann sich mal auf vier leicht verständlichen Seiten mit einem Skript dreier Physiker von der Uni Heidelberg befassen, das geht hier: http://www.physi.uni-heidelberg.de/energiewende/belege/files/findet_eine_energiewende_statt.pdf - Ach ja, und der Hebert, nur mal als Beispiel, was würde er demnach zur German Energiewende beitragen? Bei zehn Anlagen wären das rund 0,001 % des deutschen Endenergieverbrauchs. Verdammt kleine Zahlen bei so viel Natur- und Landschaftsverschandelung, finde ich jedenfalls.

Antwort von Jens Thomson (18.05.2015 21:44)

@Buerger
Wenn Sie ein Eberbacher wären, wüssten Sie genau, wie oft und wie viele Hubschrauber zur Rettung unseres verseuchten Waldes jedes Jahr im Herbst fliegen müssen.
Die neuen Blöcke der Steinkohlegroßkraftwerke Mannheim haben viel höhere Schornsteine als die früheren Blöcke (die übrigens immer noch im Betrieb sind).
Jetzt landen die Schadstoffe nicht mehr wie vor 30 Jahren direkt in Mannheim, sondern halt bei uns. Seitdem ist die Luft in Mannheim besser geworden und bei uns?
Wir möchten gerne ein bisschen was dafür tun, dass nicht noch ein weiterer Block gebaut werden muss. Ist das so schlimm?
Viele Grüße
Jens T H O M S O N

Antwort von Jens Thomson (19.05.2015 12:53)

@hoschpes, @H.Hahl
Sie haben so viele Fragen an mich, so schnell kann ich Ihnen das hier gar nicht alles erklären.
Vorschlag: Kommen Sie doch morgen um 17.00 Uhr zum Neckarlauer und fahren Sie mit uns zu einem neuen Windrad vom Stand der Technik, wie es auf dem Hebert gebaut werden würde. Das Windrad arbeitet unter schlechteren Bedingungen als hier bei uns
- wirtschaftlich und
- ökologisch
und erzeugt (ohne fossile oder kerntechnische Brennstoffe!) einen Großteil des Strombedarfs der Umgebung dort. Lassen Sie sich dort vor Ort gerne Ihre Fragen direkt erklären und sehen Sie sich mal live in der Natur in echt an, wie toll ein Windrad wirklich ist. Das wäre für Sie sehr interessant.

Wer sonst noch mitfahren möchte, bitte bei mir/bei der IWE anmelden - Näheres unter IW-Eberbach.de
Viele Grüße
Jens T H O M S O N :-)

Antwort von Andreas Persch (19.05.2015 13:08)

Ja, @Michael Hahl, der Artikel der Heidelberger Profs ist einigermaßen aufschlussreich und informativ. Übertragen in die Erlebniswelt einers Wanderers oder Geologen steht da folgendes drin: Jede Reise, so lange Sie am Ende auch sein mag, beginnt mit dem ersten kleinen Schritt. Jeder Fluss der irgendwann mächtig und breit durch ein sich weit öffnendes Tal fließt und sich in einen Ozean ergießt, beginnt mit einem kleinen Tropfen Regen, der irgendwo im Quellgebiet nieder geht. Das Ziel Energiewende - und hier zweifeln auch die Proffesores augenscheinlich nicht - ist noch lange nicht erreicht. Aber eine Anlage, die mal wieder ein kleines Promillchen beitragen kann, soll deshalb nicht gebaut werden dürfen? M.E. müssen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Bausteinen dafür sorgen, dass wir es schnellst möglich schaffen, die Anteile der Kernenergie und der nicht erneuerbaren Energieformen aus unserm Energiemix hinaus zu bekommen. Wie gefährlich Kernkraft ist, haben wir hier in Deutschland zum Glück bisher nicht wirklich erleben müssen - oder aber, man wird, wenn da mal tatsächlich was passiert mit Sicherheit nicht zuerst über die Kosten sprechen, sondern zuerst einmal über die Menschenleben klagen, die eine solches Szenario uns verursachen würde. Bei Kohle (egal ob Braun oder Stein), Erdöl und -gas ist es ganz klar, wie endlich diese Energieträger zur Verfügung stehen. Sollten wir weiterhin darauf setzten, brauchen wir irgendwann, wohl oder übel, immer gefährlichere Methoden, um das Zeug zu gewinnen. Wir brauchen nur übern großen Teich schauen und mal nachsehen was Fracking bedeutet (vermute mal, dass weiss ein Geologe besser als ich). Und ganz nebenbei verbrennen wir in einem großen Stil einen der wichtigsten Rohstoffe, die wir brauchen, nur um von A nach B zu kommen. Bisher vermisse ich auch von den vielen Kritikern die echten Alternativen, wo soll denn der Saft der in der Steckdose steckt in zukunft her kommen. Dual Fluid Reaktor oder eine andere Art der WKA, das waren hier bisher die Vorschläge der Kritiker. Für einen Prototypen Dual Fluid bräuchte man erst mal so Pi mal Daumen 10 Milliarden Euronen um eine Prototypen zu bauen, um dann mal zu prüfen, ob das Konzept denn tatsächlich funktioniert. Da frag ich mich doch mal, warum die Truppe um Eon, Vattendingens und RWE das bisher noch nicht gemacht haben, ist doch in der Portokasse oder in den Dividenden für die Stakeholder wohl locker drin? Vertikale WKAs sind vieleicht bisserl hübscher als die normalen, brauchen aber auch Wind und Aufbaufläche. Leider muss man jedoch viel größere und teuerere Anlagen bauen, um die gleiche Leistung zu erzielen. Mehr Wasserkraftwerke? Nunja, da brauch man ja auch nur bisserl googeln, um herauszufinden, dass hier nur noch wenig Potential, zumindest für Grossanlagen, ist. Die bisherigen Fluss- oder Staustufenkraftwerke auf Volllast bringen, das ist nen Ansatzpunkt, den man auf jeden Fall prüfen sollte. Könnte man ja auch ne Initiative draus machen, wie wärs denn damit, Michael Hahl? Dann könnten Sie mal einen positiven Beitrag zur Energiewende liefern und nicht nur Leute angehen, die etwas tun wollen. Solltense vieleicht bei Ihrer nächsten Blog-Wanderung mal drüber nachdenken. Klar, eine Anlage oder auch achte oder neune aufem Hebert ist nicht die Lösung aller Probleme und schon gar nicht die Energiewende selbst, aber auch dieses kleine Tröpfchen wird dafür sorgen, dass wir ein ganz klein wenig unabhängiger von den gefährlichen Energieträgern werden. Und kommen wir zum Wanderer zurück: wenn man nicht bereit ist den ersten Schritt zu tun, dann begibt man sich wohl nie auf eine Reise, oder? Ja, deshalb bin ich dafür, dass wir den Windpark auf dem Hebert erst mal planungsrechtlich möglich machen und später auch bauen, wenn es denn sinnvoll möglich ist. Selbst wenn der Hebert nur ein Tausendstel Grad der Energiekehrtwende ausmacht, mit andern Tausendstel-Grad-Anlagen, sei es Wind, Sonne oder sonst was, zusammen, bekommen wir irgendwann das Ruder umgelegt, den Kurs gewechselt. Aber mit Leuten, die nur im Ruderhaus im Weg stehen und reden, mit denen schaffen wir das nie und nimmer.
Schöne Grüße
Andreas Persch
PS: Wer Rechtschreibfehler findet, der möge diese behalten ....

Antwort von Buerger (19.05.2015 13:55)


Hallo Herr Thompson,
Ich schätze Ihre Beteiligung und den Einsatz sehr. Bitte machen Sie sich keine Gedanken, ich bin sehr wohl ein Eberbacher - der die Thematik seit langer Zeit verfolgt. Ich empfinde Ihre Wortmeldung als kurzweilig, weil wesentliche Punkte nicht klar sind:
- Niemand, auch ich nicht, schätzt Atomkraftwerke oder Kohlekraftwerke tatsächlich. Wir benötigen diese aber kurz und mittelfristig, durchaus gibt es auch einen (lokalen) Profit von deren Existenz.&#8206; Ihre Darstellung ist leider sehr einseitig und weder wissenschaftlich noch nachvollziehbar belegt, insbesondere mit direktem Bezug auf das Mannheimer Kraftwerk und die Auswirkungen. Leider betrachten Sie auch keine geplanten Entwicklung im GKM.
- Beispiel Hubschrauber: Wie viel öfter fliegen diese denn, und wenn ja aus welchem Grund genau? Wirklich wegen dem GKM? Da sollte man doch mal die Forstwirtschaft dazu befragen. Und je nach Ergebnis sollten wir abwägen, wie Aufwand/Kosten/ Schäden und mögliche Ursachen in Beziehung stehen. 
 Und nochmal, die Frage in vollem Respekt vor Ihrer persönlichen Meinung und Position (politisch und inhaltlich): Warum sollen wir auch nur einen kleinen Teil des Odenwalds am Hebert zerstören, die Artenvielfalt und die Gesundheit von Menschen gefährden  - Immobilienwerte reduzieren - wenn wir nicht belegen können das es die Probleme tatsächlich auch nur anteilig sinnvoll löst:

Wird nun, im Fall der Windkraft nicht ein ähnlicher Fehler gemacht, wie damals bei den anderen Energieerzeugungsformen? Auswirkungen sind unbekannt und ungewissen, wir glauben es wäre besser - eventuell. Wir wissen, es löst das Problem nicht gesamtheitlich... volkswirtschaftliche und lokale Auswirkungen unklar. Trotzdem machen?

Für mich ist das enorm kritisch, wo man noch so viel mit Repowering und Wasserkraft erreichen kann. Nur schade ist, dass hier die Fördermodelle anders sind - und daher schwer nachvollziehbare Entscheidungsmodelle und Prozesse entstehen.

Wir sollten zuerst die Fragen beantworten, bevor wir Fakten schaffen - und versuchen verallgemeinerte Aussagen zu vermeiden und diese nicht zu übertragen.

Antwort von Realist (19.05.2015 15:45)

Bis zum Jahre 2012 passierten bereits 80 schwere Unfälle, beim Bau von WEA, wobei 3 Unfälle tödlich endeten.
Und das für den geringen Nutzen........
Wieso geht Herr Thompson immer noch davon aus, dass durch den Bau von WEA, Kohlekraftwerke abgebaut werden ?
Aufgrund der Abschaltung unserer AKW's werden sogar neue hinzukommen.
Ohne sinnvolle und bezahlbare Speichermöglichkeiten ist eine Energiewende nicht vollziehbar.

Antwort von Florian Hammerswacht (19.05.2015 23:16)

Interessanter Aspekt Herr Thomson. Sie machen sich die Welt, wie es Ihnen gefällt?!
Nehmen auch anstandslos in Kauf, dass in China zur Gewinnung von seltenen Erden zum Bau von Windkraftanlagen die Umwelt zerstört wird, radioaktive Stoffe (Uran!) freigesetzt und Menschen krank gemacht werden? Das nenne ich 'mal St.-Florians-Prinzip!

Lesen Sie bitte den Beitrag in der ARD:

Das schmutzige Geheimnis sauberer Windräder
Die Produktion vieler getriebeloser Windräder verursacht katastrophale Umweltzerstörungen in China. Denn für diese Windräder setzen die Hersteller ein wertvolles Metall ein: Neodym, eine sogenannte "seltene Erde". Neodym-Windräder verzichten meist auf ein Getriebe. Dafür brauchen sie effizientere Generatoren, die sich besonders gut aus diesem Rohstoff herstellen lassen. Neodym wird nahezu ausschließlich in chinesischen Minen abgebaut. Bei der Trennung des Neodyms vom geförderten Gestein entstehen giftige Abfallprodukte, außerdem wird radioaktives Uran und Thorium beim Abbauprozess freigesetzt. Diese Stoffe gelangen zumindest teilweise ins Grundwasser, kontaminieren so Fauna und Flora erheblich und werden für den Menschen als gesundheitsschädlich eingestuft.
Im nordchinesischen Baotou beispielsweise ist die Umgebung rund um die Fabriken, die das Neodym vom Erz trennen, verseucht. Die Anwohner sind teilweise schwer krank, das Wasser ist nachhaltig kontaminiert. Studien berichten von einer deutlich erhöhten Krebsrate."

Antwort von hoschpes (20.05.2015 14:17)

@Florian Hammerswacht

Ihr geschilderter "Kollateralschaden", den die Produktion von Windkrafträdern mit sich bringt, wurde hier mehrfach angesprochen. Eine Reaktion darauf gab es von den WKA-Freunden nicht. Frei nach dem Motto: Bloß keine schlafenden Hunde wecken.

Aber: wenn man das ganz große Rad drehen will und den weltweiten CO2- Abbau/Klimawandel als Argument anführt, dann kann es nicht sein, dass einerseits die Menschen auf den im Meer versinkenden Inseln (wie z.B. Malediven) instrumentalisiert werden und andererseits das Schicksal der Menschen ein paar tausend Kilometer weiter einfach totgeschwiegen wird. Nur damit man sich hier ein ökologisch korrektes Mäntelchen umhängen kann.

Antwort von Jens Thomson (20.05.2015 14:53)

Hallo Bekannte (mittlerweile kennt man die Windradgegner ja alle)

Der entscheidende Vorteil von Windrädern ist, dass man sie nur 1x im Leben aufbauen muss.
Danach liefern Windräder automatisch jahrzehnte lang Strom, ohne dass Tausende von Schiffsladungen fossiler Brennstoffe oder andere hochgiftige Brennstoffe täglich neu benötigt werden.
Wenn man die Windräder irgendwann nicht mehr benötigt, baut man sie einfach wieder ab und recycled das meiste von ihnen.
Das sind riesige Vorteile gegenüber den alten Techniken des Stromerzeugens. Da geht das alles nicht.
Hier in Eberbach sind die Voraussetzungen ungewöhnlich gut für Windräder. Also macht es auch durchaus Sinn, sie hier zu bauen.

Nachher gibt es eine Führung durch ein Windrad. Wir sehen und hören uns alles live an. Da könnten auch Sie einiges Neues lernen. Schade, dass Sie diese kostenlose Chance schon wieder nicht nutzen und sich schon wieder nicht selbst mal ein Bild machen.
Infos zur Windradfahrt im Internet unter IW-Eberbach.de
Viele Grüße
Jens Thomson

Antwort von Buerger (20.05.2015 19:21)

Hallo Herr Thompson,

leider gehen Sie wieder nicht auf die offenen Punkte ein und stellen andere als unwissend / igorant / weniger schlau dar.

Wie schon mehrfach geschrieben: Manches ist wirklich gut an der Windkraft, bitte gehen Sie auf die anderen Punkte ein.

Wer sich dafür interessiert, kennt viele von Ihnen beschriebene Angebote längst.

Nochmal: Wie ist wird denn nun die Zerstörung vom Landschaftsschutzgebiet gerechtfertigt, wo ist die Wirtschaftlichkeitsrechnung für Eberbach.

Meinen Sie wirklich man baut nach ein paar Jahren so einfach das Windrad wieder ab? Zugegeben, einfacher als ein Kraftwerk - bitteschön. Das umliegende Ökosystem ist in jedem Fall zerstört.

Gut übrigens, dass in Mannheim auch ein Teil ihres Hausmüll zu Energie gemacht wird, sonst wäre er noch da -

Ich steige dann an dieser Stelle bis auf weiters aus, es kommt ja doch nichts. Es erschüttert mich, wie "grüne Ideale" verraten werden - und wie man dabei von so manchem "in die Ecke gestellt wird". Politik, im großen und im kleinen, muss mehr können und höheren Ansprüchen genügen. Eine Bestätigung für die anonyme Meinungsäußerung, leider.

Antwort von Alfred Schließler (20.05.2015 20:23)



Ich lebe gerne in einem hochtechnisierten, wohlhabenden Land und genieße dessen Vorzüge.
Dabei bin ich mir meines ökologischen Fußabdrucks bewusst den ich hinterlasse, auch wenn ich davon bislang nicht tangiert bin.

Ganz real sind die Auswirkungen meines ökologischen Fußabdrucks für Menschen, die durch den Braunkohletagebau Garzweiler ihrer Heimat beraubt werden, oder die in Brasilien oder China Steinkohle abbauen unter für mich nicht akzeptablen Bedingungen, damit bei uns daraus Strom produziert wird. Von den Emissionen aus Kohlekraftwerken nicht zu reden.
Öl- und Gasimporte machen politisch und ökonomisch abhängig.
Die erhöhten Krebsrisiken in der Umgebung kerntechnischer Anlagen werden immer wieder dokumentiert.
Stromautobahnen, die den so umweltfreundlichen Ökostrom zu uns in den Süden transportieren sollen, bergen ebenfalls Risiken und sind nicht schön.

Aber ich bin bereit, mich einem kleinen Teil meines ökologischen Fußabdrucks persönlich auszusetzen und einen kleinen Teil der Verantwortung zu übernehmen, die sich aus meinem Lebensstil ergibt. Dazu möchte ich Solidarität bekunden mit all jenen Menschen, die durch meinem ökologischen Fußabdruck ungleich mehr betroffen sind als ich.

Ich befürworte die Energiewende, regionale Energie-Genossenschaften und dezentrale Versorgung.
Ich erkenne an, dass von Windkraftanlgen Beeinträchtigungen, Risiken und Gefahren ausgehen und nehme diese in Kauf.
Meinen komfortablen europäischen Lebensstandard möchte ich nicht missen. Ich erkenne das Dilemma und setze mich der Spannung aus, die durch meinen Lebensstil, und den daraus entstehenden ökologischen und sozialen Schäden resultiert
.
Bei sorgfältiger, ehrlicher Abwägung aller Risiken, das größere Gemeinwohl im Blick, nicht nur unter Eberbacher Sicht, bleibt gar keine andere Wahl: Windkraftanlagen auch auf den Hebert!

Alfred Schließler, Eberbach

Antwort von Michael Hahl (21.05.2015 11:58)

@ Andreas Persch

Ihr Bild vom Wanderer ist pfiffig. So wenig wie ich derzeit zum Wandern komme, werde ich der Metapher leider gar nicht mehr gerecht. Aber zum Thema: Ich verstehe natürlich, was Sie meinen, und es scheint vordergründig auch richtig, denn wenigstens mal einen Schritt in die richtige Richtung, das wäre ja ein Anfang. Könnte man meinen ... Ich sehe die Sache aber anders, denn diese momentane Form einer windkraftdominierten Stromwende ist leider ein fataler Schritt in die falsche Richtung. Aus vielen Gründen, ich führe mal wieder wenige von vielen auf (wohlwissend, dass ich mich, wahrscheinlich sinnlos, wiederhole):

1. die Schattenkraftwerk-Problematik, die faktisch dazu führt, dass die Kohleverbrennung ansteigt (sofern man parallel den Ausstieg aus der AKW-Technik will) und es gibt dafür derzeit keine Lösung, das heißt ganz konkret und mit Zahlen belegt: Fluktuative = schwankende Energieträger haben ganz aktuell zur Folge, dass mehr Kohle verbrannt wird und der CO2-Ausstieg wieder anwächst. Ist das ein erster Schritt in die richtige Richtung, Herr Persch? (Oder vielleicht doch nur Geldmacherei respektive eine etwas naive Ideologie?) - Ach ja, und der Umstieg auf Gas als Schattenkraftwerke? Funktioniert aktuell nicht, weil es technisch nicht machbar resp. wirtschaftlich untragbar ist, Gaskraftwerke immer wieder bei Bedarf neu anzuwerfen und dann gleich wieder herunterzufahren usf.. Und selbst wenn der Gaskraftwerksbetrieb als Schattenkraftwerk zur fluktuativen Windenergie real anwendbar wäre: Ist denn Erdgas eine zukunftsfähige, zumal das Gasfördermaximum (wie beim Erdöl auch) bereits überschritten ist? Und auch davon abgesehen: Wäre Erdgas denn eine Energieform, die CO2 einspart? - Das Kernproblem ist also die schwankende Verfügbarkeit der Windenergie, die ohne so genannte grundlastfähige, also dauerhaft nutzbare Schattenkraftwerke nicht ausreicht und dadurch immer den Parallelbetrieb grundlastfähiger Kraftwerke mit sich bringt. Dadurch aktuell eben aus vielen Gründen: Anstieg der Kohleverbrennung und CO2-Emission in Deutschland.

2. die Frage der Verhältnismäßigkeit, denn es führt uns auf Abwege, wenn wir deutschlandweit unsere Natur- und Landschaftsressourcen zerstören und zerstückeln und dem ohnehin schmerzlich anhaltenden Artensterben damit noch weiter zusetzen, indem man mit Tausenden von gigantischen Windenergieanlagen in die Waldökosysteme und Schutzgebiete (Landschaftsschutzgebiete, europ. FFH-Gebiete, europ. Vogelschutzgebiete usw.) drängt, obwohl dieser Energieträger (vgl. 1 u. vgl. Darlegungen der drei Heidelberger Physiker) kein wirksamer Beitrag zu einer Energiewende und zum Klimaschutz ist. Diese Unverhältnismäßigkeit ist in meinen Augen einfach erschreckend kurz und einseitig gedacht, da es um eine zukunftsfähige Gesamtentwicklung gehen muss. Oder um ins Bild einer Wanderung zurückzukehren: Wer die ersten Kilometer in eine falsche Richtung führt, versaut allen den ganzen Wandertag - am Beispiel der Energiewende aber wird mit fehlgeleiteten Anfangsschritten die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte falsch bestimmt. Daher: Wehret den Anfängen, wenn es die falsche Marschrichtung ist! Wissen Sie, Herr Persch, was wir wirklich brauchen, ist eine funktionierende Energiewende und keine Entwicklungen, mit denen wir durch voreiligen und konzeptlosen Aktionismus mehr kaputt machen statt für uns und für die nachfolgenden Generationen vernünftige Wege einzuschlagen.

3. Hinzu kommen weitere Probleme, die auch hier immer wieder genannt wurden, aber an den meisten Windkraftbefürwortern ohnehin abprallen, also beschränke ich mich hier mal auf die zwei oben genannten.

Die Frage denkbarer Alternativen habe ich an einer anderen Stelle einmal relativ ausführlich angesprochen. Was wir brauchen, ist zunächst einmal eine vernünftige Basis, die tatsächlich eine Energiewende vorantreiben kann, und dazu sollte man nicht aktionistisch in falsche Richtungen rennen, sondern hinterfragen, was derzeit falsch angedacht wurde und was im Gegensatz dazu wirklich erforderlich ist; dazu müssen unabhängige und spezialisierte Experten gründlich durchkalkulieren, wie eine Energiewende tatsächlich funktionieren kann. Denn dass diese Variante, wie sie nun anläuft, nicht funktioniert, das lässt sich wirklich allzu leicht belegen. Solche Expertisen brauchen Arbeitszeit, Fachwissen, Modellierungen, Vergleiche von Szenarien usw. und hierzu müssen Aufträge an entsprechende Fachleute gehen.

Die bisherige Marschrichtung ist vollkommen konzeptlos. Sie dient als Wirtschaftsmotor und zur Umverteilung diverser Gelder auf der unternehmerischen Ebene, sie dient auch einer vermeintlich grünen Ideologie, die zu kurz denkt, sie dient aber nicht einer funktionierenden Energiewende, nicht dem Klimaschutz, nicht dem Ressourcenschutz, nicht dem Artenschutz und ebenso nicht der menschlichen Gesundheitsvorsorge.

Ohne solchen ernsthaften, dringend notwendigen Expertisen vorbeugen zu wollen, sehe ich persönlich weitaus mehr Potenzial als in der überdimensionierten Windenergie bspw. bei folgenden Energieträgern: Geothermie (oberflächennah zur Direkteinspeisung, geht übrigens auch im Odenwald, und Tiefengeothermie zur kommunalen/regionalen Versorgung; hierzu mehr Gewicht auf technische Weiterentwicklungen, politische Weichenstellung u. angemessene Imagekommunikation); Solarthermie (hier besteht weiterhin großes Potenzial); natürlich diverse Formen der Wärme-Kraft-Kopplung; Wasserkraft (optimierbar bspw. beim Staustufenausbau am unteren Neckar); Verbesserung der Biomasse (bspw. schnell wachsende Wildkräuter als Energiepflanzen statt Vermaisung; intensivierte Monokulturen vermeiden); Windkraft-Kites (die weit effizienter Energie aus Höhenwinden gewinnen als drehende Rotoren dies jemals leisten könnten); Kleinwindkraftanlagen (mit vertikal drehender Achse) und Photovoltaik für die Direkteinspeisung (für größere Gewerbebetriebe, natürl. auch f. Privathaushalte); Windenergieanlagen sowie Solarzellen an/auf Verkehrsachsen ("Solarstraßen", Windkraft an Autobahnen, inkl. Maßnahmen gegen Eiswurf); Wüstenstrom (Solarzellen in Klimazonen, wo tagsüber permanent Sonnenenergie verfügbar ist; politische Lösungen u. technische Optimierungen bei der Trassenfrage erforderlich); Ausbau von Gezeitenkraftwerken u.a.

(Exkurs: Dieser "Dual Fluid Reactor" ist sicher, das sage ich als langjähriger Atomkraftgegner seit Tschernobyl, eine fragwürdige Sache, aber man sollte sich auch damit sehr ausgewogen ud vorurteilsfrei beschäftigen, weil er neben der Möglichkeit der Stromerzeugung evtl. das Potenzial schafft, den vorhandenen Atommüll weitaus schneller und ungefährlicher zu entsorgen, indem er sie wieder in Energie umwandelt.)

Allein diese unvollständige und unsortierte Stichworte zeigen Potenziale, die - im Sinne einer Gesamtökobilanz - durchkalkuliert werden und mit dem derzeitigen, Windkraft-lastigen Energiemix neu verglichen werden müssen. Und zwar unter dem Aspekt der schwankenden Energie, zu denen die Windkraftnutzung (in der unteren Troposhäre) nun mal in erheblichem Maße zählt.

Es ist im Übrigen auch völliger Unsinn, wenn @Herr Thomson hier in einem anderen Beitrag mal wieder alle Problempunkte der Windkraft ignoriert und dabei nun darauf verweist, dass man Windkraftanlagen ja nur ein Mal errichten müsse und dann lieferten sie Jahrzehnte lang Energie, denn diese vereinfachende Sicht der Dinge ignoriert nun mal, dass neben den (vor allem onshore-)Windenergieanlagen immer Schattenkraftwerke erforderlich sind!

Man muss vielmehr korrekterweise so argumentieren, dass eine Ökobilanz der Windenergie nur dann vernünftig darstellbar ist, wenn man die parallel betriebenen Schattenkraftwerke (derzeit vor allem Kohle) und natürlich die erforderliche (wenngleich technisch noch völlig rückständige Speichertechnologie) ebenfalls mit einberechnet.

Demgegenüber bringt beispielsweise die Geothermie ihren eigenen "Speicher" gleich mit, nämlich den Wärmespeicher der Erdkruste. Wer ehrlich und mit ausreichendem (oder unverblendetem?) technischen Verständnis bilanzieren will, muss bei der Energiefrage auch Fluktualität vs. Grundlastfähigkeit der jeweiligen Energieträger angemessen berücksichtigen, alles andere wäre - sehr geehrter Herr Persch - eine Hochgebirgswanderung in Badeschlappen, die nur auf Abwege führen kann und - das ist mit das Schlimmste - letztlich die Energiewende selbst zum Absturz bringt.

---

Ich möchte hier mal ergänzen: Diese Debatte soll nicht so verstanden werden, dass man sich persönlich "die Augen auskratzt". Es gibt viele Windkraftbefürworter, die ich persönlich schätze und mit denen ich in zahlreichen politischen oder ökologischen usw. Überlegungen übereinstimme. (Es gibt auch einzelne Windkraftgegner, denen ich noch etwas bessere Recherchen empfehlen würde.) Umso mehr wundert es mich bei Windkraftbefürwortern oft, wenn ich feststelle, dass solche Kernfragen (wie oben bei 1 u. 2 usw.) nicht ausreichend berücksichtigt werden. Dennoch wäre es gut, wenn man die Debatte fachlich/sachlich und politisch verstehen würde, nicht als persönlichen Konflikt. Wenn es persönlich miteinander hakt, dann stimmt die „Chemie“ halt nicht, aber am Thema Windenergie allein muss das keineswegs liegen. Zur streitbaren Windkraft in unseren Mittelgebirgen muss man sich auf dem Weg tatsächlicher Fakten austauschen. Bei der IWE sind mir oft zu viele Worthülsen im Gespräch, die Fakten vortäuschen (bitte etwas profunder, @Herr Thomson!) Wenn mich jemand mit gut durchdachten u. ausgewogen recherchierten Fakten überzeugen kann, hinterfrage ich durchaus meinen bisher eingeschlagenen Weg (der auch erst durch dauerhaftes Befassen mit dieser Thematik entstanden ist), nur fehlt mir bisher bei nahezu allen Argumenten der Windkraftbefürworter der tiefschürfende und weitreichende Gedankengang, mit dem man mich dann tatsächlich doch noch dafür überzeugen könnte. Vereinzelt finde ich die Argumentationen recht gut (@Karl bspw., du weißt schon, dass ich dich meine), aber es holpert dann eben doch bei den Problempunkten, wie ich sie hier (oben) beispielsweise – ziemlich ausführlich, wenngleich immer noch unvollständig - dargestellt habe.

MfG

PS: @Bürger, bleiben Sie dran, es gibt seit zwei, drei Jahren eine Spaltung unter vermeintlich "grün" denkenden Menschen, umso wichtiger sind unbestechliche ökologische und im Sinne einer Gesamtökobilanz nachhaltige Ideale - daher nicht aussteigen, sondern weiter denken, sprechen, schreiben. Menschen wie Sie, die tiefer u. umfassender denken, werden jetzt gebraucht.

Antwort von Peter Berger (21.05.2015 16:43)

@ alle allwissenden Befürworter

Naja Herr Thomson (stellvertretend für die Befürworter), die alten Blöcke des GKM laufen halt weil der neue Block GKM9 noch nicht im kommerziellen Betrieb ist. D.h. der Block wird gegenwärtig optimiert und es laufen die notwendigen Versuche zur Netzstützung, Kannlastfall, Abnahmemessungen, thermisches Verhalten im Kalt, Warm und Heißstart, koordinierter Leistungsbetrieb, usw. Apropos Netzstützung, mit welcher Statik, bzw. wievielen MW beteiligt sich denn so ein Windrad an der Netzstützung? Schwarzstartfähig sind sie dann wohl auch nicht? Wie ist denn so die Vorstellung bei aufkommender Windflaute? Die Konventionellen Kraftwerken sollen übernehmen? Autsch , die schnellen GuDs sind/werden ja großteils konserviert (Lingen, Irsching, Claus C,...) weil so ein GuD im Wellendrehen erhöhte Wartung braucht - von wegen kein Gasverbrauch, dann kostet auch das GuD nix. Da gibts also nix mit schnellen Lastübernahmen, das dauert Tage. Ham wa ja noch die Kohlekraftwerke. Na wie lange dauert so ein Kaltstart von Kohlemühle ein, über Dampfreinheit erreicht, bis zur Haltelast? Halber Tag - ne länger; ganzer Tag - wenn's glatt läuft, aber schneller keinesfalls.
Und was ist zwischen Windrad aus und Geno am Netz? Genau, kalte Steckdose.

Klar muß man auf alternative Energien umschwenken, aber mit Verstand und fachlichem Wissen - nicht mit grünen Scheuklappen und pseudowissenschaftlichen Dokumenten. Kraftwerke machen mehr als nur elektrische Leistung, wieso erklären Sie nicht mal wie die WKA diese Themen angeht? Versorgungssicherheit, primäre und sekundäre Frequenzregelung, Lastreserven, Blindleistungskompensation, Kraftwärmeauskopplung,...

Halten Sie bitte nicht alle Eberbacher für so blöd dieses Selbstbereicherungsprogamm der WKA-Hersteller zu Lasten der Gemeinde nicht zu durchschauen.
Ach so, ich bin Hirschhorner!

Alternative Energie unbedingt ja - aber vorher bitte Hirn einschalten.


PS: Ja, GKM9 hat einen hohen Schornstein (REA und EF vorhanden), damit die Schwaden nicht unmittelbar daneben niedergehen, sondern gleichmäßiger verteilt werden. Aber wollen Sie sagen ein kleinerer Schornstein hat weniger Durchsatz???
Oder sollen nur die unmittelbaren Anwohner unter den Schwaden leiden, getreu dem Motto ' Verschon mein Haus, zünd andre Häuser an'. Super sozial.

Antwort von Anwohnerin (23.05.2015 10:46)

@Bürger, ja, es ist etwas verstörend, wenn auf die x-te Nachfrage wieder mal statt einer erhellenden Antwort eine erneute Beleidigung folgt, oder versucht wird, erneut mit einem nicht näher erklärten Schlagwort abzulenken.

An den Werbeblöcken für Ausflugsfahrten störe ich mich schon gar nicht mehr. Aber gerade diese, die nicht beantworteten Fragen und die letzten Beiträge zeigen mir immer noch deutlicher, dass weder das Konzept noch die Argumentation, noch die inneren Beweggründe oder die eigene Rechtfertigung der Befürworter ansatzweise überlegt ist. Leider mangelt es stellenweise sogar an Hintergrundwissen.

Besonders erschreckend ist es, zu lesen, dass manche jetzt meinen, durch die Zerstörung eines Waldes im Landschaftsschutzgebiet könnten Sie es rechtfertigen weiterhin keinen Millimeter von ihrer bequemen CO2-erzeugenden Lebensweise abrücken.

Das kann man so nicht stehen lassen. Sonst hätten die Befürworter ja ein Ziel erreicht und die Menschen, die hier vorbeischauen und sich meinungsbildende Information erhoffen, lesen am Schluss nur noch diese absolut befremdlich wirkenden Sichtweisen.

Bitte schreiben Sie weiter. Dieses Forum braucht mehr informierte Menschen mit gesundem Verstand, nicht weniger.

Antwort von Jens Thomson (25.05.2015 19:16)

Hallo Windgegner,
Schade, dass Sie nicht dabei waren, als wir eine Führung durch den Bürgerwindpark hatten. Dort wurden alle Ihre Fragen sachlich korrekt beantwortet.
Ich habe leider nicht genügend Platz hier im Forum, alle Ihre Fragen zu beantworten. Wenn ich 10 m lange Antworten schreibe, liest das sowieso niemand.
Und jegliches Infoangebot lehnen Sie auch ab.
Wieso sind Sie eigentlich gegen umweltfreundliche, ökologische und wirtschaftliche Windenergie hier in Eberbach?
Sie kennen doch alle Fakten und wissen genau, dass alle Fakten ganz klar für den Hebert sprechen. Das hätten Sie auch auf alle IWE-Infoveranstaltungen und auf den beiden Infoveranstaltungen der Stadt Eberbach genau so hören können.
Ich schlage vor, dass Sie das nächste Mal kommen und sich informieren lassen.

Antwort von Anwohner (26.05.2015 16:59)

@ Anwohnerin
Kein CO2 soll erzeugt werden, kein Wald soll vergiftet werden, keine riesigen Landschaften sollen plattgemacht werden.
Also sind Sie f ü r Windräder.

Antwort von Anwohnerin (27.05.2015 01:02)

Vielleicht schauen sich die Windkraft-Befürworter einfach mal selbst die Fakten genau an. Kleiner Tipp: Weiter oben stehen schon die meisten, manche sogar mehrfach. Wenn Sie dann noch mit objektivem Blick darauf schauen, werden Sie schnell feststellen, dass ein Wald und damit der Hebert ganz bestimmt KEIN geeigneter Standort für Windräder ist. Wohnen denn Befürworter auf dem Ledigsberg? Vielleicht sogar im Hirschacker, wo der Schatten am ehesten hinfallen könnte? Dürfte ja am nächsten dran sein. Oder wohnen Sie weiter weg, in sicherer Entfernung?

Wie kommen Sie darauf, ich würde Informationsangebote ablehnen? Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wenn Sie die Beiträge weiter oben gelesen hätten, hätten Sie das auch schon mitbekommen. Doch offenbar bekommen Windkraft-Befürworter so einiges nicht mit. Zum Beispiel, dass das Thema Windkraft im Wald bereits wieder auf dem absteigenden Ast ist. Weil intelligente Menschen festgestellt haben, dass es außer einer Menge Landschaftszerstörung, toter Tiere und unzufriedener Einwohner überhaupt keinen Nutzen bringt. Offenbar nicht mal für die Anteilseigner.

Auch wenn Sie mal wieder keine Antworten geben wollen, machen Sie sich keine Sorgen. Als klar denkender Mensch finde ich genug Information, um mir eine fundierte Meinung zu bilden.

Woher wollen Sie denn wissen, dass ich nicht weiß, wie so ein Windrad aus der Nähe aussieht? Oh, und siehe da: ich bin immer noch dagegen, die Dinger in den Wald zu stellen. Oder grade erst recht? Ja, ich bin tatsächlich für Windräder. Das hatte ich auch schon mehrfach gesagt. Für Windräder an einem geeigneten Standort, an dem Wind weht. Wissen Sie, das brauchen die Rotoren, um sich zu drehen. Ansonsten stehen die still und dann gibt es keinen Strom und keine Subvention. Und dann wurde der ganze schöne Wald völlig umsonst abgeholzt.

Antwort von Michael Hahl (27.05.2015 09:03)

Nur um die Aufführung einiger Alternativen zur Energiegewinnung von neulich zu erweitern: Hier eine weitere interessante Alternative: http://www.vortexbladeless.com/ - (....), dann einfach unter "Vortex" und "bladeless" schauen ... Neben Wind-Kites usw. gibt es also auch marktreife, hocheffiziente Windkraft-Systeme, die ebenfalls vollends ohne rasende Rotorblätter auskommen. Damit wäre ein Kernproblem der WE in Bezug auf Ökologie/Artensterben, Lärm/Schall, Standortproblematik u.v.m. aus der Welt. Aber irgendwelche Lobbies sind an solchen Alternativen wohl nicht interessiert und verkaufen lieber ihre Sauriertechnologie. Kennt man - Geschichte wiederholt sich ...

Antwort von hoschpes (27.05.2015 15:42)

Bravo Christa Wernz! Eine Frau zeigt Mut! Die Eberbacher SPD-Stadträtin stellt sich gegen den Druck des politischen mainstreams und "steigt aus der Windkraft aus". Sie stellt sich damit gegen den Rest des Gemeinderats, der mit seinen Beschlüssen weiter eifrig daran bastelt, unsere Heimat zu verschandeln und aus Wäldern Industriegebiete zu machen. - RESPEKT!

Antwort von Andreas Persch (28.05.2015 11:27)

Ja, Michael Hahl, von Ihnen kommen wenigstens mal Argumente, über die man nachdenken kann und nicht nur Allgemeinplätze. So kann man diskutieren. So mach ich dann auch gerne mit.

Ich will in Eberbach WKAs auf dem Hebert. Das alles dort ist eine Kulturwald in einem Landschaftsschutzgebiet, als kein FFH-Gebiet, keine Biossphärenreservat und zumindest nach dem derzeitigen Stand der Dinge avifaunistisch unbedenklich. Alle derzeit gültigen Normen und Vorschriften können mit dem Standort Hebert eingehalten werden. Der Eingriff in die dortige Kultur, ja, Kultur und nicht Natur, ist eher mäßig und m.E. überschaubar berechenbar. Der Wald dort wird zwecks Holzernte eh irgendwann mal abgesägt, und bei der bekanntermassen klammen Lage der Stadtkasse wohl eher früher als später. Aufbau und Transport der Anlage ist relativ problemlos möglich, die Infrastruktur diesbezüglich passt. Die Windhöffigkeit passt sehr wahrscheinlich. Die Trassenführung für den Strom ist unproblematisch.

Sie sprechen von Stromwende, ich will möchte lieber eine Energiewende haben. Es ist sehr wohl wahr, dass wir derzeit Schattenkraftwerke brauchen um unser Stromnetz zu stabilisieren. Aber die Schattenkraftwerke brauchen wir nicht nur wegen den klassischen, derzeit bekannten Windkraftanlagen mit den horizontalen Rototren, sondern hier sind Photovoltaikanlagen genauso mit im Boot wie auch die Kites oder vertikalen WKAs, die Sie ja vorschlagen. Auch die sind ja von diesem Problem in keinser Weise ausgenommen. Politisch ist es ja der Gedanke, dass wir zuerst aus der Atomkraft aussteigen müssen. Ich für meinem Teil lebe gerne mit einem erhöhten CO2-Ausstoss, da ich mir mehr Sorgen um die Entsorgung des AKW-Abfalls mache und ich echt Angst davor habe, dass uns in Westeuropa auch mal son Ding um die Ohren fliegt. Erdgeschichtlich hat unser Planet schon deutlich höhere CO2 Werte verkraftet. Ob der Mensch das verkraftet, das ist eine andere Frage.

Der Mensch als Wahlbürger jedoch trifft Entscheidungen, die dann von der Politik vermeintlicht umgesetzt werden. Konkret hier ist es die EEG-Umlage mit der ja die regenerativen Energieanlagen gefördert werden sollen. M.E. sollte Berlin im gleichen Maße jedoch auch die Kraftwerke fördern, die uns helfen mit möglichst wenig CO2 aus zu kommen. Das könnte man politsch durchaus machen, aber der Verlust der Arbeitsplätze und damit der Verlust an Wählerstimmen, dass kann oder will sich
keiner der Leutchen in Berlin leisten. Und selbst im kleinen eberbach scheint das jetzt auch vom Technikum zum Politikum zu werden. Es fehlt einfach hier am politschen Willen die Steuerungsinstrumente entsprechend einzusetzen. Bestens sichtbar ist das an dieser absurde Befreiung der energieintensiven Branchen von der EEG-Umlage, hier gabs ja inzwischen mal Hotels, die befreit waren oder sind.

Grundsätzlich einig sind sich ja meistens Gegner wie Befürworter der WKAs, dass wir mehr zuerst Ernergie sparen und dann regenerative Energieformen nutzen müssen. Wenn man bisser rechnet und den gesunden Menschenverstand in Anwendung bringt und sich dann die Zahlen ansieht, kommt man auch relativ schnell zu dem Schluss, dass man sinnvoll mit möglichts wenig Verlust produzieren sollte. So wie Deutschland derzeit aufgestellt ist, haben wir ja vier große Gruppen von
Konsumenten: Industrie, Verkehr, Haushalte und Gewerbe im Sinne von Handel und Dienstleistungen. Dröseln wir mal auf: Verkehr, Industrie und Haushalte brauchen pro Jahr etwa je 2,6 ExaJoule, Gewerbe braucht etwa 1,4EJ, zusammen sind wir hier bei 9,3 EJ. Wir importieren aber ca 11,5EJ und stellen ca 4EJ selber her. Macht etwa 6EJ Differenz, okay 2EJ bunkern wir ein, fehlen also noch 4EJ die irgendwo verschütt gehen in Umwandlung bzw im Eigenverbrauch. Wir leben also im derzeitgen sowieso System mit locker 25% Prozent Fluktuation an Primärenergie!

Nehmen wir jetzt mal ein Kohlekraftwerk und schauen wos da fluktuiert: Schritt 1: Kohle ausbuddeln (Ruhrpott, Saarland, neee heutzutage wohl meist in Afrika). Schritt2: Kohle mit dem Zug in den Hafen bringen. Schritt 3: Kohle in ein Schiff reinschippen und verfrachten, Ankunft in Amsterdamm, Mist, Schiff zu gross für den Rhein, also umladen und ab damit nach Mannheim. Schritt 4: Kohle ausladen und nun sind wir bei der importierten Primärenergie, d.h. die oben genannten Fluktuationsanteile werden erst ab jetzt summiert, nachdem wir die Kohle unter Einsatz von sehr viel Energie jetzt "ertschemol no Monnhem geschafft hawe". Der Vollständigkeit halber: Schritt 5: Verbrennung, dabei verlustbehafteter Erzeugung von Wärme und Dampf, 5.a verlustbehafteter Transport der Wärme in die Haushalte via Fernwärme und 5. b Dampf in die Turbinen, damit die sich drehen, dabei auch nochmal kleiner Verlust. Schritt 6: Drehmoment auf den Generator und "Juhu", wir begrüßen im Schritt 6 also das erste Elektron, dass evt. mal ein anderes aus unser Steckdose raus schubst. Schritt 7, hochtransformieren, transportieren, runter transformieren, natürlich immer mit Fluktuation, aber in Schritt 8 sind wir nun endlich in Eberbach, und die Kaffeemaschine läuft. Mal den Wind dagegen halten, und völlig egal, ob nen Kite, ne horizontale WKA oder was auch immer: Schritt 1: Wind weht, Schritt 2: Rad dreht, Schritt 3: Generator summt, Elektronen werden geschubst, Schritt 4 hochtransformieren, transportieren, runter transformieren, natürlich immer mit Fluktuation, in Schritt 5 sind wir nun in Eberbach und die Kaffeemaschine läuft. Jeder der Schritte hat energetische Verluste, witzigerwese braucht aber bei Kohle schon mal vier im Sinne der Fluktuation und auch im Sinne der ökonomischen Bilanz teuure Schritte, bevors denn überhaupt mal los geht, mit den Verlusten die in die Energiebilanzen allgemein einfliessen. Und was macht dagegen der Wind, der weht einfach und koscht nix (na dann kann das ja wohl auch nix sein).

Jetzt brauch ich noch jemand der das mal alles genau aufrechnet und noch dazu die Anlagenproduktion und den okölogischen Fussabdruck bei den ganzen Schritten bewertet. Aber jetzt schon wird ganz klar, dass wir mit dezentralen Anlagen, und nichts anderes sind die WKAs, dafür sorgen können, dass zumindest in den Zeiten wos bisserl blässt aus der Fluktuationen bisserl raus kommen.

Und ich hab nun mal bisserl Recherche gemacht:
Geothermie - Kleinanlage für daheim: macher Wärme unter Einsatz von Strom, funktioniert wohl einigermassen wirtschaftlich, wenn man günstigen Strom hat.
Geothermie - Grossanlage, super in Island, in Deutschland in den Kinderschuhen, was aber klar ist: ab und an wackelt mal die Erde über den Anlagen, was in Island kein Problem ist, aber in Deutschland wackel nen paar Häuser oder ganze Städte, weil man halt doch noch nicht so genau weiss, wies das richtig geht, muss also erst mal erwachsen werden.
Die Kites und die Vortexblades, find ich richtig Klasse, aber die Protagonisten suchen meist noch Risikokapital, im Echtbetrieb laufende Anlagen hab ich noch keine entdeckt. Mit Kites kann man aber die Kohleschiffe super ziehen. Das sind auf jeden Fall Techniken mit Potential, da auch sehr schön dezentral einsetzbar. Damit könnte man vlt in 20-30 Jahren viele Horizontalläufer ablösen und die Standorte mit einer neuen effizienteren Technologie repowern.
Wasserkraft: für Grossanlagen gibts in Deutschald so wies aussieht kaum noch Standorte, Kleinanlagen bieten aber großes Potential, wenn man es politisch will. Wobei man hier auch damit rechnen muss, dass die Naturschützer sich formieren, zwar keine Grossvogel sondern weil nen Frosch oder nen Fisch dabei sterben könnte.
Kraft-Wärme-Kopplung, Potential ist da, gut regelbar, aber die nicht regenerativen Energieformen spielen da immer eine Rolle. Gut mit Gas, schlechter mit Öl, evt mit Holz, am besten aus den Standorten, wo man eh WKAs in den Wald stellt. Lohnt sich aber für nen klassisches EFH nicht und Grossanlagen werden eh so betreiben. Könnte aber Teil eines Swarmkraftwerks sein und die Regelung stützen.
WKA-Kleinstanlagen, evt mit Vertikalläufern, sind nett, hübsch aber relativ teuer, eher geringes Potential.
WKA-Großanlagen in der See: genial für den Menschen, sieht man nicht, hört man nicht. Leider hoher Verlust durch zu "enge" Leitungen. Und die neuen Leitungen will ja auch keiner der Süddeutschen wirklich haben. Der Eingriff in das Ökosysteme Meer oder Wattenmeer ist dem typischen Springerpresseleser da ja auch wurscht, wie gesagt, man sieht sie nicht man hört sie nicht, also sagt man nichts.
Gezeitenkraftwerke, super, Standorte aber problematisch und der Eingriff in die Natur, naja, wenn wir uns das Ding in Dinard mal ansehen, richtig hübsch ist das ja auch nicht, ne Staustufe halt.
Damit verwandt die Wellenkaftwerke, sag ich mal nett, hat evt das Potential der heutigen WKAs, die selben Probleme halt mit Küste oder Meer statt mit Wald.
Solarthermie, nur große Anlagen taugen da zur Stromerzeugung, zur Wärmeerzeugung für den privaten Haushalt aber super.
Solarstrom, schön als Unterstützung in Kleinanlagen, hoher Flächenverbrauch bei Großanlagen.
Solarstromgrossanlagen und industrielle Erzeugung von Wasserstoff, scheitert leider zum wiederholten mal an den politischen Verhältniss und man bräuchte große Stromtrassen oder Tankschiffe für Wasserstoff oder Wasserstoffpipelines. Gibts alles nur prototypisch. hat aber auf jeden Fall Potential
Biomasseverstromung konkurriert zu Nahrungsproduktion.
Was am Ende hier übrig bleibt sind die normalen WKAs mit den genannten oder hinein interpertierten Problemen.

Ja, mag sein, ich geh meinetwegen mit Badelatschen auf Tour. Ja, mag sein ich verirre mich und versau den anderen Wanderern den Tag. Aber ich begebe mich auf eine Reise und riskiere einen Irrweg. Wenn ich mich aber verirre, weiss ich was ich getan habe, und ich lerne aus der Erfahrung und verirre mich vieleicht das nächste mal nicht mehr. Wenn ich aber nur rumstehe und lamentiere, und das unterstelle ich vielen Windkraftgegnern, jedoch nicht Ihnen, Michael Hahl, dann sehe ich keine Chance, neue Horizonte zu erreichen. Ich mache eventuell einen Fehler, aber ich lerne daraus.

Und noch eine letzte Satz zum Thema Neodymium. Nicht in allen WKAs ist das Zeug verbaut, man brauchts in größerm Stil wohl nur in den getriebelosen Anlagen. Dafür gibts so wie ich das auf die schnelle sehe einen Hersteller. Allgemein kommen seltene Erden zu fast 100% aus China und werden dort unter ökologisch schlechten Bedingugnen abgebaut. Neodym steckt in allen Festplatten, in Handtaschen mit Magnetverschluss und in diesem typischen chromierten Kindermagnetspielzeug. Stellt sich die Frage wo mengenmäsig das meiste drin steckt. Viele seltene Erden stecken auch in den Millionen Handys, die in deutschen Schränken lager. Wenn man die Dinger erst mal verschrotten würden, statt dass sich jeder sein privates Handymusem baut, dann könnte man signifikant dafür sorgen, dass die Chinesen nimmer so viel von dem Dreckszeug aus den Bergen raus holen muessen.

Antwort von Kritiker (28.05.2015 11:47)

Herr Thomson,

Erstens: Von "Windgegner" kann keine Rede sein, denn der Wind an sich ist eine gute Sache. Die sinnvolle Nutzung ist ein anderes Thema...

Zweitens: Was macht Sie so sicher, dass keine Windkraftgegner bei Ihren Veranstaltungen zugegen waren?

Antwort von hoschpes (30.05.2015 09:10)

Vielleicht ist es mal ganz nützlich, aus dem "Mustopf Eberbach" hinauszuschauen und zu erkennen, dass die Problematik der Windkraft keine spezielle deutsche, schon gar nicht Eberbacher Eigenheit ist, sondern z.B. auch bei unseren Nachbarn in Frankreich langsam eine Protestbewegung geriert. - Erstaunlich, wie die Vorgehensweise der Windkraftlobby sich ähneln.

https://www.youtube.com/watch?v=au6lzwagcHc

Wer Französisch kann (hallo, da zahlt sich doch mal die Thonon jumelage aus) ist im Vorteil, aber diese Reportage ist auch deutsch untertitelt.

Antwort von Michael Hahl (30.05.2015 15:56)

Durchaus interessante Abwägungen, Andreas Persch, ich werde noch (kritisch natürlich) darauf eingehen. So macht Diskutieren Freude und schafft ernsthafte Denkherausforderungen - gut so! Brauche nur etwas Zeit, bis ich wieder mal zum Verfassen einiger Zehnermeter Text komme.
Schönes Wochenende - Michael Hahl

Antwort von hoschpes (31.05.2015 07:20)

Ganz aktuell, ein neues Kapitel in "Tarnen, Tricksen, Täuschen" der Windkraftlobby:

http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article141691937/Behoerden-reden-moegliche-Schall-Schaeden-klein.html

Diesmal zum Thema "Infraschall", das ja par ordre du mufti aus Stuttgart als nicht existent erklärt wurde und von Eberbacher Parteigängern gerne kritiklos weiterverbreitet wird.

Antwort von Peter (31.05.2015 11:21)

Der Mensch wird letztendlich das Maß aller Dinge sein. Sollte die WKA auf dem Hebert gebaut werden und im nachhinein Ergebnisse über den Infraschall erscheinen die den Weiterbetrieb verhindert, so wird dann aus Profitgier sehr schnell Verlust werden. Seismologische Meßstationen müssen in 25 Kilometer Entfernung aufgestellt werden weil sonst der Infraschall der sich auch über den Boden weiterverbreitet die Werte verändern könnte ( Das findet sich auch irgendwo im Internet ). Die 200 000 € Pachteinnahmen sind dann bei den zu berücksichtigenden Kosten eher ein kleines Taschengeld. Wer das Wohl seiner Mitmenschen im Auge behalten will, wird die Entscheidung die Windenergieindustrie auf dem Hebert zu bauen zurückstellen bis entsprechende neu Erkenntnisse über diesen Infraschall vorliegen. 200 000€ das sind dann gerade mal ca 1,5 evtl. unbewohnbare Häuser in Rockenau!

Antwort von Michael Hahl (31.05.2015 11:56)

Da mich das Thema beschäftigt, habe ich mal wieder einen Teil meines Sonntags dafür „geopfert“ und gebe meine Antwort gleich noch in das Forum. Damit trete ich nun aber einen Schritt aus dieser Debatte in diesem Forum zurück. – Der Text ist lange geworden, aber so komprimiert, wie dies bei dieser umfassenden Thematik machbar ist. Mir geht es hier längst nicht „nur“ um Hebert oder nicht Hebert – oder Augstel/Markgrafenwald oder nicht usw. Dieses Windenergie-/Energiewende-Thema ist weitaus facettenreicher und kann auch nur so, im großen Maßstab, angegangen werden. Ich greife also hier nich einmal Ihren Beitrag auf, @Andreas Percsh, und antworte so, wie es mir wichtig erscheint und wie es auf fachlicher Grundlage dargelegt werden muss. Wer will, kann sich nun also noch mit meinen abschließenden Erläuterungen auseinandersetzen; wer nicht will, der lässt es einfach bleiben – und gut.

Bei dem derzeitigen Versuch einer „Stromwende“, der ohnehin noch längst (!) keine „Energiewende“ darstellt, gibt es ein paar sehr unbequeme Wahrheiten @Andreas Persch &alle, die es vielleicht interessiert. Ich werde sie hier gleich nochmals möglichst genau auffächern ...

Zunächst aber, Andreas Persch, muss ich Ihnen antworten, dass Sie – wie so viele Windkraftbefürworter – denselben wiederkehrenden Denkfehler machen: Sie stellen der Windenergienutzung die Kohleverbrennung gegenüber, so als ginge es schlichtweg darum, aus diesen beiden Energieträgersystemen die „bessere“ auszuwählen. Diese Denkweise geht aber an der Realität der Energieversorgung vorbei, weil Windenergie nach derzeitigem Stand nicht die Kohleverbrennung ersetzen kann. Wir sprechen hier von ca. 45 % Kohle-Anteil am gesamten deutschen Endenergieverbrauch gegenüber 2 % Anteil der Windenergie, und das bei aktuell schon rund 25.000 WE-Anlagen in Deutschland (mit entsprechender, in vielen Bundesländern faktisch längst gegebener „Verspargelung“). Grundsätzlich lässt sich das eine nicht durch das andere ersetzen! Vielmehr ist es nun mal so, dass der Kohleverbrauch durch die Unstetigkeit des schwankenden Energieträgers Wind in Deutschland derzeit erhöht wird. Dabei spielen meteorologische Naturgegebenheiten, technische Machbarkeiten und ökonomische Marktgesetze entscheidende Rollen, und das lesen Sie bitte beispielsweise hier nochmals nach, denn die in diesem ZEIT-Artikel bzw. von Herrn Graichen vom Think Tank „Agora Energiewende“ beschriebenen Wechselwirkungen sind für eine sachlich-profunde Diskussion zur Windenergienutzung unbedingt erforderlich: http://www.zeit.de/2014/50/schmutziger-irrtum-energiewende-klimawandel

Nun schreiben Sie, Herr Persch: „Ich für meinem Teil lebe gerne mit einem erhöhten CO2-Ausstoss, da ich mir mehr Sorgen um die Entsorgung des AKW-Abfalls mache und ich echt Angst davor habe, dass uns in Westeuropa auch mal son Ding um die Ohren fliegt.“ – Natürlich ist das nachvollziehbar. Aber hierzu muss ich Ihnen ganz klar antworten: Wie gerade dieser Tage von der DIW Berlin berechnet bzw. öffentlich präsentiert wurde, ist die Stromversorgung in Deutschland auch dann sicher, wenn man jetzt die Atomkraftwerke abschalten würde. Gesichert ist die Stromversorgung dann aber keineswegs durch die Windenergie, sondern durch Steinkohle, Braunkohle, Erdgas. Windenergie hat mit derzeit 25.000 WE-Anlagen an der deutschen Stromversorgung einen Anteil von rund 8 %.
Wenn es Ihnen also vor allem um den Atomausstieg geht, dann besteht hier keine (!) Notwendigkeit eines weiteren Windenergie-Ausbaus zu Lasten von Naturhaushalt, Ökosystemen, Biodiversität, Landschaft, menschlichen Bedürfnissen nach Naturerfahrung usw.

Im Allgemeinen wird derzeit ja zweigleisig argumentiert: Man will einerseits aus der Atomkraft aussteigen und andererseits weg von der Kohle, weil die CO2-Emissionen den Klimaschutz gefährden. Was im Übrigen für Erdgas auch gilt, dabei kommt eben sogar noch die erhöhte Methan-Emission hinzu, die klimawirksamer als CO2 eingestuft wird.

Eine wirklich sehr unbequeme und auch für mich durchaus „tragische“ Wahrheit ist die, dass diese beidseitige Umstellung – weg von Kohle, weg von AKW`s – derzeit nicht möglich ist: Es gibt dafür im Moment noch keine absehbaren Lösungen. Spätestens jetzt werden viele aussteigen, denn das wollen viele nicht wissen, nicht lesen, nicht hören. Nun werde ich aber weder von der atomarfossilen Lobby bezahlt, noch bin ich ein Freund der Kohleverbrennung oder der Atomkraft oder ein Gegner der Energiewende, im Gegenteil. Ich komme aber nach allem, was ich bisher dazu recherchieren oder „studieren“ konnte, selbst nicht um diese unbequeme Wahrheit herum. – Wenn man trotz zu dieser leider sehr unbequemen Realität dann auch noch unsere schönsten Naturräume verschandelt, unsere tierischen Mitgeschöpfe vielfach tötet und zum ohnehin gravierenden Artensterben beiträgt, unsere menschlichen Bedürfnisse nach naturnahen Landschaften mit Füßen tritt, dann hört es bei mir persönlich jedenfalls auf!

Wir brauchen daher nach allem, was wir derzeit gelernt haben, dringend ein Moratorium: ein Innehalten, um die klima- und energiepolitische Entwicklung genauestens zu überdenken. Hierzu eine Ablösung vom lobbyistischen Druck der Wirtschaft. – Das Problem: Von Windkraft-Kritikern wirr eine Bringschuld zugeschoben, man müsse „bessere Konzepte“ liefern. Dabei wird völlig verkannt, dass die von Windkraft-Befürwortern bisher gelieferte Lösung keine ist und an allen Ecken und Ende an ihre Grenzen stößt!

Nun, ich habe dennoch an verschiedenen Stellen überlegenswerte Alternativen genannt, bspw. Geothermie, solarthermische Kraftwerke, Wärme-Kraft-Kopplung, „Wüstenstrom“, Wasserkraftwerke, Gezeitenkraftwerke usw. Ich könnte beispielsweise auch noch ergänzen: Aufwindkraftwerke, Osmosekraftwerke, Wasserstoff und einige mehr. In diese Richtungen muss man weiter denken, Forschungsgelder investieren, technische Grundlagen verbessern. Bei der (nicht unsteten und schwankenden, sondern dauerhaft verfügbaren und grundlastfähigen) Geothermie mangelt es ja schon an der hierfür erforderlichen Anzahl an Bohrgerätschaft, ganz zu schweigen von der Umsetzung der „dritten Generation“, die rein technisch bereits machbar ist und deutlich weniger Probleme als die bisherige GT aufwirft.

°°°

Kommen wir zu einem Überblick der unbequemen Wahrheiten rund um die Windenergie und rund um diese derzeitige Fehlentwicklung, die uns aktuell unter „Energiewende“ verkauft wird, dabei aber nicht einmal eine gelingende „Stromwende“ darstellt ...

Die erste unbequeme Wahrheit ist – wie schon vielfach aufgeführt - die Volatilität, also das gravierende Problem des schwankenden = fluktuativen Energieträgers „Wind“ (und – je nach Klimazone – teils auch der Solartechnik), das wiederum zur mehrfach genannten „Schattenkraftwerk-Problematik“ führt. Man kann das auch als Unstetigkeit oder Volatilität der Windenergie bezeichnen. – Es geht dabei insbesondere um onshore-Windkraftanlagen, und je weiter man in den deutschen Süden vorrückt, desto gravierender wird diese Volatilität, weil es in Baden-Württemberg, in Bayern usw. nun mal eine besonders geringe Stetigkeit bei der Windenergiegewinnung gibt.

Das Problem besteht nicht (!) etwa darin, dass durch WE keine hohen Strommengen generiert werden könnten. Es gibt WE-Anlagen, die für Schwachwindgebiete entwickelt wurden, entsprechende Höhen und riesige Rotorblätter aufweisen (üblich ist derzeit eine Nabenhöhe von ca. 150 m und ein Rotor-Radius von 50 m, also ca. 200 m Gesamthöhe). Hohe Strommengen können also auch bei uns durch WEA erzeugt werden – aber (!): dies ist nur in wenigen Spitzen-Zeiten möglich, also eben schwankend und unstet.

Es gibt meteorologisch bedingt immer Windspitzen und Flauten – die Kurve, die sich aus diesen Extremwerten ergibt, weicht extrem von einem mathematischen Mittelwert ab. Bei rund 25.000 derzeitigen WE-Anlagen haben wir bei Windspitzen bereits jetzt sehr hohe Strommengen, die ins Ausland verscherbelt = verschenkt werden müssen („Negativ-Preise“); bei Flauten bzw. in windschwachen Zeiträumen müssen wir Energie zukaufen (siehe auch ZEIT-Artikel, Link oben).

Diese Unstetigkeit der Windenergie ist aber nicht nur eine Kleinigkeit, sondern ein gravierendes Kernproblem! Der Ertrag der onshore-Windkraftanlagen liegt bei uns bei durchschnittlich etwa einem Siebtel der Nennleistung. Okay, manche sagen: Dann bauen wir halt umso mehr WEA, so what? Aber damit wird die Problematik keineswegs gelöst, denn in der Meteorologie haben wir es im Normalfall mit Großwetterlagen zu tun, und ein Plus an WE-Anlagen führt nur zu einer weiteren Verzerrung der Kurve: Die Diskrepanz zwischen Spitzenwerten und Flauten wird nur noch größer, d.h. bei starken Winden steigt das Zuviel der Windenergie noch mehr an und muss „verschenkt“ werden, bei Schwachwind bzw. Flaute werden wie zuvor Schattenkraftwerke benötigt (Kohle!).

Nehmen wir als Beispiel Hessen: Würde man doppelt so viele WEA in den Vogelsberg und die anderen hessischen Mittelgebirge stellen, generiert man zwar immer mehr Landschafts- und Naturverbrauch sowie Artensterben usw., aber immer noch keine dauerhafte Grundlast-Versorgung für den Stromverbrauch. Nächstes Beispiel: Selbst bei deutschlandweitem Extrem-Ausbau mit WEA wird man meteorologisch immer wieder an naturgegebene Grenzen stoßen und ohne Schattenkraftwerke und/oder Speichertechnologie nicht viel weiter kommen. Was lässt sich auf diesem merkwürdigen Weg erreichen? Bei einer hypothetischen Verdopplung der derzeitig 25.000 WEA dann statt derzeit 2 % WE-Anteil am deutschen Endenergieverbrauch vielleicht 3 oder 4 %? Würde uns das tatsächlich weiterhelfen?

Ausgleich durch deutschlandweiten WE-Ausbau und Zuleitung über Stromnetze? Hier bleibt erstens meteorologisch bedingt immer noch eine hohe Volatilität, also Unstetigkeit und Schwankung bestehen. Zweitens hilft es nicht gegen das Kernproblem, wenn Stromspitzen quer durch Deutschland transportiert werden, weil in windstarken Zeiten schon jetzt bei 25.000 WEA zu viel Strom für den deutschen Strommarkt vorhanden ist (der ins Ausland „verscherbelt“ werden muss). Bei Flauten wäre dann nach wie vor zu wenig Strom erzeugbar, wodurch Schattenkraftwerke angefahren werden müssen (bzw. diese laufen aus technischen und wirtschaftlichen Gründen eher im Dauerbetrieb). Ein hinsichtlich dieser Misere wirksamer Ausgleich durch räumliche Verteilung des Windstroms ist nicht belegbar.

Gebraucht werden also realisierbare und bezahlbare Speichertechnologien und/oder grundlastfähige Energiesysteme (wie die Geothermie).

°°°

Die zweite unbequeme Wahrheit: Speichertechnologie und realisierbare u. bezahlbare potenzielle Speichertechniken sind nicht in Sicht. Sie wären aber unbedingt erforderlich, um die o.g. genannte Kurve mit der enormen Diskrepanz zwischen Spitzenwerten und Flauten zu „glätten“.

Andreas Persch, Sie schreiben: „M.E. sollte Berlin im gleichen Maße jedoch auch die Kraftwerke fördern, die uns helfen mit möglichst wenig CO2 aus zu kommen. Das könnte man politisch durchaus machen, aber der Verlust der Arbeitsplätze und damit der Verlust an Wählerstimmen, dass kann oder will sich keiner der Leutchen in Berlin leisten.“ – Das klingt vordergründig nachvollziehbar, aber so einfach ist es nicht. Sie meinen damit vermutlich vor allem Gaskraftwerke als Schattenkraftwerke (wenn auch mit CO2- u. Methan-Emission sowie der im ZEIT-Artikel genannten Problematik) sowie die Speichertechnologie.

Wenn man die Speichertechnologie vorantreiben will, dann fällt der Blick meist auf Pumpspeicherkraftwerke. In Deutschland haben wir derzeit weniger als 40 davon. Selbst wenn man sorgfältig und mit einer optimalen Auslastung der Windkraft rechnen würde, bräuchte man derzeit mindestens 400, um eine Glättung der Kurve zu erreichen. Die Kosten dafür liegen nach Berechnungen (bspw. IFO-Institut) bei 100 Milliarden Euro und dabei ist bereits zugunsten der Windenergie ein Ausgleich eingerechnet, der sich durch Sonnen- und Windstrom ergibt.

Es ist in diesem Fall nicht die Frage des politischen Unwillens, sondern der bloßen Realisierbarkeit. Andere Formen der Speichertechnologie? Methanspeicher? Kosten sind noch höher. Was bleibt? Es gibt keine belastbare Lösung dafür und bislang ist keine in Aussicht. Damit ist auch die Power-to-Gas-Technologie kaum realistisch und thermodynamisch überhaupt nicht überzeugend, sie wäre sogar eine Energieverschwendung (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Power-to-Gas#Kritik).

Eignen sich die Lithium-Ion-Batterien aus der möglicherweise zukünftigen Automobilität als Speicher, also etliche Kleinst-Speicher zum Ausgleich der enormen WE-Schwankungen? Allein bei ca. 20 Millionen Batterien käme man auf über 250 Milliarden Euro (Quelle: IWO). Es gibt andere Konzepte, bspw. „Smart Grid“ und Speicherung in diversen Haushaltsgeräten bis hin zur Umstellung auf Elektroheizungen als Speicher. Wurde jemals belastbar durchgerechnet, wie dies funktionieren sollte? Mir sind hierzu keine soliden Berechnungen bekannt; man bewegt sich im Bereich von Illusionen.

°°°

Ich mache mal kürzer weiter.
Die dritte unbequeme Wahrheit ist: der – trotz mittlerweile schon 25.000 WEA – unterm Strich sehr geringe Beitrag zur Stromversorgung (ca. 8 %) und extrem geringe Beitrag zum Endenergieverbrauch (ca. 2 %). Das habe ich oben schon aufgeführt.

Die vierte unbequeme Wahrheit: Es ist ein hohes Ziel, aber nicht realistisch, gleichzeitig Atomkraftwerke national abzuschalten (wegen des global gegebenen Gefährdungspotenzials) und die Kohleverbrennung zu beenden (zwecks Klimaschutz, wozu dann auch Erdgas gehört).

Die fünfte unbequeme Wahrheit ist die gravierende Negativfolge eines deutschlandweiten Windenergie-Ausbaus für ökologische Lebensräume und für die Artenvielfalt vor allem bzgl. etlicher (europäischer) Vogelarten und Fledermäuse

Weitere unbequeme Wahrheiten – Lärm, Schall, Gesundheit, Lebensqualität, soziale fragwürdige Umverteilungen von materiellen Werten, bedenkliche Stadt-Land-Kontroverse, Neodymabbau in China usw. – spare ich hier aus.

°°°

Lösungsansätze:

* Import von AKW- und Kohle-Strom bei Windflauten? Sicher eine sehr schlechte Lösung! (Auch wenn weltweit der Ausbau der Atomkraft voranschreitet statt reduziert zu werden: vor allem China, USA, Russland, Indien, auch GB usw.). Mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit würde eine weiter derart konzeptlos gestaltete „Energiewende“ (bzw. „Stromwende“) aber genau darauf hinauslaufen.

* Weitaus mehr Gewichtung und Ausbau resp. Weiterentwicklung von Geothermie, solarthermische Kraftwerke, „Wüstenstrom“ usw.? Meines Erachtens ja!
* Umstellung auf Stromnutzung nur in Zeiten der Verfügbarkeit? – Im Rahmen einer umfassenden Kulturwende vorstellbar, mit industrieller Produktion wie bisher nicht vereinbar.

* Direkteinspeisung und Eigenstromerzeugung – zusammen mit kleinen Speicher-Einheiten (Batterien): Hier sollte meines Erachtens weit mehr geschehen; vielleicht findet ein Großteil einer zukünftigen „Energiewende“ tatsächlich auf diesem Feld statt.

Speicher-Batterien (hier im Sinne von kleinen Stromspeichern für Hauhalte und Gewerbe/Industrie) werfen – auch bei der Elektromobilität – allerdings neue, ebenfalls noch völlig ungelöste Probleme auf, die einerseits mit gravierender Umweltproblematik hinsichtlich des Rohstoffabbaus und andererseits mit dem Ressourcenverbrauch und der absehbaren Endlichkeit erforderlicher Ressourcen (hier Lithium) zu tun haben. Es mangelt dazu bislang noch komplett an der Entwicklung von Recyclingsystemen, die für eine dauerhafte Nutzung in relevantem Umfang aber unerlässlich sind. Ein ähnliches Problem gilt für Brennstoffzellen in Bezug auf die keramischen Materialien, für eine Massenproduktion wohl dennoch leichter handhabbar als die Ressourcenproblematik bei Lithium-Ion-Batterien. Positiver könnte eventuell, das muss sich erst noch zeigen, die Nutzung von Redox-Flow-Batterien abschneiden.

* Effizienz und Suffizienz: Ja, unbedingt! Man könnte – dazu gibt es Berechnungen – derzeit allein durch reale Einsparpotenziale bei der Stromnutzung komplett auf die aktuell 25.000 Windenergieanlagen verzichten bzw. hätte denselben Gegenwert.

* Keine Energiewende ohne Ressourcenwende: Man muss bei jedem Produkt die Gesamtökobilanz einbeziehen, nicht nur die für den für Verbraucher scheinbaren „Nutzen“. Hierzu wurde vor Jahren schon im Hause des renommierten Wuppertal-Instituts ein so genannter MIPS-Faktor entwickelt, um die gesamte Bilanz und den „Naturverbrauch“ (Wasser usw.) vom Rohstoffabbau bis zur Entsorgung berechenbar zu machen. Es wird wenig bis gar nicht auf dieses Konzept zurückgegriffen, das ist ein fataler Fehler.

* Lebensstile ändern, Postwachstumsökonomie herbeiführen, „Wohlstand ohne Wachstum“: aus meiner Sicht dringend geboten – nur ob unsere Gesellschaft dazu bereit ist, bleibt fragwürdig. – Ich postuliere übrigens einen direkten Zusammenhang zwischen der Möglichkeit, weitgehend technisch unberührte, naturnahe Landschaften zu erleben und der Wirkung dieser Naturräume als Anreiz für einen veränderten Lebensstil. Aber das ist eine andere Geschichte ...

---

Fazit: Deutschland hat sich auf einen weg begeben, den es „Energiewende“ nennt. Aber das Land hat noch keinerlei Lösungen dafür, wie eine Energiewende tatsächlich stattfinden könnte. Die 2 % vom Endenergieverbrauch, die durch Windenergie bei derzeit 25.000 WE-Anlagen abgedeckt werden können, sind ein Tropfen auf den heißen Stein (und in Bezug auf den europäischen oder den weltweiten Endenergieverbrauch ist es nicht mal ein Klacks). Deutschland möchte sowohl von der Atomkraft aussteigen als auch von der Kohle (möglichst auch Erdgas) wegkommen: Fast 98 % der Endenergieverbrauchs sollen nun möglichst schnell durch Erneuerbare abgedeckt werden – und allen voran wird die Windenergie favorisiert. Die unbequeme Wahrheit ist: Das funktioniert so hinten und vorne nicht!

Antwort von Andreas Persch (01.06.2015 09:25)

@Michael Hahl, ich freue mich schon auf die nächsten 10m-Text. Substantiell sind das bisher die einzigen Anti-Windkraft-Posts in diesem Forum, die ich ernst nehmen kann.

@Springer-Presse-Leser: Blinder deutscher Schäferhund leckt Marilyn Monroes Brustkrebs weg. So o. ä. lautet die Schlagzeile, die von der Springer-Presse am besten zu vermarkten wäre. Wie ernst die Welt mit ihren Aussagen genommen werden kann, das sieht man am besten an alt eingesessenen Windkraftgegnern, die diesen Hernn Wetzel als "Journalist mit gepflegtem Halbwissen" bezeichnen, siehe http://lebenswerteslangenhorn.blog.de/2012/02/21/vollkommen-falsche-behauptung-welt-journalisten-daniel-wetzel-12862962/. Und wenn man so liest was der so an Schlagzeilen veröffentlicht, mal pro mal contra. Der wird eindeutig pro Wort bezahlt und das Thema und die Richtung ist ihm schnuppe. Der dreht das Segel immer in den Wind und das ist hier kein Wortwitz.
Wünsche allseits eine schöne Woche
Andreas Persch

Antwort von au weia (01.06.2015 16:59)

Also lieber Michael Hahl,

sie hätten ihre Argumentation m.E. durchaus deutlich (!) kürzer abhandeln können. Ein Wahnsinn, wie unnötig ausformuliert ihr Text ausgefallen ist. Bei ihnen liest man zehn Sätze ohne jeden inhaltlichen Zugewinn.

Ihnen wäre an vielen Stellen zu widersprechen, mir persönlich jedenfalls fehlt allerdings die Zeit dazu. Vielleicht macht das aber ein anderer.
Nur so viel:

- Die Zahlen, mit denen sie hantieren sind schon mal völlig falsch. Der Anteil der Windkraft an der gesamten Energie in Deutschland betrug bereits im Jahr 2013 knapp 14 % (!). Keine mickrigen 2 % und auch keine 8 %, wie sie anführen.

Quelle: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/StatischeSeiten/Breg/Energiekonzept/1-EnergieErzeugen/23-11-11-wind.html

- Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energie nimmt die Windkraft mit einem Anteil von 36,5 % den ersten Platz ein. Ihr kommt dadurch die zentrale Rolle zu und ist keineswegs ein solches Stiefkind, wie sie es gerne darstellen möchten.

- Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern auf mindestens 35 % steigen - was ich durchaus für realistisch hatle.
35 % erneuerbare Energien bereits in nur wenigen Jahren sind beträchtlich! Ich bitte das zur Kenntnis zu nehmen und nicht klein zu reden.
Das wird ergo sehr wohl zur Folge haben, dass der Anteil an Kohlekraft reduziert werden kann.

- Für ihre aufgebauschte Fluktuationsproblematik bei der Erzeugung von Windenergie gibt es längst realistische Lösungen. So wird es in absehbarer Zeit die technische Möglichkeit zur Speicherung von Energie geben.
Eine weitere ihrer Behauptungen ist ebenfalls falsch, dass zur Abfederung Kohlekraftwerke am geeignetsten wären. Diese haben enorm lange Anlauf-/Abschaltzeiten. Aber auch hierfür wissen Experten schon längst, dass moderne Gaskraftwerke diese Aufgabe am effektivsten übernehmen können. Nicht nur das: Selbstverständlich bleibt Kohle die schmutzigste Form der Energieerzeugung mit den größten Emissionen - weit vor Gaskraft.

- Die Energiewende ist technisch sehr wohl realisierbar. Es wird letztendlich allein vom politischen Willen abhängen.
Sie malen hier völlig unfundiert in tiefsten Schwarztönen und geben obendrein auch noch vor gut informiert zu sein... schlimm!

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass eine Energiewende unausweichlich sein wird und dies nicht nur für Deutschland, da die Prognosen über den Ausgang der fossilen Brennstoffe bereits bekannt sind. Deutschland macht in dieser Situation auch ökonomisch das einzig richtige, indem es in einer weitsichtigen Politik die Energiewende in einer Vorreiterrolle vorantreibt. Wer weiterhin sein Energiesystem nicht umstellt, der wird durch die Verknappung von fossilen Brennstoffen künftig mit einer enormen Verteuerung in der Energieerzeugung konfrontiert werden!
Deutschlands Vorreiterrolle hat den Preis, dass es zunächst mit teuren Entwicklungskosten belastet wird, jedoch mittel- und langfristig davon wirtschaftlich profitieren wird. Es werden Arbeitsplätze geschaffen und die Technologien können zukünftig exportiert werden.
Letztlich wird um eine Umstellung seines Energiesystems kein Land umhin kommen werden.

Antwort von Michael Hahl (01.06.2015 22:31)

Werter Herr oder Frau oder was auch immer "au weia",

die Quelle der genannten 2 % Windenergie-Anteil am Endenergieverbrauch lautet: Bundeswirtschaftsministerium 2014. Einsehbar bspw. hier: https://mediathek.fnr.de/catalog/product/gallery/id/85/image/1229/ - Sie können exakt diese Zahl auch in dem Beitrag der Heidelberger Physiker nachlesen, den ich in einem vorangegangenen Beitrag verlinkt habe: http://www.physi.uni-heidelberg.de/energiewende/belege/files/findet_eine_energiewende_statt.pdf - Und auch dem Ifo Institut für Wirtschaftsforschung liegen genau diese Zahlen vor.
Also bitte mal etwas weniger Übrheblichkeit - damit schießen Sie sich selbst ein Eigentor.
Wie man auf der von Ihnen verlinkten Seite auf "13,7 Prozent der gesamten Energie in Deutschland" kommen will bzw. welche "gesamte Energie" da gemeint ist, erschließt sich mir nicht, der Endeneergieverbrauch kann damit nicht gemeint sein, sonst würde man hier profunden Wuellen völlig wiedersprechen.
Prüfen Sie Ihre Zahlen, die Sie ins Rennen werfen wollen, besser mal sehr gründlich nach! Dann sprechen wir uns wieder.

Dann meinen Sie, man könnte sich kürzer fassen - aber was haben Sie zu bieten? Ein Satz wie "So wird es in absehbarer Zeit die technische Möglichkeit zur Speicherung von Energie geben." ist einfach mal wieder ein bisschen dahin gefaselt. Welche Technologien sollen das denn sein? Und welche belastbaren Zahlen legen Sie zugrudne? - Offenbar haben Sie da nichts zu bieten!

Meine Angaben zu den Kohlekraftwerken können Sie im ZEIT-Artikel bzw. in der darin aufgeführten Info des Think Tanks "Agora Energiewende" nachlesen. Wenn man ernsthaft mitreden will, muss man sich diese Zeit dann halt schon nehmen!

Also: Ihr besserwisserischer Beitrag ist ein bisschen "heiße Luft", sonst nichts.

Antwort von Michael Hahl (07.06.2015 11:56)

@ "au weia"

Die fehlerhafte Angabe auf der Seite der Bundesregierung, die Sie ins Spiel gebracht hatten, wurde nach meiner Mail (siehe unten) korrigiert! Nun lautet der Eintrag auf dieser Website: "Heute hat die Windenergie einen Anteil von über acht Prozent an der deutschen Stromversorgung. ..." So ist das jetzt korrekt. Hieraus ergibt sich der Windkraft-Anteil von ca. 2 % am deutschen Endenergieverbrauch (vgl. BWMi, Ifo usw.).

°°°

Von: Michael Hahl (...)
Gesendet: Montag, 1. Juni 2015
An: internetpost@bundesregierung.de
Betreff: Fehler auf Ihrer Seite!

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf Ihrer Seite http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Service/Impressum/impressum_node.html
ist ein m.E. doch sehr fehlerhafter u. korrekturbedürftiger Satz zu lesen:

"... Im August 2013 wurden 13,7 Prozent der gesamten Energie in Deutschland durch Windkraft erzeugt. Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energie nimmt die Windkraft mit einem Anteil von 36,5 Prozent den ersten Platz ein. ..."

Diese Zahlen sind m.E. falsch. Das Bundeswirtschaftsministerium gab für 2014 einen Anteil der Windenergie am Endenergieverbrauch von 2,1 % an. Ähnliche Werte finden sich u.a. beim Institut für Wirtschaftsforschung und weiteren profunden Quellen. In der folgenden Grafik bspw. sehen Sie einen Überblick mit der BWMi-Quelle: https://mediathek.fnr.de/catalog/product/gallery/id/85/image/1229/

Wie ist die bei Ihnen aufgeführte Zahl "13,7 Prozent der gesamten Energie in Deutschland" denn zu verstehen? Was ist hier mit "gesamte Energie" gemeint? Um den Anteil am Endenergieverbrauch kann es sich ja nicht handeln.

Ich bitte Sie um eine Klarstellung und ggf. um eine inhaltliche Korrektur dieser Werte auf Ihrer Website.

Mit freundlichem Gruß,
...

°°°

Antwort von Jens Thomson (08.06.2015 16:05)

@Herr Hahl
Das von Ihnen Geschilderte ist ein weiterer wichtiger Grund dafür, weshalb es sehr wünschenswert und toll wäre, wenn Eberbach etwas Positives für die Umwelt tun würde und einen kleinen Beitrag zur Besserung dieser schrecklichen Bilanz leisten würde, nämlich indem Eberbach mit Hilfe der Energieform Wind elektrischen Strom erzeugen würde.
Zumal ja, wie schon öfter dargestellt, speziell hier in Eberbach auf dem Hebert die Bedingungen für die Stromerzeugung durch Wind sehr gut sind.
Einen schönen Tag noch.

Antwort von Peter (08.06.2015 23:28)

Es ist schon ein paar Beiträge her, aber weiter oben wurde auch geschrieben, dass in Buchen erst die Windräder mangels Wind still standen und dann doch Wind war und sich die Windräder dann nahezu geräuschlos drehten und Strom erzeugten. Nun wer ein Fahrrad hat kennt das evtl., wenn der Dynamo auf den Reifen drückt brennt das Licht beim Fahren. Man kann aber auch fahren ohne dass der Dynamo auf den Reifen drückt. Nur wenn der Dynamo auf den Reifen drückt dann hört man das auch. Vielleicht habe ich ja mal die Zeit um dort hin zu fahren und das lautlose Stromerzeugen selbst an zu hören.

Antwort von Jens Thomson (09.06.2015 18:07)

@Peter
Wir haben vorletzte Woche in Hettingen mit der IWE
1.) keines ihrer Fahrräder mit einer Dynamo-Technik besichtigt???
sondern ein hochmodernes Windrad auf dem Stand der Technik, wie es auch nach Eberbach kommen könnte und
2.) hat das Windrad im Wind während des Drehens Strom erzeugt - und war trotzdem sehr leise, fast unhörbar. Sorry, so war es, es gibt über 40 Zeugen dafür.

Schade, dass Sie die Chence verpasst haben, das Windrad von innen und außen zu besichtigen, es war sehr interessant - nicht nur für die anwesenden Windenergiegegner und für Windenergie-Laien.

Antwort von hoschpes (11.06.2015 09:04)

@Jens Thomson
Hörbarer Schall ist das eine. Aber würden Sie diesen Menschen gegenübertreten....

http://www.spiegel.de/video/krank-durch-infraschall-der-kampf-gegen-windkraftanlagen-video-1583702-iframe.html

... und ihnen von Angesicht zu Angesicht sagen, dass sie an einer Einbildung leiden?

Antwort von Zuhörer (13.06.2015 22:12)

Der Vortrag in der Stadthalle zur Windenergie war großartig. Er zeigte, dass nur 2% unserer Gesamtenergie aus der Windkraft stammen, dafür aber sogar geschlossene Waldflächen industriell erschlossen werden sollen. Doch wir liegen hier in einem Schwachwindgebiet: Zone I von IV. Mehr und besseres Potentiell besteht darum bei der Einsparung oder Modernisierung von Kraftwerken.
Interessant war die Verquickung vom BUND und der Windenergielobby. Es geht hier wohl um Steuergelder, die abgegriffen werden sollen.
Ärgerlich waren die ausführlichen und anmaßenden Einwürfe eines Herrn, der sich zwar politisch für die Umwelt engagiert, aber ansonsten ein Berufspendler ist (mittlere Distanz). Hier besteht meines Erachtens ein Glaubwürdigkeitsproblem. Der Umweltschutz ist passé und der Klimaschutz ist im Politsumpf angekommen. Das Ausland belächelt uns ohnehin schon wegen der sog. deutschen Sonderwege.

Antwort von hoschpes (21.06.2015 21:41)

Wenn man in einer Sache (wie Deutschland bei der Energiewende) Vorreiter sein will, dann sollte man sich ab und zu mal umschauen, wo sich das restliche Feld befindet. Ist man alleine, könnte es sein, dass man sich vergaloppiert hat.

Antwort von Jens Thomson (22.06.2015 15:53)

@Zuhörer, Hoschpes
Es war keine gute Veranstaltung der Windradgegner, denn:
1.) Es wurde 2 Stunden lang über die verfehlte Energiewende-Politik von Frau Merkel referiert (interessiert uns in Eberbach höchstens am Rande).
2.) Der Referent sagte, dass er nichts über die Fakten in Eberbach und über den Hebert sagen kann (das wäre für Eberbach sehr interessant gewesen).
3.) Es wurden Fakten und Werte durcheinander gebracht, so wurde häufiger die ENERGIEerzeugung mit der STROMerzeugung verwechselt.
4.) Der Unterschied und der jeweilige Vorteil zwischen Starkwindrädern und Schwachwindrädern war nicht bekannt.
5.) Auf die berechtigte Frage, wie die Windenergiegegner in den nächsten Jahrzehnten Strom erzeugen wollen, wo Sie doch gegen Atomstrom, gegen Kohlestrom und gegen regenerativen Windstrom sind, kam die Idee, mit großflächigem Ausbau der Photovoltaik könnte in Zukunft genügend regenerativer Strom erzeugt werden. (Na ja, großflächig?)
6.) Dass hier in Eberbach die Voraussetzungen für Strom aus Wind im Gegensatz zu anderen Standorten sehr gut sind und vor allem, aus welchen Gründen das so ist, war überhaupt nicht bekannt.

Es gab also leider nichts Neues und für Eberbach auch nichts Interessantes.
Die vielen Windenergiebefürworter bei dieser Gegner-Veranstaltung waren zudem enttäuscht von der fachlichen und sachlichen Qualität.
Worum geht es eigentlich:
Strom hier vor Ort in und für Eberbach direkt sowohl ohne Transportwege um die halbe Welt der Primärengergie (Kohle, Uran) als auch ohne weiten Transport des Stroms über Stromtrassen zu den Verbrauchern und zudem noch ökologisch und regenerativ zu gewinnen.

Dafür hat Eberbach sehr gute Voraussetzungen und könnte diese Vorteile zum ökologischen (Natur) und ökonomischen (Geld) Vorteil von Eberbach nutzen.

Antwort von Dr. Michael Opitz (22.06.2015 19:08)

Eigntlich wollte ich mich in dieser Runde nicht äußern, aber nun muß ich wohl doch!!

Sehr geehrter Herr Thomson,
in der Schule habe ich mal gelernt: "Wer lesen kann der ist im Vorteil!!!" Unsere Veranstaltung stand unter dem Thema: Der Odenwald - vom Naturpark zum Windindustriegebiet". Vom Hebert war in keinster Weise die Rede. Dem Referenten die Sachkompetenz abzusprechen ist absurd. So gesehen geht ihre Argumentation komplett fehl und der Auftritt Ihrer IWE war wohl eher ein Eigentor. Mein alter Lehrer würde sagen: Herr Thomson: setzen Note 5!!!

Antwort von Pulverturm (22.06.2015 19:58)

@Jens Thomson
Sehr geehrter Herr Thomson,
wie kommen Sie eigentlich zu der Annahme, dass dieser Strom für Eberbach produziert werden soll? Da Eberbach sicherlich nicht das Geld für diesen Windpark aufbringen kann, muss ja sowieso ein Investor einspringen. Der entscheidet ja dann wohl, wohin der Strom transportiert wird. Im Endeffekt bleibt ja wohl nur die Pacht der und vielleicht etwas Gewerbesteuer. Ist es das wert, ein ganzes Waldstück zu verschandeln? Waren Sie überhaupt schon mal dort oben, und haben sich das wunderschöne Gebiet angeschaut???

Antwort von Kritiker (22.06.2015 21:12)

Sehr geehrter Herr Thomson, zunächst meine Hochachtung, dass sich die IWE dem Thema in der Stadthalle gestellt hat, das ist großartig!

Nur darf man sich wundern, wie schlecht Sie Herr Thomson vorbereitet waren. Sie wussten nicht, (wie Sie öffentlich zugegeben haben), was eine "UVP" ist. Eine UVP ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung, das sollte man schon wissen, wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt und auch noch Pressesprecher der IWE ist.

Sie wussten auf die Frage vom Referenten des Abends, der übrigens bestens vorbereitet war, "Was möchten Sie eigentlich? Möchten Sie die Natur schützen, das Klima retten oder einfach nur Strom auf dem Hebert produzieren?" keine Antwort Herr Thomson, da kam nichts von Ihnen.

Worauf stützen Sie Ihre außerdem Ihre Behauptung, "auf dem Hebert gibt es waldfreie Flächen."?
Waren Sie jemals auf dem Hebert? Offenbar nicht. Auf dem Hebert ist ein wertvoller, alter Mischwald, dort steht zum Bsp. auch die älteste Eiche im Stadtwald! Der Schwarzspecht ist dort u.a. beheimatet.

Herr Thomson, bei dem Vortrag ging es auch darum, dass wir keinen Strommangel haben, sondern es ging u.a. darum, was wir wirklich machen können, um das Klima tatsächlich zu verbessern: Keine Flugreisen, weniger Autofahren. Denn im Gegensatz zur IWE wusste der Rederent den Unterschied zwischen Energie und Strom! Entschuldigung, aber blamiert hat sich an diesem Abend nur die IWE.

Warum verlangt die Bundesregierung keine CO2-Steuer? Das wäre ein echter Schritt in Richtung Klimaschutz. Strom haben wir genug, der wird sogar noch billigst ins Ausland verkauft und die Windkraft macht insgesamt lediglich 2% bei der Stromerzeugung aus! Wollen wir dafür das zerstören, was wir eigentlich schützen wollten, die Natur?

Nicht mit mir!

Antwort von Hans Hansen (23.06.2015 00:11)

Sehr geehrter Herr Thomson,

auch ich habe mir den Vortrag von Herrn Leiner angehört.
Mit Ihrem Beitrag bestätigen Sie meinen Eindruck, dass Sie leider nicht verstanden haben, um was es eigentlich geht...
Thema der Veranstaltung war: "Der Odenwald - vom Naturpark zum Windindustriegebiet"
1.) Wenn die verfehlte Energiewendepolitik von Frau Merkel (die arme Frau ist dafür auch nicht alleine verantwortlich) dazu führt, dass sämtliche Mittelgebirge mit Windkraftanlagen bestückt werden, dann sollte uns das hier in Eberbach nicht nur am Rande interessieren!
2.) Die Fakten zu Windkraftanlagen im Odenwald sind bekannt und wurden, auch hier im Forum, schon ausgiebig diskutiert. Und nebenbei: Im Vortrag ging es nicht um WKAs in Eberbach sondern um die Industrialisierung des Naturparks Odenwald mit Windkraftanlagen.
3.) Es wurden nicht, wie Sie behaupten, Stromerzeugung und Energieerzeugung verwechselt oder durcheinander gebracht. Herr Leiner hat, unter anderem, den Unterschied zwischen Gesamtenergiebedarf und Strombedarf dargestellt. Nur ca. 20% des Gesamtenergiebedarfs entfallen auf Strom.
Ich halte es deshalb für fatal, die Energiewende auf eine Stromwende zu reduzieren, zumal die Windenergie nur etwa 1% des Energiebedarfs deckt.
4.) Auch hier wieder das Thema des Abends: Es geht nicht um Starkwind- oder Schwachwindräder, sondern um die Verwandlung eines Naturparks in ein Industrigebiet. Und da spielt es keine Rolle, welche Art von Windkraftanlagen gebaut werden.
5.) Der Anteil aller erneuerbaren Energien (Wind, Wasser, Sonne, Biogas) am Gesamtenergiebedarf liegt unter 15%. Der Rest kommt aus Kernkraft, Erdgas, Erdöl und Kohle. Mit ca. 25.000 Windrädern wird nur 1% des Gesamtenergiebedarfs erzeugt. Es ist also utopisch zu glauben mit Windrädern könnten wir eine Stromwende, geschweige denn eine Energiewende schaffen. Es wird uns also nichts anderes übrig bleiben, als Energie zu sparen...
6.) Hierzu fällt mir nur ein: Der Einäugige ist unter den Blinden König.
Leider konnte noch niemand stichhaltig belegen, wie gut der Standort Hebert für WKAs geeignet ist. Sich hier auf den Windatlas oder auf für Mittelgebirge nicht geeignete SODAR-Messungen (nicht Sonar-Messungen, Herr Stumpf!) zu berufen ist nicht zielführend.

Antwort von Jens Thomson (23.06.2015 08:30)

Hallo Ihr 4-5 Windradgegner hier im Forum,
wie Sie wissen, bin ich (und mit mir viele Bürger Eberbachs) für regenerative, also nachhaltig ökologische, Stromerzeugung aus Wind.
Da Sie - ja nach Autor - genau wie bei Ihrer Veranstaltung - von 1% oder 2 % Windanteil der Energieerzeugung oder der Stromerzeugung sprechen, hier nochmal korrekt:
1.) Windräder erzeugen elektrischen Strom, keine Heizungswärmeenergie oder andere Energieformen
2.) Der Anteil des Windes an der Stromerzeugung in Deutschland beträgt momentan 8,4 % (es könnte bei effizienterer Nutzung wesentlich mehr sein).
3.) Wie schon öfter von mir gesagt: Gutachten über ganz viele Dinge, nicht nur ihre "UVP", sondern viele viele Gutachten mehr, werden VOR der Entscheidung, ob Windräder in Eberbach gebaut werden können/dürfen, erstellt. Das wissen Sie auch!
4.) Selbst die veröffentlichten avifaunistischen Gutachten werden, obwohl monatelange Beobachtungen bereits stattfanden und keine Gefährdungen gefunden wurden, nochmals wiederholt.
5.) Ihre vielen Fragen über die ihrer Meinung nach schlechte/negative Politik der Bundesregierung helfen uns hier bei der Umfrage nach Windrädern in Eberbach nicht. Sprechen Sie dazu bitte direkt die Bundesregierung an.
6.) Ich habe die fachliche Qualität des Redners nicht beurteilt, weder positiv, noch negativ, ich habe nur gesagt, und dazu stehe ich, dass er - ebenso wie Sie in ihren Kommentaren oben - Energie-Erzeugung und Strom-Erzeugung je nach Argumentationsweg durcheinandergeworfen hat.

Und dass er zu den speziellen Begebenheiten hier in Eberbach überhaupt nichts sagen konnte, weil er sie nicht kannte - er hat persönlich selbst gesagt, dass er darüber nichts weiß. Und gerade das wäre bei der momentan laufenden Befragung zur Stromerzeugung aus Wind hier in Eberbach interessant gewesen.

Dass er die im Vergleich zu ökologischen Windrädern viel gigantischere Umweltzerstörung nicht nur unseres Odenwalds z. B. durch die 9 Blöcke der Steinkohlekraftwerke in Mannheim nicht sieht, hat dagegen nicht nur mich verwundert.

7.) Ach ja: und dass immer noch behauptet wurde, dass es Infraschall nur bei Windrädern gibt und dass nur der Windrad-Infraschall gefährlich sei, ist komisch, also nochmal:
a) Infraschall ist bereits in geringem Abstand von Windrädern nicht nachweisbar.
b) der Infraschall von Wind ist viel höher, als der Infraschall direkt bei Windrädern.
c) der Infraschall bereits in 1 fahrenden Auto ist um viele Mal höher, als direkt bei Windrädern.
Also: Bei viel Wind und bei 80 Millionen Autos in Deutschland müssten nach den Horrorszenarien der Windgegner bereits seit Jahrzehnten alle Menschen und Tiere an Auto- und Wind-Infraschall erkrankt oder gestorben sein - und das ist eindeutig nicht der Fall.

Fazit bleibt::
Wir und die nachfolgenden Generationen sind signifikant darauf angewiesen, auf regenerative Art ökonomisch und ökologisch wertvoll einen möglichst größeren Anteil unseres elektrischen Stroms von dem auch noch in hundert Jahren vorhandenen Wind erzeugen zu lassen.

Antwort von amüsiert (23.06.2015 13:46)

Zitat von Dr. Michel Opitz:
"Unsere Veranstaltung stand unter dem Thema: Der Odenwald - vom Naturpark zum Windindustriegebiet". Vom Hebert war in keinster Weise die Rede."

Das sehe ich aber schon richtig, dass der "Hebert" ein Teil des Odenwaldes ist und Sie und Ihre Anhängerschaft die Entwicklung eben dieses Waldgebietes zum "Windindustriegebiet" beklagen? *lach*

Ihr unlogischer Versuch diesbezüglich eine pseudohafte thematische Trennung zu konstruieren, um Ihre Reputation zu retten, verdient hier wohl eher die Note 5, um in Ihren Termini zu bleiben.

@Pulverturm
Es amüsiert mich zu sehen, wie viele besorgte Naturbewahrer es auf einmal gibt. Würde es um den Bau eines Kernkraftwerkes auf dem Hebert gehen, würden doch genau diese Leute Ihre vollste Zustimmung erteilen. Die meisten hier schieben nur irgendwelche Argumente vor, sind tatsächlich aber ideologisch motiviert.

Antwort von SoSo (23.06.2015 13:48)

Ich verfolge diese Diskussion seit Beginn und wollte mich eigentlich nicht äußern. Doch jetzt kann ich mich doch nicht mehr zügeln. Lest ihr keine Nachrichten ?
Es ist einfach nur lächerlich, wie hier wegen ein paar popeligen Windrädern verhandelt wird.
Es liegt wohl daran, dass ein Großteil der zivilisierten Menschheit durch ihr maßloses Konsumverhalten betäubt ist. Die Probleme die uns treffen sind doch viel größer und unaufhaltsam. Hier wird darüber gesprochen, wie sich mehr Strom durch erneuerbare Energien produzieren lässt. So ein Schwachsinn. Der Mensch arbeitet doch stetig daran, sich selbst und sämtliches Leben auf diesem Planeten auszuradieren. Anstatt Strom oder Energie insgesamt zu sparen und den Konsum zu reduzieren, wird einfach weitergemacht als wenn nichts wäre. Wie dumm muss man sein. Versucht man Zeit zu gewinnen ? Glaubt mir, die Uhr tickt und die verbleibende Zeit habe ich nicht vor mit solch absurden Diskussionen zu vergeuden. "Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch noch 4 Jahre zu leben". Das stellte Einstein fest. Und der soll ja nicht ganz unintelligent gewesen sein. Ciao

Antwort von Peter (23.06.2015 18:08)

Das hat jetzt nicht direkt ( aber indirekt ) was mit Windkraft zu tun. Die abgeschalteten Kernkraftwerke sollen jetzt mit dem Atommüll vollgestopft werden. Hier wird doch auch wieder der Bürger wie mit der Vollspargelung dieser Windräder oderntlich wie eine Alte Oma über den Ladentisch gezogen. Das betrifft nicht nur die Windräder in Eberbach das ist Bundesweit so. Vielleicht wurden ja die AKWs desshalb abgeschaltet, weil man wusste dass man 2017 den Atommüll zurücknehmen muss. Baut ruhig diese Räder auf und füllt damit die Taschen von Firmen. Nach der Abkassiere hat die Gemeinde die Ruinen da stehen und so Betonklötze die halten schon was aus. Bäume werden dort dann in naher Zukunft keine mehr wachsen. Über Belastungen die evtl.den Menschen treffen könnten braucht man garnicht mehr zu reden, weil die €-zeichen in den Augen der Befürworter zu groß geraten sind.

Antwort von Hans Hansen (24.06.2015 23:51)

@von amüsiert
was daran so lustig sein soll, wenn der Odenwald mit WKAs überzogen wird (und Sie haben recht, der Hebert gehört auch zum Odenwald) müssen Sie mir mal erklären.

Und: Man sollte sich das Thema des Vortrages schon genau ansehen, bevor man von einem unlogischen Versuch der pseudohaften thematischen Trennung spricht. Es ging um den Odenwald als Ganzes und nicht "nur" um den Hebert.
Der Hebert ist zwar Teil des Ganzen, aber als Standort für ein Windindustriegebiet genauso ungeeignet wie alle anderen Gebiete im Odenwald.

Das beliebte Argument, wer gegen Windkraft ist, ist für Atom- und Kohlekraft ist auch schon reichlich abgedroschen und wird nicht dadurch richtiger, dass es immer wieder hervorgeholt wird...

Antwort von hoschpes (21.07.2015 09:27)

Das Auszählen der paar Zettel scheint für die Eberbacher Verwaltung ja eine Mammutaufgabe zu sein, die sich über Tage hinzieht.

Antwort von Peter Grambitter (21.07.2015 15:32)

keep cool, hoschpes.
es wurde bereits zu beginn der befragung öffentlich angekündigt, dass das ergebnis und die statistische auswertung (altersstruktur, wohnort) nach der sommerpause bekannt gegeben wird.

gespannt sind wir alle.

Antwort von hoschpes (22.07.2015 08:43)

Das würde ja bedeuten...- die Dinger sind im Prinzip schneller hingestellt, als es dauert, die Auswertung zu präsentieren. Tzzz....

Antwort von Peter Grambitter (23.07.2015 14:41)

Auch zu dieser völlig uninformierten und angstschürenden vermutung sei dies gesagt:

- der gemeinderat bekommt das ergebnis der befragung nach der sommerpause präsentiert.
- in einer späteren sitzung geht es zunächst darum, ob die einzelnen gemeinderäte dem ergebnis folgen oder sich davon in ihrer entscheidung nicht oder wenig beeinflussen lassen (leider nur eine bürgerbefragung, kein bindender bürgerentscheid).
- zur entscheidung des gemeinderates steht zuerst, ob die planung eines windenergieparks auf dem hebert (oder anderswo???) in angriff genommen werden soll.
- ohne diese entscheidung ist die stadt gar nicht in der lage, das projekt anzugehen.
- das planungsverfahren, sofern es denn vom gemeinderat beauftragt wird, nimmt viel zeit in anspruch und wird weitere gutachterlliche und genehmigungsrechtliche hürden aufwerfen. 2 jahre oder so?
- erst dann kann mit der errichtung begonnen werden.
- sofern sich ein investor findet, der das ding baut.

es ist also noch ein langer und mit vielen ungewissheiten gepflasterter weg dahin, eifriger hoschpes. so schnell schießen die preußen nicht, auch nicht die odenwälder preußen.

Antwort von hoschpes (24.07.2015 06:52)

Entschuldigung für meine leicht ironischen Äußerungen, die, gebe ich zu, nicht immer jeder versteht. - Darüber hinaus bin ich gespannt, ob sich die Eberbacher ungefähr so entscheiden, wie "der Rest der Republik"....

http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article144340996/Kommt-der-Wald-unter-die-Raeder.html

... der zu 79% Windräder im Wald ablehnt. Oder ob die Eberbacher wieder ihrem Ruf gerecht werden, ganz "speziell" zu sein.

Antwort von Rotor (08.03.2017 19:54)

Die Windenergie ist ein Hype. Dabei sein ist alles. Mitmachen um jeden Preis. Der Hebert ist zweithöchster Berg des Kleinen Odenwaldes und ein wunderschönes Stück Natur in exponierter Lage. Grund, um sich seiner anzunehmen. Hat das Bauamt der Stadt Eberbach keine Abteilung Umweltschutz? Gibt es keinen Umweltbeauftragten im Rathaus?
Am meisten verwundert mich, dass sich mittlerweile die Bürger – es muss wohl so eine Art Notwehr sein – wehren und selber ein Gutachten in Auftrag gegeben haben, um die Natur gegen den Raubbau gewisser Kreise zu verteidigen, diese sind aggressiv wie Finanzhaie oder Raubtierkapitalisten.
Ein Umweltgutachter hat nun seine avifaunistische und fledermauskundliche Untersuchung in dem als artenreich geltenden Waldgebiet des Hebert veröffentlicht. Hier kümmert sich endlich jemand aktiv um den Landschaftsschutz. Die Natur bekommt wieder ihre verdiente Chance.
Mir fehlt vor allen Dingen noch eine betriebswirtschaftliche Gesamtbilanz für den Windpark Hebert, die belegt, dass sich die Windanlagen auch außerhalb der großzügigen Subventionen rentieren werden.
Doch zu jedem Gutachten gibt es auch ein Gegengutachten, muss das Gutachten überhaupt zur Kenntnis genommen werden? Was sieht das Genehmigungsverfahren für solch einen Widerspruch vor?

PS: Die schützenswerten Schwarzstorche, Buntmilane, Pleitegeier, Gummiadler usw. haben den Markgrafenwald (Mülben) auch nicht vor den Windrädern retten können.

Antwort von hoschpes (09.03.2017 08:32)

Das Engagement der "Bürger für Bürger" in allen Ehren, aber denkt denn wirklich jemand ernsthaft, dieses neue Gutachten würde die Windräder verhindern? Vorhersage, wie es ablaufen wird: Große und kleine Politik, Gemeinderat, Planer, Betreiber, Erbauer u.a. werden sich für dieses Gutachten "bedanken und selbstverständlich bewerten und in unsere Entscheidungen mit einfließen lassen" (übernommen aus dem Formulierungssetzbaukasten der Windkraftlobby). Dann wird die untere, mittlere oder obere Naturschutzraumordnungsenergieeffizienzodersonstwasbehörde ihre Stellungnahme abgeben und zu einem ganz anderen Schluss kommen. Wonach sich selbstverständlich der Eberbach-Schönbrunn-Kommunalgemeinschaftsplanungausschuss, machen wir's kurz, die Gemeinderäte sich richten, Währenddessen flötet der BUND die Begleitmusik... - und die Dinger werden gebaut. Basta. Halt, nein, eines von den Windrädern wird nicht gebaut, als Feigenblatt und Zugeständnis an den Naturschutz und deren Vertretern. Die AGL und die IWE planen dann einen gemeinsamen Grillabend oben am Kirchl, denn jetzt kann man sich ja als Paar zeigen, Prost. So läuft es ab.

Antwort von Michael Hahl (16.03.2017 10:36)

@"Rotor" - Kleine Korrektur meinerseits: Sie schreiben, die "... schützenswerten Schwarzstorche ... haben den Markgrafenwald (Mülben) auch nicht vor den Windrädern retten können ...". Kommentar: Diese Aussage ist falsch!

Richtig wäre die Aussage, dass zum Vorhaben "Windpark Markgrafenwald" noch immer keine abschließende Entscheidung erfolgt ist. Seit dem 2014 vorgelegten Gutachten durch Deutschlands rennomiertesten Schwarzstorch-Experten Carsten Rohde im Auftrag der IHO haben sich auch der NABU, der BUND und der LNV gegen Windenergieanlagen im "Markgrafenwald" zwischen Reisenbach u. Höllbach ausgesprochen. Zum im Sommer 2016 "abgeblasenen" Erörterungstermin gab es sowohl ablehnende Stellungnahmen durch die Umweltvereinigung IHO (bearbeitet von einer großen Rechtsanwalts-Kanzlei) als auch durch NABU/BUND/LNV und zudem ebenfalls sehr kritische Stellungnahmen durch die Unteren Naturschutzbehörden. - Wie es im Jahr 2017 weitergeht, muss sich jetzt zeigen.

Ihre Aussage trifft jedenfalls nicht zu; vielleicth haben Sie den Markgrafenwald zwischen Waldbrunn, Mudau-Reisenbach u. Eberbach-Gaimühle mit dem "Stillfüssel" bei Wald-Michelbach im Kreis Bergstraße verwechselt? Dort erfolgte am 29.12.2016 tatsächlich eine - meines Erachtens artenschutzrechtlich inkzeptable - Genehmigung, gegen die aktuell von verschiedenen Seiten geklagt wird. Ähnlich prekär sieht es bei, Neckarsteinancher Greiner Eck aus, Teil eines Fauna-Flora-Habitat-Gebiets (FFH). Auch an vielen anderen Lokalitäten des Odenwaldes werden rund 200 Meter hohe Windenergieanlagen geplant. - Wie es auf Eberbacher Gemarkung weitergeht, wird sich in den kommenden Monaten noch weiter zeigen müssen.

Diese Infos nur zur Korrektur und Ergänzung.
Links zur weiteren Information über das genannte "Vorhaben Wp. Markgrafenwald": http://www.neckar-odenwald-kreis.de/Landratsamt/Bekanntmachungen/Windpark+Markgrafenwald.html / http://www.hoher-odenwald.de/

Zurück

Übersicht   |  Antworten   |  Neues Thema
eMail senden nach oben

[STARTSEITE]    [VIDEOS]    [TERMINE]    [FORUM]    [ANZEIGENMARKT]
©2000-2017 maxxweb.de Internet-Dienstleistungen
[IMPRESSUM]


WERBUNG


Bestattungshilfe Wuscher

Reha-Zentrum Neckar-Odenwald

Gelita Cup

Autohaus Ebert

Pächtersuche