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Nachrichten > Kultur und Bildung

Im kommenden Jahr gibt es ein großes Jubiläum


(Foto: Thomas Wilken)

(tom) Am Freitag und Samstag, 7./8. August, ging in Oberzent zum 42. Mal das Finkenbach-Festival über die Bühne.

Das “Woodstock des Odenwalds” verbuchen die Macher wieder als vollen Erfolg. Etliche von ihnen nehmen sich rund ums Festival ein paar Wochen Urlaub. Denn es ist ja nicht nur das Wochenende selbst, an dem rangeklotzt wird, sondern die ganze Vorarbeit inklusive Aufbau ist ebenfalls nicht zu verachten. 150 Helferinnen und Helfer sind allein an den beiden Festivaltagen überall auf dem Gelände am Werkeln, damit alles perfekt läuft.

Zum Start am Freitag rockten ein paar alte Bekannte los: “Epitaph”. 56 Jahre hat die Band schon auf dem Buckel und ist spielfreudig wie eh und je. Dann wurde es voll auf dem vergrößerten Festivalgelände. “Guru Guru“ waren nach ihrer Rückkehr im vergangenen Jahr wieder dabei. Mani Neumeier und seine Musikerkollegen wurden wie immer frenetisch gefeiert. Sämtliche Klassiker inklusive dem als letztem Stück zelebrierten “Elektrolurch” wurden aus dem Hut gezaubert.
Es folgte ein Orkan namens Heidi Solheim. Die rothaarige Frontfrau von “Pristine”, der norwegischen Gruppe aus Tromsø weit jenseits des Polarkreises, lieferte einen druckvollen Retro-Sound ab, der schnurstracks in die 70er Jahre führte - das Ganze untermalt mit der Feuershow von “Art Artistica”. Zu später Stunde wurde es dann eher psychedelisch-spacig mit den Aschaffenburgern von “My Sleeping Karma”. Auch wenn sich die Reihen etwas lichteten, konnten die Franken noch eine beachtliche Zahl an Fans auf dem Platz halten.

Die “Mars Mushrooms” als Opener am Folgetag litten ein wenig unter der Hitze. So langsam füllte sich der Platz dann beim Mannheimer Raphael Neikes und seinen “Spiral Drive”. Die junge Truppe kam verspielt, progressiv, sphärisch rüber, rockte aber zum Schluss hin so richtig ab.
57 Jahre nach dem legendären Woodstock-Festival in den USA war der 81-jährige Gitarrist und Sänger Miller Anderson in Finkenbach zu Gast. Seine mit Bluesrock getränkten Stücke kamen bestens an. Kraan gehören inzwischen zum Festival wie das Salz zur Suppe und haben seit vielen Jahren ein Auftritts-Abo. Peter Wolbrandt, Hellmut Hattler und Jan Fride, unterstützt von Keyboarder Martin Kasper, lieferten bewährt ihre Mixtur aus Jazz und (Kraut-)Rock ab.
Obwohl es rundherum schon kräftig abkühlte, glühte im Anschluss die Bühne. Die Leif de Leeuw Band aus den Niederlanden lieferte einen Auftritt ab, der in Erinnerung bleiben wird. Zwei Drums-Sets, zwei Lead-Gitarren in Twin-Manier gespielt, Keyboard, Bass – die Gruppe legte los, als gäbe es kein Morgen. Südstaatenrock, aber auch mal soulige und funkige Einflüsse, gepaart mit ausufernden Gitarrensoli, rissen mit. Diese Verpflichtung war ein Glücksgriff fürs Festival und zeigt, wie die Booker perfekt die Balance halten zwischen den alten Haudegen und den jungen Wilden.

FCF-Vorsitzender Holger Schäfer zog eine sehr positive Bilanz der jetzigen 42. Ausgabe. Alles lief wie am Schnürchen, 1.500 Gäste fühlten sich wohl, es regierten Peace und Happiness. Peu Ă  peu setzt der Verein jedes Jahr ein paar kleine Neuerungen um und optimiert damit das Event. So kamen etwa in diesem Jahr noch ein paar Wohnmobil-Stellplätze hinzu, weil die Zahl der Camper immer weiter zunimmt. Anregungen werden immer aufgenommen. Die Schlange an der Kasse ist durch zwei Eingänge diesmal kaum vorhanden, freut sich Schäfer. Beim 2025 wieder eingeführten Shuttlebus wurde der Fahrplan so angepasst, dass jeder vom Hirschhorner Bahnhof oder dem Stried-Gelände in Beerfelden bequem zum Festival kommt.

Nach dem Festival ist vor dem Festival: Die Planungen fürs groĂźe Jubiläum haben bereits begonnen. 2027 gibt es das Finki seit 50 Jahren. Bereits bestätigt sind dafür “Birth Control” und die Gründer von “Guru Guru”. “Wir überlegen, freitags früher zu starten und dadurch den Zuschauern eine Band mehr präsentieren zu können“, nennt Schäfer einen anderen Gedanken im Orga-Team. Die limitierten Early-Finki-Tickets zu einem besonderen Preis sollen am 1. November in den Verkauf gehen.

10.08.26

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