Die neue Einrichtung soll allen Jugendlichen offen stehen Wie das Jugendzentrum ungefähr aussehen soll, wurde in der Gemeinderatssitzung auf der Bildwand gezeigt. (Foto: Claudia Richter)(cr) Die Entwurfsplanung für das neue Jugendhaus an der Güterbahnhofstraße wurde am Donnerstag, 21. Mai, im Eberbacher Gemeinderat vorgestellt.
Die Pläne wurden durch die städtische Hochbauabteilung selbst erstellt, und die Verwaltung wurde per Ratsbeschluss mit der weiteren Planung beauftragt. Außerdem soll der Bauantrag gestellt werden. Das gemeindliche Einvernehmen für den Neubau erteilte der Gemeinderat gleich mit. Die Verwaltung wurde auch beauftragt, einen Zuschussantrag beim Förderprogramm LEADER einzureichen, sobald ein Förderaufruf veröffentlicht wird. Im Falle der Genehmigung soll der Neubau des Jugendzentrums unter der Voraussetzung umgesetzt werden, dass der Kostenrahmen (insgesamt 635.000 Euro) eingehalten und eine Förderung von etwa 60 Prozent der Nettokosten des Bauvorhabens erreicht wird, was einem Zuschuss von knapp 330.000 Euro entspräche.
Die Planung sieht ein eingeschossiges Gebäude in Holzbauweise aus Fertigmodulen mit Flachdach samt Photovoltaikanlage vor, auf einer Fläche von etwa 15 x 15 Metern direkt neben dem Kulturzentrum “Depot 15/7“ und dem geplanten Skatepark. Geplant ist ein großzügiger Eingangsbereich, ein größerer teilbarer Gruppenraum, ein separater Besprechungsraum, eine Küche, WCs sowie ein Putz- und ein Lagerraum. Ein WC soll von außen zugänglich sein, beispielsweise für die Skater. Die Jugendzentrum-Planung wurde am 30. März mit Jugendbeteiligung im Depot 15/7 der Öffentlichkeit vorgestellt (wir berichteten). Die Rückmeldungen der Jugendlichen wurden gesammelt und in den Entwurf eingearbeitet. In der Ratssitzung am Donnerstag war aus dem künftigen Nutzerkreis allerdings niemand anwesend.
Das letzte Jugendhaus in Eberbach war ebenfalls an der Güterbahnhofstraße (heute Pfadfinderheim) und wurde zum 1. April 2005 geschlossen (wir berichteten). Zwischenzeitlich fand die Jugendarbeit in Kellerräumen der Dr.-Weiss-Schule statt, die aber vor allem wegen anhaltender Feuchtigkeitsprobleme im vergangenen Jahr ebenfalls geschlossen wurden. Mitarbeitende des mit der Jugendarbeit betrauten Postillion e.V. konzentrieren sich seither auf mobile Jugendarbeit im öffentlichen Raum. Das künftige Jugendzentrum ist auf einen Nutzerkreis von rund 30 Personen ausgelegt, soll aber ausdrücklich nicht nur den von Postillion betreuten Jugendlichen offen stehen, sondern allen jungen Menschen aus Eberbach und Umgebung.
Die Ausführung des Baus ist für das Jahr 2027 geplant. Ob das Haus auch schon im kommenden Jahr eröffnet werden kann, ist noch unklar und hängt wesentlich vom Zeitpunkt der Förderzusage ab. In der Diskussion gab Stadtrat Michael Reinig (Freie Wähler) zu bedenken, dass mit weiteren Kosten zu rechnen sei, beispielsweise für die Außenanlage und für einen geplanten Treppenabgang zur Wilhelm-Blos-Straße. Hubert Richter (AGL) kritisierte, dass sich die Baukostenschätzung seit dem Grundsatzbeschluss Ende Februar bereits um 110.000 Euro (rund 25 Prozent) erhöht habe. Man müsse hier auch mit höheren Folgekosten im Betrieb des Jugendhauses rechnen, da so ein teures Gebäude auch umfangreichere Öffnungszeiten bieten, auch an Wochenenden, und nicht drei Tage pro Woche geschlossen sein sollte, so Richter weiter. Jugendsachbearbeiter Robin Uhrig erläuterte hierzu, dass geplant sei, Jugendliche zur Unterstützung der hauptamtlichen Postillion-Kräfte auszubilden, um die Personalkosten im Rahmen zu halten.
Die am Donnerstag gefassten Beschlüsse fielen bei zwei Enthaltungen der Freie-Wähler-Stadträte Udo Geilsdörfer und Patrick Schottmüller.
25.05.26 © 2026 www.EBERBACH-CHANNEL.de / OMANO.de |