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Nachrichten > Kultur und Bildung

Kumpel, saarländische Weisheiten und wilhelminische Einflüsse in Metz

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Gut behelmt und ebenso gut gelaunt: Die Reisegruppe des MGV Liederkranz in der Völklinger Hütte.(Foto: Andreas Held)

(bro) (ah) Der zweitägige Familienausflug führte den MGV Liederkranz in diesem Jahr ins Saarland. Neben dem Besuch der Völklinger Hütte und der Landeshauptstadt Saarbrücken warf man auch einen Blick über die französische Grenze nach Metz.

Es war schon hart verdientes Brot für die rund 17.000 Arbeiter, die Mitte der 1960er-Jahre noch im Eisenwerk der Völklinger Hütte beschäftigt waren. Davon konnten sich die rund 50 Teilnehmer des Ausfluges bei einer Führung durch die weitläufige Industrieanlage, die 1994 von der UNESCO zum Welt-Kulturerbe ernannt wurde, ein anschauliches Bild machen.

Nach der kurzweiligen Führung durch die Hütte ging es weiter nach Saarbrücken, wo der waschechte Saarländer Axel der Liederkranz-Reisegruppe auf humorvolle und höchst unterhaltsame Art und Weise zahlreiche wissenswerte Details und Anekdoten aus der Landeshauptstadt näher brachte. Vom Sankt Johanner Rathaus, für das der gleiche Architekt verantwortlich zeichnet wie für das Münchner Rathaus, über die Alte Brücke von 1546 bis zum Rathaus am Schlossplatz lernte man einige interessante Bauwerke kennen. Am meisten beeindruckte sicherlich die Ludwigskirche, die neben der Dresdner Frauenkirche und dem Hamburger "Michel" zu den bedeutendsten evangelischen Barockkirchen Deutschlands zählt. Abends traf man sich zu einem gemütlichen Flammkuchenessen, schließlich ist für den Saarländer an sich das Essen nicht ganz unwichtig, denn sein Motto lautet: "Hauptsach gudd gess un gedrunke, g'schafft han mer schnell.

Am nächsten Morgen ging es dann über die französische Grenze nach Lothringen nach Metz - einst eine der bedeutendsten Städte Galliens und seit dem dritten Jahrhundert Bischofssitz. Von den beeindruckenden Bauwerken überraschte neben dem Deutschen Tor vor allem der Bahnhof: Ein äußerst repräsentativer, denkmalgeschützter Bau aus gelbem Vogesensandstein, erbaut von einem Berliner Architekten unter Kaiser Wilhelm II. Den sicherlich bleibendsten Eindruck hinterließ aber die Kathedrale Saint Etiènne - der Stephansdom - die zu den schönsten gotischen Kirchengebäuden des Landes zählt. Allein die Dimensionen sind schon imposant: Das Gewölbe reicht bis in 41 Meter Höhe, die Fläche der bemalten Kirchenfenster - zum Teil gestaltet von Marc Chagall und Jacques Villon - beträgt über 6.500 Meter. Und die gewaltigen Klänge des Orgelspiels klingen sicher manchem Teilnehmer heute noch in den Ohren.

Mit vielen neuen Eindrücken trat der Chor wieder die Heimreise an und ließ den Ausflug noch gemütlich in Schwetzingen ausklingen.

03.11.14

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