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Nachrichten > Natur und Umwelt

Erster genetischer Nachweis der Wildkatze im kleinen Odenwald


Oben: Totfund. Unten: Foto einer Wildkamera. (Fotos: Claudia Mudra/privat)

(bro) (chk) Nach über 100 Jahren kann der Naturschutzbund (NABU) Eberbach mit einer kleinen Sensation aufwarten: Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) ist in den kleinen Odenwald zurückgekehrt.

Unter Federführung des Wildtierinstituts der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA) starteten der NABU Eberbach, Christine Günther (Netzwerkperson im Wildtiermonitoring der FVA) und der BUND Steinachtal in Zusammenarbeit mit vielen weiteren Akteuren wie der Unteren Naturschutzbehörde Rhein-Neckar-Kreis, ForstBW (Forstbezirk Odenwald), Stadtförsterei Eberbach, Jagdpächtern und freiwilligen Helfer/innen ein sogenanntes Wildkatzenmonitoring in den Bereichen Neunkirchen, Hebert, Itterberg, Imberg, Hohe Warte und Kreuzberg.

Für das Monitoring wurden aufgeraute Holzlatten, „Lockstöcke“ genannt, aufgestellt und mit Baldrianessenz besprüht. Mittels der Essenz werden Wildkatzen beider Geschlechter während ihrer Paarungszeit (Januar bis März) angelockt, reiben sich an den Lockstöcken und hinterlassen ihre Haare. Diese Haarproben wurden von vielen Freiwilligen über drei Monate wöchentlich mit Pinzetten abgesammelt, in Probentütchen gesteckt, beschriftet, verschickt und anschließend im Senckenberg-Zentrum für Wildtiergenetik in Gelnhausen genetisch analysiert. Im Gegensatz zur Hauskatze ist die Wildkatze scheu, wild und nicht zähmbar, auch genetisch unterscheiden sie sich voneinander.

Das Ergebnis der ersten genetischen Untersuchung auf dem Hebert und in Neunkirchen und damit der erste genetische Nachweis (C1-Nachweis) ist eindeutig: An mehreren Lockstöcken in beiden Gebieten fanden sich Haare der Europäischen Wildkatze. „Seit einigen Jahren breitet sich die sehr seltene und waldgebundene Tierart in Baden-Württemberg aus. Die Wildkatzen im kleinen Odenwald stammen vermutlich von Wildkatzen aus dem hessischen Teil des Odenwalds oder aus dem Spessart“, so Sabrina Streif des FVA-Wildtierinstituts. Dies soll in weiteren Genanalysen festgestellt werde, auch, ob unter den Funden Kreuzungen zwischen Wild- und Hauskatze vorkommen.

Die Wildkatze galt seit Anfang des letzten Jahrhunderts als ausgestorben. „Wir sind sehr stolz und glücklich über diese wunderbare Bestätigung, denn Wildkameras der Jagdpächter auf dem Hebert haben die Wildkatze bereits dokumentiert“, so Christina Kunze, Gerhard Rohr, Claudia Mudra und Ingrid Moderer vom NABU Eberbach. Auch in Neunkirchen ist die Freude groß: „Dass es in der Neunkirchner Gemarkung Wildkatzen gibt, war den ortsansässigen Jagdpächtern schon länger, durch Sichtungen und Fotos von Wildkameras, klar. Jetzt freuen wir uns natürlich sehr über den genetischen Beweis.“, so Christine Günther.

Die Freude ist ein wenig getrübt, denn mit Abschluss des Monitorings wurde unglücklicherweise Ende April eine Wildkatze im Ittertal überfahren. Nur der geistesgegenwärtigen Reaktion eines Landwirts aus Reisenbach ist es gelungen, das Tier rechtzeitig bei einem Eberbacher Jagdpächter in die Kühlung zu bringen und so schnell wie möglich zur genetischen Analyse über die FVA ins Senckenberg-Institut zu schicken. Nach der Genanalyse, wird die Wildkatze, eine Kätzin, noch von der FVA pathologisch untersucht.

Dank dem Museumsverein Eberbach wird die Wildkatze nach der Analyse von Tierpräparator Peter Richter aus Dielheim zum Schaupräparat und in den neuen Dioramen im Stadtmuseum zu sehen sein. „Die Wildkatze kommt in ihre Heimat zurück und wird zeitnah der Öffentlichkeit zugänglich sein und neben dem letzten vor etwa 150 Jahren geschossenen Wolf des Odenwaldes im Diorama ausgestellt werden“, so Gerhard Rohr (NABU Eberbach & Museumsverein). Eine überfahrene Wildkatze sei zwar sehr traurig, die vielen Daten, die ein Tierkörper beinhaltet, sind jedoch ein wertvoller Beitrag für die Wissenschaft, so Gerhard Rohr weiter.

Infos im Internet:
www.nabu-eberbach.de


24.05.22

Lesermeinungen

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Von Klara Fall (25.05.22):
Wildkatze auf dem Hebert - eine vorübergehende Erscheinung. Spätestens wenn die Windräder dort scheppern, von den Bauarbeiten ganz zu schweigen, werden diese hochsensiblen Tiere verschwunden sein. Drauf gepfiffen, auf die Muschi, Eberbach braucht die Windbaronmillionen für ein neues Hallenbad.

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