Magische Bilder vom Werden und Vergehen (Fotos: Hubert Richter)(hr) Mit einer neuen Doppelausstellung wird in Eberbach der im vergangenen Jahr verstorbene Künstler Hartmut Tramer gewürdigt.
1945 in Sindelfingen geboren, war Tramer in Eberbach beruflich als Arzt tĂ€tig. Daneben galt seine Leidenschaft der Musik und der Malerei. Eine Auswahl von insgesamt 60 seiner zahlreichen Werke sind nun in der gestern gegen Abend eröffneten Ausstellung zu sehen: 20 im Eberbacher Rathaus und 40 weitere unweit des Rathauses in der Galerie Artgerecht an der Friedrich-Ebert-StraĂe.
Schon zu Lebzeiten wurden Tramers oft groĂformatige Bilder in über 20 Ausstellungen gezeigt. Die jetzt in Eberbach unter dem Titel âEl Tiempo pasa - Die Zeit vergehtâ prĂ€sentierten Exponate stammen zum Teil aus der Sammlung einer Hamburger Galerie, aber auch aus Tramers Nachlass und von privaten Leihgebern.
Wie die Ausstellung selbst, fand auch die gestrige Vernissage mit fast 100 GĂ€sten sowohl im Rathaus als auch in der Galerie Artgerecht statt. Im Rathausfoyer begrüĂte Bürgermeister Peter Reichert - nach einer gerade überstandenen Knieoperation im Sitzen - die interessierten Besucherinnen und Besucher und charakterisierte Tramer als âArzt, Musiker, Freigeist und besonderen Menschenâ. Nach dankenden Worten von Tramers WeggefĂ€hrtin und Ehefrau Annette Schabbeck (Bild links unten) führte Claus Petschmann, Galerist und Verleger aus Neckargemünd, in die von ihm kuratierte Ausstellung ein (Bild rechts unten).
Danach ging man hinüber zu Juliane Kehm in ihre Galerie Artgerecht. Dort wartete Hartmut Tramers langjĂ€hriger Freund und musikalischer Begleiter Ronald J. Autenrieth, der auf dem Keyboard drei beeindruckende Musikstücke bot (Bild links oben). Darunter war mit unbeabsichtigter AktualitĂ€t angesichts des Dramas um den in der Ostsee gestrandeten Wal âTimmyâ eine Variation über das Stück âBeached Whalesâ von Ruth Schonthal, in dem die Komponistin die schwindenden Herztöne gestrandeter Wale thematisierte.
Claus Petschmann ging auf die oft wilden, geheimnisvollen, magischen Bilder des Künstlers ein, die teils vom Werden und Vergehen erzĂ€hlten und die auch immer wieder Anspielungen und Anlehnungen an andere groĂe Meister der Malerei erkennen lieĂen. Petschmann bezeichnete Tramer als âSynĂ€sthetikerâ, der beim Sehen von Farben gleichzeitig Musik empfinden und umgekehrt beim Hören von Musik auch Farben sehen konnte. In einem auf Leinwand projizierten Video konnten die GĂ€ste den Künstler noch einmal in Aktion sehen, bei der Entstehung eines surrealistischen GemĂ€ldes mit dem Titel âPrometheusâ, untermalt mit seiner eigenen Musik, die er gerne auf der groĂen Viscountorgel spielte.
Einige der ausgestellten Werke sind auch kĂ€uflich zu erwerben. Der Erlös soll an den Verein âKunstWerkARTgerechtâ gehen. ZugĂ€nglich ist die Ausstellung bis 17. Mai im Rathaus zu den üblichen Ăffnungszeiten und in der Galerie Artgerecht samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr. Eine Führung in der Galerie gibt es am morgigen Sonntag, 19. April, um 15 Uhr, auĂerdem am Samstag und Sonntag, 16./17. Mai, ebenfalls jeweils um 15 Uhr. Weitere Führungen sind nach Absprache möglich unter Tel. 0176 56301634.
18.04.26
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