Vereinsausfahrt nach Norddeutschland (Foto: privat)(hr) (ms) 27 erwartungsvolle Mitglieder und Gäste der Eisenbahnfreunde Eberbach e.V. gingen kürzlich auf eine mehrtägige Ausfahrt in den Norden der Bundesrepublik. Ziel war die Pferdestadt Verden an der Aller, als Ausgangspunkt für weitere Exkursionen.
Bereits auf der Anfahrt gab es Historisches rund um die Eisenbahn zu erkunden. Ein Stopp im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen unterbrach die Busfahrt auf halber Strecke. Gleich zu Beginn konnten die TeilnehmerInnen die museumseigene Schnellzug-Dampflokomotive der Baureihe 38 unter Dampf bestaunen. Sie wurde für eine Sonderfahrt am Nachmittag angeheizt und alle erforderlichen Abschmierarbeiten konnten beobachtet werden. Der begeisterte Führer präsentierte der Reisegruppe in dem großen Ringlokschuppen viele unterschiedliche Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven, wozu er zu fast jeder Maschine eine Geschichte zum Besten gab. Die Schau von Personen- und Güterzugwagen aus verschiedenen Epochen sowie ein Personenwagen im Restaurationszustand bildeten den Abschluss. Nach zwei Stunden geballten Eisenbahninformationen und einem Mittagsimbiss ging die Fahrt weiter gen Norden.
Verden, ein typisches norddeutsches Städtchen empfing seine Gäste mit einer netten City, die Backsteinbauten der letzten zwei Jahrhunderten präsentierte und im Zentrum ein prachtvolles Rathaus mit mächtigem Uhrenturm bestaunen ließ.
Der nächste Tag war ganz der Eisenbahn gewidmet. Von Eystrup nach Syke fuhr die Gesellschaft im “Kaffkieker“, einem musealen Dieseltriebzug von 1959. Anschließend bestieg die Reisegruppe einen historischen Schmalspur-Dampfzug in Bruchhausen und durfte im Wagen 14 reisen, einem Klasse III-Personenwagen der ehemaligen Schmalspurbahn Mudau-Mosbach. Bei sonnigem und warmem Wetter zog die dreiachsige Tenderlokomotive mit viel Dampf den Zug nach Asendorf. Dort konnte das Umsetzen der Dampflok sowie das “Wasser fassen“ bestaunt werden. Beim Zwischenhalt während der Rückfahrt wurde der damalige Güterverkehr nachempfunden, in dem ein Viehtransportwagen an den Personenzug angekoppelt wurde. Gleichzeitig bot der Halt viele Fotomotive. Zurück in Bruchhausen-Vilsen wartete eine Führung durch das Museum des Deutschen Eisenbahn-Vereins e.V., der gerade sein 60. Geburtstag feierte. Viele hervorragend restaurierte Schmalspur-Dampf- und Diesellokomotiven präsentierten sich dem staunenden Publikum. Die aufwändige Restaurierung einer Schmalspur-Malett-Tenderdampflok konnte beobachtet werden, von der viele Einzelteile zerlegt und überarbeitet sich den Gästen präsentierten. Mit hoher Fachkenntnis und voller Energie für ihr Hobby zogen die beiden Führer die Eisenbahnfreunde in ihren Bann. So verflog schnell die Zeit.
Der Folgetag bildete das Kontrastprogramm dazu, indem die Reisegesellschaft Bremerhaven erkundete. Eine Stadtrundfahrt im Bus mit einem sachkundigen Tourismus-Führer ermöglichte eine weitläufige Erkundung der Stadt. Erst 1827 wurde das Hafengelände angelegt, weil der Stadthafen an der Weser immer mehr versandete. Darum herum entstand eine wachsende, städtische Ansiedlung, die 1851 den Namen Bremerhaven erhielt. Neben dem historischen Hafenbecken mit heute musealen Schiffen zeigte der Führer das Hotel Sail City mit seiner Aussichtsplattform in 90 Metern Höhe, das Klimahaus, den Zoo, die Hafenpromenade und das Aussiedlermuseum. Dann ging es in die Stadtteile mit erläuternder Historie und schließlich durch den Freihandelshafen. Von dort werden überwiegend Autos, Lkws, Traktoren und Spezialfahrzeuge in alle Welt verschifft, bzw. Autos aus Übersee zum Import angelandet. Bei sonnigem, sehr warmem Wetter schloss sich eine Hafenrundfahrt mit der offenen Barkasse “Hein Mück“ an. Sie präsentierte die riesigen Autofähren beim Be- und Entladen, Reparaturen an Frachtschiffen in Trockendock oder Ausrüstungsarbeiten von Schiffsumbauten. Mehrere Schleusen sorgen im Hafen für gleichbleibende Wassertiefe, unabhängig von den Gezeiten der Nordsee. Den Tag beschloss eine Führung im Deutschen Auswandererhaus ab, das typische Stationen der Auswanderung, z.B. das Einschiffen, die Überfahrt zu unterschiedlichen Epochen sowie die Einwanderungskontrollen in USA mit nachgestellten Szenen bzw. Räumlichkeiten veranschaulichte. Anhand von exemplarischen Lebensläufen konnte man die Schicksale der Auswanderer nachvollziehen.
Die Rückfahrt wurde durch eine Stadtführung der barocken Altstadt von Fulda mit Schloss und Dom unterbrochen. Bei fast heißem Spätsommerwetter gewannen die Eisenbahnfreunde einen ersten Eindruck von der imposanten Stadt, und mancher äußerte bei der Weiterfahrt den Wunsch, nochmals nach Fulda zurückzukehren. Ein letztes Picknick in der Abendsonne am Eberbacher Neckarlauer beendete die Reise.
02.10.26 © 2026 www.EBERBACH-CHANNEL.de / OMANO.de |