Von Nachtigallen, Rosen und einem rasanten Hummelflug (Foto: privat)(hr) (as) Dass eine Blockflöte weit mehr kann, als man ihr gemeinhin zutraut, bewies Almut Werner beim Konzert “Red Gardens´ Roses“ das Duos “Intermezzo” in der Hirschhorner Klosterkirche eindrucksvoll.
Gleich sieben verschiedene Flöten hatte die Musikerin mitgebracht - von der imposanten Bassflöte bis zur winzigen Piccoloflöte. Gemeinsam mit Brigitte Becker, die zwischen Flügel und Spinett wechselte, entführte sie das Publikum in eine fantasievolle Klangwelt voller Vögel, Blumen und summender Insekten.
Das Duo Intermezzo hatte für seinen Auftritt am 25. Oktober ein Programm zusammengestellt, das einem musikalischen Spaziergang durch einen verwunschenen Garten glich. Besonders reizvoll war die Dramaturgie: Jeder der vier Programmblöcke begann mit einem vertrauten Volkslied. “Wenn ich ein Vöglein wär“, “Die Blümelein, sie schlafen“, “Summ, summ, summ“ und das hessische Volkslied “Paradiesgarten“ stimmten das Publikum erwartungsvoll auf die folgenden musikalischen Entdeckungen ein.
Vor allem Almut Werner faszinierte mit auĂźergewöhnlicher Virtuosität und erstaunlicher Klangvielfalt. Wenn sie Vogelstimmen imitierte, schien die Natur selbst in der ehrwürdigen Klosterkirche Einzug zu halten. Nachtigall und Stieglitz wurden in den Kompositionen von Couperin und Vivaldi musikalisch lebendig. Ein besonderer Höhepunkt war Nikolai Rimski-Korsakows berühmter “Hummelflug“. Mit atemberaubender Fingerfertigkeit lieĂź Werner die Hummel durch den Kirchenraum schwirren - ein Kabinettstück voller Tempo und Spielfreude.
Nicht weniger beeindruckend war Brigitte Becker, die mit ihrem einfühlsamen Spiel und dem Wechsel zwischen Flügel und Spinett unterschiedliche Klangcharaktere entfaltete. Während das Spinett barocken Kompositionen besondere Leichtigkeit verlieh, sorgte der historische Flügel für harmonische Fülle.
Das abwechslungsreiche Programm spannte einen weiten Bogen von barocken Kostbarkeiten bis zu zeitgenössischen Werken wie Barbara Hellers “Klangblumen-Wasserlilie“ und Matthias Mautes titelgebender Komposition “Red Gardens´ Roses“. Eingestreute Rezitationen ergänzten die musikalischen Bilder um eine poetische Dimension und schufen kleine Momente des Innehaltens für gedankliche Ausflüge in einen blühenden Garten.
Nach einer Zugabe beschlossen Pater Sijoy und Paul Kessler den Konzertabend gemeinsam mit einem Segen und luden zum traditionellen Sektempfang ein.
Den nächsten Karmel-Abend in der Klosterkirche gibt es am 22. November. Unter dem Titel “Cello trifft Weihnachten” haben Alexandra Netzold (Cello) und Oliver Taupp (Piano) eine musikalische Reise durch die Adventszeit angekündigt. Das weit über die Region hinaus bekannte Duo verbindet klassische Musik mit bekannten Weihnachtsmelodien und jazzigen Akzenten.Die besondere Atmosphäre des historischen freskengeschmückten Kapitelsaals dürfte dafür einen besonders stimmungsvollen Rahmen bieten. Das Konzert beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
E-Mail-Kontakt: klosterkonzerte@gmx.de
03.11.26
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