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Nachrichten > Politik und Gesellschaft

Vor 80 Jahren wurden Eberbacherinnen und Eberbacher nach Gurs verschleppt


(Fotos: Hubert Richter)

(hr) Heute vor genau 80 Jahren wurden 17 jüdische Eberbacherinnen und Eberbacher von den nationalsozialistischen Machthabern abgeholt und in ein Internierungslager in Südfrankreich gebracht. In einer ökumenischen Gedenkfeier wurde am Abend an die Tat im Jahr 1940 erinnert.

In der Zwingerstraße neben dem Spielplatz unterhalb des Pulverturms hatten Jugendliche der Evangelischen Jugend im Jahr 2005 einen Gedenkstein zur Erinnerung an die Deportation der jüdischen Mitbürger errichtet (wir berichteten). Dort stand bis 1986 ein Haus, das von 1860 bis 1897 als Synagoge genutzt wurde. Am 22. Oktober 1940 wurden 17 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger durch die Nazis abgeholt und in einer 72-stündigen Zugfahrt nach Gurs in Südfrankreich nahe der spanischen Grenze in ein dort eingerichtetes Lager gebracht. Die meisten von ihnen überlebten den Holocaust nicht.

In der Gedenkfeier mit rund 20 Gästen wurden heute auch die Namen der 17 Juden verlesen, die damals aus Eberbach nach Gurs deportiert wurden: Adolf David, Aron David, Eugenie David, Karoline David geb. Rosenstein, Karoline David geb. Spiegel, Johanna Freudenberger geb. Baer, Fanny Fuld, Berta Götz, Benjamin Levy, Sofie Levy geb. David, Berta Sara Seligman, Fritz Seligman, Johanna Seligman, Sofie Seligmann geb. Götz, Hermann Wolf und Regine Wolf geb. Levy sowie Julchen David aus Zwingenberg. Sechs von ihnen starben noch im Lager Gurs, sechs weitere wurden in Auschwitz ermordet, drei überlebten und von zwei Deportierten ist das weitere Schicksal unbekannt.

Der evangelische Dekan Ekkehard Leytz erläuterte die Symbolik auf dem Gedenkstein und betonte die hohe Bedeutung des Erinnerns an die unmenschlichen Taten im Nationalsozialismus: “Damit dieses Geschehen nicht vergessen und nicht übergangen wird”. Der katholische Pastoralreferent Christian Winkler sang Lieder mit Gitarrenbegleitung, und anhand von zwei Berichten aus dem Eberbacher Geschichtsblatt wurden die beklemmenden Geschehnisse von vor 80 Jahren noch einmal lebendig.

Infos im Internet:
www.eberbach-history.de/deportation-nach-gurs


22.10.20

Lesermeinungen

Lesermeinung schreiben
Von Interessierter (31.10.20):
@ rosa_roth
Da hat jemand aber genau recherchiert und aufgepasst; Kompliment ;-)
Der Artikel v. 15.04.2011 ist so nicht ganz korrekt. Bei der Zahl 48 handelt es sich um die bekannten
jüdischen Mitbürgern insgesamt, die Opfer durch die NS-Verfolgung wurden.
Die 17 waren dann die restlichen jüdischen Bürger die 1940 noch polizeilich gemeldet waren.
Die Seite jüdische-gemeinden.de berichtet auch von der Deportation 1940 der 17 nach Gurs und von über 40 Opfern insgesamt. Dort gibt es auch Infos und Links über die man noch weitere Informationen über ehemalige Juden aus Eberbach findet.

.


Von rosa_roth (28.10.20):
Im Artikel des Eberbach-Channel vom 15.04.2011 wird von 48 jüdischen Mitbürgern berichtet, die 1940 aus Eberbach in ein Lager nach Gurs (Südfrankreich) deportiert wurden. Entsprechend wurden 48 Stolpersteine a 95 € verlegt.
Hier im Bericht wird von 17 Personen berichtet.
Welche Zahl stimmt denn jetzt? Oder ist das egal?



Von Buerger (original) (27.10.20):
Und was bringt es, heute zu wissen... wer damals profitiert hat?
Mich interessiert die Motivation, diese Frage zu stellen - mehrere Generationen später.
PS: Stolpersteine ablaufen. Oder googlen. Schöne Treffer beim Eberbach Channel.


Von Rainer Hofmeyer (26.10.20):
Eine zusammenfassende Erhebung über die nachfolgenden Eigentümer jüdischen Hausbesitzes gibt es nicht. Nicht jeder jüdische Mitbürger war jedoch auch zugleich Hausbesitzer.

Wo die betreffenden jüdischen Mitbürger gewohnt haben, kann man an den vor den jeweiligen Häusern verlegten zahlreichen Stolpersteinen erkennen.

Über den Link "Infos im Internet" (Eberbach-History.de) finden Sie weitere Artikel über das jüdische Leben in Eberbach, in denen auch einzelne Wohnanschriften der ehemaligen jüdischen Mitbürger erwähnt sind.

Der Besitz der jüdischen Bürger ging nach deren Deportation nicht unbedingt an private Eigentümer. Nach Ihrer Deportation ging beispielsweise das Geschäftshaus mit dem Magazin der Familie Freudenberger in der Hauptstraße im Jahr 1942 auf die deutsche Reichsfinanzverwaltung über.

Die heutigen Bewohner bzw. Eigentümer sind in der Regel nicht die unmittelbar nachfolgenden Besitzer bzw. Besitzer-Familien


Von heidod  (23.10.20):
Weiß man eigentlich oder kann es herausfinden, wer damals in Eberbach konkret von diesen Deportationen profitiert hat, das heißt welche Eberbacher Familien sich damals konkret das Eigentum und die Häuser dieser 17 Personen angeeignet haben ? Wo haben die 17 gewohnt ? Wer wohnt dort heute, und wie sind die heutigen Eigentümer an ihr Eigentum gekommen ?

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