18.04.2026

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Magische Bilder vom Werden und Vergehen


(Fotos: Hubert Richter)

(hr) Mit einer neuen Doppelausstellung wird in Eberbach der im vergangenen Jahr verstorbene Künstler Hartmut Tramer gewürdigt.

1945 in Sindelfingen geboren, war Tramer in Eberbach beruflich als Arzt tätig. Daneben galt seine Leidenschaft der Musik und der Malerei. Eine Auswahl von insgesamt 60 seiner zahlreichen Werke sind nun in der gestern gegen Abend eröffneten Ausstellung zu sehen: 20 im Eberbacher Rathaus und 40 weitere unweit des Rathauses in der Galerie Artgerecht an der Friedrich-Ebert-Straße.

Schon zu Lebzeiten wurden Tramers oft großformatige Bilder in über 20 Ausstellungen gezeigt. Die jetzt in Eberbach unter dem Titel “El Tiempo pasa - Die Zeit vergeht” präsentierten Exponate stammen zum Teil aus der Sammlung einer Hamburger Galerie, aber auch aus Tramers Nachlass und von privaten Leihgebern.
Wie die Ausstellung selbst, fand auch die gestrige Vernissage mit fast 100 Gästen sowohl im Rathaus als auch in der Galerie Artgerecht statt. Im Rathausfoyer begrüßte Bürgermeister Peter Reichert - nach einer gerade überstandenen Knieoperation im Sitzen - die interessierten Besucherinnen und Besucher und charakterisierte Tramer als “Arzt, Musiker, Freigeist und besonderen Menschen”. Nach dankenden Worten von Tramers Weggefährtin und Ehefrau Annette Schabbeck (Bild links unten) führte Claus Petschmann, Galerist und Verleger aus Neckargemünd, in die von ihm kuratierte Ausstellung ein (Bild rechts unten).
Danach ging man hinüber zu Juliane Kehm in ihre Galerie Artgerecht. Dort wartete Hartmut Tramers langjähriger Freund und musikalischer Begleiter Ronald J. Autenrieth, der auf dem Keyboard drei beeindruckende Musikstücke bot (Bild links oben). Darunter war mit unbeabsichtigter Aktualität angesichts des Dramas um den in der Ostsee gestrandeten Wal “Timmy” eine Variation über das Stück “Beached Whales” von Ruth Schonthal, in dem die Komponistin die schwindenden Herztöne gestrandeter Wale thematisierte.
Claus Petschmann ging auf die oft wilden, geheimnisvollen, magischen Bilder des Künstlers ein, die teils vom Werden und Vergehen erzählten und die auch immer wieder Anspielungen und Anlehnungen an andere große Meister der Malerei erkennen ließen. Petschmann bezeichnete Tramer als “Synästhetiker”, der beim Sehen von Farben gleichzeitig Musik empfinden und umgekehrt beim Hören von Musik auch Farben sehen konnte. In einem auf Leinwand projizierten Video konnten die Gäste den Künstler noch einmal in Aktion sehen, bei der Entstehung eines surrealistischen Gemäldes mit dem Titel “Prometheus”, untermalt mit seiner eigenen Musik, die er gerne auf der großen Viscountorgel spielte.

Einige der ausgestellten Werke sind auch käuflich zu erwerben. Der Erlös soll an den Verein “KunstWerkARTgerecht” gehen. Zugänglich ist die Ausstellung bis 17. Mai im Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten und in der Galerie Artgerecht samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr. Eine Führung in der Galerie gibt es am morgigen Sonntag, 19. April, um 15 Uhr, außerdem am Samstag und Sonntag, 16./17. Mai, ebenfalls jeweils um 15 Uhr. Weitere Führungen sind nach Absprache möglich unter Tel. 0176 56301634.

18.04.26

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