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Herz trifft Urologie - Lebensstil als Schlüssel zur Vorbeugung


(Foto: GRN)

(hr) (me) Die urologisch-kardiologische Fortbildungsveranstaltung der GRN-Klinik Eberbach am Montag, 9. Februar, unter dem Titel “Steine brechen, Fluss verbessern“ stieß mit über 100 Zuhörerinnen und Zuhörern im katholischen Pfarrheim in der Feuergrabengasse auf reges Interesse.

Zahlreiche Besucher, darunter auch Patientinnen und Patienten, informierten sich aus erster Hand über aktuelle Entwicklungen der koronaren Herzerkrankung (KHK) und der Urologie. Im Mittelpunkt standen prĂ€ventive Maßnahmen, moderne Diagnostik sowie innovative, schonende Behandlungsverfahren, die heute vielen Menschen eine deutlich bessere Prognose und mehr LebensqualitĂ€t ermöglichen.

Warum Herz-, GefĂ€ĂŸ- und urologische Erkrankungen gemeinsam betrachtet wurden, erlĂ€uterte Dr. Jan Voegele, Chefarzt der Urologie und Ärztlicher Direktor der GRN-Klinik Eberbach: “Viele Erkrankungen beider Fachgebiete sind Volkskrankheiten mit Ă€hnlichen Ursachen, etwa Bewegungsmangel, unausgewogene ErnĂ€hrung, zu geringe Flüssigkeitszufuhr oder Stoffwechselstörungen. Auch haben sich in der interventionellen Kardiologie wie auch in der Endourologie hochentwickelte minimalinvasive Verfahren mit zahlreichen Parallelen etabliert.“

Den Auftakt machte Dr. Daniel Herzenstiel, Sportkardiologe und leitender Arzt der kardiologischen Abteilung in Eberbach. Er widmete sich der KHK, einer der hĂ€ufigsten Ursachen für Herzinfarkt und HerzschwĂ€che. “Durch Arteriosklerose - eine schleichende Verkalkung der HerzkranzgefĂ€ĂŸe - kommt es zu Durchblutungsstörungen des Herzmuskels“, erklĂ€rte er. Hauptursachen seien erhöhte Cholesterinwerte sowie chronische Entzündungs- und Stressprozesse. Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte oder Diabetes blieben lange unbemerkt und gelten als “Silent Killer“. Die Kardiologie unterscheide zwischen beeinflussbaren Faktoren wie Bewegung, ErnĂ€hrung, Rauchen und Stress sowie nicht beeinflussbaren Faktoren wie genetische Veranlagung. “Doch selbst bei familiĂ€rer Belastung lĂ€sst sich durch Vorsorge und moderne Therapien viel erreichen - vorausgesetzt, Risiken werden frühzeitig erkannt,“ so der Kardiologe. “RegelmĂ€ĂŸige Vorsorgeuntersuchungen und ein gesunder Lebensstil sind entscheidend. Bereits moderate Bewegung, ausgewogene ErnĂ€hrung - insbesondere die MittelmeerdiĂ€t -, Rauchverzicht und Stressreduktion können das Risiko deutlich senken“, so Dr. Herzenstiel. Moderne Medikamente wirken unterstützend. Beim Gewicht sei weniger der Body-Mass-Index als der Taillenumfang entscheidend, da Bauchfett die GefĂ€ĂŸe besonders schĂ€dige. Die KHK lasse sich heute früh erkennen und gut behandeln, entscheidend sei die Kombination aus Vorsorge, moderner Medizin und Eigenverantwortung.

Den urologischen Schwerpunkt setzte Dr. Jan Voegele bezüglich der modernen operativen und konservativen Harnsteintherapie. Harnsteinerkrankungen zĂ€hlten mit rund 4 Millionen FĂ€llen jĂ€hrlich zu den hĂ€ufigsten Erkrankungen in Deutschland - mit steigender Tendenz, auch bei Kindern und Jugendlichen. Typische Symptome seien plötzlich einsetzende, starke, meist einseitige Schmerzen mit Ausstrahlung in Rücken, Unterbauch oder Leiste, hĂ€ufig begleitet von Übelkeit, Blut im Urin und ausgeprĂ€gter körperlicher Unruhe. “Eine schnelle und prĂ€zise Diagnostik ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und die passende Therapie frühzeitig einzuleiten“, betonte Dr. Voegele. Als Goldstandard in der Diagnostik gelte heute das niedrig dosierte CT ohne Kontrastmittel (“Low-Dose-Stein-CT“) mit geringer Strahlenbelastung. Therapeutisch stehen konservative medikamentöse Verfahren zur Unterstützung des spontanen Steinabgangs sowie hochentwickelte minimalinvasive Eingriffe zur Verfügung, um Steine gezielt zu entfernen oder zu zertrümmern. Als zertifiziertes urologisches Steinzentrum biete die GRN-Klinik Eberbach alle leitliniengerechten Verfahren an, auch im Notfall rund um die Uhr. Aufgrund der hohen Rückfallquote seien PrĂ€vention, ausreichendes Trinken und ein gesunder Lebensstil zentral.

Prof. Dr. Grigorios Korosoglou, Chefarzt für Kardiologie und Angiologie der GRN-Kliniken Eberbach und Weinheim, stellte moderne interventionelle Therapieverfahren bei Arterienverkalkung vor: “Verengte oder verschlossene Arterien können heute überwiegend endovaskulĂ€r, also von innen über Katheter, behandelt werden. Über schonende Zugangswege - meist über die Armarterie - lassen sich Ballonaufdehnungen, medikamentenbeschichtete Stents sowie spezielle Verfahren zur Behandlung stark verkalkter GefĂ€ĂŸe durchführen. Dabei kommen RotationsfrĂ€sen (Atherektomie) und die sogenannte GefĂ€ĂŸ-Lithotripsie, bei der mittels Schallwellen harte Kalkablagerungen gezielt aufgebrochen werden, zum Einsatz.
Als ausgewiesener Experte und Kommissionsleiter für endovaskulĂ€re Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) lag sein Schwerpunkt auf der chronischen Durchblutungsstörung der Beine: “Erste Anzeichen sind belastungsabhĂ€ngige Beinschmerzen, die sogenannte ÂŽSchaufensterkrankheitÂŽ. In fortgeschrittenen Stadien drohen Wundheilungsstörungen oder Amputationen. Dank moderner Verfahren lĂ€sst sich hĂ€ufig die Durchblutung bis in den Fuß wiederherstellen, meist ohne große Operation und unter lokaler BetĂ€ubung”. Prof. Korosoglou betonte die ganzheitliche Betrachtung des GefĂ€ĂŸpatienten und hob die enge Zusammenarbeit zwischen Kardiologie und Urologie hervor, da viele urologische Patientinnen und Patienten zugleich Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufwiesen.

Die lebhafte Fragerunde im Anschluss zeigte, wie groß das Interesse an verstĂ€ndlicher medizinischer Information ist. Die Referenten machten deutlich, dass moderne Medizin nicht allein auf technologische Innovationen setzt: Entscheidend für einen langfristigen Therapieerfolg seien vor allem konsequente PrĂ€vention, frühzeitige Diagnostik und aktive Mitwirkung der Patientinnen und Patienten.

Infos im Internet:
www.grn.de/eberbach/klinik/urologie/die-fachdisziplin
www.grn.de/eberbach/klinik/innere-medizin/schwerpunkte/kardiologie

12.02.26

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