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240.000 Euro werden in die Ruine investiert

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(tom) Einen Überblick über den Stand der Sanierungsarbeiten gab der Förderverein Burg Freienstein kürzlich bei seiner Mitgliederversammlung in Gammelsbach.

Bedeutende Bereiche der Burgruine sind gesichert, begehbar und wieder öffentlich zugänglich. Und in diesem Jahr geht es mit der Sanierung nahtlos weiter.

2024 erfolgte die Sanierung der südöstlichen Ecke der Burg. Der Aufgang über eine Stahltreppe eröffnet einen großartigen Blick in das südliche Gammelsbachtal. 2025 ging es weiter mit der Wiederherstellung des nordöstlichen Rundturms. In diesem Jahr sind mehrere Maßnahmen geplant. Dazu gehört die Sanierung des Halbschalenturms in der Mitte des Zwingers.
Der Zwingerboden soll mit Unterstützung der Stadt Oberzent und Eigenleistungen abgesenkt werden, um die gesetzlich vorgeschriebene Brüstungshöhe von 90 Zentimetern herzustellen und den Zwinger gefahrlos betreten zu können, so der Vorsitzende Dr. Jürgen Kammer. Weiter geht es um die Wiederherstellung der Mauer zwischen mittlerem und unterem Zwinger.
Das alles kostet Geld. Für 2026 haben die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 100.000 Euro und das Land Hessen 113.000 Euro an Fördermitteln zugesagt. Vom Rotary-Club Erbach/Michelstadt wird die Sanierung der gotischen Pforte in der Zwingermauer finanziell mit bis zu 6.100 Euro unterstützt. Die ist auf der einen Seite mit Steinen fast zugemauert, auf der anderen mit Erdreich verfüllt.
Die Stadt Oberzent bringt sich in Form von Unterstützung durch den Bauhof ein. Mit Förder- und Eigenmitteln des Vereins werden in diesem Jahr fast 240.000 Euro investiert. Für 2027 ist laut Kammer beabsichtigt, den Palas - das frühere Wohngebäude - zu sichern, zu sanieren und damit wieder begehbar zu machen. Auch will man die Zuwegung zur Burg für größere Fahrzeuge befahrbar machen. Denn auf dem Gelände liegen noch größere Schuttmassen von der alten Mauer, die sonst nicht abtransportiert werden können.

Aktuell hat der Verein 72 Mitglieder, erläuterte der Vorsitzende. Er rief dazu auf, weitere zu werben. Seit 2024 wurden 63.000 Euro an Spenden eingesammelt. Eine umfassende, eindrucksvoll in Text und Bildern gestaltete Dokumentation über die Burg Freienstein im Laufe der Jahrhunderte wurde von Michael Schmitt fertiggestellt. Die Druckkosten von 15.000 Euro für eine Auflage von 1.000 Stück wurden vollständig durch Sonderspenden gedeckt. 300 Exemplare wurden bereits verkauft, was dem Förderverein einen Erlös von 6.200 Euro einbrachte.

Mit der TU Darmstadt wurden in Arbeitsgruppen Vorschläge für ein nachhaltiges Nutzungskonzept für die Burgruine erarbeitet, fuhr Kammer fort. Das Thema lautete: Nutzung als Sommertheater. An die fünf besten Entwürfe wurden vom Förderverein Preise verliehen, die durch eine Sonderspende finanziert wurden. Eine ansprechende Dokumentation über die Projekte liegt zwischenzeitlich vor, teilte er mit.
Architektin Dörte Petersson zeigte sehr anschaulich die Notwendigkeiten der Sanierungen und deren hervorragende Ausführungen. Wenn die diesjährigen Arbeiten abgeschlossen sind, dann ist die Möglichkeit, einen Burgrundgang schaffen zu können, absehbar. Große Teile der Anlage könnten wieder für die Öffentlichkeit freigegeben werden.
Petersson blickte auf die Arbeiten des vergangenen Jahres zurück. Die kosteten 200.000 Euro, 180.000 kamen als Förderung zurück. Fertigstellung war im November. Das Innere des Nordostturm war wegen eines undichten Dachs und eindringenden Wassers ausgewaschen, erklärte sie. Sträucher und sogar Bäume wuchsen im Mauerwerk.
Auch die mittlere Zwingermauer, die demnächst angegangen wird, plagt sich wie der Halbschalenturm mit einem sehr schlechten Zustand herum. Vorgesehen ist weiter ein teilweises Abgraben des Erdreichs im Zwinger zur Gewährleistung der erforderlichen Absturzsicherung. Geplanter Beginn der Arbeiten ist am 18. Mai, die Fertigstellung erhofft man sich vor dem Winter.

09.05.26

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