Eine starke Halbzeit reichte nicht
(hr) (rm) Zum Saisonauftakt nach dem Abstieg in die Kreisklasse B hatte die SG Rockenau gestern die SpVgg 1911 Neckargemünd zu Gast.
Rockenau startete beherzt in die Partie. Mit viel Einsatz, hoher Laufbereitschaft und einer guten Präsenz in den Zweikämpfen fand die Mannschaft ordentlich ins Spiel. Auch offensiv ergaben sich in der ersten Hälfte einige gute Möglichkeiten. Was jedoch fehlte, war die letzte Konsequenz - der unbedingte Wille, den Ball über die Linie zu drücken und sich für den Aufwand zu belohnen.
Stattdessen schlug Neckargemünd auf der anderen Seite zu. Ein Klärungsversuch von SG-Keeper Justin Weinberg missglückte. Der Ball landete direkt beim gegnerischen Stürmer, der das Geschenk annahm und zur 0:1-Führung einschob. Auch beim zweiten Gegentreffer half die SG kräftig mit. Ein einfacher Ballverlust im Mittelfeld brachte die Gäste schnell in die gefährliche Zone. Neckargemünd nutzte die sich bietende Möglichkeit konsequent und stellte auf 0:2. Kurz vor dem Pausenpfiff folgte der nächste Nackenschlag. Die SG war aufgerückt und wurde nach einem schnellen Konter kalt erwischt. Die Gäste spielten den Angriff konsequent zu Ende und erhöhten auf 0:3.
In der Kabine wurde es anschließend deutlich lauter. Trainer Alex Dick fand bei seiner Halbzeitansprache klare Worte und sorgte dafür, dass auch wirklich jeder wachgerüttelt wurde. Die Botschaft kam an. Die SG kam mit einer anderen Körpersprache aus der Kabine und zeigte sich deutlich entschlossener. Zwar blieb Neckargemünd vor allem bei schnellen Kontern jederzeit gefährlich, doch Rockenau hielt nun besser dagegen und suchte mutiger den Weg nach vorne. Aber erneut waren es zunächst die Gäste, die zuschlugen. Nach einer Hereingabe von außen bekam die SG die Situation nicht entscheidend verteidigt, und Neckargemünd nutzte die Gelegenheit zum 0:4. Wer nun dachte, die Partie sei endgültig gelaufen, sah eine SG, die sich keineswegs aufgab. Burak Demirci fasste sich ein Herz und setzte einen platzierten Flachschuss unhaltbar ins Netz - 1:4. Und plötzlich keimte noch einmal Hoffnung auf. Yassin Belkihel nahm das Heft selbst in die Hand, setzte sich in einer starken Einzelaktion durch und vollendete zum 2:4. Die SG zeigte Moral und machte deutlich, dass man sich trotz des zwischenzeitlich deutlichen Rückstands nicht kampflos geschlagen geben wollte.
Fazit: Die zweite Halbzeit kann und muss für die kommenden Wochen richtungsweisend sein. Die SG zeigte Moral, eine deutlich bessere Körpersprache und bewies, dass sie auch nach einem 0:4-Rückstand nicht auseinanderfällt. Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen.
Gleichzeitig muss aber auch klar sein: Eine gute Halbzeit reicht nicht aus, um Spiele zu gewinnen - auch nicht in der B-Klasse. Die eigenen Fehler wurden von Neckargemünd konsequent bestraft. Wenn es gelingt, die Einstellung und Entschlossenheit der zweiten Hälfte über die gesamten 90 Minuten auf den Platz zu bringen, wird die SG auch ihre Punkte holen.
17.08.26
|