Kriminalität und Unfälle im Fokus - Veränderungen im Revier V.l. Revierleiter Klaus Großkinsky mit Christopher Götz und Jasmin Merz. (Fotos: Claudia Richter)(cr) Das Polizeirevier Eberbach stellte dieser Tage den Jahresbericht zur Kriminalitätsentwicklung und die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 vor. Außerdem gibt es personelle Neuerungen.
Das Eberbacher Polizeirevier ist für rund 18.100 Menschen in Eberbach und seinen Ortsteilen sowie in den Gemeinden Schönbrunn und Heddesbach auf einer Fläche von rund 125 Quadratkilometer zuständig. Revierleiter Klaus Großkinsky fasste das Wichtigste zur Kriminalstatistik zusammen (rechtes Bild): Die Gesamtzahl der Straftaten hat sich gegenüber dem Vorjahr um 66 auf 711 Straftaten verringert, was einem Rückgang von 8,5 Prozent entspricht. Die Aufklärungsquote liegt mit 66,8 Prozent (Vorjahr 60 Prozent) deutlich über dem Durchschnitt des Rhein-Neckar-Kreises mit 57,5 Prozent. Insgesamt wurden 385 Tatverdächtige ermittelt, sechs weniger als 2024, davon waren 278 männlich. Rund 20 Prozent aller Tatverdächtigen waren unter 21 Jahre alt. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen wird mit 33,5 Prozent ähnlich wie im Vorjahr ausgewiesen. 43 Tatverdächtige (rund 11 Prozent) waren zur Tatzeit alkoholisiert. In neun Fällen wurde Gewalt gegenüber Polizeibeamten ausgeübt, fünf weniger als im Vorjahr. Die Anzahl der Rohheitsdelikte (u.a. Raub, Freiheitsberaubung, Nötigung, Bedrohung, Körperverletzung) veränderte sich mit 161 Fällen gegenüber dem Vorjahr kaum und liegt weiterhin über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt (137). Mit 125 Fällen sind die Zahlen im Bereich der Eigentumskriminalität (Diebstahl) im Vergleich zum Vorjahr (166) deutlich zurückgegangen. Es wurden lediglich zwei Wohnungseinbrüche registriert (Vorjahr drei). Bei den Körperverletzungsdelikten ist ein leichter Rückgang von 110 auf 103 Fälle zu verzeichnen. In fünf Fällen wurde als Tatmittel ein Messer eingesetzt. Insgesamt wurden 11 (Vorjahr 26) Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz registriert. Die Straßenkriminalität ist von 118 Fällen auf jetzt 61 Fälle deutlich gefallen. Im Jahr 2025 ergaben sich 26 Fälle (Vorjahr 33) der sogenannten Partnergewalt (ehemals häusliche Gewalt). Meistens seien Frauen davon betroffen, und das Eberbacher Polizeirevier mit den Beamtinnen und Beamten sei hier die richtige Anlaufstelle, so Großkinsky. Geschultes Personal und das passende Netzwerk ermöglichten der Polizei, die richtige Hilfe anbieten zu können. Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind von 20 Fällen auf 16 zurückgegangen. Die Gewaltkriminalität liegt mit 26 Fällen ähnlich wie 2024 und weiterhin über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt von 19. Im Jahr 2025 musste eine “Straftat gegen das Leben” (Kapitalverbrechen) registriert werden.
Die Häufigkeitszahl, also die Anzahl der registrierten Straftaten, die zum Vergleich mit anderen Kommunen auf 100.000 Einwohner umgerechnet wird, ist im Revierbereich Eberbach um 420 auf 3.928 gefallen. Im Rhein-Neckar-Kreis wurden für das vergangene Jahr 3.904 Straftaten pro 100.000 Einwohner registriert.
Der Revierleiter stellte im Rahmen der Präsentation der Jahresstatistik auch neue Teammitglieder vor: Seit April ist Jasmin Merz die Leiterin der Führungsgruppe und damit stellvertretende Revierleiterin. Ebenfalls seit April ist Christopher Götz als Leiter des Ermittlungsdienstes im Eberbacher Revier im Einsatz.
Die Bekämpfung der Gewalt- und Aggressionsdelikte sowie der Straßenkriminalität seien weiterhin Schwerpunkte der polizeilichen Arbeit, erklärte Klaus Großkinsky. Neben einer starken polizeilichen Präsenz im öffentlichen Raum seien auch Präventionsangebote ein fester Baustein für die öffentliche Sicherheit. Die sehr gute Aufklärungsquote und die vergleichsweise niedrige Kriminalitätsbelastung sehe man auch als Erfolg des Konzepts der kommunalen Kriminalprävention vor Ort an. Hier arbeitet die Polizei mit den Kommunen Eberbach, Schönbrunn und Heddesbach “Hand in Hand“.
Christopher Götz wies darauf hin, dass in allen Notfällen oder bei verdächtigen Beobachtungen die Notfall-Nummer 110 gewählt werden sollte, denn die polizeiliche Leitstelle sei immer erreichbar und könne mögliche Einsätze optimal koordinieren.
Mit Blick auf das Verkehrsunfalllagebild berichtete Großkinsky, dass sich im Jahr 2025 insgesamt 466 Verkehrsunfälle ereignet hätten, zehn weniger als im Vorjahr. Auch Verkehrsunfälle mit Personenschaden waren mit 41 (Vorjahr 51) rückläufig. Verletzt wurden dabei 38 Personen leicht und zwölf Personen schwer. Tödliche Unfälle waren im Revierbereich glücklicherweise nicht zu beklagen. Bei 116 Verkehrsunfällen war Unfallflucht im Spiel, wobei es sich oft um Parkschäden handelte. Zwölf Verkehrsunfälle mit Fahrrädern wurden aktenkundig, acht Personen wurden dabei verletzt. Gestiegen ist die Zahl der Unfälle mit Beteiligung motorisierter Zweiräder von 9 auf 17.
Bei der Verkehrsüberwachung wolle man Schwerpunkte auf Handy- und Gurtverstöße sowie auf neue Mobilitätsformen wie die E-Scooter legen, ließ das Revierteam abschließend wissen. Dabei habe man die “Vision Zero” im Blick - einen Straßenverkehr ohne Getötete und Schwerverletzte.
04.10.26
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