Pachtvertrag für Freiflächen-Photovoltaik (Foto: Hubert Richter)(cr) Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen beauftragte der Eberbacher Gemeinderat in seiner Sitzung am 21. Mai die Verwaltung, einen Pachtvertrag für Freiflächen-Photovoltaik auf städtischen Flächen am “Frieseneck“ bei Unterdielbach (unser Bild) mit der JUWI GmbH abzuschließen.
Die Ausarbeitung des Pachtvertrags hatte der Gemeinderat nichtöffentlich im Dezember 2025 beschlossen. Auf der rund 17,6 Hektar großen Fläche soll ein Wildkorridor freigehalten werden. Der Solarpark wird in der Länge eine Ausdehnung von rund 540 Metern haben. Der Vertrag wird für eine Dauer von mindestens 25 Jahren geschlossen. Auf eine Frage von SPD-Stadtrat Markus Scheurich sagte Bauamtsleiter Detlef Kermbach, dass der Solarpark nach seinen Informationen im Herbst 2028 fertig sein solle. Wie in der Diskussion auf eine Nachfrage von Stadtrat Dr. Andreas Wiese (Freie Wähler) deutlich wurde, hängt die Realisierung des Solarparks wohl eng mit der Realisierung des Windparks “Markgrafenwald” auf Waldbrunner Gemarkung zusammen. Laut einem in der Sitzung anwesenden JUWI-Vertreter soll der Windpark Ende 2028 in Betrieb gehen. Christina Kunze (CDU) stimmte gegen den Abschluss des Pachtvertrags, Dr. Andreas Wiese und Patrick Schottmüller (Freie Wähler) enthielten sich.
Bei vier Gegenstimmen der AGL-Fraktion wurde dem Neubau eines Einfamilienhauses in der Neckarhälde nach dem “Bau-Turbo”-Verfahren zugestimmt, unter der Bedingung eines einvernehmlichen Vorgesprächs mit dem städtischen Bauamt. AGL-Stadtrat Hubert Richter begründete die Ablehnung damit, dass das Haus weit oben auf dem Grundstück und damit sehr nah am Stadtwald geplant sei, während die benachbarten Häuser in der Neckarhälde deutlich weiter von der Waldgrenze entfernt stünden. Durch die unmittelbare Nähe zum Wald befürchtete er Probleme mit der Verkehrssicherung.
Einstimmig angenommen wurde als Schenkung ein Wiesengrundstück im Bereich Neckarhälde unterhalb der B 37 am Neckar. Ebenfalls einstimmig wurden weitere Spenden angenommen, darunter eine Hinweistafel auf das Stadtjubiläum im kommenden Jahr von der Bürgerstiftung im Wert von 2.400 Euro und eine 1.500-Euro-Geldspende von Carmen Back für ein neues Sonnensegel am Freibad-Kinderbecken.
Für den Bau eines zweiten Rettungswegs am Schülerhort der Dr.-Weiss-Schule wurde die Verwaltung einstimmig ermächtigt, für Gesamtkosten bis 100.000 Euro den entsprechenden Bauauftrag nach Ausschreibung zu erteilen. Die Kosten sind außerplanmäßig.
Unter “Mitteilungen & Anfragen” teilte Hauptamtsleiterin Anke Steck auf eine frühere Anfrage von Jens Müller (SPD) mit, dass man noch nicht wisse, wann die “Easy Park”-App in Eberbach nutzbar sein wird, aber mit dem Anbieter in Kontakt stehe. Auf eine weitere frühere Frage von Büsra Isik (SPD) zur Parksituation an zwei Stellen in Eberbach meinte Steck, dass man an einer Örtlichkeit in Neckarwimmersbach Markierungen angebracht habe. Zu einer früheren Anmerkung von Peter Stumpf (AGL) hinsichtlich so genannter “Auto-Poser” am Freibad werde die Polizei demnächst berichten, so Anke Steck weiter. Michael Protschky sagte, dass man nach einer Anregung von Hubert Richter im Januar dieses Jahres Kontakt mit dem Land wegen des Beratungsangebots “Movers” aufgenommen habe, bei dem u.a. digitale Simulationen für “Schulstraßen” erstellt werden könnten, während man bei einem ebenfalls vom Land angebotenen “Fußverkehrs-Check” keinen Mehrwert für Eberbach angesichts des Aufwands sehe. Bürgermeister Peter Reichert berichtete, dass Eberbach am 6. Mai in Sinsheim das EEA-Zertifikat 2025 für seine Klimaschutzbemühungen erhalten habe. Eberbach hatte im Audit mit 46 Prozent der erste Level erreicht. Hubert Richter erinnerte an die zuletzt von Büsra Isik geäußerte Bitte, zeitnah erneut über die nächtliche Abschaltung der Straßenbeleuchtung zu beraten. Bürgermeister Peter Reichert sagte das für eine der nächsten Sitzungen zu.
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