25.09.2021

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NABU hängt 13 Hornissenkästen auf


Lili (li.) und Christina Kunze bei der Aufhängung eines Hornissenkastens am Breitenstein. (Foto: NABU Eberbach)

(bro) (nab) Anfang Mai erwacht eine im Herbst des Vorjahres geborene und begattete Hornissen-Jungk√∂nigin aus ihrem Winterschlaf und gr√ľndet ihren Staat. Zuerst unternimmt sie Erkundungsfl√ľge nach einem geeigneten Nistplatz. 98 Prozent aller Hornissenk√∂niginnen √ľberleben den Winter nicht. ‚ÄěStirbt eine K√∂nigin, stirbt ein ganz Volk‚Äú, so Peter Pasour Fachberater f√ľr Wespen- und Hornissenschutz. In Eberbach m√∂chte man den Hornissen geeignete Nistm√∂glichkeiten bieten.

Da nat√ľrliche Baumh√∂hlen selten geworden sind, sucht die Hornissenk√∂nigin h√§ufig eine Ersatzh√∂hle im menschlichen Siedlungsbereich. Schuppen, Holzverschalungen an Terrassen und Balkonen, Winterverkleidungen am Dach, aber auch Rollladenk√§sten und Nischen in Dachb√∂den kommen infrage.

Um den Hornissen geeignete Nistm√∂glichkeiten in und um Eberbach zu bieten, hat der NABU Eberbach vom EBAZ (Eberbacher Bildungs- und Arbeitszentrum) f√ľnf Hornissenk√§sten anfertigen lassen, als Muster dient der sogenannte ‚ÄúM√ľndener Hornissenkasten‚ÄĚ. F√ľnf weitere K√§sten der Firma Schwegler sind bestellt und werden im Jahr 2022 ausgeliefert. Finanziell unterst√ľtzt wird das Hornissenprojekt vom Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar e. V. (LEV) mit Sitz in Sinsheim, "die von der Idee sofort angetan waren‚ÄĚ, so Christina Kunze vom NABU Eberbach. Familie Schneider aus Eberbach hat als Dank f√ľr eine Hornissenumsiedlung im Sommer 2020 drei weitere Hornissenk√§sten gebaut. So kann der NABU insgesamt 13 potenzielle neue ‚ÄúHornissenwohnungen‚ÄĚ aufh√§ngen.

Zun√§chst war geplant, die Hornissenk√§sten am Waldrand anzubringen, vonseiten der Stadtf√∂rsterei gab es bereits gr√ľnes Licht.

Die Sorge um Vandalismus brachte die Idee, die K√§sten auf geeignete Grundst√ľcke von NABU-Mitgliedern aufzuh√§ngen, die dann eine Patenschaft √ľbernehmen. Acht K√§sten h√§ngen bereits, davon zwei in Moosbrunn, einer in Sch√∂nbrunn, einer in Rockenau und einer in der Steigestra√üe. Drei K√§sten befinden sich auf dem Breitenstein. Weitere K√§sten kommen nach Eberbach Nord, Schwanheim, Karlstalweg und Parallelweg, ‚Äúweil wir da einfach die h√§ufigsten Hornissenumsiedlungen haben‚ÄĚ, so Peter Pasour. Einen gro√üen Aufwand bedeutet die Patenschaft nicht. Da das Hornissenvolk einj√§hrig ist, sollte das alte Nest entfernt werden, und zwar vor der neuen Saison, etwa bis zum 1. Mai, da es sonst den Nistraum blockiert.

‚ÄúNat√ľrlich ist ein Hornissenkasten keine Garantie, dass sein Volk tats√§chlich einzieht, aber einen Versuch ist es allemal wert‚ÄĚ, so Christina Kunze. ‚ÄúAu√üerdem ist ein eigenes Hornissenvolk eine wunderbare M√∂glichkeit, Vorurteile abzubauen. Denn bei Einhaltung bestimmter Verhaltensregeln sind die Hornissen erstaunlich friedfertig. So greifen Hornissen niemals grundlos an, sie sind sogar scheuer als Honigbienen und ziehen es immer vor, einem Konflikt durch Flucht auszuweichen. St√∂rungen wie heftige Bewegungen, Blockieren der Flugbahn sowie Ersch√ľtterungen am Nest m√ľssen nat√ľrlich grunds√§tzlich vermieden werden‚ÄĚ, so Kunze weiter.

‚ÄúWir haben jedes Jahr Hornissen im Garten und bei behutsamer Ann√§herung und ruhigem Verhalten ist es durchaus m√∂glich, das rege Leben und die st√§ndigen Flugbewegungen der Hornissen ganz aus der N√§he zu verfolgen‚ÄĚ, erg√§nzt Christina Kunze.

√Ąngstliche oder nicht informierte B√ľrger, die sich durch Hornissen bedroht f√ľhlen, wenden sich immer wieder an die Feuerwehr oder an eine Sch√§dlingsbek√§mpfungsfirma, um ein vermeintlich st√∂rendes Nest entfernen zu lassen. Die einheimische Hornisse z√§hlt wegen ihrer akuten Bestandsgef√§hrdung zu den besonders gesch√ľtzten Arten. Sie darf nicht get√∂tet, und ihr Nest darf nicht zerst√∂rt werden. Die Beseitigung eines an kritischer Stelle befindlichen Nestes ist nur mit Genehmigung der Naturschutzbeh√∂rden m√∂glich.

Bei kritischer Lage gen√ľgt oft auch die elementare Absicherung des Nestes, etwa durch Anbringen von Fliegendraht im Bereich von Geb√§uden oder der Anlage von einfachen Z√§unen und Sichtblenden bei Nestern in der N√§he belebter Pl√§tze. Ist eine Umsiedlung von Hornissennestern unvermeidlich, sollte man sich f√ľr n√§here Informationen an die √∂rtlichen Fachberater/in f√ľr Wespen-& Hornissenschutz, Christina Kunze und Peter Pasour, wenden.

Infos im Internet:
www.nabu-eberbach.de


15.06.21

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