Laut Gemeinschaftsschule fehlt Hallenkapazität - Ausbau günstiger als Neubau
 (Foto: Hubert Richter)(cr) Die Stadt Eberbach plant den Ausbau bisher ungenutzter Räumlichkeiten in der Hohenstaufen-Sporthalle am Gymnasium (unser Bild). Es sollen drei neue Übungseinheiten entstehen.
Mehrheitlich beschloss der Gemeinderat gestern, sich um Fördergelder für das auf rund 1,1 Mio. Euro geschätzte Projekt zu bemühen und die Planungen voranzutreiben. Die bisher nur im Rohbau bestehenden Räume im rückwärtigen Bereich des Untergeschosses der HSG-Halle bieten laut Michael Protschky vom Stadtbauamt die Möglichkeit zum Ausbau einer 1 1⁄2-Feld-Halle (etwa 27 x 11 Meter, zwei Übungseinheiten) und einer kleineren Halle (etwa 12,5 x 12,5 Meter), jeweils plus Geräteraum. Die Raumhöhen würden 4 bis 4,5 Meter betragen.
Den Anstoß dazu gab die Schulleitung der Gemeinschaftsschule in der Steige, die fehlende Hallenkapazitäten meldete, um ihren Bildungsplan umsetzen zu können. Laut Stadtverwaltung sei der Ausbau der HSG-Sporthalle deutlich günstiger als ein Sporthallen-Neubau. Da die HSG-Halle recht weit von der Steigeschule entfernt liegt, sind Schülertransporte durch Busse der Städtischen Dienste Eberbach (SDE) vorgesehen.
Die Verwaltung hat vorsorglich bereits Förderanträge gestellt. Für das Förderprogramm des Bundes “Sanierung kommunaler Sportstätten” (SKS) soll am so genannten “Interessenbekundungsverfahren” teilgenommen werden, und zusätzlich wurde auf Landesebene ein Förderantrag nach der Verwaltungsvorschrift für die “Förderung des Baus von kommunalen Sporthallen und Sportfreianlagen” eingereicht. Für die Wirksamkeit der Anträge bedurfte es des gestrigen Gemeinderatsbeschlusses, der bei vier Gegenstimmen gefasst wurde.
Die Gegenstimmen kamen von der AGL-Fraktion, die das Vorhaben zwar auch begrüßte, aber Bedenken wegen der Finanzierbarkeit angesichts anderer wichtiger Projekte und der knappen Finanzlage hatte. Fraktionssprecher Peter Stumpf äußerte die Meinung, dass die Hallenkapazitäten für die Schulen in Eberbach nach der Sanierung der Steige-Sporthalle ausreichen müssten. Da Eberbach sich bereits mit einer größeren Summe für das Hallenbad ebenfalls im SKS-Förderprogramm beworben habe, befürchtete Stumpf eine Konkurrenzsituation, bei der in der Zuschussvergabe das Hallenbad auf der Strecke bleiben könnte. Patrick Joho gab für die CDU-Fraktion zu bedenken, dass die Vorhaltung von Hallenstunden für den Schulsport eine Pflichtaufgabe sei und dass man auch an die Vereine denken müsse.
30.01.26
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