18.10.2021

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Aktion kann auf andere Stadtteile erweitert werden


(Foto: Thomas Wilken)

(tom) Der Verkehrsverein (VVR) bringt Geschichte und Natur aufs Smartphone. Mit Hilfe von QR-Codes werden Sicht-, Stand- und Startpunkte visualisiert. Begonnen hat alles damit, dass Vorsitzender Thomas Wilcke historische Kurzberichte unter dem Titel „RĂŒckspiegel“ fĂŒr die Webseite zusammenstellte. Dabei kam er auf die Idee, prĂ€gnante PlĂ€tze und SehenswĂŒrdigkeiten „mit Schildern auszustaffieren“. Aber nicht mit den groß dimensionierten zum Lesen vor Ort, sondern mit kleinen QR-Codes, die auf eine Unterseite der Homepage mit allen Infos fĂŒhren.

Vor Jahren, erinnert sich der VVR-Vorsitzende, wurde intern einmal ĂŒber die großformatigen Beschreibungen einzelner Punkte auf der Gemarkung diskutiert. Die sind aber seiner Meinung nach „nicht zeitgemĂ€ĂŸ und sehr teuer“. Die moderne Alternative wiederum bedeutet keine großen Investitionen „und muss nur gefĂŒttert werden“. In Dieter LudebĂŒhl, Heinrich Beisel und Samira Krings fand Wilcke engagierte Mitstreiter.

Zu den Sichtpunkten, wie sie etwa von der SchutzhĂŒtte auf der Heumatte aus zu sehen sind, zĂ€hlen Katzenbuckel und Hohe Warte. Ein anderes aussichtsreiches Fleckchen ist das Bannholz, gelegen am Weg von der Sporthalle Richtung Sportplatz am Waldrand. „Da kann man bis in den Nordschwarzwald schauen“, schwĂ€rmt Beisel. Dazu finden sich, erlĂ€utert der VVR-Vorsitzende, Fotos, Video und Text auf der entsprechenden Internet-Seite.

Drei Brunnen im Ort zĂ€hlen zu den Standpunkten: KrĂ€mers-, Bernds- und Ahlsbrunnen. Es gibt einen Kurzkommentar zur Geschichte und Infos dazu, „was hintendran ist“: nĂ€mlich ein Video zum Stollen und zur Brunnenstube. Zum Beispiel ist der Stollen des Ahlsbrunnens 193 Meter lang, ergĂ€nzt Beisel. Ihm ist es wichtig, das ĂŒberlieferte Wissen der Ă€lteren Generation auf diese Weise zu erhalten.

Zu den Standpunkten gehören auch die beiden Kirchen in der Ortsmitte. Das Steinerne Kreuz neben dem Wanderparkplatz und die Alte Pumpe an der Landesstraße Richtung KortelshĂŒtte sollen ebenfalls mit aufgenommen werden. Die Startpunkte stehen aktuell noch aus. Doch mit Rothenberg ist noch nicht Schluss: „Andere Stadtteile können gern mitmachen“, wĂŒnscht sich der Vorsitzende. „Wir haben jetzt das Know-how gesammelt.“ Auf Ober-Hainbrunn und KortelshĂŒtte dehnt man die Aktion sowieso aus.

Der Kurztext ist laut Wilcke verĂ€nderbar, ohne dass gleich der QR-Code verĂ€ndert werden muss: FĂŒr ihn ein nicht zu unterschĂ€tzender Vorteil gegenĂŒber stationĂ€ren Schildern. Der Fokus lag bei der Gestaltung darauf, „keine ellenlangen Texte zu verfassen“. Wer den QR-Code abscannt, landet nicht auf der allgemeinen Webseite, sondern zielgerichtet „an dem Punkt, wo ich gerade stehe“.

Sein Wunsch: Die Leute sollen es sehen und weitergeben, dass in Rothenberg diese markanten Stellen erlĂ€utert werden. „Junge Menschen sollen erkennen, wie schön wir es hier haben“, wĂŒnscht sich Beisel. Er weiß, dass im Zeitalter der E-Bikes viele Radler im Höhenort unterwegs sind.

Der Verkehrsverein will sich bald auch noch mit dem Geopfad zum Thema Wasser befassen. „Die Schilder gehören ausgedĂŒnnt“, meint Wilcke. Seit ein paar Wochen arbeiten die VVR-Aktiven zusammen mit dem Außendienst des Geo-Naturparks am Geopfad „Wasser“ in den drei Ortsteilen.

Neue Holzschilder werben fĂŒr diesen Pfad und sollen neben den Markierungen Ortsunkundigen bei der Orientierung helfen. Eines davon lĂ€sst sich etwa bereits beim Steinernen Kreuz in Augenschein nehmen.
„Die Infotafeln werden gereinigt und ĂŒberprĂŒft“, erzĂ€hlt Wilcke. Auch der Baumlehrpfad steht auf der Agenda. Beisel wĂŒnscht sich hier eine intensivere Pflege. „Der ist ein AushĂ€ngeschild Rothenbergs“, meint er. Interessierte kĂ€men von weiter her, um ihn abzulaufen.

Das Quartett hat sein Schwarmwissen unter einen Hut gebracht: Wilcke den geschichtlichen Background, Beisel seine Kenntnisse der verschiedenen Panoramen, LudebĂŒhl ist „der Scharuber“ und Samira Krings hat ein HĂ€ndchen fĂŒrs Design. Von ihr stammen die kleinen Schilder mit dem QR-Code, verziert mit der Rothenberger Skyline und dem Vereinslogo.

„Es macht auch Spaß“, schmunzelt Thomas Wilcke. Der hat als Rentner „jetzt mehr Zeit“, lachen die anderen. Außerdem ist es nach einhelliger Meinung ein Projekt, „bei dem man immer wieder dazulernt“. Selbst jemand wie der VVR-Vorsitzende, der die Geschicke seines Heimatorts inzwischen bis in die letzten Winkel zu kennen glaubt.

Infos im Internet:
www.vvrothenberg.de


21.07.21

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