Werke von Armin Stähle und Fred Henk bis 9. August
 (Repros: Museumsverein)(hr) (spz) Mit Werken von Armin Stähle (1939-2008) und Fred Henk (1927-2019) eröffnet das Museum der Stadt im "Eberbacher Museums-Sommer 2026" am 12. Juli um 15 Uhr die fünfte Ausstellung der Reihe "Neuerwerbungen und alte Bilder ans Licht", in der an insgesamt 21 eng mit Eberbach verbundene Künstler erinnert wird.
Die Ausstellung widmet sich diesmal zwei Künstlern, die beide biografisch Eberbacher "Urgesteine" sind, deren Werke aber nicht unterschiedlicher sein könnten.
Fred Henk war zwölf Jahre älter als Armin Stähle und gehörte als Künstler vor allem mit seinen Landschaftsbildern einer Generation an, die den Begriff "Abstraktion" noch nicht zum allgemeinen Credo erhoben hatte. 1926 in Mannheim geboren, kam er als Kind nach Eberbach, machte im Kriegsjahr 1944 hier Abitur und wurde danach sofort zur Wehrmacht eingezogen. Als Fallschirmjäger erlebte er den Krieg in seinen letzten Monaten an der Rheinfront. Zurück in Eberbach, machte er eine Malerlehre mit Meistertitel-Abschluss. Er strebte aber nach mehr, studierte an der Technischen Hochschule in Stuttgart und nützte seine handwerkliche Vielseitigkeit, die dazu führte, dass er von 1967 bis 1972 die Eberbacher Gewerbeschule leitete und später 16 Jahre lang Rektor des Technischen Gymnasiums in Sinsheim wurde. Dies hinderte ihn nicht daran, sich als SPD-Stadtrat in die Tagespolitik Eberbachs einzubringen, und schließlich wurde ihm der Silberne Ehrenring der Stadt verliehen. Trotzdem fand er noch Zeit, sich seiner Lieblingsbeschäftigung zu widmen, nämlich als Künstler Skulpturen und Gemälde zu erschaffen. Viele seiner Bilder zeigen Motive aus der Neckar-Region, oft Burgen, die mit Aquarellfarbe oder Pastellkreide Architektur und Landschaft als zusammengewachsene Einheit zeigen. Meist im spät-impressionistischen Stil gemalt, geht von den Bildern eine Ruhe aus, die wohl in der positiven, geerdeten und humorvollen Weltsicht des Künstlers ihren Ursprung hat.
Armin Stähle war da "modernerer" Natur. Er wurde in Eberbach am 2. Januar 1939 geboren, knapp acht Monate später begann der Zweite Weltkrieg (1. September 1939). Als dieser 1945 zu Ende war, kam Stähle in die Schule. Schon hier zeigte sich bald, dass er eigene Ideen hatte und eine kreative Energie, die sich mit den Jahren immer mehr Durchbruch verschaffte. Er erfand Bilder-Geschichten im Comic-Stil, die er in Schulhefte zeichnete und im Deutsch-Unterricht schrieb er, als "Einser-Schüler," einmal statt des verlangten Aufsatz-Themas lieber über die Warmwasser-Fische in seinem Aquarium, weil ihn das mehr interessierte. Für seinen wenig verständnisvollen Lehrer war das eine Ungehörigkeit, die er mit einer “6” benotete, aber eine Sensation am damaligen Gymnasium, die in allen höheren Klassen diskutiert und von vielen Mitschülern bewundert wurde.
Armin Stähle studierte nach seinem Schulabschluss dann auch Kunst in Mannheim, Offenbach und am Städel in Frankfurt. Nach einer Ausbildung zum Fachlehrer unterrichtete er ab 1968 an der Realschule in Eberbach Kunsterziehung bis 1996. Bei seinen Schülern war er als unkonventionelle Respektperson sehr beliebt.
Stähles Kunstwerke wurden in Eberbach seit 1962 in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, aber auch in München, Paris und London. Seine Hauptthemen waren "Mensch" und "Musik". In Zeichnungen, Aquarellen und Radierungen notierte er seine Ideen z.B. in Mappenwerken wie "120 Tage des Marquis de Sade" oder "Jazztrilogie", in der er seine Liebe zum Jazz auslebte. Die Eberbacher Jazzreihe "Jazz Me" begleitete er zeitweise als "zeichnender Chronist", indem er die Musiker während ihrer Auftritte porträtierte. Seine Werke wirken lebhaft und spontan, man spürt die Freude am Entstehungsprozess. Aber wer ihm beim Malen zuschauen durfte, bemerkte, dass er im Kontrollieren der Bildwirkung, was Komposition, Verteilung der Farben, der Formen und ihrer Variationen angeht, sehr akribisch und genau war. Ihm komme "es nicht auf das Gegenständliche in der malerischen Darstellung an, sondern auf das Malerische am Gegenständlichen", beschrieb die Kunsthistorikerin Stefanie Heckmann seine Arbeitsweise. Sein frühestes Ölgemälde in der Ausstellung stammt aus dem Jahr 1956, er malte es als 17-Jähriger, und man sieht dem Bild an, dass sein Urheber die großen Vorbilder in der Kunstgeschichte genauestens studiert hatte und nun zeigte, dass er durchaus mithalten konnte.
Die fünfte Ausstellung mit Gemälden und Grafik von Fred Henk und Armin Stähle wird am Sonntag, 12. Juli, im großen Saal des Museums der Stadt Eberbach eröffnet. Eine musikalische Umrahmung ist durch die Musikschule Eberbach vorgesehen, und auch ein Umtrunk wird geboten.
Die Ausstellungsdauer ist bis 9. August vorgesehen. Geöffnet ist das Museum bei freiem Eintritt mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.
07.07.26
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