Schrill, musikalisch und voller Witz (Foto: privat)(il) Auf Einladung des Kulturlabors entfachten die “Rosa Kehlchen” am Samstagabend, 24. Oktober, mit brillanten Stimmen auf der kleinen Bühne im Kulturzentrum Depot 15/7 in Eberbach ein musikalisches Feuerwerk.
Schon der Einzug des schwulen Chors aus Mannheim war fulminant: Singend und begleitet von beschwingten Tun-Ten-Tönen zogen die 13 anwesenden Sänger des Chors in ihren prachtvollen, farbenfrohen Chorwesten durch den ausverkauften Saal. Rein gesanglich, lediglich vom Keyboard begleitet, überzeugten die Sänger mit großer Freude am gemeinsamen Musizieren. Das Publikum hatte sichtlich Spaß an den humorvollen Szenen und neckischen Einlagen und lachte teils Tränen.
Mit “Aladdin und die Tuntenlampe – schwule Träume aus 1001 Nacht“ präsentierten die Rosa Kehlchen eine schrille, humorvolle und zugleich berührende Märchenadaption. Im Mittelpunkt steht Aladdin, ein schwuler Single mittleren Alters, der auf seinem Dachboden eine alte Messinglampe entdeckt. Beim Polieren erscheint ein schwuler Lampengeist, der ihm drei Wünsche erfüllen kann. Daraus entspinnt sich eine Geschichte über Erinnerungen, Selbstfindung, Freundschaft und den Mut, die eigenen Träume zu leben.
Mit mitreißendem Chorgesang, humorvollen Dialogen und gelungenen Soloauftritten sorgten die Sänger für beste Unterhaltung. Nach einer 20-minütigen Pause überraschten sie mit einem Kostümwechsel: Statt der farbenfrohen Chorwesten traten sie nun in Fetisch-Outfits auf. Neckische Blicke, verschmitztes Grinsen und eine gehörige Portion Selbstironie machten auch den zweiten Teil zu einem besonderen Vergnügen.
Seit 33 Jahren bereichern die Rosa Kehlchen die queere Kulturszene der Metropolregion Rhein-Neckar. Mit ihren eigenständigen Bühnenprogrammen verbinden sie musikalische Qualität mit Humor und Herz. Auch bei ihrem zweiten Auftritt in Eberbach setzten sie ein klares Zeichen für Akzeptanz, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Publikum im ausverkauften Depot erlebte einen Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie gut schrille Unterhaltung, musikalische Qualität und eine bewegende Botschaft zusammenpassen.
Dass solche Kulturveranstaltungen möglich sind, ist auch dem Engagement örtlicher Vereine und ihrer ehrenamtlichen Mitglieder zu verdanken. Philipp Köhler vom Depot 15/7 hatte den Abend in Vertretung von Toni Dausch vom Kulturlabor eröffnet, der das Projekt initiiert hatte, selbst aber nicht anwesend sein konnte. In seiner flotten Begrüßung hob Köhler die besondere Zusammenarbeit der Eberbacher Kulturvereine hervor. Trotz eines Personalengpasses im Vorfeld konnte die Veranstaltung dank des großen Einsatzes der ehrenamtlichen Helfer erfolgreich stattfinden. Ihnen galt sein ausdrücklicher Dank. Wer Lust hat, das Kulturlabor Eberbach e. V. oder das Depot 15/7 zu unterstützen oder selbst mitzuwirken, ist stets willkommen. Kontakt zum Kulturlabor ist unter vorstand@kulturlabor-eberbach.de, zum Depot 15/7 unter info@depot15-7.de möglich.
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