Ein Mann der neuen Wege (Foto: Bernhard Bergmann)(hr) (bb) Reinhold Hoffmann wurde gestern nach 28 Jahren Dienst als Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Rothenberg in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolge im Pfarramt tritt der Hirschhorner Pfarrer Alexander Muth an.
1998 kam Reinhold Hoffmann aus Burgschwalbach in den Odenwald und arbeitete gleich an der Festschrift zur 650-Jahr-Feier Rothenberger mit. Die Kirchengemeinde, sagt Hoffmann, habe ihm immer Veränderung erlaubt und manches, das über die Gemeindearbeit hinausging, mitgetragen. In der Notfallseelsorge brachte sich Hoffmann seit deren Gründung 1999 viele Jahre lang ein, auch in der Leitung der kreisweit tätigen Hilfseinrichtung. Das trug die Gemeinde mit. Auch seine ehrenamtliche Arbeit im gesamten Kirchenkreis als stellvertretender Dekan und schließlich über mehr als ein Jahr lang als kommissarischer Dekan ermöglichte ihm die Gemeinde, zu der außer Rothenberg noch Kortelshütte, Ober-Hainbrunn, Finkenbach, Hinterbach und Raubach zählen. Und dann noch die Hospizarbeit: Seit 2008 gibt es den Hospizdienst Südlicher Odenwald, der ebenfalls, wie der Name besagt, über Rothenberg hinaus wirkt. Auch Hoffmanns Arbeit vor Ort war in den knapp drei Jahrzehnten außerordentlich vielseitig: Gottesdienste fanden nicht nur “klassisch“ und nicht nur in der Kirche statt: Es gab Open-Air-Gottesdienste, etwa “Sunrise in Paradise“: Eine gemeinsame Wanderung sehr früh morgens am Himmelfahrtstag führte bei Sonnenaufgang zu einem malerischen Ort irgendwo mitten in der Natur, wo dann Gottesdienst gefeiert wurde. Der leidenschaftliche Motorradfahrer Hoffmann veranstaltete in jedem Jahr Biker-Gottesdienste, als Hard-Rock-Fan beschäftigte er sich in Heavy-Metal-Gottesdiensten (zusammen mit anderen) mit den Texten ausgewählter Musikstücke, und auch Kunst rückte er immer wieder gerne in den Blick und betrachtete sie gemeinsam mit seiner Gemeinde aus der Perspektive des Glaubens. Die Open-Air Gottesdienste fanden zuletzt im reaktivierten Alten Schulgarten unterhalb des Friedhofs statt, an einem Ort, den der Pfarrer zusammen mit dem Heimatforscher und Verkehrsvereinsvorsitzenden Thomas Wilcke und anderen aus dem Dornröschenschlaf erweckt hatte. Mit Poesie, meditativen Texten und biblischen Erzählgeschichten, die er auch veröffentlichte, suchte der Pfarrer weitere Wege, um das Wort Gottes zu den Menschen zu bringen und ihre Herzen zu erreichen.
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